Jon Christoph Berndt®: So sind nicht viele – starke Marken bekennen sich immer, Christoph Schlingensief!
26. August 2010 um 9:03 von Jon Christoph Berndt
Kunst ist „Tötet Helmut Kohl“, Kunst ist, Konzentrationslager „von Nord nach Süd“ ordnen zu lassen (lesenswerter Rückblick im Stern) und Christoph Schlingensief ist auch große Kunst. Seit Samstag ist er nicht mehr da, aber vieles bleibt. Er war jemand, der immer bezahlt hat für die Party, die er schmiss. Mit seinem guten Namen, seiner Reputation manchmal, zum Schluss vielleicht sogar mit dem Leben. Immer geradlinig, eckig und kantig; zu stark, um schwach zu sein. Eine echte Marken-Persönlichkeit.
Dagegen der Marken-Pöbel: macht auch den Mund auf, hat aber nichts zu sagen. Versteckt sich in der Anonymität und sondert Scheißhausparolen ab, da ist die große Marke Schlingensief noch nicht mal kalt. „De mortuis nil nisi bene“ zählt schon im echten Leben nichts und im Internet gar nichts:
- „Kein Verlust für die Kunstwelt das war eh nur ein armer Spinner!“
- „Schlingensief lebt weiter – als Lady Gaga“ (ebenfalls gelöscht)
- usw., usw., tausendfach
Das sind die schlappen Märkchen, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben. So weit reicht die Demokratie im Netz, dass sich Schandmäulern und verbalen Leichenfledderern ebenfalls ein Forum auftut. Human Branding-Regel: Verstecke Dich niemals hinter den dicken Mauern im Netz, verwende niemals einen Nickname oder ein Pseudonym. Weise Mitmenschen die das klassenlose Medium Internet zur Befriedigung ihres niederen Triebs missbrauchen.
Human Branding Lesson Learned #10
Überlege Dir, ob Du etwas zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen möchtest. Falls ja, was kann das sein? Entwickele Deine in der Wolle gefärbte, zu Dir wie Dein Gesicht passende Haltung. Besetze die sich auftuende Nische konsequent. Habe Freude an dem, was Du sagst und auch tust; falls sie ausbleibt, lasse es bleiben. Verstecke Dich niemals hinter den dicken Mauern im Netz, verwende niemals einen Nickname oder ein Pseudonym. Weise Mitmenschen zurecht, die das tun und so das klassenlose Medium Internet für ihr ihre niederen Zwecke missbrauchen.
Stay tuned!
Mehr von Jon Christoph Berndt® und Human Branding gibt’s hier:
- Kleine bis mittelgroße Sünden bestraft der Markengott sofort, Michelle Obama!
- Auch Allmächt kann da nix mehr ausrichten, Eva Herman!
- Wer so trifft, darf auch so heißen, Thomas Müller!
- Fröhlich weiter auf der schiefen Bahn zum Markenglück, Menowin Fröhlich!
- Zeit zum Köhlern, maue Marke Tony Hayward!
- Lena’s Erfolgsgeheimnis – natürlich unperfekt
- Papa Papandreou – Markenfels in der Markenbrandung
- Human Brand, schrottreif: Schlappes Märkchen Walter Mixa
- Arthur Rimbaud – 140 Jahre Mysterium mit Pull-Effekt par excellence
- Stefan Raab – Wie einer 2 Mio. Euro verliert und der große Gewinner ist
Personal Branding und wie wir alle zu Narzissten werden
19. Juli 2010 um 8:40 von Mario Grobholz
Wir werden zu Cyber-Exhibitionisten und präsentieren uns in einem Glashaus der ganzen Welt. Und für was? Um uns zu einer Marke zu machen, uns darzustellen und uns der Welt mitzuteilen.
Einst im antiken Griechenland entzog sich der junge Narcissus aus Stolz der Liebe der Nymphe Echo. Dafür traf ihn der rächende Fluch, sein eigenes Spiegelbild in jedem Wasser lieben zu müssen, welches sich ihm gleichfalls immer entzog. So verliebte er sich stets beim Wassertrinken aus dem Brunnen in sein unerreichbares Selbstbild.
Die große Gemeinschaft der „Onliner“ hat dank der Entwicklung nutzerfreundlicher Social Software heute die Chance, ihre Spiegelbilder in potenzieller Endlosschleife auf Facebook, YouTube, mySpace, Twitter oder StudiVZ zu beäugen. Und mancher User scheint sein „Profil“ dort mit solch obsessiver Leidenschaft zu pflegen, betrachten und zu überhöhen, wie es der Geschichte des hellenischen Teenagers nicht besser entsprechen könnte.
