Jon Christoph Berndt: Das Marken-Armageddon
11. März 2010 um 2:48 von Jon Christoph Berndt
Gestern in der Süddeutschen Zeitung, Printausgabe (so was gibt es noch…): Unter der Überschrift „Axolotls Vorgänger“ erlebt Prof. Dr. Claudia Kemfert ihr ganz persönliches Marken-Armageddon: Sie hat geklaut!
Eine ziemlich bekannte und anerkannte Wissenschaftlerin, Expertin für Energie und Klimapolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), hat abgeschrieben; ohne Hinweis auf den Urheber! Und das für einen Artikel über die Privatisierung der Bahn. Ein Viertel des Textes stammt wortwörtlich von wikipedia.de, wo jeder alles schreiben und jeder ungeprüft alles übernehmen kann und das sogar tut (inkl. Tageschau und die BILD sowieso)! Bei sueddeutsche.de ist der Marken-GAU hier nachzulesen.
Die Headline des Artikels bezieht sich auf die frisch gehypte Junior-Super-Human-Brand Helene Hegemann und ihren frisch gehypten Junior-Super-Debut-Roman „Axolotl Roadkill“. Für den hat sie abgeschrieben, was das Zeug hält, und ist laut spiegel.de „eher so regiemäßig drangegangen”. Ok, das Mädel ist 18, ein bisschen schnell ein bisschen hoch geflogen, der Sonne zu nah gekommen, und da wird es halt warm. Außerdem gibt sie entwaffnend alles zu, mit großem Augenaufschlag; wer wird ihr da schön böse sein wollen oder sogar können?
Bei Frau Prof. Kemfert, die sich oft und gern medial inszeniert und präsentiert, ist das etwas anderes: In ihrer senioren Position müssen wir erwarten dürfen, dass sie vor und hinter ihrem Institut und vor allem vor und hinter ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht. Da reicht es eben nicht, wenn sie zwar den Sachverhalt zugibt, jedoch abwinkt, dass hier „die wissenschaftliche Basis für meinen Bericht auf einer Recherche eines Mitarbeiters“ beruht (Felix Berth, „Axolotls Vorgänger“, Süddeutsche Zeitung, 10.03.10). Im Gegenteil: Das ist sogar kontraproduktiv. Wer lange genug im Geschäft ist und sich dafür exponiert, muss nun mal mit heißem Gegenwind rechnen da oben an der Sonne; das ist völlig normal und richtig so. Normal und richtig so ist es aber nicht, wenn die Chefin alles auf den unbedarften Praktikanten aus Tonga Tabu schiebt, der schon lange wieder daheim ist und von dem eh keiner wissen will, ob er jemals mehr Substanzielles als die Wikipedia-Recherche zur Privatisierung der Bahn hinterlassen hat.
Die Süddeutsche kommt zu dem Schluss, dass das Vorgehen von Frau Prof. Kemfert „unsauber“ ist. Und das nicht nur, weil in den forschungsethischen Prinzipien des DIW die „unbefugte Verwertung unter Anmaßung der Autorenschaft„ als „wissenschaftliches Fehlverhalten“ (Felix Berth, ebd) gilt.
Prof. Dr. Claudia Kemfert hält viel beachtete Keynote-Vorträge, auch in einer gemeinsamen Vortragsreihe mit mir und weiteren Speakern bei „Unternehmen Erfolg“ und Focus. Dort heißt ihr Thema „Die wirtschaftlichen Chancen des Klimaschutzes“. Damit ihre Human Brand und damit ihre Themen und Inhalte glaubwürdig bleiben, wünsche ich mir, dass sie zu den Plagiatsvorwürfen proaktiv und substanziell Stellung bezieht. Auf ihrer Website findet sich bis eben – außer ziemlich guter Eigen-PR, die idealtypisch auf die Marke Claudia Kemfert einzahlt – gar nichts. Das ist nicht zur zuwenig, sondern birgt vor allem die Gefahr, dass sich das Thema medial verselbständigt und Frau Kemfert die Chance verpasst und nicht mehr bekommt, selbst Herrin der Lage zur sein und den Diskurs zu steuern. Eine Human Brand ist jahrelang aufgebaut und sekundenschnell zerstört.
