Online-Trickkiste zum richtigen bewerben
27. August 2009 um 8:51 von Anya Rutsche
„Wer unbedacht oder gar nicht im Web auftritt, kann seiner beruflichen Laufbahn schaden“, sagt Kommunikationsberater Klaus Eck, der das Buch „Karrierefalle Internet“ geschrieben hat. Anders herum kann ein geschickter Internetauftritt aber auch einige Vorteile bei der Suche nach dem richtigen Arbeitsplatz mit sich bringen.
Immer mehr Arbeitgeber setzen bei der Stellenbesetzung ein gewisses Web 2.0 Wissen voraus. Wenn ein Bewerber also schon in mehreren Netzwerken selbst aktiv ist, kann dies ein gutes Licht auf die Person werfen. Es sei denn, das diese sozialen Netzwerke eher Spaß- als Businessportale sind. Es ist also davon abzuraten, das studiVZ-, Lokalisten- oder wkw-Profil beim Bewerbungsschreiben anzugeben. Es gibt allerdings einige Vorzeigeseiten (wie bspw. myON-ID, Xing oder LinkedIN) im Internet, die bei gepflegtem Anlegen sehr wohl positive Resonanz erzielen lassen.
Um bei einer Bewerbung von vornherein zu glänzen, müssen ein paar Spielregeln beachtet werden. Längst reicht es nicht mehr aus, einen Bachelorabschluß vorweisen zu können. Aktivität wird gefordert. Wer sich in der Onlinewelt bewegt, muss besonders darauf achten, dass dieser Auftritt nicht zur Bewerbungsfalle wird.
Tipps, wie man auch digital glänzen kann:
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Egogooglen: Ganz wichtig vor einer Bewerbung. Egal für welche Jobposition du dich bewirbst, du kannst davon ausgehen, dass dein potenzieller Chef deinen Namen bei Google eingeben wird. Deshalb ist es sehr ratsam, dies selbst zu tun, um zu kontrollieren, ob unerwünschte Beiträge über die eigene Person im Internet zu finden sind.
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Um Google-Einträge wieder entfernen zu können, braucht es Zeit. Deshalb rechtzeitig mit dem „Überwachen“ beginnen (mind. 4 Wochen vor der Bewerbung), um unerwünschte Suchergebnisse verschwinden zu lassen.
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StudiVZ, meinVZ, schülerVZ, Facebook, wer-kennt-wen oder Lokalisten sind meist Netzwerke, die man privat nutzt. Deshalb gilt, diese nicht öffentlich zu präsentieren, sondern nur für Freunde. Diese Option steht dir bei allen Netzwerken zur Verfügung. Außerdem ist es angebracht, bei Profilen, die sehr viel privates von dir preisgeben, einen falschen oder nicht vollständigen Nutzernamen zu wählen, damit die Auffindbarkeit für Arbeitgeber noch schwieriger ist.
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Für Twitternutzer in einer Bewerbungszeit gilt: Private Tweets haben nichts bei Twitter verloren. Es sei denn, du hast ein nicht öffentliches Profil und achtest darauf, wem du Einblick in deine Twittergeschichten gibst.
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Lege dir professionelle Profile an, die deine Google-Auffindbarkeit positiv beeinflussen. Mit einem myON-ID Profil kannst du dich bestens deinem Arbeitgeber präsentieren, denn dort bestimmst du wer was über dich sehen kann. Somit kannst du in deinem öffentlichen Profil einen Lebenslauf und die Webtreffer, die dich in ein gutes Licht rücken, einstellen. Für deine privaten Kontakte kannst du dann aber auch eine Seite erstellen, wo du die Fotos der letzten Party reinlädst, ohne dass es fremde Personen sehen können.

myON-ID Profil: Deine Visitenkarte im Web
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Wenn du richtig auftrumpfen möchtest, überlege dir, wo dein Expertise liegt und vermittle dieses an die Welt weiter, in dem du einen eigenen Blog anlegst. Der neue Chef wird begeistert sein, da er so auf Anhieb sieht, was für Erfahrungen du mitbringst.
