Expertenmeinung: Kerstin Hoffmann über klassische PR in Zeiten der “Social Media”
25. Januar 2010 um 9:05 von Mario Grobholz
Welchen Effekt haben Social Media auf die “klassische” Public Relation Arbeit, können sie Hand in Hand funktionieren – und finden auf diesem Wege die Botschaften von Unternehmen, Organisationen und Menschen auch ihren Weg? Fragen, die viele PR-Treibenden und Agenuren dieser Tage beschäftigen.
Wir haben daher Dr. Kerstin Hoffmann (Kommunikationsberaterin und Text-Expertin), alias den “PR-Doktor” – befragt. Sie teilt ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus rund 20 Jahren Arbeit in der Unternehmenskommunikation mit fachlichem Rat und praktischen Tipps für erfolgreiche Werbung und PR.
Hier ihre Antworten:
Frau Dr. Hoffmann, verliert die klassische PR für Unternehmen in Zeiten von Social Media an Bedeutung?
Dr. Kerstin Hoffmann: Nein, definitiv nicht. Sie verändert sich, klar – aber vor allem in den Werkzeugen. Social Media müssen, damit sie etwas bringen, in Kommunikationskonzepte eingebunden werden. Und derjenige, der sie „bedient“, muss das Handwerkszeug beherrschen, nicht nur die Techniken und Programme.
Natürlich muss ich wissen, wie ich beispielsweise eine Facebook-Seite einrichte; wie ich XING optimal einsetze; welche Social Media es überhaupt gibt; wie Suchmaschinenoptimierung funktioniert… – Es gibt eine Menge Fehler, die man machen kann, wenn man sich nicht gut auskennt. Und weil das alles so schnell und oft so Suchmaschinen-relevant ist, sind diese Fehler oft nur schwer auszubügeln. Ich muss auch Mechanismen kennen, etwa wie Blogger reagieren, wenn man statt mit konstruktivem Dialog mit juristischen Schritten kommt.
Aber der größte Fehler wäre, darüber die Kernkompetenzen klassischer PR zu vergessen oder zu vernachlässigen. Das wäre ungefähr so, wie wenn du dir eine Fahrkarte kaufst, ohne dein Reiseziel zu kennen.
Wo und wie grenzt sich die klassische PR von Socialmedia ab und wo gibt es Überschneidungen bzw. keine Grenzen mehr?
Dr. Kerstin Hoffmann: Abgrenzen kann man natürlich klassische Pressearbeit vom Netzwerken im Internet. Wenn wir PR als Oberbegriff nehmen – oder Kommunikation, oder Werbung oder Marketing, je nachdem, wo gerade der Schwerpunkt liegt -, dann bedient sie sich der verschiedensten Medien und Mittel. Dazu gehören klassische Kommunikationsmedien ebenso wie Internet und elektronische Medien.
Eines haben die Social Media auf jeden Fall geschafft: Klar zu machen, dass Kommunikation mit Kunden, Stakeholdern, mit dem Netzwerk eben, keine Einbahnstraße mit Verlautbarungscharakter ist. Es geht um Dialoge und gegenseitige Wertschätzung.
Wie verändert die aktuelle Entwicklung das Profil und die Aufgaben von PR- und Kommunikationsdienstleistern?
Dr. Kerstin Hoffmann: Die Zyklen werden immer kürzer. Es ist anspruchsvoll, zugleich den Überblick zu behalten und andererseits nur diejenigen Dinge effizient einzubinden, die auch etwas bringen. Wer jeden Hype mitmacht, produziert nur Blasen, die schnell wieder platzen können.
Aber natürlich ändern sich die Vorgehensweisen. Das ist ein ganz anderes Arbeiten als noch vor wenigen Jahren. Das beginnt damit, dass Journalisten ganz andere Recherche-Möglichkeiten haben. Es geht weiter damit, dass mit den Social Media völlig neue Kontrollinstanzen entstanden sind. Und es bedeutet natürlich auch, dass sich Informationen viel schneller und vernetzter verbreiten.
Wo wir vor zehn oder fünfzehn Jahren vor allem auf (Papier-!) Aussendungen an klassische Medien gesetzt haben, müssen wir heute viel komplexere Workflows etablieren – und andere Dinge berücksichtigen. Dialoge mit Kunden auf Augenhöhe sind noch wichtiger geworden – aber auch viel einfacher.
Müssen Unternehmen nun generell zweigleisig fahren und neben der klassischen PR auch Social Media bedienen?