Die Illusion der absoluten Markenkontrolle
10. März 2010 um 9:15 von Mario Grobholz
Vielleicht haben Sie schon davon gehört, dass die Marke Ihres Unternehmens nicht mehr Ihnen gehört? Die Behauptung basiert dabei auf einfacher Mathematik. Im Zeitalter von Blogs, Diskussionsforen, Facebook, Twitter und anderen Web 2.0 Tools kann fast jeder online gehen und über Ihr Unternehmen und seine Angebote reden. Als Ergebnis kommt heraus, dass die Menge an Informationen, die Ihre Marketing-und PR-Abteilung erzeugen kann, nur einen kleinen Prozentsatz des Gesamtvolumens von Inhalten über Ihre Firma im Internet ist.
Bedeutender werden diese Stimmen zudem, wenn einige dieser Stimmen genauso beliebt oder gar beliebter als Ihre offizielle Stimme werden. Diese werden Sie dann sehr weit oben bei Google und Co. finden. Nehmen wir Jako als Beispiel. Eigentlich ein Sportbekleidungshersteller, ist Jako im Herbst 2009 stark in die Kritik geraten, da sie einen Blogger abmahnten, der sich abfällig über ein neues Logo äußerte. Immer noch findet man jetzt unter den ersten Suchergebnissen Einträge zu diesem Vorfall. Das Image und die Reputation von Jako ist daher nicht nur verändert, sondern in diesem speziellen Fall nachhaltig beschädigt worden.
Die Fehler der “Großen”
Große Organisation reagieren sehr empfindlich wenn es um ihre Marke geht. Die Wenigsten sind glücklich über den Kontrollverlust und haben Wege gefunden damit umzugehen. Sie reagieren auf die Web 2.0-Ära in unterschiedlicher Weise aber die meisten von ihnen starten vergeblich den Versuch, Kontrolle auszuüben oder wiederherzustellen.
Einige verschieben ihre großen Marketing-Kampagnen in die Onlinewelt, um den Gesprächen “von Draußen” entgegen zu wirken. Andere versuchen, Einfluss auf bedeutende Stimmen “von Außen” zu nehmen. Viele monitoren (verfolgen) auch Gespräche die online stattfinden und beteiligen sich an diesen, indem sie u. a. offizielle Facebook-Fan-Seiten oder Twitter-Accounts ins Leben rufen. Andere stellen auch Mitarbeiter, die mit nichts anderem beschäftigt sind, als das Unternehmen nach außen hin gut dastehen zu lassen. Das funktioniert allerdings nur selten, denn Web-User sind sehr gut im Erschnüffeln unechter Stimmen und ignorieren diese bzw. greifen diese sogar an.
Einige große Unternehmen haben einen anderen Ansatz gewählt: Sie haben ihre mangelnde Kontrolle über die eigene Marke angenommen und ermutigen nun intensiv Mitarbeiter an Online-Unterhaltungen teilzunehmen ohne sie darauf zu schulen oder einen Leitfaden zu entwickeln. Ihre Argumente an die Mitarbeiter heißen meist wie folgt: “Sie kennen ja unser Unternehmen sehr gut, erzählen Sie über uns im Web. Wir wollen, dass die Welt erfährt, was Sie zu sagen haben.”
Erst denken, dann reden
Klingt das alles sehr riskant für Sie? Halten Sie sich nun vor Augen, welche gravierende Ausmaße ein falscher Ansatz haben kann? Es ist einfacher als es aussieht und mit ein paar logischen Maßnahmen schaffen auch Sie den Sprung in die vielseitige Onlinewelt.
Als erster Tipp sei gesagt, dass ad hoc aufgesetzte Online-Kommunikationstools zu vermeiden sind, um es nicht dem Zufall zu überlassen, ob ein Dialog mit den Kunden entsteht oder er gänzlich abgelehnt wird. Um effektiv mit Social Media arbeiten zu können sind einige Schritte notwendig, um zu vermeiden, dass ohne Ziel in den Web-Wald hinein geschriehen wird, ohne Antwort zu erhalten.
Zielgruppen müssen definiert werden, Kommunikationsziele festgelegt, Strategien entwickelt und die richtigen Technologien eingesetzt werden. Des Weiteren sollte man sich vorher ein Bild machen, wo und wie die Kommunikation im WWW stattfindet. Twitter zum Beispiel wird derzeit als wichtigstes Marketingtool im Onlinebereich gehandelt. Was aber, wenn Ihr Klientel sich auf dieser Plattform gar nicht bewegt? Sie wären sicherlich schnell vom ausbleibenden Dialogeffekt enttäuscht und entscheiden, dass Social Media nicht in Ihr Portfolio passt. Doch vielleicht gibt es themenrelevante Foren, die Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung schon längst diskutieren. Genau das gilt herausgefunden zu werden, bevor auch nur ein Schritt in die Webwelt gesetzt wird.