Netzwerken sei dank, scheut sich keiner mehr, sich im Web zu zeigen. Waren wir vor ein paar Jahren noch vorsichtig mit unseren Daten im Netz, zeigen wir uns jetzt sogar mit Bild und lassen die Welt mitverfolgen, was wir den ganzen Tag so machen. Jeder geht dabei ganz anders vor, eine Studie hat allerdings herausgefunden, dass 80 Prozent der Twitter-User nur von sich selbst reden. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Rutgers University, im Zuge derer die Wissenschaftler Mor Naaman, Jeffreey Boase und Chih-Hui Lai über 3.000 Status-Meldungen von rund 350 Nutzern untersucht haben.
Interessant dazu auch das Buch von Markenexperte Jon Christoph Berndt: “Die stärkste Marke sind Sie selbst!“. Darin beschreibt der Autor Jon Christoph Berndt die Möglichkeiten das eigene Profil zur Marke zu entwickeln. Der Mensch wird Marke. Es geht darum seine Einzigartigkeit auf den Punkt zu bringen und dies auch Online transparent zu machen. Wer dieses Handwerk zukünftig versteht wird nicht nur erfolgreich seine Personenmarke positionieren, sondern auch für Unternehmen als Mitarbeiter interessant werden, denn eine starke Marke braucht starke Mitarbeiter. Jon Christoph schreibt seit einigen Wochen hier in unserem Blog als Gastautor über Human Branding.
Auch andere Social-Networking-Sites bringen bei ihren Mitgliedern vermehrt narzisstische Züge zum Vorschein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von Wissenschaftern der San Diego State University (SDSU) unter mehr als 1.000 College-Studenten aus den gesamten USA durchgeführt wurde. 57 Prozent davon gaben an, dass die Personen in ihrer Altersgruppe Social-Networking-Sites wie Facebook, Twitter oder MySpace vorwiegend für Selbstvermarktung, Narzissmus und Aufmerksamkeitssuche verwenden.
Die Wissenschafter wollen außerdem herausgefunden haben, dass die “Generation Y” der nach 1980 Geborenen generell mehr Wert auf Selbstvermarktung, Narzissmus, erhöhtes Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeitssuche legt als vorherige Generationen. Zwei Drittel der Befragten stimmten dieser Aussage jedenfalls zu.
Herangezogene Quelle – Narziss im Cyberspace, Martina Mara
In 10 Schritten zum Social Media Professional, Teil 4
13. Juli 2010 um 8:45 von Mario Grobholz
Mit dieser kleinen Serie begleiten wir die Markenexperten von brandamazing: auf deren Weg ins Social Web und den ersten Erfahrungen mit Social Media. Die Münchner Berater machen mit ihrem Produkt Human Branding Menschen zu starken Marken. Heute der 4. Teil der Serie.
Der Markenexperte und Inhaber von brandamazing: Jon Christoph Berndt lässt uns hier an seinen Gedanken, Herausforderungen und Lösungen teilhaben.
Teil 4: myON-ID Media hat Florian, unserem Social Media Manager, den Zugang zur Beta-Version unseres Newsrooms rüber gereicht. Das sieht alles schon verdammt social und gut aus. Wir klären nun, was ganz zentral steht (das Facebook-Modul oder doch lieber der Blog?) und viele weitere Kleinig- oder eben doch Großigkeiten. Schließlich soll das dann für die nächsten Jahre richtig was werden mit unserem Web 2.0. Das Going live der bestens eingestielten Alpha-Version haben wir weiterhin für die nächsten Tage im Focus.
Wenn Sie Interesse an den bisher im Rahmen dieser Serie erschienenen Artikeln haben, dann finden Sie diese hier:
Jon Christoph Berndt®: Papa Papandreou – Markenfels in der Markenbrandung
20. Mai 2010 um 8:45 von Jon Christoph Berndt
Wenn mir mal ganz Griechenland gehört (ist ja sowieso nicht so hochpreisig): Den ganzen sinkenden Kahn vertraue ich Giorgos Papandreou an – der verlässt ihn garantiert zuletzt.
