Die Illusion der absoluten Markenkontrolle
10. März 2010 um 9:15 von Mario Grobholz
Vielleicht haben Sie schon davon gehört, dass die Marke Ihres Unternehmens nicht mehr Ihnen gehört? Die Behauptung basiert dabei auf einfacher Mathematik. Im Zeitalter von Blogs, Diskussionsforen, Facebook, Twitter und anderen Web 2.0 Tools kann fast jeder online gehen und über Ihr Unternehmen und seine Angebote reden. Als Ergebnis kommt heraus, dass die Menge an Informationen, die Ihre Marketing-und PR-Abteilung erzeugen kann, nur einen kleinen Prozentsatz des Gesamtvolumens von Inhalten über Ihre Firma im Internet ist.
Bedeutender werden diese Stimmen zudem, wenn einige dieser Stimmen genauso beliebt oder gar beliebter als Ihre offizielle Stimme werden. Diese werden Sie dann sehr weit oben bei Google und Co. finden. Nehmen wir Jako als Beispiel. Eigentlich ein Sportbekleidungshersteller, ist Jako im Herbst 2009 stark in die Kritik geraten, da sie einen Blogger abmahnten, der sich abfällig über ein neues Logo äußerte. Immer noch findet man jetzt unter den ersten Suchergebnissen Einträge zu diesem Vorfall. Das Image und die Reputation von Jako ist daher nicht nur verändert, sondern in diesem speziellen Fall nachhaltig beschädigt worden.
Die Fehler der “Großen”
Große Organisation reagieren sehr empfindlich wenn es um ihre Marke geht. Die Wenigsten sind glücklich über den Kontrollverlust und haben Wege gefunden damit umzugehen. Sie reagieren auf die Web 2.0-Ära in unterschiedlicher Weise aber die meisten von ihnen starten vergeblich den Versuch, Kontrolle auszuüben oder wiederherzustellen.
Einige verschieben ihre großen Marketing-Kampagnen in die Onlinewelt, um den Gesprächen “von Draußen” entgegen zu wirken. Andere versuchen, Einfluss auf bedeutende Stimmen “von Außen” zu nehmen. Viele monitoren (verfolgen) auch Gespräche die online stattfinden und beteiligen sich an diesen, indem sie u. a. offizielle Facebook-Fan-Seiten oder Twitter-Accounts ins Leben rufen. Andere stellen auch Mitarbeiter, die mit nichts anderem beschäftigt sind, als das Unternehmen nach außen hin gut dastehen zu lassen. Das funktioniert allerdings nur selten, denn Web-User sind sehr gut im Erschnüffeln unechter Stimmen und ignorieren diese bzw. greifen diese sogar an.
Einige große Unternehmen haben einen anderen Ansatz gewählt: Sie haben ihre mangelnde Kontrolle über die eigene Marke angenommen und ermutigen nun intensiv Mitarbeiter an Online-Unterhaltungen teilzunehmen ohne sie darauf zu schulen oder einen Leitfaden zu entwickeln. Ihre Argumente an die Mitarbeiter heißen meist wie folgt: “Sie kennen ja unser Unternehmen sehr gut, erzählen Sie über uns im Web. Wir wollen, dass die Welt erfährt, was Sie zu sagen haben.”
Erst denken, dann reden
Klingt das alles sehr riskant für Sie? Halten Sie sich nun vor Augen, welche gravierende Ausmaße ein falscher Ansatz haben kann? Es ist einfacher als es aussieht und mit ein paar logischen Maßnahmen schaffen auch Sie den Sprung in die vielseitige Onlinewelt.
Als erster Tipp sei gesagt, dass ad hoc aufgesetzte Online-Kommunikationstools zu vermeiden sind, um es nicht dem Zufall zu überlassen, ob ein Dialog mit den Kunden entsteht oder er gänzlich abgelehnt wird. Um effektiv mit Social Media arbeiten zu können sind einige Schritte notwendig, um zu vermeiden, dass ohne Ziel in den Web-Wald hinein geschriehen wird, ohne Antwort zu erhalten.