Die ersten Schritte für einen erfolgreichen Social Media Start
- Crawling – Identifikation der Zielgruppen-Communities (Wo wird gesprochen?)
- Monitoring – Was wird geredet?
- Mood-Controlling – Wie wird über die Marke und die Firma gesprochen (Tendenz positiv oder negativ)?
- Prioritätsanalyse – Welche Social Media Kanäle müssen am intensivsten angegangen werden?
Kommunikation im Internet kann nun gezielt angegangen werden. Es wird zugehört und Ihr Unternehmen kann von Feedback, Kritik und Lob auf Echtzeitbasis profitieren. Social Media Kanäle richtig eingesetzt können somit schon bald einen entscheidenden Vorteil gegenüber Ihren Wettbewerbern bringen.
Bildquelle: Flickr @arisey
Karriere Spezial: Wie das Vorstellungsgespräch zum Erfolg wird
25. Februar 2010 um 9:15 von Mario Grobholz
Vorstellungsgespräche sind so unberechenbar. Man kann sich nie sicher sein, ob man sich genug dafür vorbereitet hat und ob man Antworten für jede Frage haben wird. Es ist nicht wie damals in der Schule, wo man für einen Geschichtstest alles auswendig lernen konnte. Spontanität und Intuitive Handlung ist gefragt. Das hat uns leider niemand in der Schule beigebracht.
Gibt es denn kein Patentrezept für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch? Leider nicht, denn dafür spielen zu viele Faktoren eine Rolle, die das Gespräch beeinflussen können. Es fängt mit dem ersten Eindruck an. Hier kommt es drauf an, ob man sich von Anfang an sympatisch ist. Es gibt natürlich Menschen, die werden einfach von jedem geliebt aber normalerweise muss hier, wie in der Liebe, die Chemie stimmen. Jeder Interviewer hat ein Bild von seinem Bewerber unterbewusst im Kopf, dieses Bild gilt es jetzt zu entsprechen oder gar zu übertreffen. Dabei spielen gewisse Faktoren, wie z. B. die Kleidung, die Frisur, der Duft, die Gestik und die Stimme eine Rolle.
Gelingen oder Misslingen eines Vorstellungsgesprächs hängt zu etwa 60-80 Prozent von Ihrer Persönlichkeit ab und damit von der Frage, wie sympathisch und vertrauenswürdig Sie auf den Auswähler wirken, ob Sie als anpassungs- und teamfähig eingestuft werden, ob Sie zum Unternehmen passen – einfach, ob man sich vorstellen kann, gut mit Ihnen zusammenzuarbeiten.
Leistungsbereitschaft wird getestet, indem man nach Ihrem Engagement, Ihrer Begeisterung, Ihrem Interesse fragt. Außerdem wird geprüft, ob Sie lern- und wirklich arbeitswillig sind und sich mit der Arbeit und der Firma identifizieren können.
Kompetenz meint fachliche Qualifikation und das Vorhandensein berufsrelevanter Eigenschaften. Hier geht es vor allem um die Frage: Kann man Ihnen die Bewältigung der an diesem Arbeitsplatz anfallenden Aufgaben zutrauen?
Jochen Mai hat sich letztes Jahr die Mühe gemacht, die 100 häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch in seiner Karrierebibel festzuhalten. Hier nun die besten Antworten:
Gern genutzte Gesprächsöffner
- Erzählen Sie etwas über sich.
- Warum sollten wir Sie einstellen?
- Warum möchten Sie diesen Job?
Fragen zur Bewerbungsmotivation
- Welche Ziel verfolgen Sie mit diesem neuen Job?
- Warum wollen Sie Ihren bisherigen Job aufgeben?
- Was haben Sie an Ihrem vergangenen Job überhaupt nicht gemocht?
- Was denken Sie über Ihren letzten Chef?
- Was wissen Sie über unser Unternehmen?
- Welches Gehalt stellen Sie sich vor?
- Wären Sie bereit, umzuziehen?
- Haben Sie auch Fragen an mich?
Persönlichkeit / Stärken-Schwächen-Profil
- Was sind Ihre Stärken?
- Nennen Sie bitte drei positive Dinge, die Ihr ehemaliger Chef über Sie sagen würde.
- Was sind Ihre Schwächen?
- Geben Sie mir ein paar Beispiele von Ideen, die Sie umgesetzt haben.
- Wovor haben Sie am meisten Angst?
- Wo möchten Sie in fünf Jahren stehen?
- Was ist Ihr größter Erfolg, den Sie außerhalb Ihres Berufs erreicht haben?