Der tragische Held der ganzen bescheidenen Situation bei den Euro-Freunden ist er, der Ministerpräsident in der 3. Generation. (Griechenland ist also so eine Art Familienunternehmen, und bei so etwas ist es ja zwischendrin immer mal wieder mau.) Erst 2009 übernahm er den Posten, und dann ging sie auch schon los, die Petersburger Schlittenfahrt; bloß ohne Schnee. Was tut der Mann? Steht aufrecht auf dem Schlittenbock und schwört sein Land auf die schwere Zeit ein. Besonders bemerkenswert daran vor allem ist, dass das Ferien- und das Ostergeld um 35% gekürzt werden. (Gut, dass die griechischen Ostern grade eben noch zu 100% gelaufen sind.) Respekt! Da wankt nichts, kein Stottern, kein Zittern. Ist halt bitter gerade, sagt der Markenfels in der Markenbrandung, da beißt die Maus keinen Faden ab. Spricht’s und tut, was getan werden muss.
All die derzeitigen mittelschweren und riesengroßen Katastrophen bewirken bei Papa Papandreou nicht, dass er kleiner und dünnhäutiger wird, gar umzufallen droht. Dafür hat er ein ganz smartes Gen mitbekommen, und das heißt „Echtheit mit Wollsiegel“ – keine Fassade, keine Schaumschlägerei, kein Schaf im Wolfspelz. Vielmehr ist Papandreou innen so wie außen und außen so wie innen. Und das ist die beste Glaubwürdigkeitsvoraussetzung; für den nächsten Gebrauchtwagenverkäufer, der Ihnen unterkommt, genauso wie für den Ministerpräsidenten auf dem schlingerstarken Schlittenbock. Selbst EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso betont, dass die vorgesehenen Sparmaßnahmen Papandreous „solide und glaubwürdig“ sind. Das ist schon mal gut, besonders auch für den Fall, dass Barrosos Portugiesen die Kreditoren-Meister sind.
Giorgos Papandreou bleibt auf Kurs und lässt sich durch keinen Brecher ins Wanken bringen. Er steht seinen Mann, auch wenn ein ganzes Land gegen ihn ist, und verliert sein Ziel nicht aus den Augen. Als echte Human Brand wird er aus der Krise gestärkt und profiliert hervorzugehen! Und alle seine Griechen mit.
Was macht Giorgos Papandreou richtig?
- Er ist in der Wolle gefärbt echt: Vorne hui und hinten hui!
- Er nennt die Dinge beim Namen: Wer Klartext redet, dem hört man gern zu!
- Er vereinbart klare Ziele, auch mit sich selbst: Dadurch ist er glaubwürdig, weil er dann mit untergeht, wenn Griechenland untergeht.
Wir sehen: Fundierte Ausbildung und Lebenserfahrung und allerbeste Herkunft und Connections brauchen entwaffnende Echtheit als Geschmacksträger. Sonst ist alles nichts, und unsere Eltern haben und ganz umsonst fünf Jahre auf die Uni oder drei in die Lehre geschickt. Wer glaubt, es geht auch irgendwie mit Durchlavieren und „Komm’ ich heut’ nicht, komm’ ich morgen“, der klebe sich bitte nebenstehendes Foto wahlweise aufs Armaturenbrett oder auf den Bildschirm am Computer.
Human Branding Lesson Learned #3
Mach’ Dich hübsch wie ein Pfau, und zeige allen Deinen schönsten Radschlag, Deine schönste Verpackung. Und bestätige diesen ersten Eindruck unbedingt, wenn sie hinter Deine Fassade blicken!
Stay tuned!
Mehr von Jon Christoph Berndt® und Human Branding gibt’s hier:
- Human Brand, schrottreif: Schlappes Märkchen Walter Mixa
- Arthur Rimbaud – 140 Jahre Mysterium mit Pull-Effekt par excellence
- Stefan Raab – Wie einer 2 Mio. Euro verliert und der große Gewinner ist
- Helmut, hör auf mit dem Scheiß!
- Weißer Rabe Grigory Perelman
- FDP-”Quartalsspinner” Wolfgang Kubicki
- Prof. Claudia Kemfert und ihre wehrhafte Marke
- Norbert Leitholt und sein “Pornolotl”
- Das Marken-Armageddon
- Jon Christoph Berndt, Partner von myON-ID Media
Jon Christoph Berndt®: Stefan Raab – Wie einer 2 Mio. Euro verliert und der große Gewinner ist
15. April 2010 um 11:15 von Jon Christoph Berndt
Ist das schön, den und das schau’ sogar ich gern! Dabei ist Stefan Raab mein Anti-TV-Held, bisschen zu flachgründig und zu despektierlich in seinen Äußerungen. Das mag ich nicht und hat er gar nicht nötig. Allerdings: Der Typ ist nicht vielleicht ’ne Marke, sondern ganz bestimmt! Das nicht wegen irgendwelcher Unterschichtenautorennen und -wokschlittergeschichten, sondern wegen seiner beharrlichen Konsequenz.
