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Online Reputation Management im TV

28. Mai 2010 um 8:30 von Mario Grobholz

Ein schlechter Ruf im Internet kann Job und Karriere kosten! Das Anschreiben individuell, das Foto perfekt, der Lebenslauf rund – und trotzdem klappt’s nicht mit den Bewerbungen auf eine Stelle?

Vielleicht liegt’s an Altlasten im Internet, denn Personalabteilungen nutzen zunehmend den Blick ins Web, bevor sie einen Bewerber zum Gespräch einladen. Besonders betroffen sind auch Jugendliche: Die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz wird durch Fotos von Saufgelagen nicht gerade besser.

Das war vor wenigen Tagen das Thema auch auf Deutsche Welle TV, dem öffentlich rechtlichen Rundfunksender mit über 100 Mio. Zuschauern in über 30 Ländern. Dazu wurden wir von der Redaktion des deutschen Auslandsfernsehens als Experte eingeladen um Einblicke in die Möglichkeiten des Online Reputation Managements zu geben.

Dabei stand unser neuester Service Ruflotse im Mittelpunkt.

Internetsurfer behalten mit dem Ruflotse jederzeit den Überblick, was über einen bestimmten Suchbegriff im Internet zu finden ist. Hierfür wird einmalig ein Suchagent mit dem gewünschten Begriff angelegt, das kann der eigene Name, der Name eines Familienmitglieds, ein Firmenname oder ein anderer frei gewählter Begriff sein. Anschließend durchforstet der Dienst vollautomatisch das gesamte Internet. Neue Funde werden per E-Mail mitgeteilt. Zu unliebsamen Einträgen kann per Mausklick ein Löschauftrag gestellt werden.

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  • Karriere Online, Presse, Reputationsmanagement

Expertenmeinung: Wilfried Schock über den Einsatz von Social Media in Unternehmen

25. Mai 2010 um 9:05 von Mario Grobholz

Wir freuen uns, heute Wilfried Schock bei uns begrüßen zu dürfen. Wilfried Schock ist Jahrgang 1957, aktiver Blogger, Twitterer, CRM Profi, Geschäftsführer von Social Network Marketing sowie absoluter Social Media-Befürworter. Die unterschiedlichen Entwicklungen und Prognosen der Nutzung von Sozialen Medien im deutschprachigen Markt hat er für uns wie folgt beantwortet.

Denken Sie, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

WS: Social Media wird ohne Zweifel für Unternehmen zu einem Standard werden. Alles andere hieße sich dem Dialog mit dem Markt und seinen Kunden zumindest teilweise zu verweigern. Ob Social Media als Social Media Marketing „nur“ zu einem Standardbestandteil des Marketings wird, hängt von den Unternehmen ab. Beachtet man die mögliche Nutzenstiftung von Social Media wird deutlich, das auch PR, Marktforschung, Produktentwicklung, Support und Vertrieb ganz wesentlich von Social Media profitieren können.

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

WS: In der Praxis wird es darauf hinauslaufen, das Social Media von dem Bereich federführend umgesetzt wird, der dieses Instrument zuerst für sich nutzt. Dies dürfte das Marketing sein. Alternativ wäre aber auch eine eigenständige Funktion Social Media mit Schnittstellen zu allen tangierten Bereichen sinnvoll.

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

WS: Aktuell sind viele Unternehmen in einer eher experimentiell geprägten Phase, in der primär der Umgang mit Social Media erarbeitet und vorrangig Kommunikationsziele angestrebt werden. An messbaren Zielen bietet Social Media eine große Bandbreite – sowohl was die Funktionen angeht, als auch was die Messbarkeit der Wirkung von Social Media betrifft. ebay hat ja schon vor Jahren die direkte wirtschaftliche Bedeutung von Social Media in einer groß angelegten Studie belegen können. Die Aussage, das Social Media nur schwer oder nur sehr indirekt messbare Ergebnisse produzieren kann, teile ich nicht.  Es mangelt eher an der Orientierung an machbaren metrics bei der Entwicklung und Umsetzung von Social Media Konzepten.

Welche Unternehmen kennen Sie, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

WS: Da stellt sich vor zuerst die Frage nach den Beurteilungskriterien für erfolgreich. Proctor & Gamble sprechen davon das Social Media effizienter ist als alle anderen Marketingtools. Konkrete, nachprüfbare Ergebnisse werden aber nicht vorgestellt. Nikeplus gilt als erfolgreiches Social Media Konzept, aber ein genauerer Blick auf die praktische Nutzung und die Struktur des Social Media Konzepts lassen zumindest deutliche Optimierungsmöglichkeiten erkennen.

MountainDew belegt mit seiner DEWmocrazy beachtliche Ergebnisse in der Einbindung von Kunden in die Produktentwicklung (crowdsourcing). In ganz anderem Maßstab gefällt mir das Beispiel des Wasenwirt (Cannstatter Volksfest, die Nr. 2 hinter der Wiesn), der via Facebook eine Reichweite von über 5000 Nutzern aufgebaut hat und sie für Neukundengewinnung und Kundenbindung nutzt. Hier ist der Social Media Ansatz zwar sehr rudimentär aber bezogen auf das Unternehmen und die Branche dahinter schon wieder interessant.

H&M agieren mit Social Media, was von außen erkennbar ist, zeigt aber noch eine stärkere Orientierung an Kampagnendenken. Coca Cola versucht Social Media auf vielfältige Weise zu nutzen, wenngleich auch nicht immer mit großem Erfolg. Die Expedition 206 stellt – im Vergleich mit dem Vorgehen der Pepsi-Tochter Mountain Dew – eine sehr eigenständige Vorgehensweise dar. Nach Google Trends ist dieser Ansatz allerdings nicht unbedingt von höherer reichweitenbildender Qualität zu sein.

An Beispielen für den Einsatz von Social Media mangelt es weniger. Nach guten Beispielen, in denen Social Media in seiner ganzen Qualität genutzt wird, kann schon deshalb nicht viel zu sehen sein, weil auch die großen Unternehmen Social Media erst seit relativ kurzer Zeit und eher experimentell einsetzen. In der Regel kranken die meisten Aktivitäten an größeren handwerklichen Problemen – insbesondere der Qualität der Profile und der Vernetzung – und an konzeptionellen Defiziten oder Selbstbeschränkungen – hier insbesondere an der Möglichkeit der Partizipation.