Fragen zur Arbeitsweise
- Wie motivieren Sie sich?
- Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil beschreiben?
- Was war das letzte Projekt, an dem Sie gearbeitet haben und was war das Ergebnis?
- Welche Techniken oder Werkzeuge nutzen Sie, um sich selbst zu organisieren?
- Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten, dass Sie Ihre Tagesaufgaben unmöglich allein schaffen können?
- Wie stellen Sie möglichst schnell Ihre Vertrauenswürdigkeit in Ihrem neuen Team unter Beweis?
- Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ein “Nein” als Antwort erhalten?
- Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
Kulturfragen / Fitting
- Für was waren Sie in Ihrem alten Job verantwortlich?
- Was hat Sie an diesem Unternehmen interessiert?
- Wie sieht das ideale Unternehmen für Sie aus?
- Was sind die zentralen Eigenschaften einer guten Führungskraft?
- Und einer schlechten?
- Welche Konflikte haben Sie in Ihren bisherigen Jobs schon erlebt?
Charakterfragen / Wertetest
- Nennen Sie fünf Begriffe, die Ihren Charakter beschreiben.
- Welche drei Charaktereigenschaften würden Ihre Freunde Ihnen nachsagen, um Sie zu beschreiben?
- Worauf sind Sie besonders stolz?
- Gab es einen Menschen in Ihrer Laufbahn, der Sie verändert hat?
- Was war die schwerste Entscheidung, die Sie in den vergangenen zwei Jahren treffen mussten?
- Wann haben Sie etwas falsch gemacht. Wie sind Sie damit zurecht gekommen?
- Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie für jemanden arbeiten müssten, der weniger weiß als Sie?
Online-Reputation-Management: Ihr guter Ruf entsteht nicht über Nacht
17. Februar 2010 um 9:05 von Mario Grobholz
Produkte, Marken und Unternehmen sind immer nur so gut wie ihr Ruf. Doch die wenigsten Unternehmen schätzen ihr Ansehen in der Öffentlichkeit realistisch ein.
Es muss wohl kaum noch erwähnt werden, dass Vertrauen in Ihre Marke, den Ruf Ihres Unternehmens ausmacht. Doch Vertrauen schafft man nicht über Nacht und einmal Vertrauen aufgebaut, kann man es auch ganz schnell wieder verlieren. Dank dem Internet geht dies noch viel schneller als in der Offlinewelt. Hier ist Vorsicht oder besser gesagt Vorsorge ist gefragt!
Vertrauen durch Einfühlungsvermögen.
Immer mehr Menschen tauschen sich im World Wide Web über Dienstleistungen und Produkte aus. Sie kritisieren, raten ab oder empfehlen weiter. Daraus ergibt sich eine ungeheure Menge an topaktuellen Verbraucherstimmen und Kundenmeinungen – mit oftmals erstaunlich pragmatischen Ansätzen oder neuen Perspektiven. Aber auch konstruktive Kritik kann durchaus mit dabei sein. Hier heißt es nun, den richtigen Ton zu treffen und vor allem JEDES Feedback – ob positiv oder negativ – gleichermaßen ernst nehmen.
Wie baue ich Vertrauen bei den Internetusern auf?
Nehmen wir uns als erstes Twitter vor. Versuchen Sie nicht, so viele Follower wie möglich zu generieren. Schauen Sie lieber nach aktiven Followern, diese sind viel wertvoller als eine hohe Anzahl an Followern. Und dann starten Sie einen Dialog. Seien Sie transparent. Hören Sie zu, gehen Sie auf jedes Gespräch ein, versuchen Sie Feedback zu bekommen und teilen Sie Ihr Wissen.
Vor allem der letzte Punkt ist sehr wichtig, um Vertrauen aufzubauen. Verabschieden Sie sich vom Gedanken, dass Ihre Wettbewerber Ihnen Ihre Ideen klauen könnten. Ideen kann man nicht klauen, nur nachmachen und dadurch können SIE (Ihr Unternehmen) nur besser und bekannter werden. Versuchen Sie real zu werden. Niemand will das Gefühl haben, dass eine Maschine hinter den Tweets der Firma steckt. Der ehrliche Dialog ist gefordert bei Twitter und allen anderen sozialen Netzwerken.
Die Evolution der Datensicherheit im Netz
4. Februar 2010 um 9:05 von Mario Grobholz
Der gute Ruf ist im freien Raum des Worldwide-Webs tagtäglich möglichen Angriffen ausgesetzt. Wer unkontrolliert sensible Daten ins Netz stellt, muss vom Identitätsklau, über Mobbing-Attacken bis hin zu langwierigen Rufschädigungen mit allem rechnen. Selbst die beste Reputationsstrategie wird scheitern, wenn nicht im Vorfeld ihre Notwendigkeit erkannt und die Sensibiliät gegenüber meist eigens ins Netz gestellten Daten geschärft wird.