Zielgruppen müssen definiert werden, Kommunikationsziele festgelegt, Strategien entwickelt und die richtigen Technologien eingesetzt werden. Des Weiteren sollte man sich vorher ein Bild machen, wo und wie die Kommunikation im WWW stattfindet. Twitter zum Beispiel wird derzeit als wichtigstes Marketingtool im Onlinebereich gehandelt. Was aber, wenn Ihr Klientel sich auf dieser Plattform gar nicht bewegt? Sie wären sicherlich schnell vom ausbleibenden Dialogeffekt enttäuscht und entscheiden, dass Social Media nicht in Ihr Portfolio passt. Doch vielleicht gibt es themenrelevante Foren, die Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung schon längst diskutieren. Genau das gilt herausgefunden zu werden, bevor auch nur ein Schritt in die Webwelt gesetzt wird.
Die ersten Schritte für einen erfolgreichen Social Media Start
- Crawling – Identifikation der Zielgruppen-Communities (Wo wird gesprochen?)
- Monitoring – Was wird geredet?
- Mood-Controlling – Wie wird über die Marke und die Firma gesprochen (Tendenz positiv oder negativ)?
- Prioritätsanalyse – Welche Social Media Kanäle müssen am intensivsten angegangen werden?
Kommunikation im Internet kann nun gezielt angegangen werden. Es wird zugehört und Ihr Unternehmen kann von Feedback, Kritik und Lob auf Echtzeitbasis profitieren. Social Media Kanäle richtig eingesetzt können somit schon bald einen entscheidenden Vorteil gegenüber Ihren Wettbewerbern bringen.
Bildquelle: Flickr @arisey
Marke und Ruf sind keine Synonyme
17. Juli 2009 um 5:14 von Anya Rutsche
In einem kürzlich erschienenem amerikanischen Artikel von Geoff Livingston wurde behauptet, dass Marke und Ruf (Brand and Reputation) keine Synonyme wären. Absolut richtig!
Wie auch im besagten Blogpost erklärt, gibt es sehr viele Social Media Experten, die sich einen Brand (also eine Eigenmarke) auf verschiedenste Art und Weisen aufgebaut haben, der Ruf sich dadurch aber nicht unbedingt verbessert hat. Deshalb ist es ganz wichtig, beide Punkte beim Eigenmarketing zu beachten.
Wer beim twittern immer nur andere Menschen angreift, wird eventuell schneller bekannt als jemand der sinnvolle, wohl bedachte Ratschläge gibt. Doch der Ruf oder das Image kann bei beiden ganz anders gewichtet sein. Einige finden sich auch als sehr erfolgreich, indem sie versuchen falsche Tatsachen aufzutischen, um an Ruhm zu kommen. Ganz schlimm sind auch diejenigen, die nur darauf warten, dass ihnen von Mitstreitern etwas vor die Füße gelegt wird, was man für sich selbst „verwerten” kann. Oder wer kennt sie nicht, die “Dienstleister”, die jedem followen, bei dem Sie denken, ihr Produkt verkaufen zu können, nur weil es beim Wettbewerber gut funktioniert. Dabei ist doch aus eigener Kraft etwas aufzubauen und selbst etwas zu bewegen viel wertvoller und vorallem befriedigender.
Ganz fatal wird es bei den etlichen Diensten, die es mittlerweile für Twitter gibt, die dir (womöglich sogar gegen Entgeld) anbieten, deine Followeranzahl zu steigern. Natürlich macht es einen stolz, viele „Anhänger” verzeichnen zu können. Doch was bringt es einem, wenn keiner zuhört? Von einer gelungenen Online Reputation kann dann also nicht die Rede sein.
Wie man sieht, gibt es einige Möglichkeiten an seine 15 Minuten Ruhm zu kommen, doch wer längerfristig im Gespräch bleiben möchte, muss sich richtig positionieren, zuhören und Ratschläge geben können. Nur so ist es möglich, Marke UND Ruf stetig aufzubauen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Dafür braucht man Zeit und Geduld. Durch einen Reputationsservice wie ihn myON-ID bietet, kannst du jedoch etwas dafür tun, dass sich Marke und Ruf gleich schnell entwickeln und nicht zu Antonymen werden.
Personal Branding im Web
30. März 2009 um 10:12 von Mario Grobholz
Reputation Management geht längst jeden an und ist nicht nur eine Angelegenheit für Unternehmen oder Personen, die ein gesteigertes Ego haben. Wer heute sein Online-Image nicht kennt, geht sorglos mit einer wichtigen Ressource – seiner Person als Marke – um.
