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Nix wie weg – Hotels haben es in der Bewertung am schwersten

30. März 2010 um 9:04 von Martina Doherr

Das Hotelbewertungsportal holidaycheck.de macht gerade einigen Hotels das Leben schwer. Aus mehr als 1,3 Millionen abgegebener Bewertungen hat das Portal jetzt die 10 Ekelhaftesten gekürt.

Wie kommt es, dass gerade Hotels so schlecht wegkommen bei der Vergabe von Bewertungen im Netz? Vielleicht liegt es daran, dass Hotelbewertungen bei den Nutzern zum Standard geworden sind, während diese nur gelegentlich von den Hotels selbst kontrolliert werden. Aber warum? Wenn doch jeder Urlauber, der einen internetfähigen Rechner herumstehen hat, weiß, dass es: 1. Portale wie beispielsweise holidaycheck.de oder Tripadvisor gibt – und 2., wie man dort seiner Meinung freien Lauf lassen kann. Scheinbar haben noch nicht alle Hotels das gleiche Ziel: mittels zufriedener Gäste und deren Kommentare in Communities wie Facebook oder Twitter wahrgenommen zu werden. Aber erfolgreiches Tourismusmarketing im Web 2.0 kann eben nur dann funktionieren, wenn nicht nur die Gäste, sondern auch das Hotelpersonal in „Social Marketing“ geschult und eingebunden wird.

Ich wage zu bezweifeln, dass die Hotelliers diesen Umstand bewusst ignorieren. Schließlich lebt ein Hotel (wie jeder andere gatsronomische Betrieb auch) von seinem guten Ruf. Die Generierung von Hotelbewertungen ist ein also ein „Must have“ für Hotels, die in heutigen Zeiten überleben wollen. Bietet ein Hotel oder Gästehaus seinen Besuchern die Möglichkeit, ihre Zufriedenheit oder auch Unzufriedenheit direkt auf der eigenen Hotelseite zu äußern, verringert sich das Risiko, langfristige Rufschädigung in Foren oder Blogs zu ernten. Diese zeigt sich mangels Übersicht der aktuellen Nennungen zum Hotelnamen allerdings häufig erst bei ausbleibender Buchung im nächsten Ferienzeitraum.

Mit der passenden Monitoring-Strategie kann sich jeder Betrieb vor einem möglichen Reputations-Supergau schützen. Nicht nur, dass das Hotel so jederzeit den Überblick darüber hat, was wo über das Haus gepostet wird, der Betreiber hat so natürlich auch die Chance, frühzeitig zu reagieren. Er hat die Wahl, sich zu negativen Aussagen unzufriedener Gäste zu äußern, diese evtl. direkt zu revidieren. Oder, bei einer totalen Einbahnstrasse, mit einem Löschauftrag den entsprechenden Eintrag entfernen zu lassen, um Trittbrettfahrer zu vermeiden.

Natürlich ist selbst die beste Monitoring-Lösung nicht das Erfolgsrezept für Hotelbetriebe, sondern sie dient als Marketing-Tool. Was für einen zufriedenen Gast zählt, sind weiterhin Sauberkeit, Service, gutes Essen und Freundlichkeit. Dann kommt der Gast gerne wieder. Und hinterlässt auch einen entsprechenden Kommentar für alle, die den Namen diese Hotels in irgend einem Forum dieser Welt eingeben werden.

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Jon Christoph Berndt: Prof. Claudia Kemfert und ihre wehrhafte Marke

23. März 2010 um 10:37 von Jon Christoph Berndt

Hut ab! Da sieht man mal, wohin wahre Markenstärke führt: DIW-Klimaexpertin Prof. Claudia Kemfert zwingt die Süddeutsche Zeitung in die Knie.

Die Süddeutsche Zeitung hatte Prof. Kemfert, die ziemlich bekannte Expertin für Energie und Klimapolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) vorvergangene Woche so richtig schön vorgeführt, mehrspaltig und mit Vierfarb-Porträtfoto im Wirtschaftsteil: Sie habe sich für einen Artikel ihres Instituts bei Wikipedia bedient und, nachdem alles raus gekommen war, sich dahin gerettet, dass „die wissenschaftliche Basis für meinen Bericht auf einer Recherche eines Mitarbeiters“ beruhe. Das ginge ja nun gar nicht, meinte die Süddeutsche, und wo kämen wir denn hin, wenn nun sogar die Wissenschaft bei Wikipedia klaue… (siehe meinen Blog-Beitrag vom 11. März )

Alles schien klar: Die besenreine Süddeutsche Zeitung hat eine prima investigative Geschichte und in ihrem Autor Felix Berth ein richtiges Enthüllungsjournalistchen, dessen Artikel unter der Überschrift „Axolotls Vorgänger“ für ordentlich Thermik im Blätterwald sorgt. Und Prof. Kemfert hat einfach nur geklaut; der mediale GAU für eine anerkannte, bis dato als überaus seriös geltende Wissenschaftlerin.