Datensicherheit hat im Web 2.0 nichts mehr mit Firewalls zu tun. Mit den Sozialen Medien hat eine neue Ära der Kommunikation Einzug gehalten. Das heißt zwangsläufig, dass Privatleute wie Unternehmen lernen müssen, sensibler mit ihren Daten im Netz umzugehen. Wo vielleicht gestern der einfache Download eines Virenschutzprogrammes ausreichte, ist heute eine viel komplexere Herausforderung entstanden. Das Internet, und damit die gesamte Kommunikation, befindet sich mitten in einem Prozess der Veränderung. Vergleichbar mit einer neuen Stufe der Evolution.
Erst gab es dafür Sicherheits-Software – Virenscanner und Firewalls. So hat man Privates auf dem PC vor Hackern und Viren geschützt. Dann wurden Communities wie Facebook oder Xing interessant, also hat man dort seine Privatsphäre Einstellungen angepasst. Aber durch kapilare Verlinkungen, die eigene Unbedachtheit und auch den kriminellen Ideenreichtum Dritter können aktive Internet-Nutzer ohne entsprechendes Reputationsmanagement nicht mehr bestimmen, was mit ihren Daten im öffentlichen Raum des Internets geschieht.
Hendrik Speck, Professor für Digitale Medien an der FH Kaiserslautern, geht mit seiner Prognose sogar noch einen Schritt weiter. In einem aktuellen Beitrag der Basler Zeitung fordert der Wissenschaftler klare gesetzliche Rahmenbedingungen für Onlineplattformen, für deren Nutzung ein völlig neues Datenschutzmodell benötigt würde. Es sei hochnotwendig, über eine neue Konzeption des Datenschutzes nachzudenken. Skeptisch wird Speck allerdings bei der Frage, ob die dafür erforderliche Medienkompetenz bei politischen und juristischen Entscheidungsträgern ausreicht: «Es besteht die Gefahr, dass die Systemträgheit wesentlich grösser ist als die Zeit, die wir für Entscheidungen haben, um die gesellschaft-technische Entwicklung nach den Grundsätzen einer demokratischen Gesellschaft zu gestalten.»
Es bleibt abzuwarten, wohin sich dieser Trend fortsetzen wird, ob Konsequenzen im Handeln jedes einzelnen entstehen und welche neuen Perspektiven damit gleichzeitig geschaffen werden. In jedem Fall sind wir alle aufgefordert, Aufklärungsarbeit zu leisten und gerade die jüngere Generation verantwortungsvoll an das Medium Internet heranzuführen. Interessiert beobachten wir, welche Entwicklung das Thema “Internet” auf den Lehrplänen der Schulen zukünftig einnehmen wird. Die Bayerischen Gymnasien gehen dort in ihrem Deutschunterricht mit guten Beispiel voran.
Kommunikation 2.0 – Mit der richtigen Strategie zum Erfolg
2. Dezember 2009 um 9:10 von Anya Rutsche
Vor kurzem haben wir darüber informiert, wie Unternehmen den Einstieg in die Web 2.0 – Welt schaffen. Nun wollen wir weitergehen und die wichtigsten Schritte aufzeigen, um alle Vorteile von Social Media im Unternehmen richtig nutzen zu können.
Studien beweisen, dass die Internetdurchdringung mit jedem Jahr ansteigt. Es wird erkannt, dass man seine Meinung über jedes Produkt und jedes Unternehmen im Social Web äußern kann. Das ist einerseits gut für den Verbraucher aber auch Unternehmern bietet Social Media viele Möglichkeiten, ihr Marketing und die Kommunikation mit ihren Kunden zu verbessern.
Die Autoren des Cluetrain Manifests haben à la George Orwell schon früh erkannt, was heute aktueller ist denn je. Bereits vor 10 Jahren forderten sie, den direkten Kontakt mit den Kunden zu suchen. Dank Social Media ist es Firmen nun möglich vielseitiger und effektiver wie nie zuvor, den Dialog zu suchen, zu gestalten und zu wahren.