Starker Markenstichtag Stefan Raab: Samstagabend, 10. April 2010:
Da gibt es zum 22. Mal “Schlag den Raab“ auf Pro7, ein wirklich illustres TV-Format und nicht nur Spätbügelfernsehen. Marke Raab tritt gegen den 29-jährigen Unfallchirurgen Hans Martin aus Stolpe an. Schon vor der Sendung hatte der großspurig verkündet: „Sportlich gesehen hat der Stefan keine Chance.”
Hans Martin soll Recht behalten; Großmaul stürzt in der siebten Runde, auf dem Parcoursritt mit dem Mountainbike. Und das ziemlich schwer: „Der große Mann des Unterhaltungsfernsehens“ (na ja, liebe Süddeutsche Zeitung, da wollen wir mal die berühmte Kirche im berühmten Dorf lassen; an meinen Kulenkampff kommt der nicht ran!) steigt über den Lenker ab und bremst, wie es sich der durchschnittliche deutsche Sofasurfer und Salzlettenschweinleeresser live erhofft – mit dem Gesicht (wo bleibt die Kamera, die ist doch sonst immer voll drauf!!!???), echtes Blut, wow! Schon beim Zuschauen brennt es wie Hölle!
Also: Gehirnerschütterung, Kieferhöhlenwand- und Jochbeinbruch, kurzzeitige Amnesie, Schürfwunden und Prellungen; ein exquisites Ergebnis, formidabel für die Quote. Das Groteske: Er gibt Gas! „Die Show muss weitergehen, die Werbekunden haben schließlich gezahlt“, da hat die Süddeutsche so Recht. Jeder andere hätte als letzte Geste die Karte von der Barmer Ersatzkasse gezückt und dann das Licht ausgemacht: Soll Hans Martin doch gewinnen durch K.O., der Sender ist doch gut versichert! Nicht jedoch unsere stahlharte Marke Raab, der „harte Hund“ laut Stern . Dass er zum Schluß beim Gewinnen verliert – geschenkt!
Das lieben wir an der Markenfront, wenn jemand so konsequent ist, dass wir uns jederzeit auf ihn verlassen können. Genau wie bei den Lieblingsprodukten, die wir so gern haben – Coca Cola, BMW, m&m’s –, nur ganz anders. Und das liebt die Werbewirtschaft: Stefan Raabs Marktwert ist am Samstagabend stark gestiegen. Und das lieben die Kollegen an der Online-Reputation-Front: Stefan Raabs Unfall und die elektronische Berichterstattung als wunderbarer Best Case, was die stringente Rufpflege angeht. So sorgt sich Deutschlands Jochbeinexperte Nr. 1 und Human Branding-Trittbrettfahrer Dr. Ahmmed-Ziah Taufig in der Knallpresse „Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Raabs Jochbein bei einem Trauma erneut bricht und sich verschiebt.“ O Gott!
Nun müssen wir uns sicher nicht vor Millionenpublikum und live erst auf die Fresse legen und dann munter weiterradeln, um in der Wertschätzung unserer Mitmenschen zu steigen. Vielmehr geht es um die Konsequenz; bei allem was wir tun und allem, was wir lassen. Das ist gut für Marke, Ruf, Begehrlichkeit. Dann lösen wir einen wahren Sog aus und müssen nicht so laut rufen, was wir alles Tolles können und zu bieten haben. Und es geht darum, dass ein profilierter Markenmensch immer wieder aneckt. Ohne Ecken und Kanten kann man im Einheitsbrei nicht mitschwimmen. Auf welche Art auch immer. So laut und grotesk wie Stefan Raab oder ganz anders. Nur passen sollte es.
Denken Sie beim nächsten Zaudern, Wankelmütigsein und Aufgeben an Stefan Raab. Ich tue es auch.
Stay tuned!
Mehr von Jon Christoph Berndt® und Human Branding gibt’s hier:
Deine Marke ist dein Kapital
2. September 2009 um 9:00 von Anya Rutsche
Schon einmal haben wir über die wachsende Bedeutung von “Social Capital” gesprochen. Das Web wird zur “Social Economy” und der Gewinn hierbei ist Anerkennung, Reputation und Branding.