Nun aber hat die Süddeutsche Zeitung nach Auskunft von Prof. Kemfert eine Unterlassungserklärung unterzeichnet. Zeichen dafür ist, dass der fragliche Online-Artikel mittlerweile aus dem Netz verschwunden ist. Was ist geschehen? So simpel wie ertstaunlich: Der fragliche Artikel war vom DIW niemals veröffentlich worden. Eine echte Null-News also, die ich mir von meiner Immer-noch-Lieblings-Tageszeitung nicht erwarten würde. Passiert es einmal doch, würde ich mir erwarten:

  1. Proaktive Richtigstellung bzw. Korrektur
  2. Entschuldigung bei der Geschmähten
  3. Verbesserung der Schutzmechanismen auch in schwierigen Zeiten mit dünner Personaldecke, damit die Pressefreiheit wieder als dienende Freiheit gebraucht und so schnell nicht wieder als In-die-Pfanne-hau-Freiheit missbraucht wird.

Prof. Kemfert ist aus Markenperspektive idealtypisch vorgegangen: sachlich, kalkuliert, stringent, offensiv; als Beispiel schlechthin für den professionellen und gleichzeitig effektiven Umgang mit Gegenwind, dem sich prominente Persönlichkeiten nun einmal immer wieder ausgesetzt sehen. Das wissen sie auch, es ist der Preis der Prominenz. Entscheidend ist nicht dieser Gegenwind, sondern Reaktion und Aktion daraufhin. Und den Kemfertschen Umgang damit beschreibt die FAZ sehr schön in ihrem Beitrag „Die Frau fürs richtige Klima“.

Von der Süddeutschen liest man bisher nicht mehr als „Error 404“ wenn man den Link zum fraglichen Online-Artikel anklickt. Und von Prof. Kemfert liest man wieder Inhaltlich-Sachliches und Markenadäquates, auch im Interview im neuen M-Direkt, dem Magazin der Stadtwerke München, unter der Überschrift „Klimaschutz ist der Weg aus der Krise”.

Also: Die Siegerin steht fest. Back to Tagesordnung.

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Die Evolution der Datensicherheit im Netz

4. Februar 2010 um 9:05 von Mario Grobholz

Der gute Ruf ist im freien Raum des Worldwide-Webs tagtäglich möglichen Angriffen ausgesetzt. Wer unkontrolliert sensible Daten ins Netz stellt, muss vom Identitätsklau, über Mobbing-Attacken bis hin zu langwierigen Rufschädigungen mit allem rechnen. Selbst die beste Reputationsstrategie wird scheitern, wenn nicht im Vorfeld ihre Notwendigkeit erkannt und die Sensibiliät gegenüber meist eigens ins Netz gestellten Daten geschärft wird.

Datensicherheit hat im Web 2.0 nichts mehr mit Firewalls zu tun. Mit den Sozialen Medien hat eine neue Ära der Kommunikation Einzug gehalten. Das heißt zwangsläufig, dass Privatleute wie Unternehmen lernen müssen, sensibler mit ihren Daten im Netz umzugehen. Wo vielleicht gestern der einfache Download eines Virenschutzprogrammes ausreichte, ist heute eine viel komplexere Herausforderung entstanden. Das Internet, und damit die gesamte Kommunikation, befindet sich mitten in einem Prozess der Veränderung. Vergleichbar mit einer neuen Stufe der Evolution.

Erst gab es dafür Sicherheits-Software – Virenscanner und Firewalls. So hat man Privates auf dem PC vor Hackern und Viren geschützt. Dann wurden Communities wie Facebook oder Xing interessant, also hat man dort seine Privatsphäre Einstellungen angepasst. Aber durch kapilare Verlinkungen, die eigene Unbedachtheit und auch den kriminellen Ideenreichtum Dritter können aktive Internet-Nutzer ohne entsprechendes Reputationsmanagement nicht mehr bestimmen, was mit ihren Daten im öffentlichen Raum des Internets geschieht.