Erst denken, dann reden
Ad hoc aufgesetzte Online-Kommunikationstools sind allerdings zu vermeiden, um es nicht dem Zufall zu überlassen, ob ein Dialog mit den Kunden entsteht oder er gänzlich abgelehnt wird. Um effektiv mit Social Media arbeiten zu können sind einige Schritte notwendig, um zu vermeiden, dass ohne Ziel in den Web-Wald hinein geschriehen wird, ohne Antwort zu erhalten. Zielgruppen müssen definiert w
erden, Kommunikationsziele festgelegt, Strategien entwickelt und die richtigen Technologien eingesetzt werden. Des Weiteren sollte man sich vorher ein Bild machen, wo und wie die Kommunikation im WWW stattfindet. Twitter zum Beispiel wird derzeit als wichtigstes Marketingtool im Onlinebereich gehandelt. Was aber, wenn Ihr Klientel sich auf dieser Plattform gar nicht bewegt? Sie wären sicherlich schnell vom ausbleibenden Dialogeffekt enttäuscht und entscheiden, dass Social Media nicht in Ihr Portfolio passt. Doch vielleicht gibt es themenrelevante Foren, die Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung schon längst diskutieren. Genau das gilt herausgefunden zu werden, bevor auch nur ein Schritt in die Webwelt gesetzt wird.
Die ersten Schritte für einen erfolgreichen Social Media Start
- Crawling – Identifikation der Zielgruppen-Communities (Wo wird gesprochen?)
- Monitoring – Was wird geredet?
- Mood-Controlling – Wie wird über die Marke und die Firma gesprochen (Tendenz positiv oder negativ)?
- Prioritätsanalyse – Welche Social Media Kanäle müssen am intensivsten angegangen werden?
Kommunikation im Internet kann nun gezielt angegangen werden. Es wird zugehört und Ihr Unternehmen kann von Feedback, Kritik und Lob auf Echtzeitbasis profitieren. Social Media Kanäle richtig eingesetzt können somit schon bald einen entscheidenden Vorteil gegenüber Ihren Wettbewerbern bringen.
Bildquelle: Flickr @arisey
Weihnachten 2.0: X-Mas-Knigge für die betriebliche Weihnachtsfeier
30. November 2009 um 10:25 von Anya Rutsche
Nun beginnt Sie wieder die harmonische Jahreszeit. Kollegen und Vorgesetzte liegen sich bei der alljährlichen Weihnachtsfeier in den Armen und danken für die schöne Zusammenarbeit. Wenn da nicht das ein oder andere Fettnäpfchen lauern würde, dass den Weihnachtskick schnell zum Karriereknick machen kann.
Oh du Fröhliche, oh du Sehlige… das Jahr neigt sich dem Ende zu, Firmen starten in den Endspurt und die Zusammengehörigkeit wird in der jährlichen Weihnachtsfeier zelebriert. Friede, Freude, Eierkuchen herrscht zwischen den Mitarbeitern und Ihren Chefs. Doch nicht selten bleiben heikle Situationen aus. Was, wenn der Chef beim Schunkeln nicht mehr von dir lässt oder der sonst so schüchterne Kollege seine Hand unter dem Tisch auf deinen Schoß wandern lässt? Wie gehe ich mit versprochenen Gehaltserhöhungen oder einem Beförderungsversprechen am nächsten Tag um?
Wenn der Alkohol fließt wird die Zunge gelöst und bei einigen die guten Sitten gelockert. So mancher wird auf einmal ganz kuschelig und wiederum andere verspüren das dringende Bedürfnis, endlich mal allen so richtig die Meinung zu sagen. Doch Vorsicht, jede Weihnachtsfeier hat ein Ende und der nächste Arbeitstag kommt sicher und da will wohl jeder die Weihnachtsfeier in guter Erinnerung haben.
Respekt bewahren
Auch nach dem siebten Bier und dritten Brüderschaftstrunk mit dem Chef, solltest du ihm nicht erzählen, dass du ihn eigentlich nie leiden konntest, obwohl er ja scheinbar ein ganz cooler Kerl ist. Alles, was sich dein Vorgesetzter merken wird, ist die Passage darüber, dass du seine Führungsposition nicht respektierst. Das kann er dich am nächsten Arbeitstag schnell spüren lassen. Das Selbe gilt natürlich für Kollegen. Egal, ob du den Abteilungsleiter zu späterer Stunde auf einmal duzt oder die Praktikantin an den Hintern fässt – alles wird registriert werden und könnte negativ auf dich und deine Karriere zurückfallen. Übrigens, versuche nicht jedes Du für bare Münze zu nehmen. Oftmals werden Duzfreundschaften am nächsten Tag stillschweigend begraben. Warte deshalb erst einmal ab, vor allem wenn es der Chef war, der dir das Du angeboten hat. Gegebenenfalls sollte einfach wieder zum Sie gewechselt werden. War das Angebot am Vorabend wirklich ernst gemeint, wird er dich auf jeden Fall daran erinnern.