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Gebe in deinem Bewerbungsschreiben die Links deiner besten Profile an. Somit bietest du dem Leser bereits Futter und er muss sich nicht selbst auf die Suche nach „Leckereien“ machen. Damit zeigst du dich von vorn herein von deiner besten Seite.
Interview und Diskussion: Wie stark beeinflusst das Internet heute bereits die Karriere?
23. Juni 2008 um 6:00 von Mario Grobholz
Nicht nur, dass nach einer Untersuchung des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) heute bereits 34% der Personaler das Internet verwenden um Lebensläufe, Referenzen, Freizeitaktivitäten sowie die fachliche wie persönliche Eignung von Bewerbern/Kandidaten prüfen. Auch potentielle neue Mitarbeiter recherchieren heute ausgiebig Ihren neuen Ar
Online Reputation Management auf dem Social Web Breakfast in München
30. Mai 2008 um 6:00 von Mario Grobholz
Letzten Mittwoch trafen sich in München zum wiederholten mal Social Media Experten und Interessierte zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Im Mittelpunkt des Social Web Breakfast stand diesmal das Thema Online Reputations Management.
Das von Klaus Eck und Thomas Koch wiedermal perfekt organisierte Event fand auf Grund Platzmangel erstmals in neuer Location statt. Die Lounge2 von O2 stellte meiner Meinung nach einen angenehmen Rahmen dar, um sich früh am morgen in launchiger Atmosphäre zu diesem spannenden Thema auszutauschen.
In meinem Vortrag hatte ich die Möglichkeit hierbei die aktuelle Situation und die Aufgaben die zukünftig mit immer zunehmender Transparenz und immer steigender Bedeutung der persönlichen “Googleability” auf jeden von uns zukommt darzustellen.
Besonderns interessant waren die Gespräche und Diskussionen im Nachgang, in denen sich trotz einiger kritischer Stimmen bestätigt hat, dass es zukünftig sowohl beruflich, als auch privat von immer größerer Bedeutung sein wird, die eigene Online Reputation zu monitoren und aktiv zu managen. Das myON-ID hier bereits heute sehr gute Dienste leistet und mit seiner Online Reputations Plattform für jeden Ansatz eine wertvolle Hilfe darstellt bestätigt uns bei den weiteren Schritten die wir aktuell vorbereiten.
Update:
Interessante Nachberichterstattung zum Social Web Breakfast u.a. hier im Krisenblogger.
Einige weitere interessante Artikel zu myON-ID die wir diese Woche gefunden haben in Karriere-Bibel und Blogging, Internet und Webpromotion
Social Web Breakfast München: Online Reputations Management
22. Mai 2008 um 6:00 von Mario Grobholz
Auf dem am 28. Mai stattfindenden und von Klaus Eck organisiertem Social Web Breakfast steht diesmal Online Reputations Management im Mittelpunkt. Im Gespräch mit Klaus Eck werde ich sowohl die aktuelle Situation, als auch zukünftige Trends diskutieren.
Das Online Reputations Management (ORM), mittlerweile keine Randerscheinung mehr ist, sondern im Mittelpunkt der Diskussion angekommen ist zeigt auch der Verweis in der aktuellen Social Media Studie „Wave3“ von McCann. Hier wird ORM als einer der Social Media Trends für die nächsten Jahre beschrieben.
Für Unternehmen wie auch Privatpersonen stellt sich damit die Frage, wie geht man damit um. Insbesondere mit der Gefahr bzw. der Realität, dass Informationen zu “Handlungen” oder “Vorfällen” erfasst wurden, die ein unstimmiges bzw. nicht favorisiertes Bild hinterlassen. Begrifflich ist hierbei von der Gestaltung und Kontrolle der “Online Reputation” (kurzum dem “Online Reputation Management”) die Rede, was auch im Mittelpunkt des nächsten
Social Web Breakfast in München am 28.05. steht.
Ich (Mario Grobholz, Gründer des Dienstes myON-ID), werde im Zwiegespräch mit Klaus Eck eine kurze Einführung in die Gestaltungsmöglichkeiten und Konzepte geben. Dazu gibt es auch im PR Blogger bereits ein Interview mit mir im Vorfeld.