Umgekehrt profitieren diejenigen, die bewusst und gezielt ihre eigene Person im Internet präsentieren von der Kraft des “sozialen Netzes”. Dieser Trend wird sich zukünftig durch neue Tools und durch den “demografischen Faktor” noch verstärken.
Personal Branding beginnt mit einer Status-quo-Bestimmung, welche eines kontinuierlichen Monitorings bedarf. Was ist über mich im Netz bereits zu finden? Passen die Ergebnisse zu meinem Selbstbild oder behindern sie mich gar bei meiner Karriere? Für den Aufbau des eigenen Personal Brands im Internet kommen eine Vielzahl an Funktionen und Tools zum Einsatz, so zum Beispiel Blogs, Twitter und Social Networks.
Wie weit der Einzelne dabei jeweils gehen will, sollte jeder für sich selbst festlegen. Die Grenzen zwischen Privatem und Beruflichem verschwinden hierbei jedoch vollständig. Eine “Verdrängungstaktik” ist hierbei in jedem Fall gegenüber dem “Löschansatz” zu bevorzugen und die nachhaltigere Reputationsstrategie.
Ihr Social Media Profile: Wer bin ich online?
14. März 2008 um 6:00 von Mario Grobholz
Der erste Eindruck zählt – auch online: Haben Sie sich schon einmal Gedanken über Ihre digitale Identität gemacht, vielleicht sich selbst via Ego-Googeln entdeckt? Geben Sie dazu einfach Ihren Namen in die Suchmaschine ein. Sie werden sich über das Elefantengedächtnis des Googleversums wundern.
Stellen Sie sich einfach einmal die Wirkung vor, wenn man diese digitalen Momentanaufnahmen von ihnen gleich direkt an Ihre Wohnungstür heften würde, so dass jeder sofort alles über Sie erfahren kann. In vielen Mietshäusern gibt es nicht einmal mehr Namensschilder an der Tür, so dass es schwer fällt, dem Briefträger den Weg zum Nachbarn zu weisen. Und jetzt das: eine digitale Transparenz, die alles offenbar werden lässt. Dem Zufall sollten sie so etwas wirklich nicht überlassen.
Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Diensten, Netzwerken, Communities und sonstigen Webseiten, bei denen Sie ein Profil von sich hinterlegen können. Vor lauter Anmeldungen und Registrierungsdaten ist es mittlerweile schwer, den Überblick zu behalten. Dennoch sollten Sie niemals vergessen: Alle Socia Media Profile sind letztlich “Satelliten” oder “Außenposten” Ihrer Identität im digitalen Raum und zahlen allesamt auf Ihre Reputation ein. Positiv wie negativ.
Nutzen Sie also die Möglichkeiten, die Ihnen Facebook, Flickr, Twitter, MyON-ID und andere Services bieten – aber tun Sie es bewusst. Wenn Sie sich erst einmal im Klaren darüber sind, wie sich das Bild, das andere von Ihnen haben dank Ihrer Profile zusammensetzt, können Sie gezielt Einfluss auf ihre Fremdwahrnehmung ausüben. MyON-ID bietet Ihnen hierzu beispielsweise die Möglichkeit Ihre sämtlichen existierenden Fundstellem im Netz zu sammeln und diese durch Ihre eigenen Kommentare zu personalisieren. Mit Ihren Kontakten bauen Sie sich bei myON-ID zudem Ihr eigenes Reputations-Netzwerk auf. Überlassen Sie es also nicht dem Zufall was über Sie gefunden wird und wie Ihr Online Image für Dritte aussieht.
Hinterlegen Sie überall die wichtigsten Informationen über sich oder Ihr Unternehmen, achten Sie dabei allerdings auf die Zielgruppe, die Sie bei dem jeweiligen Dienst erreichen können und wollen. Sorgen Sie außerdem für eine Vernetzung der Inhalte, wo sich dies anbietet. Warum nicht Ihren Blog in Ihr Facebook-Profil einbauen oder Ihre Twitter-Feeds auf Ihrem Blog und in dem Social Network Facebook anzeigen lassen? Denken Sie vernetzt und behalten Sie immer im Auge, wie Ihre Online-Aktivitäten von Außenstehenden wahrgenommen werden!