Beleidigungen können auch außerhalb der Geschäftszeiten zur Kündigung führen
Alkohol ist dafür bekannt, enthemmende Wirkung zu haben. Schnell wird eine Unterhaltung zum Flirt oder ein Meinungsaustausch zur heftigen Diskussion. Doch Vorsicht, fühlt sich hierbei jemand sexuell oder verbal angegriffen, kann das böse enden. Das Mitarbeiterverhältnis kann erheblich gestört werden und Beleidigungen sowie Belästigungen können sogar zur fristlosen Kündigung führen. Deshalb lieber nach dem dritten Bier auf Antialkoholika umsteigen, so dass ein guter Abgang gewahrt bleibt.
Checkliste für die betriebliche Weihnachtsfeier:
- Geschäftliche Themen weitesgehend vermeiden. Vor allem Fragen nach einer Gehaltserhöhung oder Beförderung können nach hinten losgehen.
- Politische und religiöse Themen nicht wählen, um Diskussionen zu vermeiden.
- Die guten Sitten nicht vergessen. Die Firmenfeier ist keine Privatparty.
- Setze dir am besten von Beginn an ein Alkohollimit. Nüchtern weißt du deine Grenzen noch besser einzuschätzen.
- Tischmanieren sollten stets eingehalten werden. Du wirst mehr beobachtet als du denkst.
- Das angebotene Du am nächsten Tag mit Vorsicht genießen.
- Einladung annehmen, denn ein Fernbleiben ist nicht akzeptabel (Ausnahmen vorbehalten).
Eine schöne und besinnliche Weihnachtsfeier wünscht euch das myON-ID Team!
Weitere Blogs, die sich mit diesem Thema beschäftigen:
Brigitte.de
Weihnachten Blog
Der gute Ruf im Netz – Gefragt wie nie zuvor
26. November 2009 um 9:34 von Anya Rutsche
Wir sind überwältigt von der Nachfrage nach unserem neuen Monitoring-Dienst Ruflotse. Im Laufe der ersten drei Wochen wurde allein das Video über 10.000 Mal angeschaut.
Sicherheit im Netz ist gefragter denn je. Diesen Beweis liefert uns ein weiteres Mal das gezeigte Interesse an Ruflotse, der dir die aktuellsten Suchergebnisse zu deinem Namen und individuellen Suchbegriffen liefert.
Das Internet vergisst nichts. Besonders für Privatpersonen und kleinere Unternehmen stellt das täglich wachsende Web eine Herausforderung dar. Fälschlich veröffentlichte Fakten oder Inhalte Dritter können hier schnell zum Fallstrick werden und einen bleibenden Imageschaden verursachen. Um eine nachhaltige Kontrolle zu gewährleisten, reicht die gelegentlich durchgeführte, manuelle Eingabe von Personen- und Produktnamen in gängige Internet-Suchmaschinen wie beispielsweise Google einfach nicht mehr aus.
Eine abgestimmte Monitoring-Strategie muss her: Ab 2,90 Euro pro Monat durchforstet der Ruflotse alle potenziell relevanten Seiten rund um die Uhr nach individuell bestimmbaren Suchbegriffen. Komfortabler kann Monitoring dabei kaum sein – einmal angemeldet, forscht der Ruflotse fleißig nach aktuellen Einträgen und informiert den Nutzer regelmäßig über neue Fundstücke im Netz. Diese werden dem Nutzer überschaubar und in chronologischer Reihenfolge je nach Produktvariante online zur Verfügung gestellt, per Email oder als PDF zugesandt.
Der Service Ruflotse bietet alle Vorteile aus einer Hand:
- Einmal registrieren, dauerhaft profitieren – Ruflotse überwacht definierbare Begriffe wie den eigenen Namen, das Unternehmen, Produkte und sogar Wettbewerber!
- 3 unterschiedliche Produktvarianten – ganz auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten, verfolgt Ruflotse neue Meldungen im Netz zeitnah, stellt Ergebnisse online zur Verfügung und entfernt diese per Löschauftrag!
- Ruflotse ersetzt den Online-Clipping-Dienst – aktuelle Meldungen werden automatisch registriert und sorgen für stets aktuelle Information!
