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Social Media Expeditionen: Erfolgsgeschichten aus der Tourismusbranche, Teil 4

10. Mai 2011 um 8:24 von Philipp Strobel

Facebook, Twitter & Co.: Die Experten aus der Tourismusbranche sind mit ihren Unternehmen und Marken nicht nur im Social Web präsent, es findet auch ein reger Austausch zwischen den Fans, Followern und Unternehmen statt. Ratschläge zum nächsten Urlaubsziel, Spezialangebote und Tipps rund um das Reisen – damit treten die Tourismusunternehmen mit ihren Zielgruppen in Kontakt. Und schaffen einen Dialog auf Augenhöhe: Denn die Fans haben ebenso die Gelegenheit, zu kommentieren, Erfahrungsberichte zu posten und sich an Umfragen zu beteiligen.

Doch wie nehmen die Zielgruppen der Tourismusakteure diese Gelegenheit an? Fühlen sich Fans, Kunden und Mitarbeiter angesprochen und wenn ja, welche Reaktionen zeigen sie? Wir haben bei den Tourismusexperten Nadja Waldraff von HolidayCheck.de, Karen Liller von STA Travel, Birgit Ströbel von Holidayinsider.com und Dr. Ingo Markgraf von REWE Touristik im heutigen vierten Teil unserer Interview-Serie nachgefragt.

Frau Waldraff, Frau Liller, Frau Ströbel und Herr Dr. Markgraf, was hat sich durch Ihre Social-Media-Aktivitäten in Ihrem Unternehmen verändert? Wie reagieren Kunden, Fans und Mitarbeiter auf Ihre Aktivitäten?

Nadja Waldraff, HolidayCheck.de: Wir haben bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Da HolidayCheck eine sehr offene Kultur im Unternehmen pflegt, waren die notwendigen internen Veränderungen nicht immens.

Karen Liller, STA Travel: Die STA Travel-Mitarbeiter haben sich besonders über den Launch unseres STA Travel Corporate Blogs gefreut. Hier können sie über ihre Arbeit und ihre Reiseerlebnisse schreiben – das ist eine nette Abwechslung zu ihrem Arbeitsalltag und sie bekommen tolles Feedback von den Lesern! Unsere Kunden reagieren ebenfalls positiv auf unsere Aktivitäten. Besonders für STA Traveller, die gerade im Ausland unterwegs sind, ist es praktisch, mal eben eine Frage bei Twitter oder Facebook zu stellen – und schnell eine Antwort von uns zu bekommen.

Birgit Ströbel, Holidayinsider.com: Die Wahrnehmung für Holidayinsider.com als einziges Ferienunterkunftsportal im Web ist gestiegen und auch die Kunden werden zunehmend aktiver, ihre Urlaubsziele zu teilen und zu bewerten.

Dr. Ingo Markgraf, REWE Touristik: Es sind nicht nur Kunden auf unseren Seiten aktiv. Sondern viele User, die sich grundsätzlich für das Thema Reisen oder unsere Marken interessieren. Die Resonanz ist insgesamt sehr positiv. Man darf sich aber nicht dem Trugschluss hingeben, dass „Freunde“ automatisch Kunden sind oder werden.

Gibt es ein besonders positives oder negatives Erlebnis hinsichtlich Ihrer Social-Media-Aktivitäten?

Nadja Waldraff, HolidayCheck.de: Ein sehr schönes Ereignis gab es Ende 2010, als wir mit Hilfe von Userbildern einen ganzen Kalender für 2011 erstellt haben. Der Zuspruch der Community war sehr positiv und hat uns ein gutes Wir-Gefühl mit unseren Kunden gegeben. Herausstechende negative Erlebnisse gibt es nicht.