Wenn es Ihnen gelingt, die bestehenden Möglichkeiten effektiv zu nutzen, schärfen Sie automatisch Ihr Profil im Netz. Gebündelt stellen besagte Dienste damit eine ideale Möglichkeit dar, ihr Image zu steuern. Zudem werden Sie wesentlich zugänglicher und schaffen letztlich eines: Glaubwürdigkeit.
TOMORROW: myON-ID einer der Top-Hits in 2008
10. Dezember 2007 um 8:00 von Mario Grobholz
In der aktuellen Ausgabe der TOMORROW vom Januar 2008 wird myON-ID als einer der heissesten Hits für 2008 aufgeführt!
Das freut uns natürlich sehr und spornt uns weiter an die Erwartungen zu erfüllen. Reputationsmanagement scheint damit endgültig auch in Deutschland angekommen zu sein. Sicherlich gibt es in Europa viele gute Ideen und Startups, weswegen es natürlich für myON-ID nicht ganz einfach werden wird die Vorschusslorbeeren der TOMORROW zu ernten.
Wir sind uns aber sicher mit der neuen Version von myON-ID in Kürze für viel Freude und Überaschung bei unseren Nutzern zu sorgen.
Deswegen … stay tuned!
Digitale Identität I: Ein neues Selbstverständnis
12. November 2007 um 8:00 von Mario Grobholz
„Eine Persönlichkeit ist der Ausgangspunkt und Fluchtpunkt alles dessen, was gesagt wird, und dessen, wie es gesagt wird.“ (Robert Musil)
Die Jugend liest nicht länger Magazine oder gar Zeitungen. Sie surft ihre Social Networks ab und informiert und unterhält sich gegenseitig mit digitalen Fundstücken oder eigenen Ideen. Es wird nicht mehr stundenlang telefoniert, sondern stattdessen der Rechner stundenlang blockiert.
Wer hat heutzutage noch ein wirkliches Interesse an einem Telefonbuch oder nutzt die klassischen Stadtpläne, wenn in den Stadtportalen und in Google sofort fündig wird? Was im Kino oder TV geschaut wird, entscheidet sich immer öfter via digitaler Mundpropaganda statt mit Hilfe einer Programmzeitschrift.
Ob wir wollen oder nicht, wir bewegen uns mittlerweile genauso selbstverständlich in der virtuellen Welt wie im richtigen Leben. Besonders für die Jüngeren gehört das Web selbstverständlich dazu, aber auch immer mehr Silver Surfen entdecken das Web als sozialen Raum für sich. Das Internet ist als Informations- und Entertainmentmedium ein fester Bestandteil in unserem Alltag, mit dem wir immer größere Teile unseres Arbeitslebens und der Freizeit verbringen.
Mit dem Aufkommen von neuen Web 2.0-Angeboten im Netz veränderte sich die Kommunikationsstruktur. Der User vollzog einen Wechsel vom Empfänger zum Sender. Die früher vorherrschende Anonymität und Isolation des Einzelnen wurde durch die eigene Präsenz im Netz weitestgehend aufgehoben. Man kennt sich, man vernetzt sich. Die Scheu mit dem realen Namen im Netz zu erscheinen, nimmt immer weiter ab und schafft dadurch neue Probleme. Unsere Jugend macht’s vor und ist mit 45 Prozent auf Plattformen wie MySpace, StudiVZ, Facebook oder Xing präsent.
Es ist nur eine Frage der Zeit, wann unser digitales Treiben ein signifikanter Ausdruck unserer Persönlichkeit wird und eben auch auf diese zurückwirkt. Um diese Thematik näher zu beleuchten, werde ich mich in einer Reihe von Blogbeiträgen intensiver mit dem Thema Digitale Identität beschäftigen.