Dr. Kerstin Hoffmann: Das wandelt sich auch gerade immens. Ich mache ja selbst für meine eigene Reputation und für das Netzwerken mit Kollegen und Meinungsbildnern schon seit längerer Zeit sehr viel im Web. Bis vor kurzem haben das aber die meisten meiner Kunden nicht oder nur sehr wenig für ihre eigene Kommunikation abgefragt.
Jetzt unterstütze ich plötzlich renommierte, große Unternehmen darin, sich eine Präsenz im Social Web zu erarbeiten, die das vor einem Jahr noch nicht in Betracht gezogen hätten, für die ich nur klassische Methoden eingesetzt habe.
Wichtig ist es, auch da behutsam vorzugehen, Dinge organisch wachsen zu lassen und sich erst gründlich zu informieren und dann zu handeln.
Gibt es Unternehmen, welche klassische und “neue PR” schon idealtypisch vereint haben?
Dr. Kerstin Hoffmann: Gibt es irgendein Unternehmen, das die ideale Werbung und PR macht?
Nehmen wir das Daimler-Blog, weil es eines der bekanntesten Beispiele ist. Die sind sicherlich sehr wichtige Wegbereiter für die ganze Entwicklung gewesen. Aber welches sind die Messfaktoren für den Erfolg der Kommunikation? Umsatz? Das wäre mir zu platt. – Reputation? Wie will man das messen? – Das geht immer nur näherungsweise und über das Erkennen von Tendenzen.
IKEA und seine Facebook-Kampagne fand ich beispielsweise wirklich großartig, und das hat ja auch im Social Web hohe Wellen geschlagen. Aber im realen Leben begegne ich relativ wenigen Menschen, die davon wissen. Die werden dann eben über andere Kanäle ‘abgeholt’. Soweit ich das beoachte, hat IKEA dafür beispielsweise sein Direktmarketing nicht zurückgefahren.
Für so etwas muss man aber auch die entsprechenden Budgets haben. Für Mittelständler mit begrenztem Werbe-Etat ist es schon eine hohe Kunst, genau den richtigen Mix herauszuarbeiten und dann ständig dranzubleiben.
Wie verändert die aktuelle Entwicklung die Organisation in Unternehmen?
Dr. Kerstin Hoffmann: Es wird immer wieder gesagt, dass jetzt die Gefahren viel größer sind. Dass man mehr darauf achten muss, wer was sagt und was man überhaupt über welche Kanäle verbreiten kann. Aber man braucht nur mal ein paar Social-Media-Kodizes großer Unternehmen durchzulesen, um zu sehen, dass sie letztlich allgemein menschlichen Regeln folgen, die schon vorher galten: Behandle andere wertschätzend. Plaudere keine Geheimnisse aus. Denk nach, ehe du etwas sagst.
Im Grunde braucht man also nur anzuwenden, was man immer schon wusste. Common sense, hauptsächlich. Das vergessen die Leute aber manchmal, dass sich die Mechanismen nicht verändern, nur weil das Medium ein anderes ist.
In der Kantine motzen ist halt etwas anderes als über Lautsprecher im Stadion – oder eben in einem öffentlichen Forum. Insofern muss man den Leuten einfach nahebringen, wie die Technik und die Mechanismen funktionieren.
Es ist aber richtig, dass es immer schwieriger werden wird, Meinungen zu unterdrücken oder Dinge unter dem Deckel zu halten. Social Media haben – auch – eine regulierende Wirkung. Das ist aber vor allem die Zeit. Wir leben in einem Zeitalter des Umbruchs und der Unsicherheit. Da entwickeln sich ganz andere Werte. Authentizität gehört dazu. Die Leute sind nicht mehr satt und lassen sich jeden Blödsinn aufschwatzen, sondern übernehmen mehr Verantwortung. Insofern wird vielleicht umgekehrt eher ein Schuh daraus, ist vielleicht die Informations- und Medienvielfalt viel mehr eine Folge der veränderten Bedingungen als deren Ursache.
Ganz sicher ist es so, dass die neuen Medien viele Arbeitserleichterungen mit sich bringen. In internationalen Konzernen sieht die interne Kommunikation ganz anders aus als noch vor relativ kurzer Zeit. Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte über größere Distanzen sind viel einfacher geworden. Ich merke das an meiner eigenen Arbeitsweise: Wenn ich die Zeiten, die ich bei Kunden verbringe, mit denen vor zehn Jahren vergleiche, dann sitze ich heute viel mehr in meinem Büro – allein aber nicht abgeschnitten. Ich bin im engen Kontakt mit meinem Netzwerk und meinen Kunden.