Karen Liller, STA Travel: Ein besonders negatives Erlebnis fällt mir nicht ein. Als besonders positiv empfinde ich Feedback von unseren Stamm-Bloglesern, das uns regelmäßig per E-Mail erreicht. Oft schlagen sie uns Themen vor, loben einen speziellen Beitrag oder möchten sogar selbst etwas als Gastblogger für STA Travel schreiben. Das ist schon ein großes Kompliment an unsere Arbeit im Netz, finde ich.

Birgit Ströbel, Holidayinsider.com: Nein.

Dr. Ingo Markgraf, REWE Touristik: Urlaub ist ein sehr emotional besetztes Thema. Es gibt oft das Bedürfnis, diese Emotion zu teilen. Unsere Kunden stellen gerne Urlaubsfotos ein, berichten über ihre schönen Erlebnisse. Manchmal einfach nur über die Tatsache, dass man sich freut, gerade den Urlaub gebucht zu haben. Für uns sind es immer positive Erlebnisse, wenn unsere Kunden glücklich von ihrem Urlaub berichten. Es gibt uns natürlich auch die Möglichkeit, Kritik aufzunehmen und zu verarbeiten. Diesen Aspekt nehmen wir sehr ernst.


Wir bedanken uns bei den Experten aus der Tourismusbranche herzlich für die Antworten!

Interessant sind die unterschiedlichen Ansätze, mit denen die Tourismusakteure Social Media nutzen, um Kunden und zugleich Mitarbeiter zu motivieren. Die Beispiele des Corporate Blogs von STA Travel und des Kalenders von HolidayCheck zeigen, wie individuelle Ideen unter Einbezug der Mitarbeiter und Kunden im Social Web intern und extern begeistern und ein Gemeinschafts-Gefühl schaffen können. Dass die Aktivität der Kunden zunimmt, wie es zum Beispiel bei Holidayinsider.com zu sehen ist, zeigt eine wachsende Akzeptanz im Mainstream. Wichtig ist auch eine realistische Einstellung zu den Fan- und Follower-Zahlen, ebenso wie der ernste Blick auf Kundenfeedback, wie es REWE Touristik handhabt. Denn nur wer Kritik ernst nimmt, kann sich wirklich „Kundennähe“ auf die Fahne schreiben und seine Angebote immer weiter verbessern.

Im nächsten Teil dieser Interview-Serie geben die Experten einen Ausblick auf kommende Social-Media-Entwicklungen in Bezug auf die Tourismusbranche.
Fortsetzung folgt…

Social-Media-Branchen-Special – Tourismus:
Social Media Expeditionen: Erfolgsgeschichten aus der Tourismusbranche, Teil 3
Social Media Expeditionen: Erfolgsgeschichten aus der Tourismusbranche, Teil 2
Social Media Expeditionen: Erfolgsgeschichten aus der Tourismusbranche, Teil 1
Social Media Expeditionen: Tourismusbranche noch nicht am Ziel angekommen

Weitere Social-Media-Branchen-Specials:
Social Media in DAX-30-Unternehmen: Einige fest im Sattel, viele mit noch angezogenen Zügeln
Social Media im Finanzsektor – Banken fassen Fuß, Versicherungen ziehen nach

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„Social Media 2011” – Experten geben einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.

18. März 2011 um 9:58 von Mario Grobholz

Vergangene Woche haben wir Carlo Bewersdorf von Asstel um seine Meinung zu Social Media in der Finanzdienstleistungsbranche befragt. Heute kommt mit Boris Janek, Manager Digitales Marketing bei der VR NetWorld GmbH und Betreiber des Finance 2.0-Blogs, ein weiterer Branchen-Experte mit seiner persönlichen Meinung zu Wort:

Hallo Herr Janek, welchen Stellenwert hat Social Media bei der VR NetWorld GmbH? In welchen Unternehmensbereichen zahlt sich Social Media Ihrer Ansicht nach am besten aus?

Für die VR NetWorld GmbH als Internetdienstleister ist Social Media zu einen Geschäftsfeld geworden, in dem wir Angebote für unsere Kunden bereitstellen. Wir betrachten Social Media dabei als die aktuell höchste Evolutionsstufe des Internets, die neue Herausforderungen und Chancen für unsere Kunden bietet. Ich persönlich verstehe Social Media jedoch nicht als Marketing-Instrument, sondern als gänzlich neue Form unternehmerischen und letztlich auch menschlichen Handelns.

Wir setzen Social Media einerseits intern als Kommunikations- und Kollaborations-Tool ein. Darüber hinaus betreiben wir einige Social Media-Kanäle für die genossenschaftliche FinanzGruppe. Außerdem versuchen wir mithilfe einiger Instrumente, uns besser mit unseren Kunden auszutauschen und diese aktiver einzubinden.

Wie reagieren Kunden, Shareholder, Mitarbeiter und Geschäftspartner auf Ihre Social Media-Aktivitäten?

Wir erleben eine durchweg positive Wahrnehmung. Die Nutzung von Social Media beruht bei uns auf Freiwilligkeit. Man muss diese Kanäle also nicht nutzen. Kunden versuchen uns natürlich in erster Linie über die klassischen Kanäle zu erreichen. Wenn ein Kunde jedoch hierfür einen Social Media-Kanal wählt, dann sind wir da und antworten.

Wie gehen Sie mit den gewachsenen Einflussmöglichkeiten der Social Web-Nutzer um bzw. wie nutzen Sie das direkte Feedback von Kollegen und Kunden?

Wir sind im B2B-Geschäft tätig und haben dadurch eine sehr enge Bindung zu unseren Kunden. Nähe, Austausch und Kommunikation sind für uns schon immer extrem wichtig gewesen. Social Media macht hier einige Dinge einfach nur leichter und vielleicht effizienter. Insofern gibt es da bei uns keine Berührungsängste. Wir waren und sind immer offen für Kritik und Veränderungsvorschläge. Ohne diese Nähe zu unseren Kunden wären wir gar nicht in der Lage, ein auf ihre Bedürfnisse ausgerichtetes Produkt zu entwickeln. Deshalb sehen wir verstärkte Einflussmöglichkeiten positiv und als Möglichkeit, uns weiter zu verbessern.

Welche Trends bzw. kommunikativen Herausforderungen sehen Sie in Bezug auf Social Media in den nächsten fünf Jahren auf die Finanzdienstleistungsbranche zukommen? Wie wird sich insbesondere das Banking insgesamt verändern?

Ich betone an dieser Stelle, dass es sich hier um meine persönliche Meinung handelt. Social Media wird bedeutender, aber gleichzeitig auch natürlicher werden. Wir werden lernen, mit dieser neuen Dimension des Internets umzugehen. Das soziale Internet wird ein normaler Bestandteils unseres Lebens werden. Das gilt auch für den Durchschnittsbürger. Rechtliche Regelungen werden sich entweder an die Verhältnisse anpassen oder es wird an der einen oder anderen Stelle auch Einschränkungen durch die Gesetzgebung geben. In den nächsten fünf bis zehn Jahren werden aber auch überkommene Regelungen wie GEMA, GEZ oder das Leistungsschutzrecht (das es ja noch gar nicht gibt) stark an die Bedürfnisse der Internetökonomie angepasst werden. Menschen werden auch bereit sein, im sozialen Internet einzukaufen. Es werden neue Werbeformen entstehen, bei denen der Bedarf des Verbrauchers im Mittelpunkt steht. Mittelfristig wird es in den Unternehmen zu einer Professionalisierung und strategischen Integration kommen. Mess-Tools werden wichtiger und besser werden. Eine Integration von Webcontrolling und Social Media Monitoring wird erfolgen.

Banken werden sich des Themas zwangsläufig intensiver annehmen. Sie werden sich insgesamt im Bereich Internet professionalisieren. Die Internetmitarbeiter werden zu den wichtigsten Personen innerhalb der Banken gehören, allerdings erfolgt eine multikanale Ausrichtung. Die klassischen Kanäle werden nicht verschwinden, sondern anders genutzt werden. Der Kunde steht im Mittelpunkt. Man wird sich mehr an seinen Bedürfnissen orientieren.

Es werden neue internetgestützte Geschäftsmodelle entstehen. Reine Online- oder auch mobile Banken werden an Bedeutung gewinnen. Die Bankenbranche wird neue Konkurrenten bekommen, teilweise bzw. überwiegend von Nicht-Banken. Technologie-Unternehmen wie Apple, Facebook, Google und so weiter werden neue Maßstäbe setzen. Immer mehr Menschen werden Finanzprodukte auch von Nicht-Banken kaufen und sich von den Empfehlungen ihres sozialen Netzwerkes leiten lassen. Die Regulierungsauflagen für Banken werden stärker werden. Es wird mehr spezialisierte Banken oder bankähnliche Unternehmen geben, die Nischenmärkte besetzen werden. Social Banking wird an Bedeutung gewinnen. Auf der anderen Seite glaube ich, dass es auch eine große Nachfrage nach automatisiertem und unsichtbarem Banking geben wird, da sich viele Menschen nicht mit Finanzfragen beschäftigen möchten. Diese Menschen werden auf einfache, nicht erklärungsbedürftige oder beratungsintensive Lösungen setzen, die über einen nach bestimmten Regeln funktionierenden Konfigurator in Form eines Echtzeit-Tools (eventuell eine mobile Anwendung) einmal gekauft und flexibel angepasst werden. Selbst das Girokonto wird flexibel transformierbar sein und innerhalb kürzester Zeit mit allen vorhandenen Verbindungen von Bank A nach B geschoben werden können. Virtuelle Währungen sind auch nicht zu unterschätzen.

Natürlich erhöht Social Media die Anforderungen an die Produktqualität der Unternehmen. Banken müssen zum integrierten Teil der Online Communities werden. Wenn eine Bank ein Mensch wäre, dann müsste man mit ihr einen Kaffee oder ein Bier trinken wollen. In dem Moment wäre sie sozial integriert.

Planen Sie kurz-, mittel- oder langfristig, Ihre Social Media-Aktivitäten auszubauen? Wenn ja, wie?

Das Thema Social Media wird weiter an Bedeutung gewinnen. Wir betrachten das Thema ganzheitlich, also immer im Rahmen der Gesamtstrategie. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich hier keine konkreten Aussagen tätigen kann.

Herzlichen Dank, Herr Janek, für Ihre Meinung.

Boris Janek ist Manager Digitales Marketing bei der VR NetWorld GmbH. Im Mittelpunkt seiner Tätigkeit stehen strategische Innovationsprojekte im Internet, insbesondere im Online Marketing-Umfeld. Innerhalb des genossenschaftlichen Finanzverbundes gibt er außerdem Workshops und Fachvorträge zu Themen wie beispielsweise strategischem Online Marketing, Performance Marketing, Social Media Marketing, Social Banking und Finance 2.0. Neben der Tätigkeit bei der VR NetWorld GmbH betreibt Boris Janek seit 2007 den Social Media und Finance 2.0-Blog.

„Social Media 2011“ – weitere Interviews:

  • Carlo Bewersdorf, Asstel
  • Johannes Marcus Schäfer, nexum AG
  • Tobias Hurrle, Lingner Consulting New Media
  • Ulf Kossol, T-Systems MMS
  • Johannes Lenz, Grey Germany
  • Veit Mathauer, Sympra
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“Social Media 2011″ – Experten geben einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.