Die Personal Branding Expertin Tara Hunt misst Reputation mit einem sogennanten Whuffie-Faktor. Wer negative Schlagzeilen macht, verliert demnach Whuffie-Punkte. Er verliert also Vertrauen und Respekt dem Kunden gegenüber. Wer sich jedoch mit seinen Kunden befasst und auch mit negativer Kritik geschickt umgeht, kann seine Whuffie-Kraft verstärken. Es entsteht ein ständiger Kreislauf aus Geben und Nehmen, wobei das Geben immer an erster Stelle stehen sollte und Nehmen nicht zwangsläufig genau danach kommt.
Kunden einbeziehen ist das A und O des Erfolgs
Wie das geht, zeigte der Computerriese Dell bereits. Nachdem Dell mit einem schlechten Ruf wegen unbefriedigendem Kundenservice zu kämpfen hatte, beschloss Michael Dell einen neuen Kundendialog zu starten und rief das Projekt Ideastorm ins Leben. Hier können User ihre Verbesserungsvorschläge öffentlich und für alle sichtbar einreichen, welche dann durch ein Rankingsystem bewertet werden dürfen. Die User fanden diese Idee gut und Dell gewann wieder wertvolle “Whuffie-Punkte”.
Auch Starbucks gelang ein ähnlicher Erfolg mit der im letzten Jahr gegründeten Plattform “MyStarbucksIdea.com“. Auch dort darf jeder Besucher seine Wünsche und Ideen an die “Coffee Company” äußern, welche dann wieder kommentiert werden können. Mitarbeiter nehmen zu diesen Wünschen Stellung und verweisen auf bereits gefundene Lösungen. Dadurch bekommt der Kunde das Gefühl, Einfluss im Prozessablauf zu haben, was sich positiv auf den Ruf des Kaffeeherstellers niederschlägt. Außerdem erhalten Starbucks-Entscheidungsträger einen tollen Einblick in die Vorstellungen der Kunden, was zur Produktverbesserung genutzt werden kann.
Auch hier passiert etwas
Der Social Media Experte Karsten Füllhaas hat kürzlich einen Blogbeitrag veröffentlicht, in dem er den Mobilfunkanbieter simyo lobt, die jetzt durch eine Bewertungsmöglichkeit auf der Facebook-Fanseite ihre Online-Reputation steigern möchten. Viele Firmen vermeiden allerdings solche Bewertungsmöglichkeiten aus Angst vor negativen Stimmen. Doch wer die Fähigkeit besitzt, mit Kritik umgehen zu können und auf diese angemessen reagiert, kann nur gewinnen.
Ebenso beginnen die Verleger der Zeitschrift “The Economist” mit Kundeneinbindung ihren Ruf und somit Leserschaft zu steigern. Sie lassen Facebook-Freunde in einer Cover-Preview entscheiden, ob das neue Titelblatt anspricht. Sehr effizient, denn jeder Abstimmer wird darauf gespannt sein, wie das Heft nächsten Monat tatsächlich aussehen wird.
Keine Angst vor Nachahmern
Der Grund, warum immer noch relativ wenig Firmen diesen Schritt der Offenbarung gehen, ist die Angst vor Konkurrenten, die eine Idee wegschnappen könnten oder mit der selben Idee zur gleichen Zeit auftrumpfen und dadurch Ruhm stehlen. Man sollte aber bedenken, dass diese “Nachmacher” dann nicht die Anerkennung, Reputation oder Whuffie von potenziellen Nutzern genießen und somit weniger Erfolg erleben, als diejenigen, die um Feedback und Mithilfe gebeten haben.
YouTube Kanal wird zum Marketingberater
25. August 2009 um 3:32 von Anya Rutsche
Das Internet wird zum Marketing-Tool Nummer Eins. Doch noch immer wissen viele Firmen nicht, wie man sich letztendlich im Web gut vermarktet. Mit einem Videokanal auf Yotube möchte netzwert das jetzt allerdings ändern. Mit vielen verschiedenen Beispielen möchten die Betreiber aufzeigen, wie Unternehmen mit der gezielten Einbindung des Internets auch aus Krisensituationen gestärkt hervorgehen können.
Um die Chancen für Unternehmen praxistauglich zu verdeutlichen, führen die Universität St. Gallen, Google und das Handelsblatt nun die Expertise ausgewiesener Hochschul- und Branchenexperten unter dem Dach eines gemeinsamen YouTube-Kanals zusammen. In dem neuen “Netzwert”-Kanal” wird mit einem laufend aktualisierten Video-Angebot gezeigt, wie Unternehmen das Internet für ihren wirtschaftlichen Erfolg nutzen können.
Nach Foren und Supportseiten kommt jetzt der Videokanal.