Dennoch ist der persönliche Kontakt nach wie vor sehr wichtig. Ich muss zwischendurch die Menschen aus Fleisch und Blut vor mir haben, um bestimmte Dinge zu erarbeiten. Das mag in ein paar Jahrzehnten oder sogar nur Jahren noch wieder anders sein. Vielleicht geht irgendwann niemand mehr in einen echten Hörsaal oder einen realen Konferenzraum. WIE genau sich die Kommunikation weiter verändern wird, kann wohl keiner genau vorhersagen. DASS sie sich weiter wandelt, und wahrscheinlich immer schneller, steht fest. Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf.
PR Blogger im Interview mit myON-ID Gründer Mario Grobholz
26. Mai 2008 um 10:00 von Mario Grobholz
Im Vorfeld des nächsten Social Web Breakfast in München bei dem Online Reputations Management im Mittelpunkt stehen wird, erschien hierzu auch letzte Woche im PR Blogger ein umfangreiches Interview mit mir.
1. Bei einer Suchanfrage zu Mario Grobholz erhalte ich sofort den Satz “Mein guter Ruf im Internet”. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Online Reputation?
Social Web Breakfast München: Online Reputations Management
22. Mai 2008 um 6:00 von Mario Grobholz
Auf dem am 28. Mai stattfindenden und von Klaus Eck organisiertem Social Web Breakfast steht diesmal Online Reputations Management im Mittelpunkt. Im Gespräch mit Klaus Eck werde ich sowohl die aktuelle Situation, als auch zukünftige Trends diskutieren.
Das Online Reputations Management (ORM), mittlerweile keine Randerscheinung mehr ist, sondern im Mittelpunkt der Diskussion angekommen ist zeigt auch der Verweis in der aktuellen Social Media Studie „Wave3“ von McCann. Hier wird ORM als einer der Social Media Trends für die nächsten Jahre beschrieben.
Für Unternehmen wie auch Privatpersonen stellt sich damit die Frage, wie geht man damit um. Insbesondere mit der Gefahr bzw. der Realität, dass Informationen zu “Handlungen” oder “Vorfällen” erfasst wurden, die ein unstimmiges bzw. nicht favorisiertes Bild hinterlassen. Begrifflich ist hierbei von der Gestaltung und Kontrolle der “Online Reputation” (kurzum dem “Online Reputation Management”) die Rede, was auch im Mittelpunkt des nächsten
Social Web Breakfast in München am 28.05. steht.
Ich (Mario Grobholz, Gründer des Dienstes myON-ID), werde im Zwiegespräch mit Klaus Eck eine kurze Einführung in die Gestaltungsmöglichkeiten und Konzepte geben. Dazu gibt es auch im PR Blogger bereits ein Interview mit mir im Vorfeld.
Reputationsschäden II: Wenn Kunden bloggen
22. Februar 2008 um 6:00 von Mario Grobholz
Im unternehmerischen Alltag ist es leider unvermeidbar, dass Dinge schiefgehen. Selbst wenn dies für den Betroffenen niemals angenehm ist, haben die meisten Menschen dafür zunächst Verständnis. Wenn ein unzufriedener Kunde zumindest das Gefühl hat, dass sich ein Unternehmen um ihn kümmert, ist er meistens zufrieden. Ihm geht es in erster Linie darum, dass das Unternehmen sein Problem löst. Deshalb wird er bei einer guten Erfahrung mit dem Customer Service sogar einen positiven Eindruck vermittelt bekommen.
Ärgerlich – und eigentlich vermeidbar – wird es allerdings dann, wenn sich Kunden im Stich gelassen fühlen und dies auch online lautstark kundtun. In Form eines Blogs haben Sie dazu eine geeignete Plattform, um nicht nur den eigenen Freundeskreis, sondern viele Onliner zu erreichen. So ist es beispielsweise im Fall des Nokia E61 geschehen. Eigentlich wollte der Blogger ‘Joe’ nur das Blackberry-Feature seines neuen Handys nutzen. Doch dies war offensichtlich, entgegen der Aussage auf der Verpackung, nicht möglich. Obendrein waren weder Nokia noch Vodafone ausreichend bemüht, ihm zu helfen. Das Resultat: Ein Blog namens “Mein Leben mit dem E61″. Für den Außenstehenden ist es herrlich amüsant zu lesen, doch für Nokia stellt es ein Imagedesaster dar.