Klaus Eck im Interview mit Dr. Michael Klinkers, Vorstand der nexum AG
8. November 2007 um 8:00 von Mario Grobholz
nexum AG beteiligt sich an myON-ID
Klaus Eck im Interview mit Dr. Michael Klinkers, Vorstand der nexum AG
Anfang Oktober hat der Interaktiv-Dienstleister nexum AG 25,1 Prozent der Unternehmensanteile der myON-ID Media GmbH übernommen. Ich habe Dr. Michael Klinkers nach den Hintergründen und Zielsetzung des Engagements gefragt.

Herr Klinkers, wann und wie haben die nexum AG und myON-ID zueinander gefunden?
“Natürlich ist die Beteiligung der nexum AG auch im Hinblick auf das Wachstumspotenzial der myON-ID sehr interessant. Aber Sie haben recht – unser Engagement geht definitiv über eine rein finanzielle Beteiligung hinaus.“
Zum anderen ist dies eine sehr interessante, wachstumsstarke Dienstleistung: In den USA erzielen Personensuchmaschinen bereits sehr große Reichweiten – und wir gehen davon aus, dass Deutschland ab 2008 nachziehen wird. Derzeit konzentrieren sich die US-amerikanischen Angebote noch auf ihren Heimatmarkt, so dass der Launch einer deutschen Personensuchmaschine wirklich das Gebot der Stunde war.“
Herr Dr. Klinkers, ich bedanke mich vielmals für das interessante Gespräch mit Ihnen und wünsche Ihnen bei Ihrem Vorhaben mit myON-ID weiterhin viel Erfolg.
Studie: Karrierechancen selbstbestimmen
3. November 2007 um 8:00 von Mario Grobholz
Wer nicht an seiner Web-Präsenz arbeitet und sich aktiv um sein digitales Erscheinungsbild kümmert, könnte schon bei seiner nächsten Bewerbungsrunde ein böses Erwachen erleben. Denn das Internet spielt eine immer größere Rolle beim beruflichen Erfolg.
Das zeigen die Ergebnisse zweier Befragungen, die der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) und die LAB Personalberatung in Düsseldorf exklusiv für die Wirtschaftswoche durchführten. Es handelt sich demnach bei der Online-Reputation längst nicht mehr um ein Berufseinsteigerthema.
64 Prozent der befragten Personalberater halten gerade für besser qualifizierten Bewerber Online-Informationen für sehr wichtig bis wichtig. Je höher die Managementposition desto wichtiger ist ein gutes digitales Profil. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Headhunter den Führungskräften zu 81 Prozent dazu raten, sich selbst aktiv um die digitale Reputation zu kümmern und ihre Online-Präsenz aktiv zu gestalten. Sehr gut eignet dafür seien laut Umfrage Fachpublikationen im Internet (81 Prozent) oder das Social Networking (drei Viertel). Auf Ablehnung stoßen jedoch eigene Manager-Blogs: 90 Prozent halten das nicht für die beste Darstellungsform. Hierbei wäre es interessant herauszufinden, ob die Befragten überhaupt das Corporate Blogging kennen oder eher an Online-Tagebücher denken…
Immerhin 76 der befragten Manager der ersten bis dritten Führungsebene ist laut LAB die persönliche Reputation im Netz wichtig oder sogar sehr wichtig. Und 59,2 Prozent nehmen an, dass die Bedeutung der digitalen Reputation noch weiter zulegt.
„Wir beobachten einen klaren Trend, der sich weiter verstärkt: Top-Manager werden zunehmend zur Marke. Daher wäre es grob fahrlässig, die Markenführung in eigener Sache zu vernachlässigen. Zur erfolgreichen Markenbildung gehört zunehmend eine Pflege der Online-Reputation.“ (Kommentar von Klaus Aden, Geschäftsführer LAB)
>> Download der LAB-Ergebnispräsentation (PDF-Datei, ca. 130KB)
>> Wiwo: Wie das Internet Ihr Image ruiniert – oder poliert
>> MyOnID-Blog: Der digitale Schein im Arbeitsleben
>> Karrierebibel: Der Ruf im Netz – Was Manager und Personaler dazu sagen
Klaus Eck
Jobverlust durch Blogging
19. Oktober 2007 um 9:00 von Mario Grobholz
Wer sich in die Öffentlichkeit begibt, sollte sie also solche verstehen. Deshalb wird jede digitalisierte Information von und über Sie gefunden. Private Nachrichten gibt es in digitaler Form nicht wirklich. Schließlich findet so manche privat verfasste ihren Weg in die Netzöffentlichkeit und hat ungeahnte Folgen.
Jochen Mai stellt in seinem Karriereblog ein aktuelles Beispiel für den Jobverlust durchs Bloggen vor. Jessica Zenner alias Jessica Carr, eine 23-jährige Nintendo-Mitarbeiterin, nahm beim privaten Bloggen zuwenig Rücksichten auf ihre Kollegen und beleidigte diese anonym durch einzelne Beiträge. Auch wenn sie diese und ihr Unternehmen Nintendo nicht namentlich genannt hatte, ging die Kritik und Verleumdung den Verantwortlichen anscheinend zu weit. Der Personalchef Nintendos wurde auf ihr Blog Inexcusable Behavior aufmerksam und zog deshalb am 31. August 2007 die Konsequenzen, indem er der Bloggerin ihre Entlassung mitteilte. Darauf war Zenner nicht gefasst. Sie hatte in aller Naivität angenommen, dass niemand ihr Blog wahrnimmt bzw. dass es keinerlei Relevanz für Nintendo habe.
Schon im Falle von Ellen Simonetti, der “Königin der Lüfte“, zeigte sich, wie wenig Anonymität vor dem Jobverlust hilft. Die Delta-Airlines-Stewardess berichtete bis 2004 anonym aus ihrem Leben und schmückte ihre Beiträge gerne mit Fotos von ihrem Arbeitsplatz bei Delta Airlines. Einmal ließ sie sich in ihrer Stewardessen-Uniform etwas freizügiger auf einer Sitzreihe thronend ablichten, was jedoch ihrem Arbeitgeber gar nicht gefiel. Denn anhand ihrer Uniform war eindeutig zu erkennen, für wen sie in Wirklichkeit arbeitete. Und so erhielt Simonetti kurz nach der Blog-Veröffentlichung der Fotos die fristlose Kündigung von Delta Airlines. Es genügte den Managern der Fluggesellschaft nicht, dass das “Tagebuch einer Stewardess” einen fiktionalen Charakter hatte und alle Orts- und Firmenangaben frei erfunden waren. Ihnen gingen die detailreichen Beschreibungen des Arbeitsalltags einer Stewardess schlicht zu weit.Doch die Flugangestellte war sich keiner Schuld bewusst. Es gab zu diesem Zeitpunkt keine Firmenrichtlinie oder Blog Policy, die das Führen eines solchen Blogs untersagt hätte, und sie erhielt deswegen auch nie eine Abmahnung. Deshalb fühlte sie sich ungerecht behandelt: “Wenn ich gewusst hätte, dass mich das meinen Job kostet, hätte ich es nicht gemacht. Und wenn sie mich gebeten hätten, das Blog abzuschalten, wäre ich dem natürlich nachgekommen. Aber diese Möglichkeit hat man mir nie gegeben. Es ist unfair, wegen einer nicht existierenden Blog-Policy gefeuert zu werden.”
Wenn Sie selbst anonym bloggen, sollten Sie deshalb ganz genau darüber nachdenken, welche Konsequenz das für ihre Karriere im Berufsleben haben könnte. Auch in diesem Falle zeigt sich deutlich, dass viele Mitarbeiter gar nicht ahnen, welche beruflichen Konsequenzen ihr digitales Dasein haben kann.
Kennen Sie vielleicht einige deutsche Beispiele für den Jobverlust durch das Bloggen?
>> The Stranger: Nintendo Contractor Fired for Blog
>> Fired Nintendo Blogger Speaks Her Mind – An Interview with Jessica Zenner
>> PR Blogger: Dell’s Online Communication Policy
>> Die Karriere-Bibel: Game over – Blogs als Karrierekiller
Klaus Eck
Angst vor der negativen Macht der Blogger
27. September 2007 um 11:30 von Mario Grobholz
Als ich eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand ich mich in meinem Bett zu einem ungeheuren Troll verwandelt, heißt es beinahe sinngemäß bei Franz Kafka in der “Verwandlung” von 1915. Jedenfalls schlug man sich schon damals mit Ungeziefer und Wahrnehmungsproblemen herum. Die sozialen Mechanismen der zwischenmenschlichen Kommunikation machen vor dem digitalen Raum keinen Halt.
Es ist zutiefst menschlich in Kategorien zu denken und Vor-Urteile zu pflegen; denn jeder Mensch versucht Ordnung in sein persönliches Schubladensystem zu bringen, um ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität aufrecht zu erhalten. Stereotypisierungen sind in der Regel sozial unerwünscht, erleichtern aber die generelle Orientierung. Schon beim ersten Kontakt oder bei der ersten Lektüre eines Blogartikels suchen wir unbewusst die passende Schublade und tendieren dazu, unserem Gegenüber einige Eigenschaften zuzuschreiben. Das ist nicht unbedingt förderlich für die Reputation des Fremden.
Fremdwahrnehmung gescheitert
21. September 2007 um 10:16 von Mario Grobholz
„Fremde Fehler beurteilen wir als Staatsanwälte, die eigenen als Verteidiger.“ So lautet ein spanisches Sprichwort. Das bringt ein grundsätzliches Wahrnehmungsproblem auf den Punkt: Denn im Allgemeinen neigen wir dazu, andere Menschen für Fehler verantwortlich zu machen und den Einfluss einer Situation hierbei völlig zu unterschätzen.
Diese Form der Wahrnehmungsverzerrung begegnet uns in vielen zwischenmenschlichen Situationen. Und so auch immer wieder im digitalen Raum: Chats, Foren und andere Kommunikationskanäle dienen in erster Linie dem Austausch zwischen Menschen. Dabei neigen die Leser dazu, die Textbeiträge immer auf die Persönlichkeit zurückzuführen, statt die jeweilige Situation, in der ein Artikel entsteht, zu berücksichtigen. Dieser Eindruck wird noch durch die Personalisierung in Blogs verschärft. Das Abbild der Person weist schließlich sehr deutlich daraufhin, wer die Verantwortung für einen Text trägt.
Durch eine Vielzahl von Blog-Veröffentlichungen entsteht ein Bild von einer Person, das eigentlich wenig mit der Wirklichkeit gemein hat und nur wenig über die Identität eines Menschen aussagt. Es zeigt nur Facetten einer Persönlichkeit und ist immer der konkreten Situation geschuldet. Es wird bei der Lektüre dennoch völlig vernachlässigt, dass jemand morgens bei schlechter Laune einen anderen Text verfasst als nachmittags nach einem erfolgreichen Geschäftsabschluss oder abends nach einem Glas Rotwein. Die (emotionalen) Umstände sind immer entscheidend. Aus diesem Grunde sollte jeder Blogger seine Texte mehrmals durchlesen, bevor er sie aus einer (schlechten) Laune heraus einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Selbiges gilt für Blogkommentare.
Es lässt sich hierbei einfach nicht vermeiden, dass ein anonymer Leser von einem wütend anmutenden Kommentar auf eine irritierende Persönlichkeit des Autors schließt und dessen Reputation in Frage stellt. Aber kann man nach der Lektüre einer Medienkritik, einem Artikel über das geekige Iphone oder einer unangenehmen Bahnfahrt überhaupt auf den Verfasser schließen? Oder sollten wir nicht lieber mit unseren Vorverurteilungen warten und dem Autor lieber mildernde Umstände gewähren, bis wir ihn wirklich näher kennen?
>> Psychologieblog: Wer hat Schuld
Klaus Eck, PR Blogger