Wir bedanken uns bei Wilfried Schock für das Interview – und freuen uns natürlich auf eure Kommentare, Feedback, Anregungen und Republikationen!

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Oliver Weiß über die Bedeutung klassischer PR in Zeiten von Socialmedia

17. Mai 2010 um 8:30 von Mario Grobholz

Für unser heutiges Social Media Experten Gespräch haben Oliver Weiss gebeten, uns 4 Fragen zum Einsatz von Social Media in Unternehmen zu beantworten. Oliver ist Geschäftsführer der PR Agentur Freude an Weiss und zudem auch als Journalist tätig. Wir haben in gesprochen und wollten von ihm als Kommunikationsexperten erfahren, wie er die Zukunft für Social Media im Unternehmenseinsatz einschätzt.

Oliver, verliert die klassische PR für Unternehmen in Zeiten von Social Media an Bedeutung?

Die Frage geht von einem direkten Zusammenhang zwischen Social Media und klassischer PR aus. Aus PR-Sicht ist das derzeit eher die Ausnahme. Solange es die klassischen Medien gibt, wird es auch die klassische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit geben. Im Gegenteil. Ihre Bedeutung wird sogar noch zunehmen.

Der Medienmarkt befindet sich in einem nie da gewesenen Umbruchprozess. Geschäftsmodelle versagen und Wertschöpfungsprozesse müssen neu durchdacht werden. Dafür sind m. E. drei Entwicklungen verantwortlich: Erstens erleichtern technologische Entwicklungen dem Einzelnen, Dinge ins Netz stellen und weltweit zu verbreiten und zwar ohne großartiges technisches Vorwissen. Zweitens benutzen Menschen häufiger Technologien, um das, was sie brauchen, voneinander (also nicht von Unternehmen) zu bekommen. Drittens gibt offensichtlich immer Menschen, die bereit sind, ihr Können und Wissen kostenlos einzubringen, wie die Entwicklungsgeschichte von Facebook in beeindruckender Weise gezeigt hat.

Wo und wie grenzt sich die klassische PR von Social Media ab und wo gibt es Überschneidungen bzw. keine Grenzen mehr?

Schauen wir uns doch einmal die Social-Media-Landschaft genauer an: Da gibt es Plattformen, die dabei helfen, Texte zu veröffentlichen und Themen zu diskutieren. Dann gibt es Plattformen zum Netzwerken. Dann gibt es Plattformen für die jeweiligen medialen Inhalte, Produkte und Orte. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Gaming-Plattformen. Und für die PR? Und dann sind da noch die Sozialen Netzwerke. Und für die PR? Sehen wir einmal von Corporate Blogs, Twitter und einigen Sozialen Netzwerken ab, ist die Social-Media-Landschaft aus PR-Sicht recht überschaubar. Überschneidungen mit der klassischen PR sind – je nach kommunikativer Zielrichtung des jeweiligen Unternehmens – eher im Bereich der Online Relations zu finden. Online Relations, nicht Social Media, haben sich zu einem Kerninstrument der Public Relations entwickelt. Dazu zählen Dienste wie die Corporate Website, E-Mails, Chats, Foren, Blogs, Podcasts und eben, als ein Dienst von vielen, das Web 2.0 bzw. Social Communities.

Wie verändert die aktuelle Entwicklung das Profil und die Aufgaben von PR- und Kommunikationsdienstleistern?

Viele Redaktionen stehen unter einem steigenden Zeit- und Kostendruck. Der Journalist ist häufig Fotograf, Lektor und Schriftsetzer in einem. So steht für eine ausfühliche Recherche oder gar eine investigative Story immer weniger Zeit zur Verfügung. Für Unternehmen wird es also immer schwerer, die Aufmerksamkeit der Journalisten für die eigenen Themen zu wecken. Auf der anderen Seite erwarten Journalisten auf Unternehmens- und Agenturseite kompetente Ansprechpartner, die ihre Sprache sprechen und wissen, wie Medien funktionieren.

Zunehmend werden Kommunikationsexperten mit dem Thema Web 2.0 und Social Media konfrontiert. Leider mangelt es in Deutschland noch an wirklich umfassenden und übertragbaren Cases, die den erfolgreichen Einsatz, z. B. von Sozialen Netzwerken für die PR belegen. Das Beispiel General Motors hat aber gezeigt, dass einige Social-Media-Plattformen für PR-Kampagnen relevant sein können. Dabei darf auf Unternehmensseite allerdings der zeitliche und personelle Aufwand nicht unterschätzt werden.

Müssen Unternehmen nun generell zweigleisig fahren und neben der klassischen PR auch Social Media bedienen?

Das ist immer eine Frage der kommunikations-strategischen Ausrichtung von Unternehmen. Wen wollen sie mit ihren Botschaften erreichen? Wie wollen sie sich positionieren? Welche kommunikativen Ziele verfolgen sie darüber hinaus? Schauen Sie sich einmal die Nutzerzahlen von sozialen Netzwerken an. Dort treffen Sie eher auf Digital Natives. Digital Natives sind Personen, die mit digitale Technologien aufgewachsen sind. In der Regel nutzen sie soziale Netzwerke selbstverständlicher als die Digital Immigrants, die Personen also, die digitale Technologien erst im Erwachsenenalter kennen gelernt haben. Wollen Unternehmen also junge, technikaffine, Menschen erreichen, dann fahren sie gut, wenn sie zweigleisig fahren. Social Media sind häufig auch ein brauchbarer Katalysator für Krisen.

Ein weiterer Aspekt kommt seit Social Media für die PR aber ganz sicher hinzu: Social Media ist eine zusätzliche Monitoring-Plattform und gesellt sich zur bereits professionell praktizierten Medienbeobachtung hinzu.

Gibt es Unternehmen, welche klassische und “neue PR” schon idealtypisch vereint haben?

Beispiele erfolgreicher Corporate Blogs sind der Frosta-Blog und der Saftblog von von Walters. Dann sind da die Social Media Newsrooms zu erwähnen, die bei einigen Unternehmen bereits zum Einsatz kommen. Die Sparkassenorganisation hat sich von der Berliner Agentur Golden Alligator Interactivities ein Media-Center entwickeln lassen, das Audio- und Videobeiträge intelligent in ihre Internetfilialen einbindet. Damit bedienen sie dem neuen und meiner Ansicht nach wegweisenden Bewegtbildtrend im Netz.

Wie verändert die aktuelle Entwicklung die Organisation in Ihrem Unternehmen?

Ich befasse mich seit Jahren intensiv mit Online Relations und der Frage, wie sich einzelne Social-Media-Plattformen für die PR nutzen lassen. Meine Beratungsleistung ist auf Kundenseite sehr gefragt. Meine Agentur hat ein mehrstufiges Verfahren entwickelt, mit dem wir Social-Media-Plattformen auf ihre PR-Tauglichkeit untersuchen können. Zudem entwickele ich gemeinsam mit meinem Team strategische Kommunikationskonzepte, die die aktuellen Entwicklungen berücksichtigen. Diese Konzepte werden anschließend in die Praxis umgesetzt. Bisher hat jedes Konzept seinen Praxistest bestanden.

Vielen Dank Oliver, für dieses interessante Gespräch – und freuen uns natürlich auf eure Kommentare, Feedback und Anregungen!

Weitere Experten Interviews zum Thema “Social Media im Unternehmenseinsatz”:

  • Tim Cole über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Jochen Mai über den Social Media Einsatz in Unternehmen
  • Thomas Pfeiffer über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Bernhard Jodeleit über den Social Media Einsatz in Unternehmen
  • Frank Wolf von der T-Systems zum Thema Social Media Entwicklung in Unternehmen
  • Karsten Füllhaas zum Thema Social Media Entwicklung in Unternehmen
  • Kerstin Hoffmann über klassische PR in Zeiten der “Social Media”
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Expertenmeinung: Jan Hendrik Senf zur Nutzung von Social Media in Unternehmen

10. Mai 2010 um 9:00 von Mario Grobholz

Unser heutiger Interviewpartner ist Jan Hendrik Senf. Der sympathische Berliner ist Berater und Begleiter für Effektivität und Effizienz in Social Media. Er hat u.a. für und mit MTV, PRINZ Berlin, Berlin.de, tip Stadtmagazin Berlin, Ein Hartz für Berlin Spendengala und Steinbeis SMI gearbeitet. Im März 2010 hat er den ersten Twittwoch-Praxisworkshop in Berlin geleitet. Der Workshop ist Teil der neuen Workshop-Reihe des Twittwoch e.V. (Veranstaltung zu Social Media in Unternehmen) und wird am 27. Mai auch in München angeboten.

Hier seine Antworten auf unsere Fragen zur Nutzung von Social Media in Unternehmen:

Denken Sie, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

JHS: Jeder Berater, der das behauptet, gehört aus meiner Sicht geohrfeigt. Natürlich ist es immer wieder erfreulich, zu sehen, dass es in den allermeisten Fällen dann doch extrem passt. Dass das individuelle Potenzial eines Unternehmens, sinnvoll und mit Mehrwert für alle Seiten in Social Media aktiv zu werden, einem förmlich entgegenspringt. Und dass man deshalb eigentlich besser gestern als morgen damit hätte anfangen sollen, dieses Potenzial in neue Prozesse zu übertragen.

Ich finde es immer wieder auf ein Neues toll und aufregend, Firmen und deren Mitarbeitern zu helfen, sich durch Social Media in der Aussenwirkung von einer langweiligen Raupe in einen bunt schillernden Schmetterling mit souverän lockerem Flügelschlag zu verwandeln. Doch es gibt aus meiner Sicht eben auch einige Fälle, in denen das nicht sinnvoll und auch überhaupt nicht zielführend ist. Warum sollte zum Beispiel ein Hersteller von Spezialschrauben für Brückenpfeiler eine Facebook-Fanpage oder einen twitter-Account pflegen? Da gibt es sicher genügend dringende Dinge, mit denen die Zeit dort sinnvoller verbracht werden kann.

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

JHS: In der Geschäftsführung. Ein Traum. Ich denke, es geht nichts über die Vorbildfunktion einer professionell in Social Media agierenden Unternehmensleitung. Die nicht nur Ressourcen und Respekt für Social Media einräumt, sondern aktiv und kompetent einbezogen ist. So etwas hat intern einfach eine starke Signalwirkung und setzt aus meiner Sicht nicht zu unterschätzende, hohe transformatorische Energien für Unternehmen frei.

Bis es in der Mehrzahl der in Social Media aktiven Unternehmen soweit ist, dürfte allerdings noch etwas Zeit vergehen. In den meisten Fällen ist es ja doch so, dass schon viel gewonnen ist, wenn die Chefetage den Entschluss gefasst hat, erste Schritte konsequent und strukturiert gehen zu wollen. Und die hierfür notwendigen Möglichkeiten schafft, also Projektteams genehmigt und Mitarbeiter mit dem notwendigen Zeitkontingent inthronisiert. Gerade das ist aus meiner Erfahrung immer wieder ein sich erst langsam einpendelnder Verständnisbildungsprozess.

Operativ tätige Social Media Manager bzw. mit den Aufgaben betreute Mitarbeiter klagen nach einer ersten Phase der Begeisterung nach ein paar Wochen oft schnell über zu wenig Zeit für die Pflege der neuen, oft nur individuell sinnvoll zu pflegenden, digitalen Dependancen. Das ist schade, denn Social Media Aktivitäten geschehen nicht umsonst, sondern haben nachhaltig wirkende und bleibende, fast immer überwiegend positive Konsequenzen für Unternehmen.

Sie lassen sich aber letztlich trotz oftmals kostenlos nutzbarer Dienste auch nicht umsonst realisieren. Arbeitszeit kostet immer Geld. Wir sprechen hier ja von den so genannten Opportunitätskosten. Bedeutet: Die Zeit, die jemand für Social Media aufwendet, kann im besten Fall sinnvoll sein. Sie geht aber immer zu Lasten anderer Aufgaben. Es wäre schön, wenn hier mehr Wertschätzung innerhalb der Unternehmen stattfinden könnte. Wenn entsprechende Mitarbeiter konsequent genügend Zeit zur Verfügung gestellt bekommen würden. Doch zurück zur eigentlichen Frage: Aus meiner Sicht gibt es ungefähr fünf sinnvolle Optionen.

Option 1: Ein Mitarbeiter übernimmt die Social Media Aktivitäten und es werden klare Prozesse für den internen Kommunikationsfluss in Richtung dieses Mitarbeiter aufgesetzt.

Vorteile: Konsistent in der Aussenwirkung; wenig operativer Abstimmungsaufwand bzgl. Pflege der verschiedenen Kanäle; klare Zuständigkeit und Ansprechperson intern und extern.

Nachteile: Gefahr von Hoheitswissen; Gefahr der mangelhaften Reflexion des eigenen Tenor als Unternehmensrepräsentant; interner Verwaltungsaufwand und mangelnde Geschwindigkeit der Nachrichtenverbreitung sowie keine fachliche Kompetenz in Bezug auf die weitergetragenen und eventuell von Nutzern kommentierten und mit Fragen versehenen Meldungen.

Option 2: Mehrere Mitarbeiter (z.B. 2 – 3) aus einer Abteilung übernehmen die Social Media Aktivitäten, sinnvollerweise aus der Marketing-/ Kommunikations- / Redaktions- Abteilung.

Vorteile: Gemeinsame Lernkurve und hoher Reflexions- und Austauschgrad; Passung in die sonstige Kommunikationskultur; Nähe zu den zur Verfügung stehenden bzw. zu kommunizierenden Inhalten. Vertreung im Urlaubsfall möglich und Vermeidung von Hoheitswissen.

Nachteile: Erfahrungsgemäß sehr unterschiedlich verteilte Aktivität; Abstimmungsaufwand bzgl. zu erledigender o. bereits erledigter operativer Tätigkeiten; sinnvolle Notwendigkeit, um Nutzer nicht zu verwirren: Verwendung von Kürzeln an gesendeten Meldungen.

Option 3: Mehrere Mitarbeiter (z.B. 4 – 5) aus verschiedenen Abteilungen übernehmen die Social Media Aktivitäten.

Vorteile: Hoher Abdeckungsgrad der kommunizierten Unternehmensaktivitäten; Zusammenarbeit und hierdurch gegenseitiges Verständnis der verschiedenen Abteilung; positive Wahrnehmung durch die Nutzer und Verfügbarkeit kompetenter Ansprechpartner aus dem Unternehmen; Notwendigkeit der Nutzung kollaborativer Tools im operativen Daily Business = Transformationspotenzial für die Unternehmenskultur.

Nachteile: Langer Prozess der Findung des individuellen Unternehmenstenors in der Aussenkommunikation durch Social Media; Notwendigkeit von deutlichen Social Media Richtlinien und gemeinsam festgelegten Zielen und Vorgehensweisen.

Option 4: Ein Social Media Desk wird in der Marketing-/ Kommunikations- / Redaktions- Abteilung o.ä. eingerichtet und es findet ein Rotationsverfahren der Zuständigkeit statt. Vorteil: Wer am Desk sitzt, ist – z.B. für eine Stunde – ausschließlich in Social Media aktiv. Hierdurch kann, für alle Seiten sinnvoll, ein effizienter und effektiver Umgang mit der knappen Ressource Zeit stattfinden. Alle beteiligten Mitarbeiter sind in einem vertretbaren und klar überschaubaren Rahmen eingebunden und können theoretisch die gleiche Lernkurve haben. Jede Social Media Aktivität wird zu einer klar greifbaren und abgrenzbaren Tätigkeit. Prokrastinierung wird verhindert. Nachteil: Hoher Abstimmungsaufwand in Bezug auf zu erledigende oder bereits erledigte Dinge; langsame Resonanzprozesse in Bezug auf individuelle Nutzerbeziehungen und Aktionen.

Option 5: Alle Mitarbeiter des Unternehmens sind in die Social Media Aktivitäten eingebunden.

Vorteile: Exponentielle Steigerung des gesamten Kommunikationsoutput; implizierter Weiterbildungsaspekt für alle Mitarbeiter; hohes Transformationspotenzial für die Unternehmenskultur; schnelle Reaktionszeiten aus Nutzersicht; starke und positiv wahrgenommene Aussenwirkung einer derartigen Unternehmenskultur. Nachteile: Starker Bedarf nach Guidelines und Richtlinien; Verwaltungsaufwand bzgl. Rechten und Log-Ins etc.; mangelndes Sendungsbewusstsein bei einem Teil der Mitarbeiter = erzwungenes und somit kontraproduktives Kommunikationsverhalten.

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

JHS: Leider aus meiner Sicht oft entweder viel zu viele oder viel zu wenige. Ich denke, es kommt auf eine gesunde Mischung von messbaren und nichtmessbaren Zielen an. Und die Kompetenz, die Relevanz von diesen – sowohl insgesamt als auch untereinander – unterscheiden zu können. Albert Einstein hat einmal etwas sehr treffendes hierzu gesagt: “Nicht alles, was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles, was gezählt werden kann, zählt.” Unabhängig davon: So individuell wie die Unternehmen und deren Potenzial für eine sinnvolle Nutzung von Social Media, so unterschiedlich bemisst sich doch letztlich immer auch Erfolg. Blogposts und Beiträge bzgl. der vermeintlich zu messenden Ziele gibt es ja zu Genüge. Ich möchte deshalb lieber dazu anregen, diese erst einmal vorab selbst im Unternehmen zu entwickeln. Hierzu hat sich aus meiner Sicht die intensive und schriftliche Beantwortung der folgenden 10 Punkte bewährt:

  • 1. Was soll erreicht werden?
  • 2. Warum Social Media?
  • 3. Welche Art von Social Media hilft optimal, um die Ziele zu erreichen?
  • 4. Wie bereit sind wir, die Kontrolle – zumindest partiell – abzugeben?
  • 5. Wie soll Partizipation erzeugt werden?
  • 6. Wer wird die Social Media Präsenz(en) pflegen?
  • 7. Wieviele Ressourcen sind vorhanden, um eine kurzlebige Kampagne zu vermeiden?
  • 8. Wie passt die Nutzeraktivierung über Social Media in die allgemeine Marketing / Kommunikationsstrategie?
  • 9. Wie wird Erfolg gemessen? Was sind Fehler?
  • 10. Was wird vernachlässigt, wenn Ressourcen für Social Media aufgewendet werden?

Welche Unternehmen kennen Sie, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

JHS: Meine Kunden. Mich selbst. Ok, Spaß beiseite: Wenn ich so darüber nachdenke, dann sind das extrem viele. Einfacher und weitaus platzsparender wäre es wohl, jene aufzuzählen, bei denen es nicht so gut läuft. Die sich leider nicht von der Raupe zum Schmetterling entwickelt haben. Obwohl: Da müsste ich jetzt aber auch ganz schön nachdenken. Und das ist doch mal wirklich großartig, erfreulich und motivierend.

Wir bedanken uns bei Jan-Hendrik Senf für das Interview – und freuen uns natürlich auf eure Kommentare, Feedback, Anregungen und Republikationen!

Sie fanden das Experten-Interview mit Jan-Hendrik Senf interessant? Dann lesen Sie hier weiter:

  • Christoph Bauer über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Michael Reuter über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Nils Hitze über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Marc Frey über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Frank Wolf (T-Systems) über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
  • Christoph Hölzlwimmer über den Einsatz von Social Media in Unternehmen
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Expertenmeinung: Dirk Rockendorf von Continental über den Einsatz von Social Media in Unternehmen

3. Mai 2010 um 9:03 von Mario Grobholz

Zu unserem heutigen Montagsinterview haben wir Dirk Rockendorf eingeladen. Er ist Head of eBusiness der Continental Reifen Deutschland GmbH. Vor seiner aktuellen Tätigkeit war der studierte Wirtschaftsingenieur (TU Karlsruhe) Unternehmensberater bei KPMG Consulting (später Bearingpoint) und hat dort Projekte in den Bereichen eBusiness und CRMverantwortet .

An der Diskussion zu Nutzung  und ROI von Social Media in Unternehmen hat er sich auch schon im letzten Jahr aktiv mit Vorträgen und Podcasts beteiligt. Praktische Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von Social Media im Marketing-Mix lieferte auch seinVortrag auf der Swiss Online Marketing Messe vom 24.-25. März 2010 in Zürich, wo er die Continental-Kampagne zur FIFA WM 2010 auf Facebook, YouTube & Co. vorstellte.

Denken Sie, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

DR: Diese Frage kann man leider nicht pauschal beantworten, da das von verschiedenen Faktoren abhängt, z.B. Produkt und Branche. Im Consumer-Bereich (B2C) gehört es bei den Top-Marken auf jeden Fall schon dazu. Im B2B Bereich dagegen ist man hier noch eher am Anfang. Was man aber generell sagen kann ist dass sich jede Firma Gedanken machen muß ob und wie es Social Media im Marketing einsetzen kann, d.h. Entwicklung einer Social Media Strategie.

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

DR: Das ergibt sich aus der Strategieentwicklung, d.h. wie wird Social Media eingesetzt und welche Plattformen werden genutzt. In den meisten Fällen dürfte Marketing den Lead haben, insbesondere wenn es Kunden betrifft. Aber auch der Pressebereich sollte mit involviert sein. Zum einen weil der oft die meisten News hat, zum anderen weil die Mitarbeiter geübt sind zu formulieren, was insbesondere bei kritischen Posts hilfreich ist oder bei der Vermittlung von Positionen. Last but not least gibt es auch noch die Unternehmenskommunikation, die sich in der Regel um das Thema Social Media Policy kümmert, d.h. wie sich Mitarbeiter generell im Social Web verhalten sollten. Gemeinsam mit IT kann diese auch definieren welche Social Media Tools innerhalb eines Unternehmens zum Einsatz kommen.

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

DR: Nach einer aktuellen Untersuchung der Deutsches Institut für Marketing GmbH verfolgen die Unternehmen aktuell eher qualitative Ziele wie Steigerung der Marken- und Produktbekanntheit oder verbessertes Marken- / Produktimage, was aber in der Regel nur indirekt messbar ist. Steigerung von Website-Traffic wurde von 50% der Befragten genannt, dies ist dann schon eher meßbar. Des weitern erachte ich z.B. die Anzahl Fans / Follower als relevant, da man das mit einer Email-Adressdatenbank vergleichen kann => Stichwort Kundenbindung. ROI-Ermittlung von Social Media Maßnahmen steckt dagegen noch in den Kinderschuhen, sowohl in der Forschung als auch in der Praxis.

Welche Unternehmen kennen Sie, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

DR: Da gibt es bereits viele, insbesondere aus den Bereichen Konsumgüter und Automobil. Adidas Originals mit fast 2,5 Mio Fans ist hier ein gutes Beispiel. Spontan fällt mir auch noch der Frosta-Blog ein, Dell Outlet auf Twitter sowie die Community beinggirl.com von P&G. Gerade war ich auf der Swiss Online Marketing, hier hat Alfa Romeo Schweiz eine sehr schöne Kampagne auf Facebook zur Einführung des neuen Mito präsentiert : Großer Erfolg mit kleinem Budget. Und ich denke auch wir schlagen uns ganz gut. Die W&V hat aktuell unseren ContiTireKick als (Facebook-) App der Woche gekürt…

Wir bedanken uns bei Dirk Rockendorf für das nette Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg bei seinen anstehenden Social Media Projekten und Vorträgen in 2010!

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Expertenmeinung: Tim Cole über den Einsatz von Social Media in Unternehmen

26. April 2010 um 9:09 von Mario Grobholz

Für unser heutiges Montags-Gastinterview haben wir Tim Cole gebeten, uns die 4 Fragen zum Einsatz von Social Media in Unternehmen zu beantworten. Tim Cole gilt als einer der erfahrensten Internet-Publizisten im deutschsprachigen Raum und hat gerade sein jüngstes Buch veröffentlicht.

Er ist seit Jahrzehnten als Journalist und Kolumnist tätig. Seine Beiträge, Kommentare und Kolumnen erscheinen in führenden Wirtschaftsmagazinen wie Capital, Tageszeitungen wie Süddeutsche Zeitung oder Die Welt sowie in Fachpublikationen und Online-Magazinen.Kurz: Tim Cole ist ein “alter Hase” auf seinem Gebiet. Gemeinsam mit Ossi Urchs war er jahrelang Gastgeber von „eTalk“ bei n-tv, einer Talkshow mit Prominenz aus den Bereichen IT, Telekommunikation, Internet und Hightech. Als Buchautor („Erfolgsfaktor Internet“, „Econ“, „Das Kunden-Kartell – die neue Macht des Kunden im Internet“ und „Hanser“) sowie als Berater und Referent bei Seminaren und Firmenveranstaltungen steht der gebürtige Amerikaner im intensiven Dialog mit Führungskräften aus Wirtschaft, Politik und Finanzen.

Tim, denken Sie, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

Tim Cole: Ich denke, dass Firmen, die kein Social Media Marketing betreiben, bald überhaupt kein Marketing mehr nötig haben werden – weil es sie nicht mehr geben wird. Was ist denn eigentlich so neu an der Vorstellung, seine Kunden zu fragen, was sie wollen? Warum tun sich gerade deutsche Unternehmer so schwer damit? Statt dessen hört man hierzulande krude Witzchen wie: „Bei uns steht der Kunde immer im Mittelpunkt – und damit allen im Wege…“. Das Gegenteil von sozialen Medien sind unsoziale Medien. Das sollte uns zu denken geben.

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

Tim Cole: Ohne Power von oben funktioniert Marketing nicht, ob im Internet oder sonst wo. Der Chef muss mitziehen, aber jeder in der Firma ist ein potenzieller Botschafter seines Unternehmens in Plattformen wie Facebook, Xing, YouTube oder wie sie alle heißen. Die Marketingabteilung sollte zuerst mal Werbung im eigenen Haus machen. Pech, natürlich, wenn das Unternehmen seinen Mitarbeitern gerade verboten hat, während der Arbeitszeit Facebook zu nutzen. Dann haben die sich halt ins Knie geschossen…

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

Tim Cole: Mit Social Marketing ist es wie sonst auch in der Unternehmenskommunikation: Jeder Marketingchef könnte sich sofort die Hälfte seiner Ausgaben sparen, wenn der wüsste, welche Hälfte… Umgekehrt wird ein Schuh draus: Was kostet es mich, wenn nicht kein Social Marketing mache? Fragen Sie die Firma Kaffee Partner, was für einen Schaden für sie entstanden ist, nachdem mein Freund Michael Kausch auf czyslansky.net von seinem Ärger mit dem Knebelvertrag und dem miserablen Service der Firma berichtet hat. Sein Blog ist inzwischen zu einem Sammelbecken für unzufriedene Kunden der Firma geworden, die sich mit Horrorgeschichten überbieten und sich gegenseitig Tipps geben, wie man sich erfolgreich aus dem Vertrag rausklagen kann. Michaels Posting liegt bei Google inzwischen auf Platz zwei – direkt hinter der Website des Unternehmens Kaffee Partner selbst. Ich wollte jedenfalls nicht in der Haut des Marketingleiters stecken, wenn der seinem Chef erklären muss, warum die Umsatzzahlen gerade in den Keller gehen…

Welche Unternehmen kennen Sie, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

Tim Cole: In meinem neuen Buch, „Unternehmen 2020 – das Internet war erst der Anfang“ habe ich gleich mehrere Fallbeispiele solcher Unternehmen beschrieben. Einer meiner Lieblingsbeispiele ist fahrrad.de in Esslingen, die inzwischen gar keine Kundenberater mehr beschäftigen. „Unsere Kunden sind unsere besten Berater“, sagte mir Steffen Grunegger, der sich dort „Web 2.0-Manager“ nennt. Sein Job ist es, in der Community unterwegs zu sein und das „Gesicht“ seiner Firma gegenüber der großen Gemeinde der Radfahrer zu sein. Damit schafft der Glaubwürdigkeit und Vertrauen – zwei der wichtigsten Erfolgsfaktoren für jedes Unternehmen im Zeitalter der vernetzten Wirtschaft.

Wir bedanken uns bei Tim Cole für das Interview – und freuen uns natürlich auf eure Kommentare, Feedback, Anregungen und Republikationen!

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Expertenmeinung: Thomas Pfeiffer über den Einsatz von Social Media in Unternehmen

12. April 2010 um 9:03 von Mario Grobholz

Ist Social Media ein Hype? Gibt es überhaupt eine Entscheidung dafür oder dagegen? Viele Unternehmen (und auch Privatpersonen) verfolgen die Presse mit gemischten Gefühlen. Einerseits wird von unternehmerischen Vorteilen, Gewinnsteigerung und verbesserter Kommunikation mit neuen und alten Zielgruppen gesprochen – andererseits werden auch die Risiken einer umfassenden Social Media Strategie in Unternehmen beleuchtet.

Einer, der sich damit gut auskennen muss ist Thomas Pfeiffer: Medienpädagoge, Webevangelist, selbstständiger Online-Konzeptioner und Programmierer mit dem Schwerpunkt Web 2.0 & Social Media. Wir haben ihn gebeten, die folgenden Fragen für uns zu beantworten:

Denken Sie, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

TP: Nein, dass denke ich nicht. Einige wollen uns das weiß machen. Es gibt doch sowieso keinen „Standard“. Die einen machen Werbung in der Lokalzeitung, andere Fernsehwerbung. Manche sponsern einen Fußballverein, andere verlassen sich auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Social Media ist momentan das Hype-Thema schlechthin. Zum Teil ist das auch gerechtfertigt. Immer mehr Menschen tummeln sich in Online-Communities. Dort hinzugehen, wo die Menschen sind, ergibt durchaus Sinn. Aber jedes Unternehmen muss für sich entscheiden: Wo ist meine Zielgruppe? Passt Social Media Marketing überhaupt zu meinem Unternehmen?

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

TP: Idealiter ist Social Media nicht nur eine „One-Man-Show“ im Unternehmen. Social Media an sich ist ja mehr als nur Facebook, Twitter oder StudiVZ. Social Media ist eine Unternehmensphilosophie, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt, zwischen den Mitarbeitern, den Partner und natürlich gegenüber den Kunden: kurz allen Stakeholdern eines Unternehmens. Social Media Aktivitäten und Kampagnen sind eine klassischen Mischform zwischen PR- und Marketing-Abteilung. Ohne Rückedeckung durch das Management oder Verständnis dafür in der gesamten Belegschaft werden aber Fehler passieren. Vodafone hat glücklicherweise diese Fehler schon begangen (und hoffentlich daraus gelernt): Twitteraccounts auf Werbeanzeigen werden wohl in Zukunft nicht mehr gefaked.

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

TP: Auch da ist noch vieles im Unklaren. Vom Online-Marketing sind Entscheider klare Zahlen und Meßinstrumente gewohnt: z.B. den Tausender-Kontakt-Preis (TKP) für Werbebanner. Dieses Instrumentarium greift aber im Social Web, der klassichen Long Tail, immer weniger. Manchen schlagen nur vor, das „User Engagement“ miteinzubeziehen, bspw., ob Inhalte kommentieren oder weiterverbreitet werden. Ich persönlich halte diese Operationalisierungen nicht nur für kompliziert. Ich glaube auch, dass sie nicht das wiedergeben, was sie vorgeben, zu messen (das nennt man mangelnde Validität).

Letztenendes ist doch der Geschäftserfolg entscheidend. Ähnlich wie bei der Bandenwerbung im heimischen Stadion muss man bei Social Media vorsichtig sein, mit einer blinden Zahlengläubigkeit. Ein valides, belastbares Äquivalent zum TKP oder zur Auflage eines Printmagazins gibt es noch nicht. Und ich persönlich glaube, das wird auch noch lange so bleiben. Noch wird hier viel experimentiert und ausprobiert.

Welche Unternehmen kennen Sie, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

TP: Man muss Vodafone sehr dankbar sein, dass sie als großes, internationales Unternehmen sich in Social Media gewagt haben und Fehler begangen haben. Davon haben alle profitiert (leider auch die nervigen Berufsnörgler-Dons, aber das ist wohl ein Kollateralschaden dabei :-) Alles in allem haben sie einen mutigen Schritt getan und auch vieles richtig gemacht. Es gibt ein paar Perlen, ich möchte nur zwei Beispiele herausgreifen: Der Bewerberblog hat sich sehr gut positioniert als richtig kleines Unternehmen, das zunächst auf der Suche nach qualifizierten Personal fürs eigene Wachstum war. Und DM Alverde, die Twitter und Facebook sehr schön fürs eigenen Marketing einsetzen. Das sind nur zwei von vielen Beispielen. Wer noch mehr kennt: Nur her damit, kommentieren Sie hier oder schreiben Sie mir auf Twitter @codeispoetry oder auf http://twittwoch.de/facebook

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  • Allgemein, Social Media

Expertenmeinung: Christoph Bauer über den Social Media Einsatz in Unternehmen

29. März 2010 um 9:35 von Mario Grobholz

Die sozialen Medien haben in deutschen Unternehmen Einzug gehalten. Einige können damit schon sehr gut umgehen, doch viele sehen dem Ganzen noch immer skeptisch entgegen. Was sagen Experten zum Thema Social Media Einsatz in Unternehmen? Wir haben sie befragt.

chris_bauerHeute befragen wir Christoph Bauer, Digital Native und Student der Medienwissenschaften zu diesem Thema. Als Freelancer ist er während seines Studiums als Beratung im Social Media Bereich, Personal Branding sowie Online Reputation Management tätig und ist mit verschiedenen Netzwerkprofilen sehr aktiv im Social Web vertreten. Wir haben ihn 4 Fragen zu “Social Media Einsatz in Unternehmen” gestellt und hier sind seine Antworten:

Denkst du, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

CB: In einem der wenigen Newsletter, die ich abonniert habe (Smartbrief on Social Media), habe ich vor kurzer Zeit lesen können: „Social media is now a “how” question for businesses, not an “if”.” Daran sieht man den paradigmatischen Wandel – war Social Media doch mal etwas für freizügige Startups und kommunikationsfreudige Kleinunternehmen, nehmen sich mittlerweile auch die “Großen” der Thematik an. In einem vor kurzen veröffentlichten Report drückt sich dieser Relevanzwandel in Zahlen aus: 86% der Unternehmen planen ihre Budgets im Bereich Social Media aufzustocken .

Zum “Standard Marketing Mix” gehört es für mich nicht, Social Media Aktivitäten spannen sich weit über die Themenbereiche wie PR, Marketing, HR und sogar interne Kommunikation und lassen sich von der Verantwortung als auch von den Wirkungen her nur sehr schwer in der PR/Marketing-Dichotomie verorten.

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

CB: Es ist schon mal ein Fortschritt, wenn die Aktivitäten überhaupt innerhalb der Organisation gesteuert werden – eine externe Agentur wird sich schwer tun, die nötigen Einblicke zu liefern beziehungsweise Feedback und Learnings in das Unternehmen zurück zu transportieren. Manchmal reicht auch „ein Bein im Unternehmen“ nicht, um authentisch zu wirken.

Die Frage nach der Positionierung ist natürlich eine sehr aktuelle: Die festgefahrenen Strukturen, die besonders in Großkonzernen einen effektiven Einsatz und eine relevante Positionierung erschweren, erlauben an kaum einer Stelle die Freiheit und gleichzeitig Verantwortungs- und Entscheidungsstruktur, die Social Media Aktivitäten als Nährboden benötigen. Das fängt schon bei der oben angesprochenen Trennung von PR und Marketing an – eine Lösung wäre es hier, integriert vorzugehen und Kommunikation ganzheitlich zu sehen. Nicht nur fällt damit die Akkordierung von Kampagnen leichter, auch können so die nötigen Spielräume sowie unabhängige Blickwinkel geschaffen werden, die umfassende Social Media Maßnahmen erst ermöglichen.

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

CB: Grundsätzlich bietet es sich nur in wenigen Branchen und Einsatzzwecken an, einen direkten Return on Investment zu messen – wenn Dell per Twitter-Account mehr als 7 Millionen Dollar macht, ist dies zum Beispiel einer der wenigen Fälle, in denen man konkrete monetäre Werte erheben kann. Diese Herangehensweise ignoriert aber die ganzen Metriken, die keinen direkten finanziellen Einfluss haben: Fans auf Facebook, Twitter-ReTweets und Followerzahlen, gesteigerte Markenpräsenz, Click throughs auf die Unternehmenswebseite, und so weiter. Dass diese Metriken auf dem Weg zur Kaufentscheidung aber eine große Rolle spielen können, bezweifelt wohl niemand. „Harte“ Ziele lassen sich kaum setzen – jede Branche hat individuelle Relevanz für das Leben eines Konsumenten, sowie vollkommen heterogene Zielgruppen unterschiedlichen Ausmaßes. Ein großes Anliegen ist somit vor allem eine adäquate Einschätzung des individuellen Potentials, welches Social Media im Unternehmen entfalten kann. Als „weiche“ Ziele könnten u.a. der Aufbau einer passionierten Community sowie die Schaffung von Support- und Monitoringstrukturen, die den neuen Dynamiken gewachsen sind, gesehen werden.

Dennoch wird in den Führungsetagen immer noch nach eindeutigen Zahlen für Marketingmaßnahmen gefragt – David Meerman Scott sagt dazu: „For many executives, an obsession with ROI is just a convenient excuse to shy away from something new and untested”. Soziale Interaktionen lassen sich nicht in klassische Marketingtheorien pressen.

Welche Unternehmen kennst du, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

CB: Einsetzen wollen es derzeit sehr viele, wirklich erfolgreich sind aber nur diejenigen, die kreativ und mit vollem Engagement arbeiten. Mittlerweile gibt es einige sehr bekannte Praxisbeispiele: Dell und Starbucks nutzen seit geraumer Zeit Crowdsourcing um neue Produkte zu entwickeln und der Stimme der Konsumenten neues Gewicht zu verleihen. Nike kooperiert mit Apple und stellt eine Plattform für Laufbegeisterte auf die Beine, die wirklichen Mehrwert bietet. Doch dies sind alles Big Player, die ein riesiges Budget zur Verfügung haben.

Für mich sind aber auch die Möglichkeiten, die sich für Kleinunternehmen und lokale Anbieter ergeben, besonders interessant. Ein Beispiel: Das Pub „Claddagh“ hier in Klagenfurt hat zum Beispiel ein tolles selbstgedrehtes Video auf die eigene Facebook Fanpage gestellt. Es zeigt den Besitzer des Lokals, der in charmanter und lustiger Art und Weise Geschichten rund um das Nachtleben im Claddagh erzählt. Das Video hat mich durch den persönlichen Touch sofort angesprochen, ich habe es auf meiner Pinnwand gepostet und viele andere Fans auch – in der folgenden Woche war ich sogar seit Ewigkeiten mal wieder im besagten Lokal – das Video hatte definitiv mit dieser Entscheidung zu tun – es war persönliches Storytelling par excellence, es weckte Erinnerungen und machte Lust auf mehr. Dies zeigt, wie mit wenig Aufwand und viel Passion ein positives Bild im Kopf des Interessenten erzeugt werden kann, welches sich im Endeffekt auf die Kaufentscheidung auswirkt. Oftmals sind es die flexiblen Kleinen, die den rigiden Großen in Sachen Authentizität bei der Kundenansprache noch weit voraus sind.

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Expertenmeinung: Michael Reuter über den Social Media Einsatz in Unternehmen

22. März 2010 um 9:10 von Mario Grobholz

Das Social Web wird durch die Vernetzung der Menschen immer mehr zu einer wichtigen gesellschaftlichen Kommunikations- und Handlungsplattform. Auch Unternehmen müssen dies erkennen, um am interaktiven Markt keinen Wettbewerbsnachteil einstecken zu müssen. Um sich ein besseres Bild von den Vorteilen einer betrieblichen Nutzung der sozialen Medien machen zu können, befragen wir regelmäßig Experten auf diesem Gebiet.

mreuterDiesmal haben wir einen Entrepreneur um seine Meinung zu besagtem Thema gebeten. Michael Reuter ist Geschäftsführer der deutschen Social-News-Plattform YiGG, auf der Nutzer Nachrichten lesen, selbst einstellen, kommentieren und mit anderen Nutzern diskutieren können.  Mit dem Social Web kennt sich Michael natürlich sehr gut aus. Immerhin baut YiGG auf einer interaktiven Community auf, bei der das Unternehmen wichtige Hinweise und Hilfestellung zur Weiterentwicklung direkt von den YiGG-Usern bekommt. Aber nicht nur im Netz wird Networking und Kommunikation betrieben – auf dem heutigen Münchner Mobile Monday werden beispielsweise “Mobile Social Media Apps” gemeinsam mit Thomas Pfeiffer unter die Lupe genommen.

Wir haben Michael Reuter 4 Fragen zum Thema Social Media Einsatz in Unternehmen gestellt, und hier sind seine Antworten:

Denkst Du, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

Michael: Ja. In Kürze wird niemand mehr über “Social” Media sprechen, weil dies Normalität geworden ist und es nicht einer eigenen Erwähnung bedarf. Es gehört zur Kommunikation.

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

Michael: Im Kommunikationsbereich.

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

Michael: Das musst Du die Unternehmen selbst fragen ;-)

Welche Unternehmen kennst Du, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

Michael: Kodak, Dell, Lenovo, Vodafone, Ford, IBM

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Expertenmeinung: Nils Hitze über den Social Media Einsatz in Unternehmen

15. März 2010 um 9:30 von Mario Grobholz

Soziale Medien wie beispielsweise Twitter und Facebook sind in aller Munde und genau deshalb wollen auch immer mehr deutsche Firmen den Einstieg in die Onlinewelt wagen. Schon des Öfteren haben wir über die Marketingvorteile von Social Media berichtet. Nun aber wollen wir auch andere Experten auf diesem Gebiet zu Wort kommen lassen.

nilsHeute befragen wir Nils Hitze, der sich selbst als Nerd-Vater und Enthusiast Evangelist bezeichnet – zu Recht! Als Organisator von Veranstaltungen wie z. B. das BarCamp oder den Webmontag, ist Social Media ein essenzielles Tool für Nils, um diese Events bekannt zu machen. Wir haben ihn 4 Fragen zum Thema “Social Media Einsatz in Unternehmen” gestellt und hier sind seine Antworten:

Denkst Du, dass Social Media Marketing für Unternehmen zum Standard Marketing Mix gehören sollte?

Nils: Ja, unbedingt. Zumindestens OnlineReputation/Monitoring sollte man betreiben

Wo sollten die Social Media Aktivitäten eines Unternehmens in der Organisation “aufgehängt” sein?

Nils: In der PR Abteilung bzw. dem Marketing aber auch zwischen den Abteilungen als eine Art interdisziplinäre Gruppe, die Ergebnisse austauscht. Manchmal sind z.B. Entwickler in ganz anderen Ecken des Netzes unterwegs und bekommen Dinge mit, die das Unternehmen betreffen, die vom allgemeinen Monitoring nicht abgedeckt werden.

Welche messbaren Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren Social Media Aktivitäten?

Nils: Zu erst einmal definitiv die eigene Reputation, die Bindung zum Kunden. Bei B2B ist das natürlich ein generell anderes Verhältniss als bei B2C aber in beiden Fällen ist das Bild des Unternehmens “nach Draussen” wichtig. Das was die Social Media Aktivität von der klassischen PR unterscheidet ist die Geschwindigkeit und der Ton. Die Bindung ist persönlicher geworden.

Welche Unternehmen kennst Du, die heute Social Media bereits erfolgreich einsetzen?

Nils: Ab von einigen MassCustomization Unternehmen bin ich von Google, Microsoft und Sun positiv überrascht. DELL ist so ein bisschen was wie die Standard Referenz hab ich manchmal das Gefühl ansonsten noch QYPE und Xing.

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