Wie hätte der Fall anders ausgehen können? Zunächst natürlich ist es fatal, ein Feature zu bewerben, dass erst zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar ist. Doch im späteren Verlauf hätten Nokia & Vodafone durch richtige Kommunikation deeskalieren können. Anstelle von verschiedenen Stellen immer wieder widersprüchliche Informationen zu liefern und den Kunden zu einem regelrechten Marathon durch die Instanzen zu zwingen, hätte eine ehrliche Aussage zu Beginn zwar nicht zu größerer Kundenzufriedenheit geführt, dem Blog allerdings das Futter für eine zweimonatige Berichterstattung entzogen.
Da heutzutage niemand vor negativen Blogartikeln seiner Kunden gefeit ist, sollten sich Unternehmen sich auf ein solches Szenario zumindest vorbereiten. Nokia hat dies offensichtlich (nicht nur in diesem Fall – siehe Bochum) versäumt. Wie also verhält man sich nach dem Start eines derartigen Blogs? Vermeiden sollten Sie auf jeden Fall Anonymes kommentieren, vor allem in emotionaler Form. Stattdessen bietet es sich an, offen auf das Problem einzugehen und spätestens dann transparent zu informieren. Eine direkte Ansprache des Bloggers in angebrachter Art und Weise kann sinnvoll sein, wenn dieser sich entsprechend in seinen Beiträgen als offen zugänglich erweist . Zeigen Sie online, dass Sie Ihren Kunden, dass Sie ihre Bedürfnisse ernstnehmen und gehen sie auf die Issues, die sie negativ betreffen, gezielt an, statt sie zu ignorieren und auszusitzen. Schließlich kann sich ein kleines Issues sehr schnell zu einem Brandherd für die Krisen-PR entwickeln. Das lässt sich mit einem klaren Online Reputation Management vermeiden.
Klaus Eck, PR Blogger
Exhibitionismus in Social Networks?
5. Februar 2008 um 6:00 von Mario Grobholz
Welche Konsequenzen das Erstellen von Persönlichkeitsprofilen in Social Networks und das Preisgeben von persönlichen Details haben kann, zeigt sich aktuell am Beispiel des Falls Jérôme Kerviel. Der 31-jährige Aktienhändler hat seiner Bank Société Générale vor ein paar Wochen den größten Kapitalverlust aller Zeiten herbeigeführt.
An seinem Beispiel zeigt sich jedoch auch deutlich, wie gläsern viele Social Networker sind. Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten von Social Media haben wir immer häufiger ein Profil auf Xing, Facebook, Amazon, Ebay oder Web 2.0-Plattformen angelegt. Das erleichterte es im Falle Kerviel den Fahndern und Journalisten ungemein, sich über den Bankangestellten zu informieren. Auf Facebook hatte ein französischer Student sogar eine Gruppe gegründet, für diejenigen, die Jerome Kerviel suchen, den “Mann der 4, 9 Milliarden in den Sand gesetzt hat!!!” (Spiegel). Innerhalb kürzester Zeit schlossen sich der Gruppe mehr als 400 Mitglieder an.
Für Journalisten ist es völlig normal, einen bis dato unbekannten Namen in Google einzugeben, um einige grundsätzliche Informationen sowie Kontaktdaten über die Person zu erhalten. Social Networks erleichtern es darüber hinaus, erste Ansprechpartner – Kontakte des Gesuchten – ausfindig zu machen. Auf Spiegel Online wird deshalb jüngst kritisch angemerkt:
“Die Chance steigt jeden Monat, dass man binnen weniger Minuten selbst intime Details über den einstigen Niemand herausfindet. Und selbst wenn der Betreffende, wie nun im Fall des Milliarden-Versenkers Jérôme Kerviel, selbst gar keine großen Web-Aktivitäten entfaltet hat, ist Erkenntnisgewinn zu erwarten: Eine Heerschar von Internet-Nutzern stürzt sich mit wachsender Begeisterung auf die Aufgabe, Medien und Polizei bei ihren Recherchen zu unterstützen.”
Darüber hinaus warnt das Nachrichtenmagazin von der “Gefährlichkeit der Daten-Nabelschau bei Facebook und Co”, weil immer mehr Menschen in Web 2.0-Zeiten ganz alltägliche Dinge leichtsinnig publizieren würden. Natürlich kann der “ungezügelte Exhibitionismus” den Einzelnen gefährden, wenn dieser sich nicht bewusst ist, was mit seinen Daten im Internet geschehen kann. Dennoch wirkt der Alarmismus des Spiegel-Artikel etwas deplaziert.