Hendrik Speck, Professor für Digitale Medien an der FH Kaiserslautern, geht mit seiner Prognose sogar noch einen Schritt weiter. In einem aktuellen Beitrag der Basler Zeitung fordert der Wissenschaftler klare gesetzliche Rahmenbedingungen für Onlineplattformen, für deren Nutzung ein völlig neues Datenschutzmodell benötigt würde. Es sei hochnotwendig, über eine neue Konzeption des Datenschutzes nachzudenken. Skeptisch wird Speck allerdings bei der Frage, ob die dafür erforderliche Medienkompetenz bei politischen und juristischen Entscheidungsträgern ausreicht: «Es besteht die Gefahr, dass die Systemträgheit wesentlich grösser ist als die Zeit, die wir für Entscheidungen haben, um die gesellschaft-technische Entwicklung nach den Grundsätzen einer demokratischen Gesellschaft zu gestalten.»

Es bleibt abzuwarten, wohin sich dieser Trend fortsetzen wird, ob Konsequenzen im Handeln jedes einzelnen entstehen und welche neuen Perspektiven damit gleichzeitig geschaffen werden. In jedem Fall sind wir alle aufgefordert, Aufklärungsarbeit zu leisten und gerade die jüngere Generation verantwortungsvoll an das Medium Internet heranzuführen. Interessiert beobachten wir, welche Entwicklung das Thema “Internet” auf den Lehrplänen der Schulen zukünftig einnehmen wird. Die Bayerischen Gymnasien gehen dort in ihrem Deutschunterricht mit guten Beispiel voran.

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Online-Trickkiste zum richtigen bewerben

27. August 2009 um 8:51 von Anya Rutsche

„Wer unbedacht oder gar nicht im Web auftritt, kann seiner beruflichen Laufbahn schaden“, sagt Kommunikationsberater Klaus Eck, der das Buch „Karrierefalle Internet“ geschrieben hat. Anders herum kann ein geschickter Internetauftritt aber auch einige Vorteile bei der Suche nach dem richtigen Arbeitsplatz mit sich bringen.

Immer mehr Arbeitgeber setzen bei der Stellenbesetzung ein gewisses Web 2.0 Wissen voraus. Wenn ein Bewerber also schon in mehreren Netzwerken selbst aktiv ist, kann dies ein gutes Licht auf die Person werfen. Es sei denn, das diese sozialen Netzwerke eher Spaß- als Businessportale sind. Es ist also davon abzuraten, das studiVZ-, Lokalisten- oder wkw-Profil beim Bewerbungsschreiben anzugeben. Es gibt allerdings einige Vorzeigeseiten (wie bspw. myON-ID, Xing oder LinkedIN) im Internet, die bei gepflegtem Anlegen sehr wohl positive Resonanz erzielen lassen.

Um bei einer Bewerbung von vornherein zu glänzen, müssen ein paar Spielregeln beachtet werden. Längst reicht es nicht mehr aus, einen Bachelorabschluß vorweisen zu können. Aktivität wird gefordert. Wer sich in der Onlinewelt bewegt, muss besonders darauf achten, dass dieser Auftritt nicht zur Bewerbungsfalle wird.

Tipps, wie man auch digital glänzen kann:

  1. Egogooglen: Ganz wichtig vor einer Bewerbung. Egal für welche Jobposition du dich bewirbst, du kannst davon ausgehen, dass dein potenzieller Chef deinen Namen bei Google eingeben wird. Deshalb ist es sehr ratsam, dies selbst zu tun, um zu kontrollieren, ob unerwünschte Beiträge über die eigene Person im Internet zu finden sind.

  2. Um Google-Einträge wieder entfernen zu können, braucht es Zeit. Deshalb rechtzeitig mit dem „Überwachen“ beginnen (mind. 4 Wochen vor der Bewerbung), um unerwünschte Suchergebnisse verschwinden zu lassen.

  3. StudiVZ, meinVZ, schülerVZ, Facebook, wer-kennt-wen oder Lokalisten sind meist Netzwerke, die man privat nutzt. Deshalb gilt, diese nicht öffentlich zu präsentieren, sondern nur für Freunde. Diese Option steht dir bei allen Netzwerken zur Verfügung. Außerdem ist es angebracht, bei Profilen, die sehr viel privates von dir preisgeben, einen falschen oder nicht vollständigen Nutzernamen zu wählen, damit die Auffindbarkeit für Arbeitgeber noch schwieriger ist.