In den Videos werden nicht nur Expertentipps zum Thema Online-Marketing weitergegeben, sondern auch eine Art Kundenservice soll mit diesem Dienst angeboten werden. Stefan Tweraser, Coutry Sales Director von Google Deutschland kündigt in seinem Vorstellungsvideo an, dass auf dem neuen Netzwert-Kanal Produkte vorgestellt werden, Kunden über ihre Erfahrungen berichten und Experten zu Wort kommen. Somit soll ein Informationsportal für Weblösungen angeboten werden, auf welches mittelständische Unternehmen drauf zugreifen können.
Professor Dr. Miriam Meckel, geschäftsführende Direktorin am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen, läd in einem Videobeitrag zu einer Diskussion auf dem Netzwert-Kanal ein. “Im Bereich der Unternehmens- und Kundenkommunikation bietet das Internet ganz neue Möglichkeiten, die vor allem in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten spannend sind, weil sie nicht viel Geld kosten”, begrüßt die auch in der Wirtschaft beratend tätige Expertin den Start des Gemeinschaftsprojekts.
Bleibt nun abzuwarten, wie das eigene Marketing für diesen Videokanal funktioniert und wie die Tipps angenommen werden.
Mehr zum Thema: „Netzwert“: Web-Lösungen für den Mittelstand (bei Handelsblatt.com am 25.08.2009 veröffentlicht)
Studie im Auftrag des Verbraucherschutzministerium: Unternehmen recherchieren Bewerber im Internet
21. August 2009 um 10:25 von Mario Grobholz
Eine aktuelle Studie, welche im Auftrag des Verbraucherministeriums durchgeführt wurde hat es heute in nahezu alle Nachrichtensendungen und damit auch bis ins TV geschafft. Zentraler Punkt der Studie ist die Tatsache, dass die Hälfte der befragten Unternehmen Bewerber im Internet recherchieren, unter anderem bevor diese zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden.
Als regelmäßiger Leser unseres Blogs werdet Ihr Euch jetzt vielleicht fragen, “Ja und? Was ist daran neu?”. Online Reputation Management und Personal Branding heisst das in Fachkreisen.
Genau so geht es mir auch, weshalb ich eigentlich hier im Blog gar nicht darauf eingehen wollte, denn wer sich mit Reputation Management und Personal Branding beschäftig, für den sind diese Ergebnisse nichts unerwartetes. Ich würde sogar sagen, dass brachenabhängig die Quote heute schon höher liegt – in jedem Fall aber die Quote zukünftig weiter ansteigen wird.
Bereits Anfang 2007 ist Online Reputation Management die Gründungsideee von myON-ID gewesen. Seit nunmehr zwei Jahren bearbeiten wir dieses Thema. Betreiben Aufklärungsarbeit, führen Gespräche mit der Öffentlichkeit, veröffentlichen Artikel und referieren auf Konferenzen – und das mit größer werdender Ressonanz, denn immer mehr Menschen erkennen die Notwendigkeit ihre digitale Präsenz systematisch zu pflegen und zu überwachen.
Wer dieses Vorgehen optimiert, der betreibt “Personal Branding” auf der “größten Bühne welche die Welt zu bieten hat” – dem Internet. Karsten Füllhaas hat “Personal Branding” in seinem heutigen Artikel treffend so beschrieben: “Personal Branding ist der Fachbegriff für systematische Pflege und Überwachung des eigenen gutes Rufes im Internet.”
Die Tageschau der ARD um 20Uhr hat heute die Ergebnisse der Studie vorgestellt. Das Gleiche wird heute in den Tagesthemen nochmals passieren. Dann habe ich gesehen, dass nahezu alle Online Magazine und Tagesezeitungen das Thema aufgegriffen haben.
Dazu kommt noch die spontane Interviewanfrage fürs NRW Radio heute, in welcher ich zu den Ergebnissen der Studie befragt wurde. Meine schlichte und zusammengefasste Antwort darauf lautet: Es geht nicht um mehr bzw. besseren Datenschutz. Es geht auch nicht darum, wie es Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner bei Spiegel Online rät zurückhaltender mit privaten Daten im Internet umzugehen. Es geht um MEDIENKOMPETENZ. Und die muss zukünftig über die Lehrpläne der Schulen an die 10-16 Jährigen vermittelt werden. Das dies allmählich passiert zeigt mir das neue Deutschbuch für die 9. Klasse Gymnasium in Bayern. Dort wurde erstmals das Thema “Online Identität” und Reputationmanagement aufgenommen. Darüber hatten wir bereits vor einigen Wochen schonmal berichtet.