Der Begriff „Identität“ zielt in erster Linie auf die Unterschiede zwischen Personen ab. Aber auch die Gemeinsamkeiten mit anderen werden berücksichtigt. In der Regel wird darunter die einzigartige Kombination von persönlichen und unverwechselbaren Eigenschaften des Individuums verstanden. Dazu gehören unter anderem der Name, das Geschlecht und der Beruf. Dadurch lassen sich Personen voneinander unterscheiden. Identität ist immer eng verknüpft mit Identifizierung, dem Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, Gruppenzugehörigkeiten und Selbstpräsentation. Wer weiß, wie stark sich in Zukunft unseres digitales Erscheinungbild, unsere Online-Reputation, auf unser Leben auswirkt und auch den herkömmlichen Identitätsbegriff obsolet macht bzw. ihn erweitert.
Klaus Eck, PR Blogger
Presse Highlights der letzten Tage
23. Oktober 2007 um 8:00 von Mario Grobholz
Seit unserer Ankündigung vom letzen Montag, myON-ID mit Hilfe unsere Investors zur Personensuchmaschine auszubauen hat sich einiges getan und es war richtig viel los. Ich will deshalb hier kurz ein paar Highlights aus dem Blätterwald der letzten Tage zusammenfassen. Es scheint, als wären nun wirklich auch die Großen der Branche auf myON-ID aufmerksam geworden.
Einige weitere Interviews wurden bereits geführt und werden sicherlich auch in den nächsten Tagen für den ein oder anderen spannenden Artikel sorgen. Wir freuen uns sehr über dieses große Interesse und die positive Ressonanz. Wir werden versuchen mit unserer Öffentlichkeitsarbeit weiterhin das Thema Reputationsmanagement bekannt zu machen und die Nutzer dafür zu sensibilisieren.
Für alle die noch mehr wollen … bleibt gespannt, denn der Knüller folgt am 4.11.
Presseclipping: Kosmetik für das eigene Web-Image
20. Oktober 2007 um 8:00 von Mario Grobholz
Spiegel Online, 16. Oktober 2007

Kosmetik für das eigene Web-Image
Immer mehr Menschen verraten online zu viel über sich und merken das zu spät. Der “Reputationsdienst” myON-ID will dafür sorgen, dass recherchierende Arbeitgeber im Web nicht nur Saufbilder und abseitige MySpace-Seiten finden: Der Dienst will das Online-Image gezielt frisieren.
10 Tipps für das digitale Reputationsmanagement
10. Oktober 2007 um 8:00 von Mario Grobholz
Wer seinen eigenen Namen bei Google zum ersten Mal eingibt, ist manchmal überrascht über die Ergebnisse. Nicht jeder der gelisteten Links trifft hierbei auf die eigene Zustimmung. Anders als bei myONID können wir die Reihenfolge des Google Rankings nur bedingt beeinflussen.
Das kann fatale Folgen für die eigene Karriere oder für das Image eines Unternehmens haben. Wer erst einmal am Online-Pranger steht, tut sich manchmal schwer mit der öffentlichen Kritik. Jede einzelne Reaktion wird beäugt und findet erneut ihren Widerhall im Netz.
Aus diesem Grunde empfehle ich immer, nichts dem Zufall zu überlassen. Seien Sie sich Ihrer digitalen Spuren bewusst, die Sie selbst hinterlassen und versuchen Sie für Ihr Anliegen online Fürsprecher zu finden, damit Ihr digitales Erscheinungsbild wirklich auch Ihren Vorstellungen entspricht. Marcel Weiss hat mich mit seinen 5 Tipps für eine bessere Online-Reputation inspiriert.
1. Bewußtsein: Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass wir inzwischen alle in der Öffentlichkeit leben. Wenn wir auf eine Veranstaltung gehen, werden dort Fotos, Videos und Blogbeiträge erstellt, von denen wir vorab nichts ahnen. Wir haben hierbei oftmals keinen ersichtlichen Ansprechpartner, weil wir ahnungslos Gespräche führen, die digitalisiert werden. Das Ethos eines Journalisten gilt den Bloggern erst einmal nichts. Erst wenn die Berichte online stehen, können wir darauf reagieren. Aus diesem Grunde sollte jeder regelmäßig seinen Namen googlen (“Ego-Surfing”) und die eigene digitale Identität überprüfen. Wie werde ich wahrgenommen? Wer schreibt etwas über mich? Welche Hintergründe hat das?