  4. Für Twitternutzer in einer Bewerbungszeit gilt: Private Tweets haben nichts bei Twitter verloren. Es sei denn, du hast ein nicht öffentliches Profil und achtest darauf, wem du Einblick in deine Twittergeschichten gibst.

  5. Lege dir professionelle Profile an, die deine Google-Auffindbarkeit positiv beeinflussen. Mit einem myON-ID Profil kannst du dich bestens deinem Arbeitgeber präsentieren, denn dort bestimmst du wer was über dich sehen kann. Somit kannst du in deinem öffentlichen Profil einen Lebenslauf und die Webtreffer, die dich in ein gutes Licht rücken, einstellen. Für deine privaten Kontakte kannst du dann aber auch eine Seite erstellen, wo du die Fotos der letzten Party reinlädst, ohne dass es fremde Personen sehen können.

    myON-ID Profil: Deine Visitenkarte im Web

    myON-ID Profil: Deine Visitenkarte im Web

  6. Wenn du richtig auftrumpfen möchtest, überlege dir, wo dein Expertise liegt und vermittle dieses an die Welt weiter, in dem du einen eigenen Blog anlegst. Der neue Chef wird begeistert sein, da er so auf Anhieb sieht, was für Erfahrungen du mitbringst.

  7. Gebe in deinem Bewerbungsschreiben die Links deiner besten Profile an. Somit bietest du dem Leser bereits Futter und er muss sich nicht selbst auf die Suche nach „Leckereien“ machen. Damit zeigst du dich von vorn herein von deiner besten Seite.

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Rosenkrieg im Internet

15. April 2008 um 6:00 von Mario Grobholz

Dass digitale Medien, allen voran das Internet mittlerweile in alle Bereiche des täglichen Lebens vorgedrungen sind ist eigentlich keine Neuigkeit mehr. Dass Jugendliche Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen immer häufiger über das Internet einen breiten Öffentlichkeit zugänglich machen auch nicht. Dass das aber anscheinend nicht nur für die Generation “StudiVZ” gilt, beweist jetzt Jimmy Wales.

Wer zum Teufel ist Jimmy Wales? Das ist der Erfinder von Wikipedia und damit sicherlich mit dem Medium Internet bestens vertraut. Insofern verwundert es doppelt, dass gerade er seine Beziehung mit seiner letzten Freundin Rachel Marsden über das Internet beendete.

Die einen empfinden das jetzt vielleicht als standesgemäß, die anderen stören sich vielleicht am fehlenden Anstand und Mum so etwas nicht perösnlich zu machen. Wie auch immer Ihre Meinung ausfällt – jeder weiss es jetzt! Jimmy hat die Beziehung mit der Journalistin nähmlich branchengerecht im Internet mit dem kurzen Satz “Ich bin nicht mehr mit Rachel Marsden zusammen” beendete. Das ganze passierte im Wikipedia-User-Talk am 1. März 2008.

Der Rosenkrieg kam damit aber erst so richtig in Gang, denn Rachel, als Journalistin ebenfalls mit dem Medium Internet vertraut versteigerte kurzerhand Jimmy´s T-Shirts bei eBay – ob es die Flecken waren oder die Marke – in jedem Fall brachte es ihr 500 US-Dollar.

Ob noch mehr zu ersteigern war, habe ich jetzt nicht weiter recherchiert. Es zeigt sich an diesem Beispiel dass es im Internet keine Privatsphäre gibt und dass sich damit auch das einst so private zwischenmenschliche immer mehr in die digitalen Medien verlagert. Auch aus diesem Grund sollten Sie regelmäßig Ihren Namen in der Personensuchmaschine von myON-ID prüfen oder noch einfacher, Sie registrieren sich gleich und wir informieren Sie dann automatisch über neue Treffer zu Ihrem Namen.

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Reputationsschäden II: Wenn Kunden bloggen

22. Februar 2008 um 6:00 von Mario Grobholz

Im unternehmerischen Alltag ist es leider unvermeidbar, dass Dinge schiefgehen. Selbst wenn dies für den Betroffenen niemals angenehm ist, haben die meisten Menschen dafür zunächst Verständnis. Wenn ein unzufriedener Kunde zumindest das Gefühl hat, dass sich ein Unternehmen um ihn kümmert, ist er meistens zufrieden. Ihm geht es in erster Linie darum, dass das Unternehmen sein Problem löst. Deshalb wird er bei einer guten Erfahrung mit dem Customer Service sogar einen positiven Eindruck vermittelt bekommen.