All dies zeigt uns, dass Online Reputation Management und Personal Branding nun endgültig in der breiten Masse angekommen ist und damit auch unsere Bemühungen Aufklärungsarbeit zu leisten immer größere Früchte trägt. Darüber freuen wir uns als myON-ID heute zum Wochenausklang riesig.
Weiter Artikel zu diesem Thema:
- Bewerben aber richtig: Selbstmarketing will gelernt sein!
- Checkliste: Darauf schauen Personaler bei Online-Profilen
- Soziale Netzwerke Karrierefalle oder Karrieresprungbrett?
- Personal Branding als Erfolgsfaktor
- Der erste Eindruck zählt – auch im Internet
- Jeder ist im Netz ein Prominenter
- Personal Branding im Web
Wir stellen vor: Annette Schwindt, schwindt-pr
21. August 2009 um 9:23 von Anya Rutsche
In unserer heutigen Ausgabe möchten wir euch das myON-ID Profil der Kommunikationsberaterin Annette Schwindt vorstellen. Ihr Profil ist uns ins Auge gefallen, weil sie ihre Firma, ihren Blog und sich als Privatperson bestens in drei einzelnen Seiten vorstellt. Außerdem verschafft sie mit ihrem selbst gestaltetem Banner (auch Header genannt) ein Corporate Design zu ihrer Website. Somit präsentiert sie sich und ihre Agentur von ihrer besten Seite.
Annette Schwindt hat schon früh die Vorteile einer Präsenz auf der myON-ID Plattform erkannt und ist sichtlich begeistert von dem Service:
„Ich wurde über Twitter auf myON-ID aufmerksam und suchte damals nach einer Möglichkeit, meine verschiedenen Onlineaktivitäten unter einer Adresse zusammenzufassen. Genau das ist es auch, was mir an dem Service gefällt.“
Hebe dich hervor
Wie bereits oben erwähnt, hat Annette ihren Header selbst gestaltet. myON-ID bietet dir bereits eine Vorauswahl an schönen Bannern. Wer es allerdings etwas exklusiver mag, kann sich diesen in wenigen Schritten auch selbst erstellen und hochladen. Die Grafik sollte so breit sein, dass sie auch für 20″ Bildschirme ausreicht. Dazu braucht man mindestens 1800 Pixel in der Breite. Hier gilt: je höher die Auflösung, desto besser sieht dein selbst gestalteter Banner und somit auch dein Gesamtprofil aus.
Bringe Ordnung in dein Profil
Von Annette ebenfalls gut erkannt, lohnt es sich, bei umfangreicherem Internettreiben, mehrere Seiten, die all deine Facetten beschreiben, im Profil anzulegen. Hierzu gehst du im Banner auf Seite bearbeiten und im aufgesprungenen Fenster auf Neue Seite erstellen. Denk daran, dass du die unterschiedlichen Seiten auch verschiedenen Personengruppen zuordnen kannst. Somit kannst du eine Seite für die Öffentlichkeit zugänglich machen und eine andere bspw. nur für Freunde mit denen du Bilder austauschen möchtest.
Zeige wo du noch zu finden bist
Desweiteren kann man auf Annettes Profil sehr schön erkennen, wie sie durch das Modul Meine Accounts ihre verschiedenen Internetauftritte bei myON-ID koppelt (siehe links) und somit jedem erkennbar macht, wo sie im Netz noch zu finden ist. Das Modul bietet dir eine Liste aller Accounts und Profile, die du in der Accountverwaltung im Monitoring hinzugefügt hast. So bist du leichter auffindbar und kannst bei vertikalen Dienstanbietern ebenfalls neue Kontakte finden.
Über Annette Schwindt
Annette Schwindt ist DPRG-geprüfte Beraterin für Public Relations und verfügt über jahrelange Erfahrung in Online-Kommunikation. Sie hat die Bonner Agentur schwindt-pr im Jahre 2002 gegründet und hilft seitdem Künstlern und kleinen Unternehmen, die ihre Kommunikation neu aufbauen oder verbessern möchten. Außerdem hat Annette bereits einen Leitfaden, wie man Facebook zielsicher benutzen kann, als eBook herausgebracht. Unter dem Titel “Einführung in die Grundlagen von Facebook” kann sich jeder Interessent dieses Online-Buch kostenlos herunterladen.
Wenn du findest, dass auch dein myON-ID Profil auf unserem Blog vorgestellt werden sollte, schick uns einfach eine E-Mail mit deinem Profillink und einer kurzen Begründung, warum du gern vorgestellt werden möchtest. Die schönsten Profile werden wir dann hier in Absprache mit dir präsentieren.