2. Diziplin: Wer sich selbst unvorteilhaft in Szene setzt und dafür sorgt, dass es digital festgehalten wird, darf sich über die Wirkung nicht wundern. Jeder Twitter- oder Blog-Beitrag entfaltet seine Wirkung. Selbst Kommentare bleiben nicht unsichtbar. Deshalb sollten wir vor jedem Publizieren darüber nachdenken, was wir gerade veröffentlichen. Je emotionaler der eigene Beitrag ist, desto fragwürdiger – weil unvorteilhaft – könnte dieser sein. Denken Sie vorher nach und vermeiden Sie es aus der Wut oder Euphorie heraus, etwas zu veröffentlichen. Dementsprechend ist es kontraproduktiv unter Drogeneinfluss zu publizieren. Nicht wenige Angestellte durften aus diesen Gründen ihren Hut nehmen.
3. Suchen automatisieren: Mit Hilfe von GoogleAlerts kann man sehr schnell die Online-Informationen über die eigene Person verfolgen, ohne dass man einen großen Aufwand damit hat. Darüber hinaus ist es sinnvoll, auch Technorati zu nutzen. Dort kann man ebenfalls eine Watchlist zur eigenen Person oder zum Unternehmen einrichten.
4. Social Networks nutzen: Melden Sie sich beispielsweise bei Xing an und stellen Sie sich selbst im Profil vor. Dann werden Sie darüber sehr gut gefunden. Gerade Headhunter und Arbeitsgeber informieren sich inzwischen häufig via Xing. Je besser Sie dort ihr Profil ausfüllen, desto größer ist der Nutzen für Ihre digitale Reputation.
5. Bloggen: Wenn Sie unter Ihrem Namen ein Blog betreiben, spüren Sie unmittelbar die Suchmaschinenrelevanz. Allerdings sollten Sie relevante Artikel verfassen, die Ihre Leser zum Verlinken animieren.
6. Webadresse einrichten: Melden Sie möglichst unter Ihrem Namen eine Domain an. Das wirkt sich sofort auf die Suchmaschinenergebnisse aus, wenn Sie dort regelmäßig aktuelle Inhalte einstellen.
7. Social Media nutzen: Richten Sie weitere Webprofile im Social Media-Umfeld ein. Mit wenig Aufwand können Sie Ihr Profil bei Twitter (und vergleichbare Services), Technorati.com, Mister Wong, myONID etc. hinterlassen.
8. Aufmerksamkeit erzielen: Je mehr Sie selbst in der Öffentlichkeit aktiv sind, desto mehr Anreize bieten Sie, dass andere darüber berichten. Verlinken Sie diejenigen, die wohlwollend über Sie schreiben und verschaffen Sie ihnen dadurch ebenfalls Aufmerksamkeit.
9. Online-Relations ausbauen: Pflegen Sie Ihre Kontakte, in dem Sie in Blogs kommentieren, via Social Networks kommunizieren und sich generell (auch telefonisch und persönlich) austauschen. Verstecken Sie sich nicht, sondern nutzen Sie die Gelegenheit für das öffentliche Gespräch. Das unterstützt Ihre digitale Reputation am besten und verschafft Ihnen positive Aufmerksamkeit.
10. Online-PR/ Online-Marketing: Verschicken Sie Newsletter an Ihre wichtigsten journalistischen und Kundenkontakte; idealerweise bieten Sie zudem eigene RSS-Feeds an, so dass jeder Ihre Inhalte individuell nutzen kann. Darüber hinaus können Sie auch klassische PR-Portale wie OpenPR nutzen, um ihre Aktionen online anzukündigen. Auf diese Weise ist es möglich, negative Suchmaschinenergebnisse durch “relevante” Inhalte zu verdrängen. Löschen können sie Google-Ergebnisse nicht, aber dafür sorgen, dass gute Meldungen weiter oben platziert werden.
>> Karriere-Bibel: Reputation 2.0 –Dienste für einen besseren Ruf
>> Marcel Weiss: 5 Tipps für eine bessere Online-Reputation
Klaus Eck
Den guten Ruf herausstreichen
2. Oktober 2007 um 8:00 von Mario Grobholz
Wer sich online besser in Szene setzen und selbstvermarkten will, der kann sich auf das Werkzeug “Blogs” verlassen. Denn dieses profitiert in der Regel nach einer gewissen Zeit vom Google Juice. Je häufiger die eigenen Blog-Artikel wahrgenommen und verlinkt werden, desto besser dürfte die eigene digitale Positionierung sein. Voraussetzung dafür ist es jedoch, (positive) Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und Leser zu binden. Fach- und Themenblogs bieten dazu sehr gute Möglichkeiten. Denn sie erlauben es dem Einzelnen, die eigenen Kompetenzen deutlich zu machen und damit den eigenen digitalen Ruf zu stärken.