Keine Angst vor Social Media – Wie Firmen den Einstieg schaffen
25. November 2009 um 9:13 von Anya Rutsche
Immer mehr Menschen finden Ihren Weg ins Internet. Der Eine immer noch nur um Emails zu schicken, der Andere um in seinen tausenden Netzwerken up-to-date zu bleiben. Doch Firmen scheinen weiterhin die sozialen Medien nicht für sich nutzen zu können. Dabei geht es oftmals nicht um fehlende Ressourcen, sondern schlicht um die Angst, im WWW Fuß zu fassen.
Unternehmen tun sich weiterhin sehr schwer, die sozialen Medien als einen Kommunikations- und Marketingkanal zu nutzen. Oft liegt es nicht an mangelnden Resscourcen, sondern an dem großen Unbekannten. Viele Unternehmen befürchten einen Kotrollverlust im Social Web. Nur kommt der leider noch schneller, wenn man diese Medien nicht nutzt bzw. dort versäumt die Kommunikation zu suchen. Finden fragende oder klagende Kunden keinen direkten Ansprechpartner im Netz, werden andere Nutzer gesucht, die bei dem Problem helfen. Wird da nicht schnellstmöglich eingegriffen, bedeutet dies Gefahr von Reputationsverlust. 
Was können Unternehmen tun, um aktiver zu werden?
- Mitarbeiter schulen und ihnen die Angst vor den neuen Medien nehmen
- Verbote verteilen ist der falsche Weg – lieber die Mitarbeiter ermutigen, sich ein Profil in einem Netzwerk wie z. B. myON-ID anzulegen
- Schreibfüchse ausfindig machen – Es gibt oft einen geheimen Blogger in der Firma, der beim Kommunizieren via Internet sicherlich seine Unterstützung anbieten wird
- Corporate Twitter- und Blogaccounts für gemeinsames kommunizieren – so wird die Arbeit aufgeteilt und jeder fühlt sich dazugehörig.
- Regel aufstellen, bevor es zu spät ist – es muss jedem klar sein, was darf veröffentlicht werden und was nicht.
- Aktuell bleiben – Heute ist Twitter das Kommunikationstool Nummer Eins, morgen vielleicht schon ein ganz anderes.
- Monitoring – Nur wer weiß, was über sich selbst und die Marke geschrieben wird, kann rechtzeitig eingreifen
Keine Angst vor Kontrollverlust
Für Menschen, die sich gern mehr Kontrolle über Webinhalte wünschen, haben wir Ruflotse entwickelt. Mit seiner einzigartigen Suchtechnologie bietet Ruflotse ein optimales Monitoring, welches sich über das gesammte Web erstreckt, seinen Kunden an. Mehr Info dazu findet ihr HIER.
Weitere Blogs, die sich mit diesem Thema beschäftigen:
fuellhaas.com
berufebilder.de
myON-ID beim “Open House” – Informations- und Karrieretag der BAW in München
13. November 2009 um 10:15 von Anya Rutsche
Am Freitag, den 06. November 2009 war myON-ID, als Experte auf den Gebieten der Online Reputation und Online Bewerbung, beim jährlichen Tag der offenen Tür der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing in München mit einem Informationsstand vetreten.
Zwischen Flyern und Visitenkarten, Erklärungen zu den vielen verschiedenen Funktionen und Jobangeboten bei myON-ID war zwischen 14 und 20 Uhr auch immer mal wieder Zeit für ein nettes Gespräch mit Standnachbarn, wie zum Beispiel der Deutsche Post.
Unter der Schirmherrschaft von Dr. Matthias Lung (unten ganz links), dem Akademie-Direktor der BAW, sowie Prof. Wolf-Dieter Ring (zweiter von rechts), Vizepräsident der BAW und Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), war der Tag der offenen Tür eine wirklich gelungene Veranstaltung.
Vesselina Marinova (oben ganz rechts), Ansprechpartnerin für Marketing der BAW, hat auch in diesem Jahr ganze Arbeit geleistet und uns fabelhaft betreut. Das gesamte Programm lief rund, die Vorträge der geladenen Referenten waren gut besucht – so wie das leckere Buffet für Veranstalter und Gäste. Die Party am Abend war mit Dance Act, Dj und Caipirinha Bar natürlich ein echtes Highlight, bei dem neu gewonnene Kontakte ungezwungen vertieft werden konnten.

Wir würden uns natürlich sehr freuen, viele neue Nutzer für myON-ID, Deiner besten Seite im Netz gewonnen zu haben – und natürlich auch über Bewerbungsunterlagen aller Interessierten, die gerne bei myON-ID “hinter die Kulissen” schauen möchten bei einem Praktikum oder Volontariat. Bewerbungen bitte an job@onid.de.