Wer seine Privatsphäre online schützen will, kann dieses auch in den Social Networks tun, in dem er seine Freigabeeinstellungen überprüft und sich genau überlegt, wer welche Bilder, Videos und sonstigen Inhalten sehen darf. Je besser ich mir selbst im Klaren bin, wie ich in der digitalen Öffentlichkeit erscheinen will, desto leichter fällt es mir, dieses auch zu steuern. Zwar ist es nicht immer möglich, die Einträge Dritter zu beeinflussen, doch die eigenen digitalen Spuren können wir gezielt legen, so dass die Aufmerksamkeit der Onliner sich auf die Inhalte richtet, die wir präferieren. Niemand muss hierbei alles dem Zufall überlassen.
Die weiteren Spiegel-Beispiele (Pierre Omidyar, Felix Petersen, Kevin Colvin) machen deutlich, dass wir in einer radikalen (digitalen) Transparenz leben, in der eben alles und vor allem Lügen sehr schnell rauskommen. Aus diesem Grunde wird die persönliche Integrität und der Aufbau von Vertrauen zunehmend wichtiger. Wer sich online authentisch und glaubwürdig gibt und dieses auch wirklich ist, dürfte keine allzu großen Probleme mit seiner (Online-)Privatsphäre haben, sollte aber dennoch genau prüfen, welche Daten er selbst in den digitalen Raum und damit in die Öffentlichkeit entlässt.
Zudem bietet es sich natürlich an seine Reputation auch Online aktiv zu managen. Hierzu hat myON-ID einen Service entwickelt mit dem jeder ohne große Vorkenntnisse und bei geringem Zeitaufwand schnell zu guten Ergebnissen kommt seine Reputation selbst in die Hand zu nehmen und das nicht den Suchmaschinen zu überlassen.
>> Spiegel Online: Kerivel im Internet. Facebook-User fahnden nach Milliarden-Betrüger
>> PR Blogger: Sind Sie Dr. Jekyll oder Mr. Hyde?
>> Spiegel Online: Social Networks: Der Fall Kerviel und die ungezügelten Exhibitionisten
Klaus Eck, PR Blogger
Reputation als Erfolgsfaktor
8. Januar 2008 um 8:00 von Mario Grobholz

Der Aufbau einer positiven Reputation braucht Zeit. Viel Zeit. Die Bildung von Reputation muss dabei immer als langfristige Investition verstanden werden und nicht als bloße Schönfärberei. Mit einem digitalen Make-Up, einer Ablenkung von anderen Problemen, ist niemanden langfristig geholfen. Doch der Aufwand für das Reputation Management lohnt sich.
Gerade in sich schnell ändernden Umwelten wie dem Internet sind immaterielle Werte wie Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit besonders bedeutsam. Immer mehr Entscheider in Unternehmen erkennen das: “Mit der Vernetzung unseres täglichen und digitalen Lebens werden Online- und Realwelt-Reputation zusammenwachsen”, sagt Paul Williams, Manager von iKarma.
Doch ein hart erarbeiteter positiver Ruf kann durch öffentlich diskutierte Fehltritte leicht zerstört werden. “Die Deutsche Shell AG musste aufgrund der Brent-Spar-Diskussion im Jahre 1996 herbe Reputationsschäden hinnehmen. Bis heute ist es dem Unternehmen trotz massiver Investitionen in reputationsbildende Maßnahmen nicht gelungen, das ursprünglich erreichte relativ hohe Reputationsniveau wieder zu erreichen.” (Studie von 2001 zur Unternehmensreputation, HU-Berlin) Williams schlussfolgert daraus: “Auch wenn sich der Ruf eines Unternehmens nicht bilanzieren lässt, beginnt die Geschäftswelt zu erkennen, dass Reputation Management ein kostengünstiger und hocheffektiver Weg ist, um sich im Markt Wettbewerbsvorteile zu sichern”.
Der gute Ruf eines Unternehmens wirkt sich nicht nur auf Verkaufszahlen aus, sondern ist auch entscheidend für das größte Potential der meisten Firmen: die Mitarbeiter. Die besten Absolventen suchen nach einem bestmöglichen Arbeitsplatz und lassen sich Empfehlungen geben. Und im digitalen Zeitalter wirkt die Mundpropaganda noch schneller: Die Radikale Transparenz desWeb2.0 verleiht der Reputation eine enorme Durchschlagskraft. Genau nach diesem Prinzip folgt myON-ID und bietet für Privatpersonen Reputationsmanagement zum Aufbau des guten Rufs im Internet an. Dies war bislang Unternehmen und deren Unternehmensleitung vorbehalten.
>> IHK Schwaben: Digital Reputation Management: Wie guter Ruf zu barer Münze wird
Klaus Eck, PR Blogger
Klimawandel: Anerkennung als Motivation
4. Januar 2008 um 8:00 von Mario Grobholz

Eine befriedigende Lösung für das globale Klima zu finden, fällt der Menschheit schwer, obwohl sie eigentlich doch auf der Hand liegt. Jedem Einzelnen ist klar, dass der Klimaschutz sehr wichtig ist und dass etwas getan werden muss. Dennoch fallen die Spendenbeträge eher mager aus.
Warum engagieren sich trotzdem so wenige für den Klimaschutz? Übernimmt der Bürger tatsächlich so wenig Verantwortung für seine Umwelt, wie es die Zahlen nahe legen? Vielleicht liegt es an der Anonymität der Spender? Schließlich fragt sich jeder Einzelne, was bringt das Spenden für meine persönliche Reputation.
Unser Klima ist ein öffentliches Gut. Und damit beginnt auch schon unser Dilemma. Meier als Menschlein, welches ein soziales Wesen ist, schaut gern über den Nachbarszaun und zieht seine persönliche Bilanz. Denn wenn Schmidt sich in diesen Zeiten einen Zweitwagen anschafft, warum soll Meier dann sich einschränken und eine beschwerliche Radfahrt auf sich nehmen.
Wie bekommen wir Meier und Schmidt aus diesem Automatismus heraus? Das Max-Planck-Institut ging dieser Frage nach und ließ seine Probanden spielen. Kooperatives Verhalten wird vor allem im Rahmen der Spieltheorie erforscht, in dem Spieler unter verschiedenen Bedingungen vor Entscheidungen gestellt werden.
In einem klassischen Untersuchungsdesign erhalten die Teilnehmer ein Budget zur Verfügung gestellt, von welchem sie einen selbst gewählten Betrag in einen Gemeinschaftstopf einzahlen können, der dann vom Spielleiter verdoppelt und zu gleichen Teilen ausgezahlt wird. In dieser Version allerdings soll der Gewinn in eine Zeitungsannonce fließen, die über klimaschädliches Verhalten und Regeln zum Klimaschutz informiert. Die Forscher ließen ihre Versuchskaninchen unter verschiedenen Bedingungen spielen. Der Betrag wurde abwechseln anonym oder unter Angabe eines Pseudonyms gespendet. Die Runden wurden manchmal von einer Spielvariante unterbrochen, in der man von anderen Spielern eher Geld bekommt, wenn die eigene Reputation hoch bewertet wird. Die Wissenschaftler variierten nicht nur die Belohnungsbedingungen, sondern auch den Grad der Information der Spielergruppen über den Klimaschutz.
Motivationszauber Reputation
Grundsätzlich waren alle Teilnehmer bereit einen Beitrag für das Klima zu leisten. Die höchsten Beträge wurden erreicht, wenn beide Untersuchungsbedingungen zusammenkamen: Informiertheit über das Klima und Öffentlichkeit. Erwartungsgemäß wurden die Spieler in den Sonderrunden belohnt, welche vorher in den Gemeinschaftspool investierten. Die Bereitschaft zu geben, ging in der Anonymität unter. Denn Fairness ist eine sehr wünschenswerte Eigenschaft, die unter Umständen ein persönliches Verlustrisiko in sich bergen kann. Daher stellte sich heraus: Faires Verhalten steigert sich unter Beobachtung. Eine wichtige Komponente der Gerechtigkeit ist der Glaube, dass jeder seinen Beitrag leistet. Aus diesem Grunde stellt die Radikale Transparenz, der wir uns online inzwischen alle ausgesetzt sehen, durchaus förderlich für sozial erwünschtes Verhalten.
>> Scinexx – das Wissensmagazin, Klimaschutz: Guter Ruf als Köder
Klaus Eck, PR Blogger
Gerechtigkeit: den Ruf wahren
2. Januar 2008 um 8:00 von Mario Grobholz

Wir alle haben einen Ruf zu verlieren: Ob im Leben. Als Freund. Als Kollege oder als Ehepartner. Als Verkäufer bei ebay oder im Chat. In unserer Gesellschaft gibt es ein großes Gerechtigkeitsempfinden, der häufig Gleiches mit Gleichem vergolten wird. In vielen Varianten werden der Wissenschaft zuliebe Spiele entwickelt und gespielt, mit dem Ziel das kooperative Verhalten zu erforschen.
Altruismus vs. Egoismus
So zahlen in einer klassischen Variante alle Spieler in geheimer Mission einen selbst gewählten Beitrag ihres Budgets. Dann verdoppelt der Spielleiter diesen Betrag, der dann in gleichen Teilen an alle Teilnehmer ausgezahlt wird. Gibt jeder alles, bekommen am Ende alle das Doppelte. Spendet dagegen nur ein einzelner Mitspieler etwas und die anderen nichts, verliert er sein Geld. Die knappe Mehrheit verhält sich in diesen Spielen kooperativ. Beim zweiten Durchgang kann das Spiel manipuliert werden, indem der Spielleiter einen Kassensturz verkündet. Die meisten Versuchspersonen zahlen beim nächsten Mal ebenfalls weniger ein, in dem Glauben, dass andere es ähnlich machen. Das legt die Vermutung nahe, dass eine Mehrheit von kooperativ eingestellten Menschen durch wenige egoistisch agierende Personen empfindlich gestört werden kann. Und nicht nur staatlich geschützte Strafen befriedigen das Streben nach einer gerechten Gesellschaft, sondern auch der öffentliche Ruf.
Gesellschaftliche Anerkennung ist uns in der Regel nicht gleichgültig, denn niemand will als Mitglied seiner vertrauten Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Der Moralforscher und Psychologe Jonathan Haidt meint dazu: “Reputation ist eine mächtige Kraft, um moralische Gemeinschaften zu stärken und zu vergrößern.”
Ein Experiment des Max-Planck-Instituts bestätigt diese Annahme. Menschen sind vor allem dann dazu bereit etwas zum Gemeingut beizutragen, wenn sie gut informiert sind und öffentliche Anerkennung für ihr Handeln bekommen.
Klaus Eck, PR Blogger
Mehr Aufmerksamkeit auf das digitale Umfeld lenken
19. Dezember 2007 um 8:00 von Mario Grobholz
Viele Menschen sind sich nicht im Klaren darüber, dass sie die Suchmaschinen selbst für die Verbesserung ihrer Reputation nutzen können. Obwohl wir im Zeitalter der Radikalen Transparenz leben und Google kaum noch etwas verborgen bleibt, heißt das nicht, dass wir uns unserem Schicksal ergeben müssen. Stattdessen können Sie selbst etwas für Ihre Online-Reputation tun, indem Sie Ihre Online-Präsenz bewusst steuern.
Es ist sinnvoll, einige Suchmaschinen-Ergebnisse von anderen zu unterscheiden. Neben den selbst erstellten Websites, die Sie direkt kontrollieren, gibt es zahlreiche Webadressen, auf die Sie keinerlei direkten Einfluss nehmen können. Mit einem gewissen Aufwand können Sie jedoch die Zahl Ihrer eigenen Webangebote so steigern und nutzen, dass Sie damit für den Suchenden zahlreiche Anker online werfen können und dadurch seine Aufmerksamkeit erhalten.
Wenn in Blogartikel positive Dinge über Sie stehen, ist es ideal, diese auch zu verlinken. Verabschieden sollten Sie sich jedoch von dem Gedanken, alles kontrollieren zu wollen. Teilen Sie die Aufmerksamkeit mit anderen und vergessen Sie dabei nicht, dass Sie online im Gespräch bleiben wollen. Es geht nicht darum, alle auf Ihre Website zu locken. Deshalb spenden Sie anderen ruhig ein wenig Google Juice, damit Ihr digitaler Ruf sich weiter verbessert. Je höher die Webbeiträge Dritter in Google gerankt werden, desto besser für Ihre Reputation, wenn diese positiv über Sie sprechen. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich auch, beispielsweise auf MyOnID im eigenen Profil auf ausgewählte Links zu verweisen, die Ihr digitales Erscheinungsbild verbessert. Nutzen Sie Ihren digitalen Ruf und bauen diesen aus, statt sich zu sehr auf die eigene Website zu konzentrieren.
Klaus Eck
Wem glauben Sie wirklich?
14. Dezember 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

Wir sind alle an nutzwerten Informationen interessieren und erwarten bei der Lektüre eine hohe Qualität. Aber dennoch lesen wir on- und offline immer wieder gerne etwas Gossip, um uns zu unterhalten. Nicht umsonst sind die Boulevard-Medien so erfolgreich.
Im Unterschied zu klassischen Medien legen viele Blogger sehr viel Wert auf ihre eigene Meinung und bewerten dabei immer wieder gekaufte Produkte, Bücher, Zeitschriften-Artikel oder Dienstleistungen. Wer dabei von einem Unternehmen enttäuscht worden ist, vergisst manchmal sogar jede Zurückhaltung und kritisiert den Urheber des Verdrusses mit großer Häme. Je schöner die Story, der vermeidliche Scoop, desto mehr Aufmerksamkeit erhält dabei die gerechtfertigte oder zumindest emotional begründete Meinung eines Einzelnen. Mit neutraler Information und Wahrheit hat das wenig zu tun. Dennoch finden Kritiken, die persönliche Häme, Skandalisierungen und emotionale Empörungen sehr schnell ihre Leser. Oftmals bei weitem schneller als jede (mitunter langweilig verpackte) Sachinformation.
Klatsch und Tratsch verbreiten sich als digitale Mundpropaganda sehr schnell im Netz. Dabei ist es wenig überraschend, wenn man seine eigene Reaktion und Wahrnehmung von boulevardesken Interpretationen selbstkritisch hinterfragt. Vor kurzem haben einige Wissenschaftler hierzulande herausgefunden, dass Klatsch und Tratsch die Meinung von Menschen nachhaltiger beeinflusst als die Wahrheit. Dabei ist es unerheblich, dass eindeutige Beweise dagegen sprechen.
Letztlich heißt das für Ihre Karriere und Reputation, dass Ihre persönlichen Leistungen eher unerheblich sind. Viel wichtiger als Ihre Anstrengungen ist Ihre Wirkung. Wenn Sie als erfolgreicher Stratege, Networker und kreativer Kopf gelten, ist es egal, wie mittelmäßig ihre Ideen in Wahrheit tatsächlich sind. Sie werden aufgrund der Wahrnehmung Ihres Images dennoch positiv aufgenommen.
Wir neigen dazu unsere komplexe Wirklichkeit zu reduzieren und sind dankbar für die sozialen Informationen Dritter. Wenn ein Freund von uns die Ansicht vertritt, dass die Leistung eines Kollegen schlecht sind, neigen wir dazu ihm zu trauen und das als Wahrheit zu betrachten, selbst wenn die Fakten sogar eindeutig dagegen sprechen.
Deshalb sollten Sie im Arbeitsleben sowie privat besonders auf Ihre Reputation achtgeben und über die folgenden Punkte zumindest einmal nachdenken. Die Thesen sind nahe am praktischen Leben und entsprechen meiner alltäglichen Wahrnehmung. Am besten glauben Sie mir einfach:
- Lassen Sie andere immer gut über Sie berichten.
- Seien Sie eher unbescheiden und verschweigen Sie Fehler, die Ihnen ansonsten zum Nachteil gereichen.
- Schreiben Sie frühzeitig Ihre Memoiren, damit Sie selbst Einfluss auf Ihr Bild für die Nachwelt nehmen können. Gerade Politiker (Ex-Kanzler) lieferen immer wieder Nachweise für eine sehr subjektive Wahrnehmung der Realität und versuchen über ihre Buchweisheiten die Deutungshoheit zu behalten.
- Übertreiben Sie Ihren öffentlichen Auftritt, indem Sie eine provokante These in die Welt setzen, die sich leicht hinterfragen lässt, aber dennoch im richtigen Kontext inszeniert für viele Schlagzeilen sorgt: Beispiel: “7 Jahre Ehe sind genug” (das Pauli-Prinzip).
- Es interessiert nicht, wer die Arbeit gemacht hat, solange Sie damit im Mittelpunkt stehen und die Aufmerksamkeit bündeln können.
- Seien Sie immer per Blackberry erreichbar und rufen Sie selbst die Zeitungs- und Radio-Redaktionen möglichst früh am Tage an, damit diese Ihr wichtiges Statement zu einer aktuellen Nachrichtenlage integrieren können.
- Nutzen Sie eine Diskussion, um mit Ihrer Frage 10 Minuten Aufmerksamkeit für Ihr Statement und Ihre Selbstdarstellungskünste zu erhalten.
- Unterbrechen Sie in einer Diskussion ständig die anderen, damit Sie zeigen können, worauf es wirklich ankommt.
- Denken Sie an die nächste Aktion und Provokation, damit Sie ständig präsent bleiben.
- Bedienen Sie die Vorurteile Dritter, damit Sie Teil des Senf-Universums bleiben und nicht im digitalen Nichts enden.
Hier bei können Sie sich ganz bequem von myON-ID helfen lassen. Fangen Sie am besten gleich jetzt an Ihren guten Ruf selbst zu managen.
Wenn Sie sich an die “Ratschläge” halten, können Sie sicher sein, dass Ihr digitaler Ruf ein besonderer ist. Allerdings dürfte dieser mehr im Sinne von viel Feind, viel Ehr zu verstehen sein.
> Klatsch und Tratsch sozial wichtig
>> Roland Kopp-Wichmann: Wem glauben Sie eher? Dem Tratsch der Leute oder der Wahrheit?
Klaus Eck, PR Blogger









