« Letzte Einträge

Bürgermeinungen zum Durchblättern – großes Interesse am iMedia Lounge Magazine auf der CeBIT

15. März 2011 um 12:06 von Philipp Strobel

Zugang zu Informationen und Meinungen im Bereich kommunaler Entscheidungen verläuft immer häufiger asymmetrisch. Auf der einen Seite steht der voll vernetzte Bürger: Auf Twitter, Facebook und Blogs diskutiert er eifrig über Politik, Projekte und Perspektiven. Auf der anderen Seite steht der Entscheider, welcher alleine aufgrund der Masse an Informationen kaum den Überblick über laufende Diskussionen behalten kann. In der Folge werden Entscheidungen oft weit weg vom Bürger und über dessen Kopf hinweg getroffen. Wie soll der Entscheider in einer Kommune bei der unglaublichen Größe des Social Web den Überblick darüber behalten, was die Bürger wirklich bewegt? Wie lässt sich rechtzeitig erkennen, ob sich explosive Gemische wie beim Fall „Stuttgart 21” in der Öffentlichkeit bilden? Und wie kann rechtzeitig gehandelt werden, bevor es zu spät ist und der Wasserwerfer zum Löscheinsatz anschreitet? Auf der CeBIT hat unser Partner IBM gemeinsam mit ontopica, think2know und mit uns innovative Antworten auf diese Fragen präsentiert. Unter dem Motto „Bürgerbeteiligung 2.0 – vom Wutbürger zum konstruktiven Mitgestalter” haben wir den kompletten Werkzeugkoffer für das Zuhören, Entscheiden und Handeln vorgestellt.

Unser iMedia Lounge Magazine von myON-ID Media ist dabei auf äußerst positive Resonanz gestoßen. Es aggregiert als Informationsplattform automatisch die Nachrichten aus dem Netz, welche für Entscheider wirklich relevant sind. Aufbereitet in Form eines digitalen Magazins, kann der Entscheider unterwegs auf dem iPad durch die wichtigsten Blog-Beiträge, Nachrichten, Meinungen und Tweets blättern. Dabei muss der Entscheider gar nicht einmal den ganzen Tag das Social Web selbst beobachten, um ständig am Ball zu bleiben. Das iMedia Lounge Magazine übernimmt diese Aufgabe automatisch für ihn – redaktionsfrei und übersichtlich aufbereitet.

Dem Magazin liegt unsere iMedia Lounge zugrunde. Die iMedia Lounge ist das führende Social  Media Content Management System (SCMS). Mit dem Einsatz als automatisch generiertes Social Magazine haben wir erneut gezeigt, welche verblüffenden Einsatzmöglichkeiten die iMedia Lounge bietet.

Entscheider aus Kommunen, Ministerien und Staatskanzleien stellen sich der Herausforderung

Dass die Themen Reputationsmanagement und Bürgerbeteiligung bei den Kommunen priorisiert wahrgenommen werden, zeigt die sehr positive Resonanz auf der CeBIT. In vielen persönlichen Gesprächen mit Entscheidern aus Kommunen, Ministerien und Staatskanzleien zeigte sich deutlich, dass die neuen Herausforderungen bekannt sind. Unsere gemeinsame Lösung mit IBM liefert die modernsten Tools zum Zuhören und Aktivwerden. Zahlreiche Kommunen werden die neuen Chancen am Schopf packen und die Thematik offensiv angehen. Wir sind gespannt, welche Kommunen diesem Trend folgen.

  • 1 Kommentar
  • Share
  • Social Media

Internet als Schulfach? Wo Medienkompetenz beginnt

23. Juli 2010 um 8:55 von Mario Grobholz

Lars Hinrichs, Gründer des Businessnetzwerkes Xing, äußerte sich im Anfang des Jahres im Rahmen der WEPP-Lounge im “Grand Elysee” kritisch über die Nutzung von Internetportalen. Er warnte vor der Vermischung der Geschäfts- und der Freizeit-Identität.

Besonders in der Medienkompetenz von Kindern sieht Hinrichs noch viel Verbesserungspotenzial. Den Umgang seiner Kinder mit dem Internet beobachte er besonders kritisch. Es solle ein Schulfach “Internet” geben, welches Kindern ein gesundes Verhalten gegenüber und mit dem Internet aneignen soll, so der Medienprofi und Vater im Interview mit der WELT Online: “Meine Tochter hat bereits mit vier Jahren eine Digitalkamera. Sie wächst 100 Prozent digital auf.”

Ein Schulfach Namens “Internet” mag es vielleicht noch nicht geben, aber immerhin ein Kapitel in einem Schulbuch, und damit im Lehrplan bayerischer Gymnasiasten. Der Oldenburg Verlag hat in seinem Deutschbuch der Gynmasialstufe 9 in Bayern dem Thema “Identität im Internet” ein Kapitel gewidmet. Hier ist das Thema für die Schüler des Gymnasiums auf Seite 128/129 “Die Online Identität” und “Reputationsmanagement”. Grundlage hierfür sind Bilder und Erleuterungen, welcher der Oldenburg Verlag sich von uns hat lizenzieren lassen.

Seit der Gründung von myON-ID Media sind wir als Unternehmen besonders aktiv Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet zu vermittlen und aufzuklären. Einen Grundstein für das Verständnis über die eigene Online Reputation zu legen und zwar in einem Alter, wo gerade Jugendliche mit vielen anderen Dingen beschäftigt sind und Verantwortung oder Weitsicht nicht gerade der ständige Begleiter beim Surfen im Web oder beim Chatten auf Facebook sein dürfetn ist dabei nicht nur unser Anliegen.

“Kontrolle vs. Vertrauen ist ein Knackpunkt in der (Internet-)-Eltern-Kindbeziehung. Daher: Medienkompetenz beginnt nicht im Internet. Sondern im Elternhaus.”

Neben der anhaltenden Diskussion um das Internet, Communities und dem alltäglichen Gedankenaustausch sollte berücksichtigt werden, dass gerade die jüngste Generation in eine völlig digitalisierte Welt hineingeboren wurde. Die Nutzung sozialer Netzwerke zwecks Freundschaften, Wissensaustausch und neuer Kontakte ist für Kinder und Jugendliche völlig selbstverständlich. Und nicht mehr wegzudenken. Dennoch gilt es, hier den Kopf einzuschalten – und das richtet sich genauso an die Eltern – bevor man Informationen über sich oder andere im Netz preisgibt.

Institutionen wie beispielweise der Safer Internet Day oder Angebote wie Ichimnetz klären sachlich und gleichermaßen Kindgerecht über jene Risiken auf. Wir haben selbst mit dem Online Reputation Monitoring Service Ruflotse eine praktische Monitoring-Lösung für Eltern geschaffen, die über die Aktiviäten ihrer Kids im Netz besser Bescheid wissen und mögliche Mobbing-Attacken frühzeitig erkennen wollen, um darauf entsprechend reagieren zu können. Natürlich müssen Eltern ihren Kindern mit einem gesunden Vetrauen entgegentreten. Der Sinn von Angeboten wie Ruflotse besteht nicht darin, Kontrolle auszuüben. Vielmehr dienen sie dem Zweck, das mögliche Defizit an Eigenverantwortung (oder auch den Mut, sich den Eltern anzuvertrauen) mit einfachen Mitteln auszugleichen und gegen mögliche Schäden vorzubeugen.

  • 1 Kommentar
  • Share
  • Karriere Online, Reputationsmanagement

Expertenmeinung: Jan Hendrik Senf zur Nutzung von Social Media in Unternehmen

10. Mai 2010 um 9:00 von Mario Grobholz

Unser heutiger Interviewpartner ist Jan Hendrik Senf. Der sympathische Berliner ist Berater und Begleiter für Effektivität und Effizienz in Social Media. Er hat u.a. für und mit MTV, PRINZ Berlin, Berlin.de, tip Stadtmagazin Berlin, Ein Hartz für Berlin Spendengala und Steinbeis SMI gearbeitet. Im März 2010 hat er den ersten Twittwoch-Praxisworkshop in Berlin geleitet. Der Workshop ist Teil der neuen Workshop-Reihe des Twittwoch e.V. (Veranstaltung zu Social Media in Unternehmen) und wird am 27. Mai auch in München angeboten.

Hier seine Antworten auf unsere Fragen zur Nutzung von Social Media in Unternehmen:

Denken Sie, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

JHS: Jeder Berater, der das behauptet, gehört aus meiner Sicht geohrfeigt. Natürlich ist es immer wieder erfreulich, zu sehen, dass es in den allermeisten Fällen dann doch extrem passt. Dass das individuelle Potenzial eines Unternehmens, sinnvoll und mit Mehrwert für alle Seiten in Social Media aktiv zu werden, einem förmlich entgegenspringt. Und dass man deshalb eigentlich besser gestern als morgen damit hätte anfangen sollen, dieses Potenzial in neue Prozesse zu übertragen.

Ich finde es immer wieder auf ein Neues toll und aufregend, Firmen und deren Mitarbeitern zu helfen, sich durch Social Media in der Aussenwirkung von einer langweiligen Raupe in einen bunt schillernden Schmetterling mit souverän lockerem Flügelschlag zu verwandeln. Doch es gibt aus meiner Sicht eben auch einige Fälle, in denen das nicht sinnvoll und auch überhaupt nicht zielführend ist. Warum sollte zum Beispiel ein Hersteller von Spezialschrauben für Brückenpfeiler eine Facebook-Fanpage oder einen twitter-Account pflegen? Da gibt es sicher genügend dringende Dinge, mit denen die Zeit dort sinnvoller verbracht werden kann.

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

JHS: In der Geschäftsführung. Ein Traum. Ich denke, es geht nichts über die Vorbildfunktion einer professionell in Social Media agierenden Unternehmensleitung. Die nicht nur Ressourcen und Respekt für Social Media einräumt, sondern aktiv und kompetent einbezogen ist. So etwas hat intern einfach eine starke Signalwirkung und setzt aus meiner Sicht nicht zu unterschätzende, hohe transformatorische Energien für Unternehmen frei.

Bis es in der Mehrzahl der in Social Media aktiven Unternehmen soweit ist, dürfte allerdings noch etwas Zeit vergehen. In den meisten Fällen ist es ja doch so, dass schon viel gewonnen ist, wenn die Chefetage den Entschluss gefasst hat, erste Schritte konsequent und strukturiert gehen zu wollen. Und die hierfür notwendigen Möglichkeiten schafft, also Projektteams genehmigt und Mitarbeiter mit dem notwendigen Zeitkontingent inthronisiert. Gerade das ist aus meiner Erfahrung immer wieder ein sich erst langsam einpendelnder Verständnisbildungsprozess.

Operativ tätige Social Media Manager bzw. mit den Aufgaben betreute Mitarbeiter klagen nach einer ersten Phase der Begeisterung nach ein paar Wochen oft schnell über zu wenig Zeit für die Pflege der neuen, oft nur individuell sinnvoll zu pflegenden, digitalen Dependancen. Das ist schade, denn Social Media Aktivitäten geschehen nicht umsonst, sondern haben nachhaltig wirkende und bleibende, fast immer überwiegend positive Konsequenzen für Unternehmen.

Sie lassen sich aber letztlich trotz oftmals kostenlos nutzbarer Dienste auch nicht umsonst realisieren. Arbeitszeit kostet immer Geld. Wir sprechen hier ja von den so genannten Opportunitätskosten. Bedeutet: Die Zeit, die jemand für Social Media aufwendet, kann im besten Fall sinnvoll sein. Sie geht aber immer zu Lasten anderer Aufgaben. Es wäre schön, wenn hier mehr Wertschätzung innerhalb der Unternehmen stattfinden könnte. Wenn entsprechende Mitarbeiter konsequent genügend Zeit zur Verfügung gestellt bekommen würden. Doch zurück zur eigentlichen Frage: Aus meiner Sicht gibt es ungefähr fünf sinnvolle Optionen.

Option 1: Ein Mitarbeiter übernimmt die Social Media Aktivitäten und es werden klare Prozesse für den internen Kommunikationsfluss in Richtung dieses Mitarbeiter aufgesetzt.

Vorteile: Konsistent in der Aussenwirkung; wenig operativer Abstimmungsaufwand bzgl. Pflege der verschiedenen Kanäle; klare Zuständigkeit und Ansprechperson intern und extern.

Nachteile: Gefahr von Hoheitswissen; Gefahr der mangelhaften Reflexion des eigenen Tenor als Unternehmensrepräsentant; interner Verwaltungsaufwand und mangelnde Geschwindigkeit der Nachrichtenverbreitung sowie keine fachliche Kompetenz in Bezug auf die weitergetragenen und eventuell von Nutzern kommentierten und mit Fragen versehenen Meldungen.

Option 2: Mehrere Mitarbeiter (z.B. 2 – 3) aus einer Abteilung übernehmen die Social Media Aktivitäten, sinnvollerweise aus der Marketing-/ Kommunikations- / Redaktions- Abteilung.

Vorteile: Gemeinsame Lernkurve und hoher Reflexions- und Austauschgrad; Passung in die sonstige Kommunikationskultur; Nähe zu den zur Verfügung stehenden bzw. zu kommunizierenden Inhalten. Vertreung im Urlaubsfall möglich und Vermeidung von Hoheitswissen.

Nachteile: Erfahrungsgemäß sehr unterschiedlich verteilte Aktivität; Abstimmungsaufwand bzgl. zu erledigender o. bereits erledigter operativer Tätigkeiten; sinnvolle Notwendigkeit, um Nutzer nicht zu verwirren: Verwendung von Kürzeln an gesendeten Meldungen.

Option 3: Mehrere Mitarbeiter (z.B. 4 – 5) aus verschiedenen Abteilungen übernehmen die Social Media Aktivitäten.

Vorteile: Hoher Abdeckungsgrad der kommunizierten Unternehmensaktivitäten; Zusammenarbeit und hierdurch gegenseitiges Verständnis der verschiedenen Abteilung; positive Wahrnehmung durch die Nutzer und Verfügbarkeit kompetenter Ansprechpartner aus dem Unternehmen; Notwendigkeit der Nutzung kollaborativer Tools im operativen Daily Business = Transformationspotenzial für die Unternehmenskultur.

Nachteile: Langer Prozess der Findung des individuellen Unternehmenstenors in der Aussenkommunikation durch Social Media; Notwendigkeit von deutlichen Social Media Richtlinien und gemeinsam festgelegten Zielen und Vorgehensweisen.

Option 4: Ein Social Media Desk wird in der Marketing-/ Kommunikations- / Redaktions- Abteilung o.ä. eingerichtet und es findet ein Rotationsverfahren der Zuständigkeit statt. Vorteil: Wer am Desk sitzt, ist – z.B. für eine Stunde – ausschließlich in Social Media aktiv. Hierdurch kann, für alle Seiten sinnvoll, ein effizienter und effektiver Umgang mit der knappen Ressource Zeit stattfinden. Alle beteiligten Mitarbeiter sind in einem vertretbaren und klar überschaubaren Rahmen eingebunden und können theoretisch die gleiche Lernkurve haben. Jede Social Media Aktivität wird zu einer klar greifbaren und abgrenzbaren Tätigkeit. Prokrastinierung wird verhindert. Nachteil: Hoher Abstimmungsaufwand in Bezug auf zu erledigende oder bereits erledigte Dinge; langsame Resonanzprozesse in Bezug auf individuelle Nutzerbeziehungen und Aktionen.

Option 5: Alle Mitarbeiter des Unternehmens sind in die Social Media Aktivitäten eingebunden.

Vorteile: Exponentielle Steigerung des gesamten Kommunikationsoutput; implizierter Weiterbildungsaspekt für alle Mitarbeiter; hohes Transformationspotenzial für die Unternehmenskultur; schnelle Reaktionszeiten aus Nutzersicht; starke und positiv wahrgenommene Aussenwirkung einer derartigen Unternehmenskultur. Nachteile: Starker Bedarf nach Guidelines und Richtlinien; Verwaltungsaufwand bzgl. Rechten und Log-Ins etc.; mangelndes Sendungsbewusstsein bei einem Teil der Mitarbeiter = erzwungenes und somit kontraproduktives Kommunikationsverhalten.

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

JHS: Leider aus meiner Sicht oft entweder viel zu viele oder viel zu wenige. Ich denke, es kommt auf eine gesunde Mischung von messbaren und nichtmessbaren Zielen an. Und die Kompetenz, die Relevanz von diesen – sowohl insgesamt als auch untereinander – unterscheiden zu können. Albert Einstein hat einmal etwas sehr treffendes hierzu gesagt: “Nicht alles, was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles, was gezählt werden kann, zählt.” Unabhängig davon: So individuell wie die Unternehmen und deren Potenzial für eine sinnvolle Nutzung von Social Media, so unterschiedlich bemisst sich doch letztlich immer auch Erfolg. Blogposts und Beiträge bzgl. der vermeintlich zu messenden Ziele gibt es ja zu Genüge. Ich möchte deshalb lieber dazu anregen, diese erst einmal vorab selbst im Unternehmen zu entwickeln. Hierzu hat sich aus meiner Sicht die intensive und schriftliche Beantwortung der folgenden 10 Punkte bewährt:

  • 1. Was soll erreicht werden?
  • 2. Warum Social Media?
  • 3. Welche Art von Social Media hilft optimal, um die Ziele zu erreichen?
  • 4. Wie bereit sind wir, die Kontrolle – zumindest partiell – abzugeben?
  • 5. Wie soll Partizipation erzeugt werden?
  • 6. Wer wird die Social Media Präsenz(en) pflegen?
  • 7. Wieviele Ressourcen sind vorhanden, um eine kurzlebige Kampagne zu vermeiden?
  • 8. Wie passt die Nutzeraktivierung über Social Media in die allgemeine Marketing / Kommunikationsstrategie?
  • 9. Wie wird Erfolg gemessen? Was sind Fehler?
  • 10. Was wird vernachlässigt, wenn Ressourcen für Social Media aufgewendet werden?

Welche Unternehmen kennen Sie, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

JHS: Meine Kunden. Mich selbst. Ok, Spaß beiseite: Wenn ich so darüber nachdenke, dann sind das extrem viele. Einfacher und weitaus platzsparender wäre es wohl, jene aufzuzählen, bei denen es nicht so gut läuft. Die sich leider nicht von der Raupe zum Schmetterling entwickelt haben. Obwohl: Da müsste ich jetzt aber auch ganz schön nachdenken. Und das ist doch mal wirklich großartig, erfreulich und motivierend.

Wir bedanken uns bei Jan-Hendrik Senf für das Interview – und freuen uns natürlich auf eure Kommentare, Feedback, Anregungen und Republikationen!

Sie fanden das Experten-Interview mit Jan-Hendrik Senf interessant? Dann lesen Sie hier weiter:

  • Christoph Bauer über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Michael Reuter über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Nils Hitze über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Marc Frey über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Frank Wolf (T-Systems) über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Christoph Hölzlwimmer über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • 2 Kommentare
  • Share
  • Social Media

Jon Christoph Berndt®: Human Brand, schrottreif: Schlappes Märkchen Walter Mixa

6. Mai 2010 um 8:15 von Jon Christoph Berndt

Ach, Du Vaterland: Was war das für eine Hängepartie, zäh wie Kaugummi. Wochen und Monate hat es gedauert, bis Walter Mixa sein Erinnerungsvermögen soweit wiederhergestellt hatte, bis er sich entsinnen konnte und mochte an die eine oder andere ausgerutschte Hand in alten Tagen. Nun liegt seit dem 21. April das Rücktrittsangebot von den Ämtern des Diözesanbischofs von Augsburg und des Militärbischofs der Bundeswehr beim Papst.

Da liegt es im Posteingangskörbchen und harrt seiner Bearbeitung. Und jetzt? Wie sind denn so die Bearbeitungszeiten in der Abteilung Rücktrittsgesuchbearbeitung, und wie viel ist denn da gerade los? (Wie ich die katholische Kirche kenne und einschätze, wird das Körbchen auch in diesen Tagen nicht übervoll sein; ganz im Gegensatz zu internen Kursen in Verniedlichen, Abwinken und Wegschwätzen.)

Zuerst brauchte es zumindest eine Unterredung des Papstes mit drei Amtskollegen. Was gibt’s denn da noch zu unterreden, zu überlegen – der Mann muss weg, Herr Ratzinger! Alle Chancen zur einsichtsvollen, menschlichen Vorwärtsverteidigung sind mit der Zeit vertan, Walter Mixa hat die Aussichten auf Rehabilitation verwirkt. Wer allzeit fröhlich einschenkt – wie 2007 der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen, dass sie mit ihrer Familienpolitik die Frauen zu „Gebärmaschinen“ degradiere – und Verantwortung und Schuld innerhalb seiner Firma vergesellschaftet („Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran sicher nicht unschuldig, muss gerade dann unfehlbar sein, wenn es eng wird. Aber das hier überlebt keine Marke, Walter Mixas Marke ist bereits gestorben: kollateraler Markenschaden bei der katholischen Kirche. Sehr gern hätte ich anders berichtet – von etwas so Schönem zum Beispiel wie der Geschichte von Margot Käßmann, ihrer Trunkenheitsfahrt und dem Umgang damit.

Was hat Walter Mixa verkannt, ja falsch gemacht?

  • Er hat versucht, im Missbrauchs-Einerlei bei der Kirche mit zu schwimmen und nicht weiter aufzufallen: Heutzutage fällt jeder auf, nichts bleibt geheim!
  • Er dachte, als Augsburger Bischof und als Militärbischof ist er gottgleich unantastbar: Fehler werden nur verziehen, wenn der Verursacher gleich heraustritt!
  • Er hat Einflüsterern vertraut, die genauso weltfremd sind wie er: Das Verständnis, das sein mittlerweile abgelöster Öffentlichkeitsarbeiter Dirk Hermann Voß von „Öffentlichkeit“ und „Information“ hat, gereicht der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Ehre.

Wir sehen: Fundierte Ausbildung und Lebenserfahrung ersetzen nicht die wichtigste Zutat bei der Persönlichkeitsbildung und -wahrnehmung: emotionale Intelligenz. Mit seinen nebulösen Aussagen, dem vehementen Leugnen und dem schlussendlichen Umfaller schadet Walter Mixa nicht nur sich selbst (irreparabel), sondern als Markenbotschafter seiner Firma auch der katholischen Kirche (sehr schwer wieder gut zu machen). Hat die Kirche eigentlich Markenattribute wie nächstenlieb, verständnisvoll und geborgen, stehen nun Assoziationen wir weltfremd, verlogen und raffgierig ganz oben.

Human Branding Lesson Learned #2

Egal, was passiert: Konfrontiere Deine Umwelt immer mit der Wahrheit, ungebremst und geradeaus. Die starke Marke hält das aus und wird dadurch stärker als je zuvor.

Stay tuned!

Mehr von Jon Christoph Berndt® und Human Branding gibt’s hier:

  • Arthur Rimbaud – 140 Jahre Mysterium mit Pull-Effekt par excellence
  • Stefan Raab – Wie einer 2 Mio. Euro verliert und der große Gewinner ist
  • Helmut, hör auf mit dem Scheiß!
  • Weißer Rabe Grigory Perelman
  • FDP-”Quartalsspinner” Wolfgang Kubicki
  • Prof. Claudia Kemfert und ihre wehrhafte Marke
  • Norbert Leitholt und sein “Pornolotl”
  • Das Marken-Armageddon
  • Jon Christoph Berndt, Partner von myON-ID Media
  • 2 Kommentare
  • Share
  • Human Branding

Expertenmeinung: Dirk Rockendorf von Continental über den Einsatz von Social Media in Unternehmen

3. Mai 2010 um 9:03 von Mario Grobholz

Zu unserem heutigen Montagsinterview haben wir Dirk Rockendorf eingeladen. Er ist Head of eBusiness der Continental Reifen Deutschland GmbH. Vor seiner aktuellen Tätigkeit war der studierte Wirtschaftsingenieur (TU Karlsruhe) Unternehmensberater bei KPMG Consulting (später Bearingpoint) und hat dort Projekte in den Bereichen eBusiness und CRMverantwortet .

An der Diskussion zu Nutzung  und ROI von Social Media in Unternehmen hat er sich auch schon im letzten Jahr aktiv mit Vorträgen und Podcasts beteiligt. Praktische Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von Social Media im Marketing-Mix lieferte auch seinVortrag auf der Swiss Online Marketing Messe vom 24.-25. März 2010 in Zürich, wo er die Continental-Kampagne zur FIFA WM 2010 auf Facebook, YouTube & Co. vorstellte.

Denken Sie, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

DR: Diese Frage kann man leider nicht pauschal beantworten, da das von verschiedenen Faktoren abhängt, z.B. Produkt und Branche. Im Consumer-Bereich (B2C) gehört es bei den Top-Marken auf jeden Fall schon dazu. Im B2B Bereich dagegen ist man hier noch eher am Anfang. Was man aber generell sagen kann ist dass sich jede Firma Gedanken machen muß ob und wie es Social Media im Marketing einsetzen kann, d.h. Entwicklung einer Social Media Strategie.

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

DR: Das ergibt sich aus der Strategieentwicklung, d.h. wie wird Social Media eingesetzt und welche Plattformen werden genutzt. In den meisten Fällen dürfte Marketing den Lead haben, insbesondere wenn es Kunden betrifft. Aber auch der Pressebereich sollte mit involviert sein. Zum einen weil der oft die meisten News hat, zum anderen weil die Mitarbeiter geübt sind zu formulieren, was insbesondere bei kritischen Posts hilfreich ist oder bei der Vermittlung von Positionen. Last but not least gibt es auch noch die Unternehmenskommunikation, die sich in der Regel um das Thema Social Media Policy kümmert, d.h. wie sich Mitarbeiter generell im Social Web verhalten sollten. Gemeinsam mit IT kann diese auch definieren welche Social Media Tools innerhalb eines Unternehmens zum Einsatz kommen.

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

DR: Nach einer aktuellen Untersuchung der Deutsches Institut für Marketing GmbH verfolgen die Unternehmen aktuell eher qualitative Ziele wie Steigerung der Marken- und Produktbekanntheit oder verbessertes Marken- / Produktimage, was aber in der Regel nur indirekt messbar ist. Steigerung von Website-Traffic wurde von 50% der Befragten genannt, dies ist dann schon eher meßbar. Des weitern erachte ich z.B. die Anzahl Fans / Follower als relevant, da man das mit einer Email-Adressdatenbank vergleichen kann => Stichwort Kundenbindung. ROI-Ermittlung von Social Media Maßnahmen steckt dagegen noch in den Kinderschuhen, sowohl in der Forschung als auch in der Praxis.

Welche Unternehmen kennen Sie, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

DR: Da gibt es bereits viele, insbesondere aus den Bereichen Konsumgüter und Automobil. Adidas Originals mit fast 2,5 Mio Fans ist hier ein gutes Beispiel. Spontan fällt mir auch noch der Frosta-Blog ein, Dell Outlet auf Twitter sowie die Community beinggirl.com von P&G. Gerade war ich auf der Swiss Online Marketing, hier hat Alfa Romeo Schweiz eine sehr schöne Kampagne auf Facebook zur Einführung des neuen Mito präsentiert : Großer Erfolg mit kleinem Budget. Und ich denke auch wir schlagen uns ganz gut. Die W&V hat aktuell unseren ContiTireKick als (Facebook-) App der Woche gekürt…

Wir bedanken uns bei Dirk Rockendorf für das nette Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg bei seinen anstehenden Social Media Projekten und Vorträgen in 2010!

  • Kommentare deaktiviert
  • Share
  • Social Media

Expertenmeinung: Tim Cole über den Einsatz von Social Media in Unternehmen

26. April 2010 um 9:09 von Mario Grobholz

Für unser heutiges Montags-Gastinterview haben wir Tim Cole gebeten, uns die 4 Fragen zum Einsatz von Social Media in Unternehmen zu beantworten. Tim Cole gilt als einer der erfahrensten Internet-Publizisten im deutschsprachigen Raum und hat gerade sein jüngstes Buch veröffentlicht.

Er ist seit Jahrzehnten als Journalist und Kolumnist tätig. Seine Beiträge, Kommentare und Kolumnen erscheinen in führenden Wirtschaftsmagazinen wie Capital, Tageszeitungen wie Süddeutsche Zeitung oder Die Welt sowie in Fachpublikationen und Online-Magazinen.Kurz: Tim Cole ist ein “alter Hase” auf seinem Gebiet. Gemeinsam mit Ossi Urchs war er jahrelang Gastgeber von „eTalk“ bei n-tv, einer Talkshow mit Prominenz aus den Bereichen IT, Telekommunikation, Internet und Hightech. Als Buchautor („Erfolgsfaktor Internet“, „Econ“, „Das Kunden-Kartell – die neue Macht des Kunden im Internet“ und „Hanser“) sowie als Berater und Referent bei Seminaren und Firmenveranstaltungen steht der gebürtige Amerikaner im intensiven Dialog mit Führungskräften aus Wirtschaft, Politik und Finanzen.

Tim, denken Sie, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

Tim Cole: Ich denke, dass Firmen, die kein Social Media Marketing betreiben, bald überhaupt kein Marketing mehr nötig haben werden – weil es sie nicht mehr geben wird. Was ist denn eigentlich so neu an der Vorstellung, seine Kunden zu fragen, was sie wollen? Warum tun sich gerade deutsche Unternehmer so schwer damit? Statt dessen hört man hierzulande krude Witzchen wie: „Bei uns steht der Kunde immer im Mittelpunkt – und damit allen im Wege…“. Das Gegenteil von sozialen Medien sind unsoziale Medien. Das sollte uns zu denken geben.

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

Tim Cole: Ohne Power von oben funktioniert Marketing nicht, ob im Internet oder sonst wo. Der Chef muss mitziehen, aber jeder in der Firma ist ein potenzieller Botschafter seines Unternehmens in Plattformen wie Facebook, Xing, YouTube oder wie sie alle heißen. Die Marketingabteilung sollte zuerst mal Werbung im eigenen Haus machen. Pech, natürlich, wenn das Unternehmen seinen Mitarbeitern gerade verboten hat, während der Arbeitszeit Facebook zu nutzen. Dann haben die sich halt ins Knie geschossen…

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

Tim Cole: Mit Social Marketing ist es wie sonst auch in der Unternehmenskommunikation: Jeder Marketingchef könnte sich sofort die Hälfte seiner Ausgaben sparen, wenn der wüsste, welche Hälfte… Umgekehrt wird ein Schuh draus: Was kostet es mich, wenn nicht kein Social Marketing mache? Fragen Sie die Firma Kaffee Partner, was für einen Schaden für sie entstanden ist, nachdem mein Freund Michael Kausch auf czyslansky.net von seinem Ärger mit dem Knebelvertrag und dem miserablen Service der Firma berichtet hat. Sein Blog ist inzwischen zu einem Sammelbecken für unzufriedene Kunden der Firma geworden, die sich mit Horrorgeschichten überbieten und sich gegenseitig Tipps geben, wie man sich erfolgreich aus dem Vertrag rausklagen kann. Michaels Posting liegt bei Google inzwischen auf Platz zwei – direkt hinter der Website des Unternehmens Kaffee Partner selbst. Ich wollte jedenfalls nicht in der Haut des Marketingleiters stecken, wenn der seinem Chef erklären muss, warum die Umsatzzahlen gerade in den Keller gehen…

Welche Unternehmen kennen Sie, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

Tim Cole: In meinem neuen Buch, „Unternehmen 2020 – das Internet war erst der Anfang“ habe ich gleich mehrere Fallbeispiele solcher Unternehmen beschrieben. Einer meiner Lieblingsbeispiele ist fahrrad.de in Esslingen, die inzwischen gar keine Kundenberater mehr beschäftigen. „Unsere Kunden sind unsere besten Berater“, sagte mir Steffen Grunegger, der sich dort „Web 2.0-Manager“ nennt. Sein Job ist es, in der Community unterwegs zu sein und das „Gesicht“ seiner Firma gegenüber der großen Gemeinde der Radfahrer zu sein. Damit schafft der Glaubwürdigkeit und Vertrauen – zwei der wichtigsten Erfolgsfaktoren für jedes Unternehmen im Zeitalter der vernetzten Wirtschaft.

Wir bedanken uns bei Tim Cole für das Interview – und freuen uns natürlich auf eure Kommentare, Feedback, Anregungen und Republikationen!

  • 3 Kommentare
  • Share
  • Social Media

Social Media zum Kuscheln: Wie Buchstaben zu Helden werden

21. April 2010 um 9:04 von Mario Grobholz

In der heutigen Zeit sind die sogenannten „Sozialen Medien“ nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Privatpersonen wie auch Unternehmen haben den Vorteil der Nutzung von Social Media erkannt und setzen sie täglich ein. Dienste wie Twitter, Facebook, StudiVZ oder Xing sind inzwischen so beliebt, dass Menschen sich in ihrer Freizeit sogar damit beschäftigen, handgemachte T-Shirts, Accessoires, Seifen und vieles mehr mit dem Logo der Dienste herzustellen und über Online-Shops zu verkaufen.

Wie es scheint, haben diese Shops Erfolg und die Menschen Spaß daran, ihre selbst gemachten Produkte zu vermarkten. Das zeigt , welchen Stellenwert Social Media in unserer Gesellschaft eingenommen haben. Die Menschen identifizieren sich sehr stark im „echten Leben“ mit der virtuellen Welt. Das bedeutet: Social Media nisten sich in den Köpfen als Idole oder Helden ein. Früher hat man Sänger, Schauspieler und Boygroups angehimmelt - , heute schafft es eine Plattform wie Facebook als Kuscheldecke auf das heimische Sofa. Diese „neuen Helden“ feiern jetzt Einzug in unser Zuhause.

In diversen Online Shops kann man von Seife über Schmuck bis hin zu Babykleidung mit Twitter-, Facebook- oder RSS Feed- Logos kaufen. Die Leute machen selbst Werbung für ihre Produkte. Man liest dort Sätze wie „This fun to wear FACEBOOK FANATIC bracelet is for someone who can’t live without facebook and at risk to be a facebook stalker!“.

Dem kritischen Leser stellt sich nun die Frage, wie es zu dieser Verherrlichung kommt. Die Antwort kann sich nur jeder selbst geben. Allerdings könnte sich dieser Trend in eine Richtung entwickeln, in der es nur noch zwei Klassen gibt: Nutzer und Nicht-Nutzer, Befürworter und Gegner, Fans und Verweigerer.

Einige der Ideen sind natürlich durchaus sehr kreativ und lustig anzusehen. Und für diejenigen, die genügend Humor mitbringen, vielleicht sogar tragbar?

  • Kommentare deaktiviert
  • Share
  • Allgemein, Social Media

Expertenmeinung: Sacha Wigdorovits über den Social Media Einsatz in Unternehmen

19. April 2010 um 9:07 von Mario Grobholz

Zum heutigen Experten-Interview haben wir den schweizer Journalist, Unternehmer und Social Media Kenner Sacha Wigdorovits geladen. Als Mitbegründer der Gratiszeitungen «20 Minuten» und «.ch» schrieb Sacha Wigdorovits in den vergangenen zehn Jahren Mediengeschichte in der Schweiz. Zuvor war der Zürcher Medien- und PR-Spezialist zwanzig Jahre lang als Journalist tätig, unter anderem als USA-Korrespondent bei der SonntagsZeitung und als Chefredaktor beim Blick. 1998 gründete er die Contract Media AG, eine Agentur für holistische Kommunikation, deren Geschäftsführer er heute ist.

Auf der diesjährigen “Swiss Online Marketing” hielt der Absolvent der Harvard Business School zum Thema „Kommunikation und Marketing im Zeitalter der Social Networks“ den Keynote Vortrag. In die Schlagzeilen geriet Wigdorovits im November 2009, als er Berater von Milliardärssohn Carl Hirschmann wurde. Reputationsmäßig eine ziemlich spannende Story, die allerdings heute und hier nicht behandelt wird…. Wir haben Sacha Wigdorovits gebeten, und folgende Fragen zu beantworten:

Denken Sie, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

SW: Ja, aber bevor man damit beginnt, muss man sich gut überlegen, was man damit bezweckt und wie man dies organisiert.

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

SW: Das hängt davon ab, wie das Unternehmen in der Kommunikation und im Marketing aufgestellt ist und was man mit den Social-Network-Aktivitäten bezweckt: dienen sie mehr der Corporate Communication und Imagebuilding oder dem Marketing?

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

SW: Das können unterschiedliche Ziele sein: Awareness der Marke, Imagepflege, Verkauf von Produkten, Personalsuche – je nach Unternehmen und Branche.

Welche Unternehmen kennen Sie, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

SW: Erfolg ist, mindestens kurzfristig, nicht immer leicht zu messen, vor allem wenn es um Aktivitäten zum Imagebuilding geht. Aber für Unternehmen aus der Musikindustrie, dem Gamingbereich und aus anderen Branchen, die ein junges Zielpublikum haben, wie zum Beispiel Nachtclubs und Discos, zahlen sich Social-Media-Aktivitäten schon heute nachweisbar kommerziell aus.

  • Kommentare deaktiviert
  • Share
  • Social Media

Jon Christoph Berndt®: Helmut, hör auf mit dem Scheiß!

8. April 2010 um 9:08 von Jon Christoph Berndt

Irgendwie, ich weiß ja auch nicht, hat Helmut Kohl doch den großen Pull-Faktor. Der ist wichtig für eine starke Marke: Anziehungskraft! Irgendwie, ich weiß ja auch nicht II, ist er dann auch noch schwer erschütterlich. Das ist wichtig für eine starke Marke: Standhaftigkeit!

Zum 80. Geburtstag meines Jugend- und Studentenkanzlers lese ich die Essays in der Qualitäts-Tagespresse und sehe die Helmut-Kohl-Nacht im öffentlich-rechtlichen Nischenfernsehen. Ich kann nicht anders und denke an andere daueranziehende und dauerschwererschütterliche Marken aus jener Zeit:

Pitralon, Samantha Fox, Brauner Bär, Remington (Sie alle haben diese gewisse Aura in meinen b.a.W. demenzbewahrten inneren Augen.)

Finde ich die Marke HK gut? Im Prinzip durchaus: Nicht nur durch seine politischen Erfolge, sondern auch durch seine markant-mächtige Erscheinung hat er den großen Wiedererkennungswert (die bei uns im Konfi gern angeführte „Recognition“). Besonders die Knallpresse macht den Helden Deutschlands heldiger und deutscher denn je. Allen voran die Bild Zeitung, da gibt es auch die wahrlich erlebenswerte Sonder-Website.

Bei Chefredakteur und Trauzeuge Kai Diekmann hat HK Narrenfreiheit. Sicher auch, weil der Alte genauso polarisiert wie das Blatt; nur ganz anders. Und das ist Grundvoraussetzung für eine starke Marke – Sie darf nicht nur Fans, sie muss auch Feinde haben. (Sonst ist sie weder stark noch schwach, sondern nur „ganz nett“, und das ist der kleine Bruder von Markenkiller „egal“.) In diesem Sinne eine schöne Line von HK auf die Frage der Bild Zeitung, wessen Glückwünsche er nicht vermissen und über welche er sich freuen würde: “Ohne Namen nennen zu wollen: Mit beidem könnte man ein ganzes Telefonbuch der Millionenstadt Berlin füllen.” (Quelle: Süddeutsche Zeitung online)

So ist’s markenrecht und – nun ja, mit dem Namen nennen hat er’s ja auch nicht so, der HK. Siehe hierzu die Qualitäts-Zitierquelle Nr. 1 Wikipedia und den saftigen Dauerbrenner „CDU-Spendenaffäre“.

Was können die markenbildnerisch tätigen Profis an den Fronten von Strategie und Online Reputation bei HK noch ausrichten? Ehrlich gesagt, nichts. HK genießt Bestands- und Kümmerschutz qua Markenalter. Da geht es ihm wie Pitralon, Samantha Fox, Brauner Bär und Remington.

Viel spannender für uns Markenbauarbeiter ist der kleine profilierte Parteibruder des Jubilars, inzwischen so groß, so groß kann der Schatten von HK nicht sein: Wolfgang Schäuble, ein schönes Beispiel dafür, dass konstruktives Abwarten und klar zielgerichtetes Wirken im Stillen dahin führen kann, wo genau er heute ist. Ganz vergessen die Begebenheit, als HK 1997 auf dem Leipziger CDU-Bundesparteitag Schäubles fulminante Rede in die Reportermikros rein krönt: „Ich wünsche mir, dass Wolfgang Schäuble einmal Kanzler wird.“ Darauf WS zu HK, klar profilierend und ganz privat am Telefon: „Helmut, hör auf mit dem Scheiß!“ All das weiß der Stern .

Der Bundesfinanzminister WS hat’s raus. Etabliert sich, ohne es recht zu merken, als profilierte Politikermarke, die durchweg großen Einfluss auf das politische Geschehen hat. Wenn er dann noch zur rechten Zeit – ganz anders und viel schlauer als HK – bemerkt, dass es Zeit ist zu gehen und auf dem WS-Olymp Hut und Sessel nimmt… Dann meinen großen Respekt vor einem, der seinem Dauerdrangsalierer ganz zum Schluss (erst hier wird bekanntlich richtig abgerechnet) gezeigt hat, was eine Markenharke ist.

Stay tuned!

Mehr von Jon Christoph Berndt® und Human Branding gibt’s hier:

  • Weißer Rabe Grigory Perelman
  • FDP-”Quartalsspinner” Wolfgang Kubicki
  • Prof. Claudia Kemfert und ihre wehrhafte Marke
  • Norbert Leitholt und sein “Pornolotl”
  • Das Marken-Armageddon
  • Jon Christoph Berndt®: im Interview
  • 2 Kommentare
  • Share
  • Human Branding

Jon Christoph Berndt®: Weißer Rabe Grigory Perelman

1. April 2010 um 9:40 von Jon Christoph Berndt

Beim Blättern im Blätterwald fand ich dieser Tage eine ganz besonders schöne Geschichte: Da knackt ein russischer Mathematiker eine harte Nuss, an der sich seine Mathematikerkollegen auf der ganzen Welt hundert Jahre lang die Zähne ausgebissen haben. Und dann – verzichtet er auf Ruhm, Ehre, Preise und eine Million Dollar.

Besser noch: Lieber lebt Grigori Jakowlewitsch Perelman zurückgezogen bei seiner Mutter in einer kleinen Datscha am Rande von Sankt Petersburg und spielt den ganzen Tag Tischtennis gegen sich selbst. Das Schönste: Die Geschichte ist wahr. „Ziemlich verrückt, aber auch ziemlich sympathisch“, sagt die Knallpresse.

Da wird jemand berühmt, weil er nicht berühmt werden will. Und das will er nicht aus Kalkül nicht, sondern weil er halt so ist; in der Wolle gefärbt echt, ohne Lust darauf sich zu verbiegen oder gar verbiegen zu lassen: Ihr könnt mich mal kreuzweise! Behaltet Eure Preise, Euer Geld, Euren Rummel, und lasst mich in Ruhe Tischtennis spielen gegen mich selbst!

2006, vier Jahre nach Perelmans Lösung des Problems um die so genannte Poincaré-Vermutung (ich hatte Mathe Leistung und verstehe nur Bahnhof; mehr dazu jedoch gern hier), sollte ihm auf dem Internationalen Mathematiker-Kongress in Madrid die Fields-Medaille, sie gilt als Nobel-Preis der Mathematik, verliehen werden. Perelman tauchte aber erst gar nicht auf. Damit stieß er nicht nur die gesamte mathematische Elite, sondern auch den Medaillenverleiher König Juan Carlos, vor den Kopf. Auch wurscht, sagte er sich. Auf die mehrfach ausgesprochene Einladung hatte er nicht mal geantwortet. Dem „New Yorker“ sagte Perelman dazu: „Wenn sich zeigt, dass die Beweisführung stimmt, brauche ich keine weitere Anerkennung. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich die Auszeichnung ablehnen werde. Die Medaille ist für mich völlig unbedeutend.“ (Quelle und mehr dazu: Spiegel)

Nun steckt hinter dieser starken konsequenten Haltung vermutlich nicht nur himmelhoch Jauchzendes, sondern auch ordentlich Betrübtes. Wo Markenlicht ist, ist auch Markenschatten. So liest man davon, dass Poincaré-Löser Perelman schon in grauer Vorzeit an der University of California in Berkeley sowohl durch seine Schlauheit als auch durch seine Ablehnung von Materiellem als „Weißer Rabe“ auffiel. Das ist Russisch und bedeutet so etwas wie „Schwarzes Schaf“ wobei diese Bezeichnung genauso gut wertschätzend positiv wie abschätzig negativ gemeint sein kann.

Was meinen Sie: Ist Perelmans Erscheinung und Wahrnehmung als Weißer Rabe im Sinne der profilierten Human Brand positiv oder negativ? Etwas pointierter als Radio Eriwan’s Standardantwort „Kommt darauf an“ ist zu sagen:

- zur Erscheinung: Nun ja, der Mann sieht aus, als möchte man ihm mal fünf Mark schenken. Doch, wird er sagen, wen schert’s? Ich mach’ mich für mein Tischtennisspiel gegen mich selbst so zurecht, wie es mir beliebt! Recht hat er, der Herr Perelman. Auf die roten Teppiche und die Bühnen des Lebens will er ja nicht drauf. Und seine Mama wird ihn lieb haben wie er ist und aussieht.

- zur Wahrnehmung: irgendwie cool und begehrlich, finde ich. Und nicht so nahbar und damit belanglos wie die Boris Beckers dieser Welt. Da schreibt denn auch Blogger-Kollege Perez Hilton, weltweit ziemlich vernetzt und einflussreich, was A-, B- und C-Promis angeht: “This guy is so AWESOMELY insane!! We LOVE it!!”

Wie auch immer wir alle es sehen: Unstrittig ist, dass Grigory Perelman echt profiliert ist. Wichtiger noch: Er ruht in sich selbst und muss sich nichts beweisen. Das sind die besten Voraussetzungen für eine profilierte Wahrnehmung. Diese im gesellschaftlichen Leben, als Exot, als – wie ich finde, positiv so bezeichneter – Weißer Rabe, den man doch irgendwie ganz anziehend findet. Diese auch im Internet-Leben, wo selbst die Online-Reputation-Profis genau wie wir Leute von der Human-Branding-Front gar nicht mehr viel außer dem ausrichten können, was Herr Perelman schon ganz nebenbei und ungeplant für seine markenstarke Wahrnehmung getan hat.

Er wollte nie eine starke Marke sein. Nun ist er eine. Wahrlich genial.

Stay tuned!

  • 3 Kommentare
  • Share
  • Human Branding, Reputationsmanagement
« Letzte Einträge

Suchen

Über dieses Blog

Willkommen im Blog der myON-ID-Media ist Pionier für Social Media-Technologien. Für unsere Kunden realisieren wir als Full-Service-Anbieter Social Media Projekte jeder Größenordnung.

myON-ID-Blog als RSS-Feed abonnieren
iMedia Lounge - Das professionelle Social Media Content Management System für höchste Ansprüche

Kategorien

  • Allgemein
  • Human Branding
  • Karriere Online
  • Presse
  • Reputationsmanagement
  • Social Media
  • Technik und Entwicklung
  • Tipps und Tricks
  • Unternehmen

Social Media

myON-ID bei Twitter myON-ID bei Flickr myON-ID bei Youtube myON-ID bei Facebook myON-ID bei FriendFeed

Letzte Artikel

  • Wir schließen myON-ID – und geben Gas mit secure.me
  • Wir benennen Ruflotse in secure.me um und launchen weltweit eine neue Version unseres Dienstes
  • Unsere iMedia Lounge ausgezeichnet: Econ-Award für Social Media Newsroom von T-Systems Multimedia Solutions
  • Das schreibt die Presse über myON-ID Media im Oktober
  • Vorhang auf: Wir werden secure.me international launchen!
  • Social Media Newsroom einfach erklärt – Der Film
  • Das schreibt die Presse über myON-ID Media im September
  • Voilà, darf ich vorstellen: fünf neue KollegInnen
  • Wir wachsen und haben unseren Aufsichtsrat neu besetzt
  • Social Media: Einfach nur dabei sein ist NICHT alles

Letzte Kommentare

  • Kurzmitteilungen: Kizoo, SevenVentures, myON-ID, rankseller, Tjingo.nl :: deutsche-startups.de bei Wir schließen myON-ID – und geben Gas mit secure.me
  • Linkwertig: Copyright, Hadopi, Spotify, myON-ID » netzwertig.com bei Wir schließen myON-ID – und geben Gas mit secure.me
  • Mario Grobholz bei Wir benennen Ruflotse in secure.me um und launchen weltweit eine neue Version unseres Dienstes
  • Mhmm. bei Wir benennen Ruflotse in secure.me um und launchen weltweit eine neue Version unseres Dienstes
  • Mario Grobholz bei Wir benennen Ruflotse in secure.me um und launchen weltweit eine neue Version unseres Dienstes

Schlagwörter

B2B Blog business Clipping Eigenmarketing expertenmeinung Googlability Grobholz Gruendertagebuch Human Branding Identität iMedia Lounge Interview Karriere Online Karriere Online Kommunikation Konzept Marke Marke-ICH Monitoring myON-ID myonid Newsroom Online-Reputation Online-Reputation-Management Personal Brand PR-Blogger Presse Reputation Reputation-Management Reputatonsrisiken ruflotse Selbstmarketing Socialmedia Social Media social media marketing Social Media Newsroom social web Team Tipps Twitter Unternehmen unternehmenskommunikation Virales Marketing Wahrnehmung

RSS Twitter – myON-ID

  • myonid: Wir schließen myON-ID – und geben Gas mit secure.me http://t.co/VtZESX84
  • myonid: secure.me hat eine brandneue App-Page auf Facebook und wir sind sehr gespannt auf euer Feedback! Probiert... http://t.co/UDdjmbkA
  • myonid: Und jetzt offiziell an unserer Wand... unser secure.me Logo! Wie findet Ihr es? http://t.co/ny9A0uHM
  • myonid: Und jetzt offiziell an unser Wand... unser secure.me Logo! Wie findet Ihr es? http://t.co/ZXbWGsdQ
  • myonid: Fasching ist lustig, peinliche Fotos nicht! secure.me zeigt, welche Fotos davon auf Facebook landen: Hier 100 Invites  http://t.co/LzyP3okO
  • myonid: Fasching ist lustig, peinliche Fotos davon auf Facebook ... nur bedingt! secure.me sagt euch wie viele davon auf... http://t.co/3rC0i8CK

Archiv

Blogroll

  • Bewerbung & Job
  • Digital Conversation
  • Karrierebibel
  • Personalmarketingblog
  • Reputations-Magazin von Ruflotse
  • The Strategy Web