Bereits im Jahre 2005 ergab eine Umfrage der Blog-Suchmaschine Technorati und der PR-Agentur Edelman, dass Blogs von vielen ihrer Betreibern als Möglichkeit genutzt wird, sich in einem Fachbereich als Experte zu positionieren. Ein Drittel der Befragten gab an, “einen Blog zu betreiben, um sich >>sichtbare Autorität auf seinem Gebiet<< zu verschaffen.”Im Sommer 2006 heißt es auf dem Portal ibusiness in dem Artikel “Wie guter Ruf zu barer Münze wird“:
„Ein guter Ruf entscheidet über den nötigen Geschäftserfolg. Wer bereits über eine positive Reputation verfügt oder sich eine aufbauen will, wird künftig digitales Reputation Management betreiben. Eine Management-Disziplin die gerade im Entstehen ist und zunehmend an Bedeutung gewinnen dürfte.“
Mittlerweile gibt es zahlreiche Dienste im Netz, welche die digitale Reputation zu schützen versuchen oder zumindest einen Überblick darüber vermitteln. Jochen Mai liefert in seinem Blog Karrierebibel einen guten Überblick über die einzelnen Tool-Anbieter im Reputaton-Markt, darunter auch myON-ID.
Angesichts der vielfältigen Reputation Tools, ist das Reputation Management längst kein Thema mehr allein von großen Konzernen, sondern erreicht auch kleine und mittelständische Unternehmen. Aufgrund der neuen radikalen Transparenz, der sie heute längst durch das Internet (insbesondere des Web 2.0) ausgesetzt sind, sollten sie die Gelegenheit nutzen, ihre Kompetenzen zu inszenieren und selbst aktiv via Blog und Social Networks für sich zu werben.
Der Journalist Jochen Mai fragt in seinem Reputation-Beitrag zudem, wie man seine “Reputaton 2.0″ unterstützen und Reputationsrisiken vermeiden kann:
“Als Schutz für die eigene Reputation kommen derzeit nur zwei Wege infrage – entweder so wenig wie möglich ins Netz zu stellen oder überall präsent zu sein. Sprich: Bloggen, Mitgliedschaften in sozialen Netzwerken, Flickrn, Bookmarken & Co. Das volle Programm. Unliebsame Inhalte im Web nachträglich zu löschen, ist schwer. Folglich hilft nur verdrängen. Oder gibt es doch noch Alternativen?”
Meiner Ansicht nach stellt sich diese Alternative gar nicht. Denn wenn ich die erste Variante wähle und mich auf eine vermeindliche digitale Askese einlasse, mache ich mich angreifbar. Selbst wenn ich auf Social-Media-Aktivitäten verzichte, müssen das andere noch lange nicht. Sobald jemand öffentlich auftritt, wird er normalerweise auch online wahrgenommen. Es findet seinen kleinen oder großen Widerhall im Netz. Entweder werden wir fotografiert, gefilmt, getwittert oder gar gebloggt. Natürlich ist hierbei noch unklar, auf wie viel Resonanz das jeweils trifft.
Niemand ist wirklich dazu gezwungen, sich auf das volle Programm der Social Software einzulassen, ignorieren sollte man es weder als Person noch als Unternehmen. Etwas Ego-Surfing und Blog-Monitoring bewahrt uns sicherlich davor, zum Spielball unbekannter Kräfte zu werden. Hierbei können Blogs ein hilfreiches Instrument sein, um die Aufmerksamkeit der eigenen Stakeholder auf die gewünschten Dinge zu lenken.
>> Karrierebibel: Jochen Mai: Reputation 2.0 – Dienste für einen besseren Ruf
>> myONID Blog: Personen werden zur Marke
Klaus Eck, PR Blogger