Mehr Tipps und Tricks, wie du dein myON-ID Profil verschönern kannst, findest du HIER.
Soziale Netzwerke im Internet – Karrierefalle oder Karrieresprungbrett
17. August 2009 um 8:45 von Anya Rutsche
Bis in die 90er Jahre galt der Name des MI6-Chefs als Staatsgeheimnis und wurde nur mit dem Codenamen “C” tituliert. Wenn man jetzt allerdings im Internet danach sucht, bekommt man nicht nur den Namen des designierten Chefs des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6, sondern sogar nette Fotos in Badehose, die bei der Internetplattform Facebook von seiner Frau ins Netz gestellt wurden. Ausser dem britischen Außenminister sieht Großbritannien Sir John Sawers Karriere durch diesen Datengau in Gefahr.
Ein weiteres Beispiel für fatales Selbstmarketing beschenkte uns Anfang des Jahres ein Mann aus Kalifornien, der damals über den Microblogging Service Twitter seinen neuen Job etwas unklug ankündigte. Nachdem er eine Stelle bei Cisco angeboten bekam, “twitterte” er darüber etwas weniger enthusiastisch, was sofort mit einer Kündigung von Cisco beantwortet wurde.


Es gibt allerdings auch sehr positive Beispiele von Menschen, die ohne das Internet und die zahlreichen sozialen Netzwerke nicht an den Karrierepunkt angelangt wären, wo sie jetzt stehen. Claudia Sommer beispielsweise ist eigentlich Webmanagerin bei Greenpeace. Bekannt wurde sie aber durch Twitter und ihren Weblog. Mittlerweile ist sie die meistgelesene Umweltaktivistin im deutschsprachigen Internet. Ihr Trick war, anderen zuzuhören und auf interessante Menschen und Beiträge hinzuweisen. So wurde sie zur wichtigsten Schnittstelle für Umweltthemen. Heute profitiert sie von ihrem Image als vernetzte Umweltexpertin. “Ich habe auf Menschen hingewiesen, die ähnlich denken, wie ich und dadurch meine Überzeugung gezeigt. Beide Seiten – diejenigen, die ich ins Gespräch gebracht habe und diejenigen, die sich für diese Tipps interessieren – bilden heute die Basis meiner Sichtbarkeit.”
Robert Basic zeigt wie es richtig geht

Auch Robert Basic ist durch das Internet berühmt geworden. Robert Basic ist nicht mehr nur Deutschlands bekanntester Blogger, sondern auch derjenige, der seinen Blog “Basic Thinking” auf eBay unter großer Anteilnahme für viel Geld versteigert hat. Diese Bekanntheit hat viel mit Glaubwürdigkeit zu tun: “Auf meinem Blog habe ich mein Know-how vermittelt und dadurch Anerkennung von meinem Netzwerk erhalten.” Heute ist er Gründer der Lokalplattform BUZZriders. Basic profitiert dabei von seinem Status als Trendscout: BUZZriders gilt bereits jetzt als hip obwohl es noch gar nicht gestartet ist.
Als Experte ist man nur so gut, wie sein Ruf im Netz. Wer zu seinen Themen bei Google und Co. nicht präsent ist, der existiert quasi nicht – das bestätigt Blogger und Buchautor Jeff Jarvis. Eine professionelle Darstellung im Netz ist deshalb nur wertvoll, wenn sie mit den Expertengebieten zusammen in den Suchtreffern gefunden wird. Damit erhält eine Person die notwendige Aufmerksamkeit, um sich durch ihr Know-how in ihrem wachsenden Netzwerk zu profilieren.
Wie man sieht kann das Internet sowohl Falle als auch ein großes Sprungbrett für die Karriere sein. Für Bewerber deshalb noch ein paar Tipps, wie sie bei einer Bewerbung mit Ihren Online-Profilen für sich werben können:
- Digitalen “Dreck” entfernen (Bilder, Kommentare und Links, die sich negativ auf die eigene Reputation auswirken könnten)
- Regelmäßige Profilupdates aller Profile
- Kommentare beobachten und evtl. negative aussortieren (teilweise ist die “Pinnwand” öffentlich einsehbar)
- Nur ausgewählten Gruppen beitreten (Gruppen wie “Wir trinken Bier nur an Tagen, die mit ‘g’ enden. Und Mittwochs.” sprechen nicht für den Bewerber)
- Privacy Einstellungen kontrollieren (wenn das Profil “privat” ist, können es meist nur Freunde einsehen)
Lesen Sie dazu auch folgende Artikel:







