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Social Media: Einfach nur dabei sein ist NICHT alles

22. September 2011 um 8:10 von Mario Grobholz

Für viele Spitzenathleten stehen die Zeichen im Moment komplett unter dem Einfluss der Olympischen Spielen 2012 in London. Im Moment heißt die Devise noch „Dabei sein ist alles!“ Doch was passiert mit dieser Einstellung, wenn die Spiele begonnen haben und der Großteil der Athleten eher enttäuscht anstatt zufrieden nach Hause fährt? Ist dann „Dabei sein“ wirklich alles? Nun geht es in diesem Beitrag ja eigentlich nicht um Olympia sondern um Social Media und natürlich ist das Social Web mit all seinen Plattformen nicht wirklich mit den olympischen Sommerspielen zu vergleichen. Aber was das Motto angeht, scheint es laut einer neuen Studie doch Parallelen zu geben. Denn für viele Unternehmen, die im Bereich Social Media aktiv sind oder dies werden wollen, ist es anscheinend vor allem wichtig, einfach nur „dabei zu sein“. Dafür gut ausgestattet, mit Guidelines oder ganzheitlichen Konzepten, sind die wenigsten, obwohl laut der Studie „Social Media Governance 2011” mittlerweile gut 70 Prozent der Unternehmen im Social Web unterwegs sind.

Dies ist im Vergleich zum Vorjahr zwar eine Steigerung von 16 Prozentpunkten, dennoch sieht ein Großteil der Befragten noch zentrale Hürden im Bereich Social Media. Dazu gehören mit 76 Prozent der hohe Arbeitsaufwand, mit 55 Prozent der Kontrollverlust und mit 52 Prozent der Mangel an überzeugenden Konzepten. Gerade in diesem Punkt zeigt die Studie deutlich auf, dass es an ganzheitlichen Social-Media-Strategien fehlt.

Zwar besitzen 74 Prozent eine solche Strategie für die Unternehmenskommunikation und PR, allerdings ist diese in der Praxis häufig lediglich auf einzelne Plattformen wie Facebook, Twitter, Youtube und Co. ausgerichtet. Plattformübergreifend oder ganzheitlich für das gesamte Unternehmen ausgelegt sind dagegen nur 20 Prozent der Social-Media-Strategien. Man kann sich gut vorstellen wie das dann aussieht: Die HR-Abteilung versucht über Twitter, Personal zu rekrutieren. Die Ingenieure berichten in einem eigenen Blog über ihre täglichen Erfahrungen. Mit der Kommunikationsabteilung sind diese Tätigkeiten nicht abgestimmt – vielleicht weiß diese noch nicht einmal davon.

Um ein ganzheitliches Social-Media-Konzept zu schaffen, sollten Unternehmen daher zunächst prüfen, welche Social-Media-Quellen derzeit vom Unternehmen bedient werden. Dann gilt es, eine technische Grundlage zu schaffen, um die Social-Media-Plattformen untereinander und mit der Website zu verbinden. Im Anschluss sollte ein einheitliches Kommunikationskonzept geschaffen werden: mit inhaltlich attraktiven Kampagnen und Aktionen, die einen Kreislauf zwischen dem Social Web und der Internetseite anstoßen und diesen fortlaufend verstärken. Wie dies beispielsweise speziell im Bereich der Personalwirtschaft aussehen kann, beschreiben wir in unserem Whitepaper, das hier zum Download bereit steht.

Denn was nützt die beste Social-Media-Kommunikationsstrategie, wenn die Kommunikation im Social Web verpufft? Eine starke technische Grundlage unterstützt den Erfolg der Social-Media-Strategie, denn das olympische Motto: „Dabei sein ist alles!“ gilt hierbei eben nur bedingt.

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Bürgermeinungen zum Durchblättern – großes Interesse am iMedia Lounge Magazine auf der CeBIT

15. März 2011 um 12:06 von Philipp Strobel

Zugang zu Informationen und Meinungen im Bereich kommunaler Entscheidungen verläuft immer häufiger asymmetrisch. Auf der einen Seite steht der voll vernetzte Bürger: Auf Twitter, Facebook und Blogs diskutiert er eifrig über Politik, Projekte und Perspektiven. Auf der anderen Seite steht der Entscheider, welcher alleine aufgrund der Masse an Informationen kaum den Überblick über laufende Diskussionen behalten kann. In der Folge werden Entscheidungen oft weit weg vom Bürger und über dessen Kopf hinweg getroffen. Wie soll der Entscheider in einer Kommune bei der unglaublichen Größe des Social Web den Überblick darüber behalten, was die Bürger wirklich bewegt? Wie lässt sich rechtzeitig erkennen, ob sich explosive Gemische wie beim Fall „Stuttgart 21” in der Öffentlichkeit bilden? Und wie kann rechtzeitig gehandelt werden, bevor es zu spät ist und der Wasserwerfer zum Löscheinsatz anschreitet? Auf der CeBIT hat unser Partner IBM gemeinsam mit ontopica, think2know und mit uns innovative Antworten auf diese Fragen präsentiert. Unter dem Motto „Bürgerbeteiligung 2.0 – vom Wutbürger zum konstruktiven Mitgestalter” haben wir den kompletten Werkzeugkoffer für das Zuhören, Entscheiden und Handeln vorgestellt.

Unser iMedia Lounge Magazine von myON-ID Media ist dabei auf äußerst positive Resonanz gestoßen. Es aggregiert als Informationsplattform automatisch die Nachrichten aus dem Netz, welche für Entscheider wirklich relevant sind. Aufbereitet in Form eines digitalen Magazins, kann der Entscheider unterwegs auf dem iPad durch die wichtigsten Blog-Beiträge, Nachrichten, Meinungen und Tweets blättern. Dabei muss der Entscheider gar nicht einmal den ganzen Tag das Social Web selbst beobachten, um ständig am Ball zu bleiben. Das iMedia Lounge Magazine übernimmt diese Aufgabe automatisch für ihn – redaktionsfrei und übersichtlich aufbereitet.

Dem Magazin liegt unsere iMedia Lounge zugrunde. Die iMedia Lounge ist das führende Social  Media Content Management System (SCMS). Mit dem Einsatz als automatisch generiertes Social Magazine haben wir erneut gezeigt, welche verblüffenden Einsatzmöglichkeiten die iMedia Lounge bietet.

Entscheider aus Kommunen, Ministerien und Staatskanzleien stellen sich der Herausforderung

Dass die Themen Reputationsmanagement und Bürgerbeteiligung bei den Kommunen priorisiert wahrgenommen werden, zeigt die sehr positive Resonanz auf der CeBIT. In vielen persönlichen Gesprächen mit Entscheidern aus Kommunen, Ministerien und Staatskanzleien zeigte sich deutlich, dass die neuen Herausforderungen bekannt sind. Unsere gemeinsame Lösung mit IBM liefert die modernsten Tools zum Zuhören und Aktivwerden. Zahlreiche Kommunen werden die neuen Chancen am Schopf packen und die Thematik offensiv angehen. Wir sind gespannt, welche Kommunen diesem Trend folgen.

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Social Media Newsroom Expertenrunde: Alles was Sie über den Social Media Newsroom wissen sollten.

7. September 2010 um 9:04 von Mario Grobholz

Social Media bietet für Kommunikation, Marketing und Kundenservice zahlreiche neue Möglichkeiten. Der Social Media Newsroom wird dabei immer häufiger von Unternehmen eingesetzt. Wie dieser idealtypisch aussieht haben wir im August mit einer Runde ausgewiesener Experten diskutiert. Abschließend stellen wir heute die interessantesten Informationen und Aussagen zusammen.

In der Serie “Social Media Experten stellen den Social Media Newsroom vor” konnten wir über die grundsätzliche Funktionsweise, die Unterscheidung zu einem klassischen Blog, über die Zielgruppen bis hin zur Frage des Zusammenspiels mit der klassischen Unternehmenskommunikation die Meinungen ausgewiesener Social Media Experten einholen. Nachfolgend haben wir einzelne Aussagen unser Social Media Experten über den Social Media Newsroom zusammengestellt. Wir hoffen damit Ihnen eine hilfreiche Informationsgrundlage für die Entscheidungsfindung und Auswahl einer geeigneten Lösung für viele weitere Social Media Projekte an die Hand geben zu können:

Was ist ein Social Media Newsroom und wie funktioniert er?

Social Media Newsrooms ergänzen, besser: ersetzen den klassischen Pressebereich einer Website. Unternehmen und Organisationen können mit ihrer Hilfe Journalisten, aber auch Blogger, Twitterer und andere Interessenten auf dem Laufenden halten. Richtig eingesetzt, verschaffen Social Media Newsrooms den Botschaften eines Unternehmens damit mehr Reichweite im Vergleich zum traditionellen Pressebereich. Vorteilhaft ist auch die teilweise automatische Befüllung. (Bernhard Jodeleit)

Für uns ist der Social Media Newsroom die Drehscheibe zwischen Agentur-Webpräsenz und dem Social Web. Hier aggregieren und kreieren wir Inhalte, von hier verteilen wir sie ins Web. (Veit Mathauer)

Wie unterscheidet sich der Social Media Newsroom von einem Blog?

Ein Blog ist Teil der Auftritte im Social Web, ebenso wie ein Twitter, Xing oder ein Facebook Account. Der Social Media Newsroom hingegen vereint diese Kanäle. Dabei beschränkt sich der Newsroom nicht nur auf die sozialen Netzwerke, ebenso können dort Präsentationen, Newsletter, aktuelle Meldungen, Fotos, Videos und Hintergrundinformationen bereitgestellt werden. Er sollte alles beinhalten, was einen guten Online-Pressebereich ausmacht und zusätzlich das Social Web einbinden. (Klaus Eck)

Ein Blog ist nur ein Teilmedium eines potentiellen Newsrooms. Ein Blog kann auch teilweise durch Widgets aggregieren, lebt aber viel stärker durch konkrete Themen und redaktionelle Betreuung. Ein Social Media Newsroom ist dagegen in erster Linie eine reproduzierende Oberfläche die keinen orginären Content anbietet. (David Nelles)

Welches sind die wesentlichen Einsatzfälle für einen Social Media Newsroom?

Social Media Newsrooms können den klassischen Pressebereich eines Unternehmens oder einer Organisation ergänzen oder ersetzen. Zudem sind Newsrooms zu einem bestimmten Themenbereich denkbar. So könnte sich ein Unternehmen dazu entschließen, einen Social Media Newsroom zu einem bestimmten Produkt oder einem bestimmten Aspekt seiner Tätigkeit einzurichten, etwa zu Corporate Social Responsibility oder zu Human Resources. (Bernhard Jodeleit)

Die wesentlichen Einsatzfälle für einen Social Media Newsroom sind die Aggregation, Aufbereitung und Bereitstellung von bestehenden und neuen Inhalten an einem zentralen Ort im Look und Feel des Unternehmens. (Jan-Hendrik Senf)

Wer sind die Zielgruppen für den Social Media Newsroom?

Die Zielgruppe für einen Social Media Newsroom sind Unternehmen, die bereits im Social Web aktiv Inhalte beisteuern und die ihren bestehenden Internetauftritt nicht nur mit einer statischen Hinweisseite auf diese Aktivitäten, sondern mit einer hochdynamischen One-Stop-Lösung zur Deckung des Informationsbedarfes von Kunden, Interessenten und weiterverwertenden Kommunikatoren aufwerten wollen. (Jan-Hendrik Senf)

Je nach Unternehmen, das den Newsroom einsetzt: Journalisten, die Web-2.0-Community, Kunden, potenzielle Mitarbeiter, Menschen, die sich für die Themen des Unternehmens interessieren. (Veit Mathauer)

Warum Unternehmen einen Social Media Newsroom einsetzen sollten.

In einem Social Media Newsroom wird schnell der erste Eindruck über das Unternehmen geprägt. Dort laufen alle Informationen zusammen und die einzelnen Maßnahmen können verglichen werden. Außerdem wird es den Besuchern der Seite leicht gemacht, sich mit dem Unternehmen zu vernetzen. (Klaus Eck)

Wer effizient und effektiv mit seiner Web-Communty oder seinen Web-Communities in Dialog treten will, sollte dringend den Einsatz eines Newsrooms überlegen. (Veit Mathauer)

Welche Unternehmen sind für den Social Media Newsroom geeignet?

Beim Social Media Newsroom gilt dasselbe, das generell für Social Media gilt: Auf den Inhalt kommt es an. Nur wenn ein Unternehmen Interessantes zu berichten hat und darüber hinaus in der Lage ist, zu seinen Themen mit Menschen im Social Web in Dialog zu treten, macht ein Newsroom Sinn. Dann jedoch ist er eine ganz hervorragende Plattform, weil viele Prozesse automatisiert vonstatten gehen. Dies spart Ressourcen und stellt sicher, dass stets aktuelle Inhalte bereit stehen. (Veit Mathauer)

Wie spielt der Social Media Newsroom mit der klassischen Unternehmenskommunikation zusammen?

Das einzig klassische an einem Social Media Newsroom sind die dort zur Verfügung gestellten Pressemitteilungen, Hintergrund- und Kontaktinformationen. Klassische Unternehmenskommunikation in dem Sinne gibt es aber nicht mehr. Das Internet hat das nachhaltig verändert. Heutzutage muss kommuniziert werden, da es sonst andere für einen tun. (Klaus Eck)

Social Media Newsrooms eignen sich sehr gut als zentrale Plattform zur Bündelung aller für die Öffentlichkeitsarbeit relevanten Informationen. Gute Newsrooms sind suchmaschinenfreundlich und daher eine nahezu zwangsläufige Fundstelle, wenn Journalisten oder Blogger zu einem Thema recherchieren. Das ist wichtig, denn heute kommt es in der Öffentlichkeitsarbeit nicht nur auf das aktive Aussenden von Inhalten an. (Bernhard Jodeleit)

Social Media Newsroom – “nice to have” oder “must have”?

Eine gute Unternehmenskommunikation benötigt keine Hype-Tools, aber sollte möglichst effizient ihre Stakeholder erreichen. Ist das mit dem klassischen Pressebereich überhaupt noch möglich? Ein Social Media Newsroom bietet weit mehr Services. Je aktiver Unternehmen sich auf das Social Web einlassen, desto mehr wird ein Social Media Newsroom zum “Must Have”. (Klaus Eck)

Was ist entscheidend für den Einsatz eines Social Media Newsrooms?

Das Social Web ist “here to stay”. Auch Unternehmen, die sich noch nicht daran beteiligen, werden über kurz oder lang nicht darauf verzichten können. Denn für alle, die sich über ein Unternehmen informieren möchten, ist das Internet die erste Anlaufstelle. Daher ist es wichtig, alle relevanten Informationen dort übersichtlich aufzubereiten und den Besuchern einen gründlichen und positiven Eindruck zu vermitteln. Der Social Media Newsroom ist dafür ideal, da er die vielen Internet-Präsenzen des Unternehmens übersichtlich aufzeigt und sogar zur Interaktion auffordert. (Klaus Eck)

Social Media Newsrooms sind längst ein selbstverständliches Instrument moderner Öffentlichkeitsarbeit. Sie erleichtern Unternehmen die Mehrfachverwendung von Inhalten und die Vernetzung mit Online-Multiplikatoren. (Bernhard Jodeleit)

Ein ganz herzliches Dankeschön geht an unsere Social Media Experten die uns bei dieser Serie mit sehr interessanten Einsichten unterstützt haben:

  • Bernhard Jodeleit, fischerAppelt, relations
  • David Nelles, Virtual Identity AG
  • Jan-Hendrik Senf, Consultant
  • Klaus Eck, Kommunikationsberater
  • Thomas Pfeiffer, Online-Konzeptioner
  • Veit Mathauer, Sympra – Agentur für Public Relations

Mehr aus der Social Media Newsroom Expertenrunde:

  • Alles was Sie über den Social Media Newsroom wissen müssen.
  • Was ist ein Social Media Newsroom und wie funktioniert er?
  • Wie unterscheidet sich der Social Media Newsroom von einem Blog?
  • Welches sind die wesentlichen Einsatzfälle für einen Social Media Newsroom?
  • Wer sind die Zielgruppen für den Social Media Newsroom?
  • Warum Unternehmen einen Social Media Newsroom einsetzen sollten.
  • Welche Unternehmen sind für den Social Media Newsroom geeignet?
  • Wie spielt der Social Media Newsroom mit der klassischen Unternehmenskommunikation zusammen?
  • Social Media Newsroom – “nice to have” oder “must have”?
  • Was ist entscheidend für den Einsatz eines Social Media Newsrooms?

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Expertenmeinung: Wilfried Schock über den Einsatz von Social Media in Unternehmen

25. Mai 2010 um 9:05 von Mario Grobholz

Wir freuen uns, heute Wilfried Schock bei uns begrüßen zu dürfen. Wilfried Schock ist Jahrgang 1957, aktiver Blogger, Twitterer, CRM Profi, Geschäftsführer von Social Network Marketing sowie absoluter Social Media-Befürworter. Die unterschiedlichen Entwicklungen und Prognosen der Nutzung von Sozialen Medien im deutschprachigen Markt hat er für uns wie folgt beantwortet.

Denken Sie, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

WS: Social Media wird ohne Zweifel für Unternehmen zu einem Standard werden. Alles andere hieße sich dem Dialog mit dem Markt und seinen Kunden zumindest teilweise zu verweigern. Ob Social Media als Social Media Marketing „nur“ zu einem Standardbestandteil des Marketings wird, hängt von den Unternehmen ab. Beachtet man die mögliche Nutzenstiftung von Social Media wird deutlich, das auch PR, Marktforschung, Produktentwicklung, Support und Vertrieb ganz wesentlich von Social Media profitieren können.

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

WS: In der Praxis wird es darauf hinauslaufen, das Social Media von dem Bereich federführend umgesetzt wird, der dieses Instrument zuerst für sich nutzt. Dies dürfte das Marketing sein. Alternativ wäre aber auch eine eigenständige Funktion Social Media mit Schnittstellen zu allen tangierten Bereichen sinnvoll.

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

WS: Aktuell sind viele Unternehmen in einer eher experimentiell geprägten Phase, in der primär der Umgang mit Social Media erarbeitet und vorrangig Kommunikationsziele angestrebt werden. An messbaren Zielen bietet Social Media eine große Bandbreite – sowohl was die Funktionen angeht, als auch was die Messbarkeit der Wirkung von Social Media betrifft. ebay hat ja schon vor Jahren die direkte wirtschaftliche Bedeutung von Social Media in einer groß angelegten Studie belegen können. Die Aussage, das Social Media nur schwer oder nur sehr indirekt messbare Ergebnisse produzieren kann, teile ich nicht.  Es mangelt eher an der Orientierung an machbaren metrics bei der Entwicklung und Umsetzung von Social Media Konzepten.

Welche Unternehmen kennen Sie, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

WS: Da stellt sich vor zuerst die Frage nach den Beurteilungskriterien für erfolgreich. Proctor & Gamble sprechen davon das Social Media effizienter ist als alle anderen Marketingtools. Konkrete, nachprüfbare Ergebnisse werden aber nicht vorgestellt. Nikeplus gilt als erfolgreiches Social Media Konzept, aber ein genauerer Blick auf die praktische Nutzung und die Struktur des Social Media Konzepts lassen zumindest deutliche Optimierungsmöglichkeiten erkennen.

MountainDew belegt mit seiner DEWmocrazy beachtliche Ergebnisse in der Einbindung von Kunden in die Produktentwicklung (crowdsourcing). In ganz anderem Maßstab gefällt mir das Beispiel des Wasenwirt (Cannstatter Volksfest, die Nr. 2 hinter der Wiesn), der via Facebook eine Reichweite von über 5000 Nutzern aufgebaut hat und sie für Neukundengewinnung und Kundenbindung nutzt. Hier ist der Social Media Ansatz zwar sehr rudimentär aber bezogen auf das Unternehmen und die Branche dahinter schon wieder interessant.

H&M agieren mit Social Media, was von außen erkennbar ist, zeigt aber noch eine stärkere Orientierung an Kampagnendenken. Coca Cola versucht Social Media auf vielfältige Weise zu nutzen, wenngleich auch nicht immer mit großem Erfolg. Die Expedition 206 stellt – im Vergleich mit dem Vorgehen der Pepsi-Tochter Mountain Dew – eine sehr eigenständige Vorgehensweise dar. Nach Google Trends ist dieser Ansatz allerdings nicht unbedingt von höherer reichweitenbildender Qualität zu sein.

An Beispielen für den Einsatz von Social Media mangelt es weniger. Nach guten Beispielen, in denen Social Media in seiner ganzen Qualität genutzt wird, kann schon deshalb nicht viel zu sehen sein, weil auch die großen Unternehmen Social Media erst seit relativ kurzer Zeit und eher experimentell einsetzen. In der Regel kranken die meisten Aktivitäten an größeren handwerklichen Problemen – insbesondere der Qualität der Profile und der Vernetzung – und an konzeptionellen Defiziten oder Selbstbeschränkungen – hier insbesondere an der Möglichkeit der Partizipation.

Wir bedanken uns bei Wilfried Schock für das Interview – und freuen uns natürlich auf eure Kommentare, Feedback, Anregungen und Republikationen!

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Expertenmeinung: Jan Hendrik Senf zur Nutzung von Social Media in Unternehmen

10. Mai 2010 um 9:00 von Mario Grobholz

Unser heutiger Interviewpartner ist Jan Hendrik Senf. Der sympathische Berliner ist Berater und Begleiter für Effektivität und Effizienz in Social Media. Er hat u.a. für und mit MTV, PRINZ Berlin, Berlin.de, tip Stadtmagazin Berlin, Ein Hartz für Berlin Spendengala und Steinbeis SMI gearbeitet. Im März 2010 hat er den ersten Twittwoch-Praxisworkshop in Berlin geleitet. Der Workshop ist Teil der neuen Workshop-Reihe des Twittwoch e.V. (Veranstaltung zu Social Media in Unternehmen) und wird am 27. Mai auch in München angeboten.

Hier seine Antworten auf unsere Fragen zur Nutzung von Social Media in Unternehmen:

Denken Sie, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

JHS: Jeder Berater, der das behauptet, gehört aus meiner Sicht geohrfeigt. Natürlich ist es immer wieder erfreulich, zu sehen, dass es in den allermeisten Fällen dann doch extrem passt. Dass das individuelle Potenzial eines Unternehmens, sinnvoll und mit Mehrwert für alle Seiten in Social Media aktiv zu werden, einem förmlich entgegenspringt. Und dass man deshalb eigentlich besser gestern als morgen damit hätte anfangen sollen, dieses Potenzial in neue Prozesse zu übertragen.

Ich finde es immer wieder auf ein Neues toll und aufregend, Firmen und deren Mitarbeitern zu helfen, sich durch Social Media in der Aussenwirkung von einer langweiligen Raupe in einen bunt schillernden Schmetterling mit souverän lockerem Flügelschlag zu verwandeln. Doch es gibt aus meiner Sicht eben auch einige Fälle, in denen das nicht sinnvoll und auch überhaupt nicht zielführend ist. Warum sollte zum Beispiel ein Hersteller von Spezialschrauben für Brückenpfeiler eine Facebook-Fanpage oder einen twitter-Account pflegen? Da gibt es sicher genügend dringende Dinge, mit denen die Zeit dort sinnvoller verbracht werden kann.

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

JHS: In der Geschäftsführung. Ein Traum. Ich denke, es geht nichts über die Vorbildfunktion einer professionell in Social Media agierenden Unternehmensleitung. Die nicht nur Ressourcen und Respekt für Social Media einräumt, sondern aktiv und kompetent einbezogen ist. So etwas hat intern einfach eine starke Signalwirkung und setzt aus meiner Sicht nicht zu unterschätzende, hohe transformatorische Energien für Unternehmen frei.

Bis es in der Mehrzahl der in Social Media aktiven Unternehmen soweit ist, dürfte allerdings noch etwas Zeit vergehen. In den meisten Fällen ist es ja doch so, dass schon viel gewonnen ist, wenn die Chefetage den Entschluss gefasst hat, erste Schritte konsequent und strukturiert gehen zu wollen. Und die hierfür notwendigen Möglichkeiten schafft, also Projektteams genehmigt und Mitarbeiter mit dem notwendigen Zeitkontingent inthronisiert. Gerade das ist aus meiner Erfahrung immer wieder ein sich erst langsam einpendelnder Verständnisbildungsprozess.

Operativ tätige Social Media Manager bzw. mit den Aufgaben betreute Mitarbeiter klagen nach einer ersten Phase der Begeisterung nach ein paar Wochen oft schnell über zu wenig Zeit für die Pflege der neuen, oft nur individuell sinnvoll zu pflegenden, digitalen Dependancen. Das ist schade, denn Social Media Aktivitäten geschehen nicht umsonst, sondern haben nachhaltig wirkende und bleibende, fast immer überwiegend positive Konsequenzen für Unternehmen.

Sie lassen sich aber letztlich trotz oftmals kostenlos nutzbarer Dienste auch nicht umsonst realisieren. Arbeitszeit kostet immer Geld. Wir sprechen hier ja von den so genannten Opportunitätskosten. Bedeutet: Die Zeit, die jemand für Social Media aufwendet, kann im besten Fall sinnvoll sein. Sie geht aber immer zu Lasten anderer Aufgaben. Es wäre schön, wenn hier mehr Wertschätzung innerhalb der Unternehmen stattfinden könnte. Wenn entsprechende Mitarbeiter konsequent genügend Zeit zur Verfügung gestellt bekommen würden. Doch zurück zur eigentlichen Frage: Aus meiner Sicht gibt es ungefähr fünf sinnvolle Optionen.

Option 1: Ein Mitarbeiter übernimmt die Social Media Aktivitäten und es werden klare Prozesse für den internen Kommunikationsfluss in Richtung dieses Mitarbeiter aufgesetzt.

Vorteile: Konsistent in der Aussenwirkung; wenig operativer Abstimmungsaufwand bzgl. Pflege der verschiedenen Kanäle; klare Zuständigkeit und Ansprechperson intern und extern.

Nachteile: Gefahr von Hoheitswissen; Gefahr der mangelhaften Reflexion des eigenen Tenor als Unternehmensrepräsentant; interner Verwaltungsaufwand und mangelnde Geschwindigkeit der Nachrichtenverbreitung sowie keine fachliche Kompetenz in Bezug auf die weitergetragenen und eventuell von Nutzern kommentierten und mit Fragen versehenen Meldungen.

Option 2: Mehrere Mitarbeiter (z.B. 2 – 3) aus einer Abteilung übernehmen die Social Media Aktivitäten, sinnvollerweise aus der Marketing-/ Kommunikations- / Redaktions- Abteilung.

Vorteile: Gemeinsame Lernkurve und hoher Reflexions- und Austauschgrad; Passung in die sonstige Kommunikationskultur; Nähe zu den zur Verfügung stehenden bzw. zu kommunizierenden Inhalten. Vertreung im Urlaubsfall möglich und Vermeidung von Hoheitswissen.

Nachteile: Erfahrungsgemäß sehr unterschiedlich verteilte Aktivität; Abstimmungsaufwand bzgl. zu erledigender o. bereits erledigter operativer Tätigkeiten; sinnvolle Notwendigkeit, um Nutzer nicht zu verwirren: Verwendung von Kürzeln an gesendeten Meldungen.

Option 3: Mehrere Mitarbeiter (z.B. 4 – 5) aus verschiedenen Abteilungen übernehmen die Social Media Aktivitäten.

Vorteile: Hoher Abdeckungsgrad der kommunizierten Unternehmensaktivitäten; Zusammenarbeit und hierdurch gegenseitiges Verständnis der verschiedenen Abteilung; positive Wahrnehmung durch die Nutzer und Verfügbarkeit kompetenter Ansprechpartner aus dem Unternehmen; Notwendigkeit der Nutzung kollaborativer Tools im operativen Daily Business = Transformationspotenzial für die Unternehmenskultur.

Nachteile: Langer Prozess der Findung des individuellen Unternehmenstenors in der Aussenkommunikation durch Social Media; Notwendigkeit von deutlichen Social Media Richtlinien und gemeinsam festgelegten Zielen und Vorgehensweisen.

Option 4: Ein Social Media Desk wird in der Marketing-/ Kommunikations- / Redaktions- Abteilung o.ä. eingerichtet und es findet ein Rotationsverfahren der Zuständigkeit statt. Vorteil: Wer am Desk sitzt, ist – z.B. für eine Stunde – ausschließlich in Social Media aktiv. Hierdurch kann, für alle Seiten sinnvoll, ein effizienter und effektiver Umgang mit der knappen Ressource Zeit stattfinden. Alle beteiligten Mitarbeiter sind in einem vertretbaren und klar überschaubaren Rahmen eingebunden und können theoretisch die gleiche Lernkurve haben. Jede Social Media Aktivität wird zu einer klar greifbaren und abgrenzbaren Tätigkeit. Prokrastinierung wird verhindert. Nachteil: Hoher Abstimmungsaufwand in Bezug auf zu erledigende oder bereits erledigte Dinge; langsame Resonanzprozesse in Bezug auf individuelle Nutzerbeziehungen und Aktionen.

Option 5: Alle Mitarbeiter des Unternehmens sind in die Social Media Aktivitäten eingebunden.

Vorteile: Exponentielle Steigerung des gesamten Kommunikationsoutput; implizierter Weiterbildungsaspekt für alle Mitarbeiter; hohes Transformationspotenzial für die Unternehmenskultur; schnelle Reaktionszeiten aus Nutzersicht; starke und positiv wahrgenommene Aussenwirkung einer derartigen Unternehmenskultur. Nachteile: Starker Bedarf nach Guidelines und Richtlinien; Verwaltungsaufwand bzgl. Rechten und Log-Ins etc.; mangelndes Sendungsbewusstsein bei einem Teil der Mitarbeiter = erzwungenes und somit kontraproduktives Kommunikationsverhalten.

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

JHS: Leider aus meiner Sicht oft entweder viel zu viele oder viel zu wenige. Ich denke, es kommt auf eine gesunde Mischung von messbaren und nichtmessbaren Zielen an. Und die Kompetenz, die Relevanz von diesen – sowohl insgesamt als auch untereinander – unterscheiden zu können. Albert Einstein hat einmal etwas sehr treffendes hierzu gesagt: “Nicht alles, was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles, was gezählt werden kann, zählt.” Unabhängig davon: So individuell wie die Unternehmen und deren Potenzial für eine sinnvolle Nutzung von Social Media, so unterschiedlich bemisst sich doch letztlich immer auch Erfolg. Blogposts und Beiträge bzgl. der vermeintlich zu messenden Ziele gibt es ja zu Genüge. Ich möchte deshalb lieber dazu anregen, diese erst einmal vorab selbst im Unternehmen zu entwickeln. Hierzu hat sich aus meiner Sicht die intensive und schriftliche Beantwortung der folgenden 10 Punkte bewährt:

  • 1. Was soll erreicht werden?
  • 2. Warum Social Media?
  • 3. Welche Art von Social Media hilft optimal, um die Ziele zu erreichen?
  • 4. Wie bereit sind wir, die Kontrolle – zumindest partiell – abzugeben?
  • 5. Wie soll Partizipation erzeugt werden?
  • 6. Wer wird die Social Media Präsenz(en) pflegen?
  • 7. Wieviele Ressourcen sind vorhanden, um eine kurzlebige Kampagne zu vermeiden?
  • 8. Wie passt die Nutzeraktivierung über Social Media in die allgemeine Marketing / Kommunikationsstrategie?
  • 9. Wie wird Erfolg gemessen? Was sind Fehler?
  • 10. Was wird vernachlässigt, wenn Ressourcen für Social Media aufgewendet werden?

Welche Unternehmen kennen Sie, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

JHS: Meine Kunden. Mich selbst. Ok, Spaß beiseite: Wenn ich so darüber nachdenke, dann sind das extrem viele. Einfacher und weitaus platzsparender wäre es wohl, jene aufzuzählen, bei denen es nicht so gut läuft. Die sich leider nicht von der Raupe zum Schmetterling entwickelt haben. Obwohl: Da müsste ich jetzt aber auch ganz schön nachdenken. Und das ist doch mal wirklich großartig, erfreulich und motivierend.

Wir bedanken uns bei Jan-Hendrik Senf für das Interview – und freuen uns natürlich auf eure Kommentare, Feedback, Anregungen und Republikationen!

Sie fanden das Experten-Interview mit Jan-Hendrik Senf interessant? Dann lesen Sie hier weiter:

  • Christoph Bauer über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Michael Reuter über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Nils Hitze über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Marc Frey über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Frank Wolf (T-Systems) über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Christoph Hölzlwimmer über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
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Die Toptrends des Web in Berlin: iico.de vom 3. bis 5. Mai 2010

30. April 2010 um 8:50 von Mario Grobholz

Auch im sechsten Jahr seines Bestehens wird von einem der wichtigsten Internetkongresse Deutschlands, dem Infopark Internet-Kongress: iico.de, viel zu erwarten sein. Es soll DER Treffpunkt für Web-Entscheider sein – und die hohe Zahl der Anmeldungen, mehr als 30 abwechslunsgreiche Vorträge und Workshops hochkarätiger Referenten sowie eine durchdachte Themenauswahl der aktuellsten Trends und Technologien des Web 2.0 geben dem Recht.

Die Eröffnungs-Keynote steht beim iico.de traditionell unter dem Motto „Die Zukunft des Internets“. Referent ist Axel Schmiegelow, CEO und Gründer von Sevenload.

Referent Christian Buggisch von DATEV, wird am Montag, 03. Mai 2010 einen Vortrag zum Thema “Online Reputationsmanagement” halten. Der erfahrene Online-Kommunikateur rät Unternehmen, die Social Media für sich und ihr Business nutzen wollen, folgendes: “Tue Gutes und twittere darüber.”

Doch wie soll ein Unternehmen mit der immer schneller werdenden und wachsenden Kommunikation im Web 2.0 umgehen? Ignorieren? Zuhören? Oder mitreden bzw. -twittern? Buggisch’s Vortrag soll anhand von praxisnahen Beispielen zeigen, warum es so wichtig ist, sich systematisch mit der Online-Reputation der eigenen Person oder des Unternehmens zu beschäftigen, was man dabei richtig oder falsch machen kann, und welche Rolle die Sozialen Medien – von Twitter bis YouTube, von Facebook bis XING – dabei spielen können.

Wer nicht auf dem iico.de Kongress dabei sein kann oder gleich etwas Gutes für sein eigenes, professionelles Reputationsmanagement im Netz tun möchte, kann ja schonmal mit myonid.de und Ruflotse beginnen!

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Social Media zum Kuscheln: Wie Buchstaben zu Helden werden

21. April 2010 um 9:04 von Mario Grobholz

In der heutigen Zeit sind die sogenannten „Sozialen Medien“ nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Privatpersonen wie auch Unternehmen haben den Vorteil der Nutzung von Social Media erkannt und setzen sie täglich ein. Dienste wie Twitter, Facebook, StudiVZ oder Xing sind inzwischen so beliebt, dass Menschen sich in ihrer Freizeit sogar damit beschäftigen, handgemachte T-Shirts, Accessoires, Seifen und vieles mehr mit dem Logo der Dienste herzustellen und über Online-Shops zu verkaufen.

Wie es scheint, haben diese Shops Erfolg und die Menschen Spaß daran, ihre selbst gemachten Produkte zu vermarkten. Das zeigt , welchen Stellenwert Social Media in unserer Gesellschaft eingenommen haben. Die Menschen identifizieren sich sehr stark im „echten Leben“ mit der virtuellen Welt. Das bedeutet: Social Media nisten sich in den Köpfen als Idole oder Helden ein. Früher hat man Sänger, Schauspieler und Boygroups angehimmelt - , heute schafft es eine Plattform wie Facebook als Kuscheldecke auf das heimische Sofa. Diese „neuen Helden“ feiern jetzt Einzug in unser Zuhause.

In diversen Online Shops kann man von Seife über Schmuck bis hin zu Babykleidung mit Twitter-, Facebook- oder RSS Feed- Logos kaufen. Die Leute machen selbst Werbung für ihre Produkte. Man liest dort Sätze wie „This fun to wear FACEBOOK FANATIC bracelet is for someone who can’t live without facebook and at risk to be a facebook stalker!“.

Dem kritischen Leser stellt sich nun die Frage, wie es zu dieser Verherrlichung kommt. Die Antwort kann sich nur jeder selbst geben. Allerdings könnte sich dieser Trend in eine Richtung entwickeln, in der es nur noch zwei Klassen gibt: Nutzer und Nicht-Nutzer, Befürworter und Gegner, Fans und Verweigerer.

Einige der Ideen sind natürlich durchaus sehr kreativ und lustig anzusehen. Und für diejenigen, die genügend Humor mitbringen, vielleicht sogar tragbar?

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Expertenmeinung: Thomas Pfeiffer über den Einsatz von Social Media in Unternehmen

12. April 2010 um 9:03 von Mario Grobholz

Ist Social Media ein Hype? Gibt es überhaupt eine Entscheidung dafür oder dagegen? Viele Unternehmen (und auch Privatpersonen) verfolgen die Presse mit gemischten Gefühlen. Einerseits wird von unternehmerischen Vorteilen, Gewinnsteigerung und verbesserter Kommunikation mit neuen und alten Zielgruppen gesprochen – andererseits werden auch die Risiken einer umfassenden Social Media Strategie in Unternehmen beleuchtet.

Einer, der sich damit gut auskennen muss ist Thomas Pfeiffer: Medienpädagoge, Webevangelist, selbstständiger Online-Konzeptioner und Programmierer mit dem Schwerpunkt Web 2.0 & Social Media. Wir haben ihn gebeten, die folgenden Fragen für uns zu beantworten:

Denken Sie, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

TP: Nein, dass denke ich nicht. Einige wollen uns das weiß machen. Es gibt doch sowieso keinen „Standard“. Die einen machen Werbung in der Lokalzeitung, andere Fernsehwerbung. Manche sponsern einen Fußballverein, andere verlassen sich auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Social Media ist momentan das Hype-Thema schlechthin. Zum Teil ist das auch gerechtfertigt. Immer mehr Menschen tummeln sich in Online-Communities. Dort hinzugehen, wo die Menschen sind, ergibt durchaus Sinn. Aber jedes Unternehmen muss für sich entscheiden: Wo ist meine Zielgruppe? Passt Social Media Marketing überhaupt zu meinem Unternehmen?

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

TP: Idealiter ist Social Media nicht nur eine „One-Man-Show“ im Unternehmen. Social Media an sich ist ja mehr als nur Facebook, Twitter oder StudiVZ. Social Media ist eine Unternehmensphilosophie, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt, zwischen den Mitarbeitern, den Partner und natürlich gegenüber den Kunden: kurz allen Stakeholdern eines Unternehmens. Social Media Aktivitäten und Kampagnen sind eine klassischen Mischform zwischen PR- und Marketing-Abteilung. Ohne Rückedeckung durch das Management oder Verständnis dafür in der gesamten Belegschaft werden aber Fehler passieren. Vodafone hat glücklicherweise diese Fehler schon begangen (und hoffentlich daraus gelernt): Twitteraccounts auf Werbeanzeigen werden wohl in Zukunft nicht mehr gefaked.

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

TP: Auch da ist noch vieles im Unklaren. Vom Online-Marketing sind Entscheider klare Zahlen und Meßinstrumente gewohnt: z.B. den Tausender-Kontakt-Preis (TKP) für Werbebanner. Dieses Instrumentarium greift aber im Social Web, der klassichen Long Tail, immer weniger. Manchen schlagen nur vor, das „User Engagement“ miteinzubeziehen, bspw., ob Inhalte kommentieren oder weiterverbreitet werden. Ich persönlich halte diese Operationalisierungen nicht nur für kompliziert. Ich glaube auch, dass sie nicht das wiedergeben, was sie vorgeben, zu messen (das nennt man mangelnde Validität).

Letztenendes ist doch der Geschäftserfolg entscheidend. Ähnlich wie bei der Bandenwerbung im heimischen Stadion muss man bei Social Media vorsichtig sein, mit einer blinden Zahlengläubigkeit. Ein valides, belastbares Äquivalent zum TKP oder zur Auflage eines Printmagazins gibt es noch nicht. Und ich persönlich glaube, das wird auch noch lange so bleiben. Noch wird hier viel experimentiert und ausprobiert.

Welche Unternehmen kennen Sie, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

TP: Man muss Vodafone sehr dankbar sein, dass sie als großes, internationales Unternehmen sich in Social Media gewagt haben und Fehler begangen haben. Davon haben alle profitiert (leider auch die nervigen Berufsnörgler-Dons, aber das ist wohl ein Kollateralschaden dabei :-) Alles in allem haben sie einen mutigen Schritt getan und auch vieles richtig gemacht. Es gibt ein paar Perlen, ich möchte nur zwei Beispiele herausgreifen: Der Bewerberblog hat sich sehr gut positioniert als richtig kleines Unternehmen, das zunächst auf der Suche nach qualifizierten Personal fürs eigene Wachstum war. Und DM Alverde, die Twitter und Facebook sehr schön fürs eigenen Marketing einsetzen. Das sind nur zwei von vielen Beispielen. Wer noch mehr kennt: Nur her damit, kommentieren Sie hier oder schreiben Sie mir auf Twitter @codeispoetry oder auf http://twittwoch.de/facebook

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  • Allgemein, Social Media

Ist die Zeitung bald tot? Das Medium Print und andere analoge Werte.

31. März 2010 um 9:05 von Martina Doherr

Während die gesamte Kommunikation eine Darwinsche Evolution erfährt, sind die Tage des qualitativ hochwertigen, “analogen” Journalismus gezählt. Mittels RSS-Feeds, geringen IT-Kenntnissen und einer gewissen Schreibaffinität wird heute jeder per Mausklick zum Schlagzeilensammler und -publizist.

Studiengang? Journalistische Ethik? Jahrelanger Aufbau und Pflege von Pressekontakten? Oldschool. Das Web 2.0 ist eine große Realityshow, und jeder selbsternannte Autor darf ein wenig am Drehbuch mitschreiben, während computergenerierte, individualisierte Nachrichten und angepasste Werbemittel nebenher angeboten werden. Nur wer konsequent vernetzt denkt, fragt, kommuniziert und arbeitet, hat überhaupt eine Chance, die Potenz des Web 2.0 für sich zu erschließen.

Eine düstere These, der sich auch der 2004 entstandene EPIC 2015 Film widmet. “Epic”, das fiktive “Evolving Personalized Information Construct”, das global-personalisierte Nachrichtennetz im Film, lag damals noch gefühlte 100 Jahre weit weg in der Zukunft, aber die rückblickende 8 Minuten-Vorhersage der Medienevolution im Jahr 2015 ist erschreckend nahe gerückt. Und ziemlich real.

Muss es denn so sein? Nein, behaupten Gegner der Internet-Euphorie. Dert “Digitale Backlash”, also die Bewegung zurück zum guten alten Buch und Kaffeeklatsch mit Freunden, entwickelt sich weniger subtil als man annehmen sollte. Eine große Anzahl von Menschen hat sich bereits bewusst für diesen weltweiten Offline-Trend entschieden. Ein andere Teil kann ohnehin mit dem Internet als Neztwerkmedium nichts anfangen, sei es aufgrund mangelnder Bildung, zu hohen Alters oder fehlender Medienkompetenz.

Was ist das Ergebnis? Möglicherweise die Rückkehr zur Printausgabe: ab April 2010 soll beispielsweise die amerikanische Antiquariats- und Sammlerzeitschrift Fine Books & Collections, 2008 gerade erst auf Online umgestiegen, wieder in gedruckter Form erscheinen. Der erfolgreiche Newsletter und Blog werden aber fortgesetzt. Kurz: Wir wissen es nicht genau. Aber eins ist sicher: das Medium Print ist noch lange nicht am Ende seiner Evolution angekommen. Schließlich hieß es ja damals auch, dassVideo das Radio killt. Ist auch nicht passiert. Gute Aussichten also für die Entwicklungen der Medien im Web 2.0?

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Jon Christoph Berndt: Norbert Leithold und sein „Pornolotl“

18. März 2010 um 9:02 von Jon Christoph Berndt

Man könnte lachen, wenn’s nicht so traurig wär’: Ursprünglich war Norbert Leithold für sein neues Sachbuch „Graf Goertz: Der große Unbekannte“ für den Preis der Leipziger Buchmesse vorgeschlagen. Wow! Das freut auch den Osburg Verlag, bisher etwas für kleine Bücher kleiner Autoren mit kleiner Auflage.

Dann wird’s kryptisch und ein Fall für die stringente Menschenmarken-führung: Das FAZ-Feuilleton schreibt am vergangenen Freitag unter der Überschrift „Wie viel Vorleben ist erlaubt?“ von „Pornolotl“ und dass die Nominierung nach einigen Nachforschungen des Preiskomitees zurück-genommen wurde: Man stieß auf ein Vorgängerwerk Leitholds mit dem Titel „2040“, in dem von der Islamisierung Deutschlands die Rede ist. Darf man ja auch schreiben als Autor, sofern der Verfassungsschutz nicht aufmuckt. Und der Islam ist ja nicht Graf Goertz. Leithold verwies dann auf den bereits erfolgreich erhaltenen Alfred-Döblin-Preis der Berliner Akademie der Künste – aber davon will diese Akademie so gar nichts wissen. Also rudern die Leipziger, auch aus noch pikanteren Gründen, zurück. Denen wird’s langsam mulmig, die Nominierung ist perdu.

Hintergrund 1: Norbert Leithold hieß mal Norbert Bleisch, und zwar auf dem Cover von „Viertes Deutschland“. Und dafür hatte er 1991 tatsächlich den Alfred-Döblin-Förderpreis erhalten.

Hintergrund 2: Norbert Leithold hieß mal Sebastian Bleisch, und der wirkte seit 1990 in über 60 Pornofilmen mit. Auch Jugendliche sollen dabei gewesen und dafür bezahlt worden sein, und dafür gab’s für Norbertsebastian Leitholdbleisch das Essen durch die Klappe.

Also was jetzt: Der gepflegte Boulevard und die intellektuelle Knallpresse lieben doch so etwas! Aber dann muss

  • ordentlich recherchiert werden von den Buchmesse-Preisverteilern; die haben die ganzen Namen und Themen und Preise durcheinander gebracht und Recherchemühen gescheut (das machen ja gemeinhin auch die Autoren)
  • Herr Leithold auch so eine gierige Lobby haben wie zum Beispiel Prof. Miriam Meckel; die ist Lebenspartnerin von Anne Will, und solcher Sex sells sogar ein Burnout-Buch auf Platz 10 bei Amazon (mein Neid sei mit ihr!)
  • Herr Leithold zu Alias, Porno und Knast stehen wie Michaela Schaffrath und Sibel Kekilli; absolute Konfrontation weist dann denn Weg in die Medien, auf die Preisbühne und die Amazon-Hitliste.

Norbert Leithold ist keine starke Marke, sondern ein schlaffes Märkchen. Da kann „Graf Goertz: Der große Unbekannte“ ein noch so großes Werk sein – es wird unbekannt bleiben, weil sein Autor weder Fisch noch Fleisch ist. Absolute Konfrontation wäre angezeigt gewesen: Natürlich gibt es das Deutschland-Islamisierungs-Werk, natürlich bin ich Porno-Bleisch, natürlich saß ich im Knast. Und das ist gut so! Das gab mir die Kraft und die Reife für den Grafen Goertz! Dann wird eine Story draus, und eine echt gute Story macht die Human Brand Norbert Leithold lebbar und erlebbar, für ein Preiskomitee genauso wie für die Medien und die Buchkäufer.

Die schmutzigen Schmankerl müssen heutzutage einfach größer gefeiert werden: Sehr schön, aber zu spät für den Leipziger Literaturpreis kommt das Welt-Interview mit Norbert Leithold vom 26. Februar. Sehr gut für die Online-Reputation, da nimmt der Fast-Preisträger endlich das Marken-Heft in die Hand.

Es gewinnt nun einmal nicht der beste Autor, sondern der mit der besten Verpackung. Der schafft es dann nicht nur mit „Pornolotl“ ins FAZ-Spezialisten-Feuilleton, sondern zu Amelie Fried und Ijoma Mangold von „Lesen!“ im ZDF und dann auf die Impulstische im gut sortierten Bahnhofsbuchhandel.

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