Ärgerlich – und eigentlich vermeidbar – wird es allerdings dann, wenn sich Kunden im Stich gelassen fühlen und dies auch online lautstark kundtun. In Form eines Blogs haben Sie dazu eine geeignete Plattform, um nicht nur den eigenen Freundeskreis, sondern viele Onliner zu erreichen. So ist es beispielsweise im Fall des Nokia E61 geschehen. Eigentlich wollte der Blogger ‘Joe’ nur das Blackberry-Feature seines neuen Handys nutzen. Doch dies war offensichtlich, entgegen der Aussage auf der Verpackung, nicht möglich. Obendrein waren weder Nokia noch Vodafone ausreichend bemüht, ihm zu helfen. Das Resultat: Ein Blog namens “Mein Leben mit dem E61″. Für den Außenstehenden ist es herrlich amüsant zu lesen, doch für Nokia stellt es ein Imagedesaster dar.

Wie hätte der Fall anders ausgehen können? Zunächst natürlich ist es fatal, ein Feature zu bewerben, dass erst zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar ist. Doch im späteren Verlauf hätten Nokia & Vodafone durch richtige Kommunikation deeskalieren können. Anstelle von verschiedenen Stellen immer wieder widersprüchliche Informationen zu liefern und den Kunden zu einem regelrechten Marathon durch die Instanzen zu zwingen, hätte eine ehrliche Aussage zu Beginn zwar nicht zu größerer Kundenzufriedenheit geführt, dem Blog allerdings das Futter für eine zweimonatige Berichterstattung entzogen.

Da heutzutage niemand vor negativen Blogartikeln seiner Kunden gefeit ist, sollten sich Unternehmen sich auf ein solches Szenario zumindest vorbereiten. Nokia hat dies offensichtlich (nicht nur in diesem Fall – siehe Bochum) versäumt. Wie also verhält man sich nach dem Start eines derartigen Blogs? Vermeiden sollten Sie auf jeden Fall Anonymes kommentieren, vor allem in emotionaler Form. Stattdessen bietet es sich an, offen auf das Problem einzugehen und spätestens dann transparent zu informieren. Eine direkte Ansprache des Bloggers in angebrachter Art und Weise kann sinnvoll sein, wenn dieser sich entsprechend in seinen Beiträgen als offen zugänglich erweist . Zeigen Sie online, dass Sie Ihren Kunden, dass Sie ihre Bedürfnisse ernstnehmen und gehen sie auf die Issues, die sie negativ betreffen, gezielt an, statt sie zu ignorieren und auszusitzen. Schließlich kann sich ein kleines Issues sehr schnell zu einem Brandherd für die Krisen-PR entwickeln. Das lässt sich mit einem klaren Online Reputation Management vermeiden.

Klaus Eck, PR Blogger

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Reputationsschäden I: www.schlaemmerblog.tv

11. Februar 2008 um 6:00 von Mario Grobholz

Was passieren kann, wenn man alte Budgets auslaufen und deshalb kein Geld mehr für das Nutzen (alter) Domains vorhanden ist, das hat sich bei einem populären Videoblog gezeigt. Nachdem Horst Schlämmer alias Harpe Kerkeling nicht mehr regelmäßig für Online-Nachschub sorgte, übernahm ein Werbevermarkter die Website und führt die Besucher nicht mehr in die Schlämmerwelt, sondern auf Sex-Portale.

Unter www.schlaemmerblog.tv konnte sich die Schlämmer-Fangemeinde Anfang 2007 noch über die aufregende Welt des Fahranfängers austauschen und sich die waghalsigen Videos der Probefahrten anschauen. Spekulationen über eine angebliche Werbekampagne, deren Auftraggeber Volkswagen sei, wurden immer lauter und bewahrheiteten sich am Ende.

Die Werbeagentur Tribal DDB war ausführende Hand des Projekts. Nachdem die Kampagne dann nach einigen Monaten auslief, wurden die Internetadressen, die zum Blog führten, gekündigt. Dies jedoch stellte sich als Fehler heraus, da sich prompt ein neuer Käufer für die Domain fand. Der neue Betreiber jedoch hat nichts mit Horst Schlämmer und noch weniger mit VW zu tun. Stattdessen betreibt er dort nun eine Vermarktung von Erotikseiten, was für das Image von VW und Horst Schlämmer nicht besonders zuträglich ist, wie zahlreiche Blogeinträge beweisen. “Im Fall Horst Schlämmer ist die Domain von einem Trittbrettfahrer genutzt worden um zweifelhafte Inhalte bereitzustellen”, bestätigt auch Peter Figge, Chef bei Tribal DDB, auf Nachfrage des Medienmagazins DWDL.de. Doch der neue Domain-Inhaber tat nichts Unrechtes. Allerdings profitiert er nun von einer gut im Markt eingeführten Webadresse, die einen hohen Verlinkungsgrad hat, und nutzt sie für eigene Zwecke.

Der Imageschaden hätte ohne weiteres vermieden werden können, wenn die Domain nicht unmittelbar wieder freigegeben worden wäre. Stattdessen hätte die Agentur die Website für ein eigenes neues Projekt nutzen und weiterhin auf Schlämmer-Inhalte verweisen können. Das wäre mit einem kleinen Investement kein Problem gewesen.

Zumindest Sie sollten künftig den gleichen Fehler vermeiden und Domains von einem zeitlich beschränkten Webprojekt auch nach dessen Ende noch eine geraume Zeit behalten.

>> DWDL: Horst Schlämmer macht unfreiwillig Sex-Werbung
>> RP Online: Sex-Skandal um Blog von Horst Schlämmer
>> CIO Weblog: Horst Schlämmer-Blog 2.0: Steckt wieder VW hinter Sex und Porno?

Klaus Eck, PR Blogger

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Pflege fürs Online-Image

25. Januar 2008 um 8:00 von Mario Grobholz

In Foren, Blogs und Netzwerken geben wir Daten Preis und jeder kann mitlesen. Freunde, Verwandte und sogar der Chef. Ob man möchte oder nicht. Doch das Web ist mehr als nur eine Daten-Schleuder. Wie lässt sich das Internet gezielt nutzen, um den eigenen Ruf zu stärken oder Kontakte zu knüpfen? Was treibt Blogger an, wie arbeiten eigentlich Suchmaschinen und was lässt sich mit ihnen alles herausfinden? Der Career Service im Gespräch mit Mario Grobholz, Begründer des Internetdienstes myON-ID.

Ich google meinen Namen und finde Blogeinträge mitMeinungen, die ich nicht mehr vertrete, Kommentare und jede Menge Partyfotos, die besser niemand sehen sollte.

Wie können Sie mir helfen?

Mit myON-ID haben wir einen kostenlosen Service geschaffen,mit dem Sie Stellung dazu nehmen können, welche Web-Inhalte über Sie zutreffen und welchenicht. Zudem können Sie die Inhalte dort kommentierenund sortieren. Das betrifft auch veralteten Contentwie etwa die ersten Gehversuche eines erfahrenenWeb-Designers, die noch nach Jahren im Internetgefunden werden. Oder Jugendsünden wie peinlicheFotos oder Einträge in Social-Network-Angeboten. So etwas können Sie auf myON-ID in seinen Kontexteinordnen und präventiv entschärfen.

Wie gehe ich dabei vor?

Eine der Kernfunktionen von myON-ID ist das Sammeln,Bewerten und Sortieren von Internet-Einträgen zur eigenen Person. So können Sie sicherstellen, dassMenschen, die über myON-ID nach Ihnen suchen, die Einträge immer im richtigen Zusammenhang und in der von Ihnen festgelegten Reihenfolge finden. In Ihrem persönlichen Profil finden Suchende alle Inhalte, die im Web über sie kursieren. Die zur Person gehörenden Weblinks lassen sich in einem Dossier sammeln undkommentieren. Anschließend können Sie Ihre Kontakte dazu einladen, Ihre Online-Reputation zu bewerten. Viel wichtiger ist aber, dass Sie mit Ihrem myON-ID Profil sehr prominent bei Google und anderen Suchmaschinen gefunden werden! In der Regel schaffen es unsereNutzer mit Ihrem Profil auf die ersten Google Plätze – ganz ohne Vorkenntnisse und ohne großen Zeitaufwand.

Also wird mein Profil auch von Suchmaschinen gefunden?

Genau das ist unsere Zielsetzung. Denn gesucht wird heute und auch zukünftig vorrangig bei Google. Deshalb ist es wichtig, wenn Sie etwas für Ihren guten Ruf tun wollen, dort gefunden zu werden. Hierfür hat myON-ID Konzepte und Werkzeuge entwickelt, die das heute bereits sehr erfolgreich für unsere Nutzer leisten. Zusätzlich werden wir unseren Nutzern ab der nächsten version von myON-ID anbieten, ein sogenanntes „sponsored Profile“ einzurichten. Hier schenken wir unseren Nutzern Geld für das Eigenmarketing, indem wir bezahlte Anzeigen bei Google schalten.

Gibt es Fälle, bei denen auch Sie nicht weiterhelfen können?

Ja, gibt es selbstverständlich. Wir können grundsätzlich keine Inhalte löschen und damit dauerhaft verschwinden lassen. Dieses Angebot wäre unseriös. Das Internet vergisst nicht, das liegt in der Natur der Sache. Zudem kann natürlich niemand kontrollieren, was peer-topeer, also von Person zu Person weitergegeben wird. Was wir leisten können, und das machen wir heute schon recht gut, ist die guten und aktuellen Inhalte über unsere Nutzer weiter oben zu positionieren, um damit die alten und negativen Dinge aus dem Rampenlicht zu nehmen.

Ist der Internetruf wirklich wichtig?

Im Web 2.0 werden Sie zur öffentlichen Person. Somit gewinnt der gute Ruf, der außerhalb des Internets seit jeher die Basis für Erfolg ist, auch in den digitalen Welten immer mehr an Bedeutung. Doch Vorsicht: Gerade im Mitmach-Web verbreiten sich Gerüchte und Anfeindungen unkontrolliert über viele Sites. Als Betroffener kämpfen Sie da gegen Windmühlen. Und ohne ein systematisches Reputationsmanagement werden Sie den Kampf ganz sicher verlieren.

An wen richtet sich „MyON-ID“?

Prinzipiell an alle, die im Internet unterwegs sind. Hierbei bietet das Portal die Möglichkeit, sich sowohl der Familie und den Freunden, als auch potentiellen Kunden und Arbeitgebern gegenüber positiv darzustellen. Nicht zuletzt hilft myON-ID dann auch im Hinblick auf die Karriereplanung.

Wie kam die Idee zu diesem Projekt?

Im Februar 2006 habe ich mit meinem Mitgründer Roman Pritzkow über die Macht diskutiert, die Google mit seiner Suchmaschine hat. Uns war klar: Wenn ich mich nicht richtig darum kümmere, muss ich das akzeptieren, was Google als Suchergebnis ausliefert. Das hat uns beunruhigt und auf die Idee zu myON-ID gebracht.

Welche Tipps geben Sie Internet-Nutzern an die Hand?

Das Wichtigste ist: Bleiben Sie am Ball. Denn aus der Welt schaffen wird myON-ID Ihre “Jugendsünden” nicht. Vielmehr lenkt das Portal die Aufmerksamkeit auf ausgewählte Informationen. Hierbei dürfte es Ihnen schwer fallen, Ihre Reputation einfach nur wie einen Motor zu “frisieren”. Eine Online-Reputation entsteht nicht von heute auf morgen. Sie beruht auf den Dingen, die wir on- wie offline täglich machen und setzt sich aus der eigenen und fremden Wahrnehmung zusammen. Um das digitale Erscheinungsbild zu überprüfen, ist es sinnvoll, regelmäßig die eigene Wirkung per Ego-Surfing zu überprüfen und sich zu fragen, wie stehe ich zurzeit mit meiner Online-Identität da. Analysieren sie also regelmäßig das Web. Das geht mit Hilfe der myON-ID-Suche sehr bequem, zumal wir ab der nächsten Version von myON-ID die Suche automatisieren. Sammeln und kommentieren Sie regelmäßig Fundstücke und schaffen Sie sich ein Reputationsnetzwerk an – denn es gilt auch noch heute „zeige mir, wer deine Freunde sind und ich zeige Dir, wer Du bist.“

Dieses Interview ist erschienen im Career Service Newsltetter vom November 2007

Career Service Münster
Universität Münster, www.uni-muenster.de/CareerService

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Think before you poste!

21. Januar 2008 um 8:00 von Mario Grobholz

Jeder kennt jeden über sieben Ecken – aber ist das denn gewollt? In jedem Fall sollte man darüber nachdenken was es bedeutet wenn vom “world wide web” gesprochen wird. Auch wenn der Kommentar eigentlich nur bei StudiVZ, Xing, Lokalisten oder in meinem Blog hätte stehen sollen.

Diesmal ein Beitrag ohne Worte …

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Diese Nachricht zerstört sich in 1 Minute selbst: Ablaufdatum für Internetseiten

17. Dezember 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

frisch

Sie war schon ein echter Hingucker, diese Meldung: “Ablaufdatum für Internetseiten gefordert”, die vor einigen Tagen durch den deutschen Blätterwald rauschte (beispielsweise hier oder hier oder hier), unter anderem befeuert von einer Meldung des Nachrichtendienstes epd.

Mit diesem Ablaufdatum sollten Bürger vor negativen Folgen geschützt werden, wenn sie im Internet private Daten preisgeben, die noch nach vielen Jahren auf sie zurückfallen könnten. Das Internet vergesse nichts – zitiert epd den Medienrechtler Viktor Mayer-Schönberger, Professor an der US-amerikanischen Harvard-Universität.

Dass die epd-Meldung eine gewisse Aufmerksamkeit erreichte, hat vermutlich mit der schon seit Monaten anhaltenden Berichterstattung rund um das Thema “persönliche Daten im Netz” zu tun. Dass sie zum echten Hingucker “mit Schmunzelfaktor” wurde, liegt jedoch sicherlich an dem Vorschlag eines Ablaufdatums für jede Internetseite… So plausibel der Vorschlag klingt, wirft er doch mehr Fragen auf, als er Probleme löst. Bedeutet dies, dass Internetseiten künftig grundsätzlich mit einem Standard-Haltbarkeitsdatum versehen werden? Wie wird das integriert? Mayer-Schönberger wird dazu im Mai in der Süddeutschen Zeitung zitiert:

“…Mayer-Schönberger dagegen setzt tiefer an, bei den bereits bestehenden Datenformaten und Programmen. Nahezu alle Geräte und Programme würden heute schon Daten über die gespeicherten Daten, so genannte Metadaten, aufzeichnen; eine Kamera beispielsweise Datum, Zeit und künftig womöglich auch Ort der Aufnahme.
Die Hersteller müssten dazu verpflichtet werden, zu diesen Daten ein neues dazuzunehmen: Ein Verfallsdatum. Wer wolle, könne das dann immer individuell einstellen, aber die Standardeinstellung sollte von “ewig aufheben” auf “Löschen nach einer gewissen Zeit” gesetzt werden.”

“Alle Geräte und Programme”, “die Hersteller” – es geht Mayer-Schönfelder um nicht mehr und nicht weniger, als “dem Internet” eine zusätzliche Dimension zu verleihen, ihm das “Vergessen” beizubringen. Ein Projekt mit gigantischen Dimensionen. Manch einer (zum Beispiel Hans) fragt sich da, ob das technisch umgesetzt werden kann.

Nehmen wir aber nun mal an, das klappt technisch alles reibungslos. Dann müsste man doch befürchten, dass unzählige wertvolle Informationen einfach aus dem Netz verschwinden, nur weil die User vergessen haben, sie zu verlängern. Die einzige Möglichkeit dies zu verhindern, wäre, dass alle Verfasser der Milliarden Google-Seiten zuvor gefragt werden, ob sie verlängern wollen. Gefragt von – ja von wem eigentlich? Aber angenommen, auch dies funktioniert und jede der Milliarden Webseiten weltweit würde ihren Verfasser künftig regelmäßig ansprechen und um Aktualisierung bitten… Stellen Sie sich einfach vor, jedes von Ihnen produzierte File auf Ihrem Desktop-Rechner würde nach jeweils definierten Zeiträumen um Verlängerung bitten. Man käme aus dem Klicken nicht mehr heraus…

Auch Mayer-Schönberger ist von seiner ursprünglichen Einschätzung („…Technisch wäre das kein Problem. In alle modernen Betriebssysteme lassen sich heute Metainformationen einspeisen.“) mittlerweile abgerückt und betrachtet die Idee inzwischen auf der philosophischen Ebene:

“… Vielmehr geht es mir darum, dass wir alle durch die Notwendigkeit der Festlegung von Aublaufdaten (und deren etwaiges Update) mit der Frage konfrontiert werden, wie lange eine bestimmte Information gespeichert bleiben soll. Dieses stete “Ins-Bewusstsein-Rufen” des Problems ist das Ziel meines Ansatzes, nicht wie von Ihnen faelschlich unterstellt eine perfekte technische Infrastruktur dafuer.”

Was aus meiner Sicht wieder zu kurz greift. Denn das „Ins-Bewusstsein-Rufen“ allein reicht nicht aus – der Verbraucher muss doch auch wissen, was er gegen unliebsame Hinterlassenschaften im Web tun kann. In dem Zusammenhang auch an dieser Stelle noch einmal der Verweis auf die von Jochen Mai und seinem Kollegen Sebastian Matthes veröffentlichte wohl umfassendste Zusammenstellung von Reputations-Management-Angeboten, darunter auch das Angebot von myON-ID.

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