11. März 2011 um 4:41 von Mario Grobholz

Unlängst haben wir in unserem Beitrag „Social Media im Finanzsektor – Banken fassen Fuß, Versicherungen ziehen nach“ deutlich gemacht, dass gerade für die Finanzdienstleistungsbranche ein sehr hohes Potenzial in der Nutzung von Social Media steckt. Wir haben Branchen-Experte Carlo Bewersdorf, Geschäftsführer Marketing von Asstel nach seiner Sicht der Dinge gefragt:

Hallo Herr Bewersdorf, welchen Stellenwert hat Social Media bei der Asstel? Wo zahlt sich Social Media Ihrer Ansicht nach am besten aus?

Bei der Asstel haben Aktivitäten im Social Web einen hohen Stellenwert. So haben wir im Mai 2010 einen Blog (www.asstelblog.de) gelauncht, welcher Teil eines großen Social Media-Konzeptes ist. Dort schreiben fünf Mitarbeiter, so genannte Botschafter, über Branchenthemen, ihren Berufsalltag oder auch private Erlebnisse. 15 Prozent ihrer Arbeitszeit verbringen die Botschafter in sozialen Netzwerken, Foren und Blogs.

Da die Asstel ein Direktversicherer ist, wir also keinen Außendienst mit Versicherungsvertretern haben, müssen wir uns anderweitig positionieren, um uns ein Gesicht zu geben. Hier hilft uns die Präsenz im Web 2.0 enorm. Wir können zeigen, dass bei einer Direktversicherung ganz „normale“ Menschen arbeiten, die auch über soziale Netzwerke erreichbar sind.

Wie reagieren Kunden, Shareholder und Mitarbeiter auf Ihre Social Media-Aktivitäten?

Sehr positiv. Die Kunden finden den neuen Kommunikationskanal gut. So kommt es beispielsweise immer wieder vor, dass Fragen via Twitter (www.twitter.com/asstel) an uns gerichtet werden. Wenn wir dann schnell antworten, wundern sich die Kunden schon etwas, das eine Versicherung „Ahnung“ von Twitter hat. Das hippe Image von sozialen Netzwerken wird Versicherungen noch nicht zugetraut.

Die Geschäftsführung steht ebenfalls voll und ganz hinter unserem Social Media-Konzept. Ich persönlich twittere zum Beispiel ja auch (www.twitter.com/cbewersdorf) und schreibe Postings für unseren Blog (http://www.asstelblog.de/?p=1708).

Unsere Mitarbeiter finden unsere Präsenz im Web 2.0 ebenfalls klasse. Zum einen verfolgen sie interessiert, was die Botschafter machen und schreiben, zum anderen dürfen sie auch während ihrer Arbeitszeit die sozialen Netzwerke besuchen. In manch anderen Unternehmen wäre so etwas undenkbar…

Welche Trends bzw. kommunikativen Herausforderungen sehen Sie in Bezug auf Social Media in den nächsten fünf Jahren auf die Finanzdienstleistungsbranche zukommen?

Ganz klar sehe ich als Herausforderung die enorme Transparenz eines jeden Unternehmens im Social Web. Jeder sieht, wann und wie etwas geschrieben und kommentiert wurde. Wenn einmal etwas im Netz steht, ist es immer wieder auffindbar. Auch die Schnelligkeit darf nicht unterschätzt werden. Für die Kommunikation in Social Media ist dies ein großer Druck, denn die Erwartungshaltung der User, schnell Antworten auf Fragen zu erhalten, ist sehr hoch.

Speziell für die Finanzdienstleistungsbranche ist es eine Herausforderung den Grad zwischen Seriosität und Coolness zu finden. Darüber hinaus wird von den Usern, insbesondere von den Digital Natives (Personen die zu einer Zeit aufgewachsen sind, in den digitalen Technologien bereits umfassend zur Verfügung standen) eine Präsenz im Social Web erwartet. Die sozialen Netwerke bergen hohe Chancen, weg von der Einweg-Kommunikation hin zur Dialogführung und diese Chance werden sich die Finanzdienstleister nicht entgehen lassen. Und gesprochen wird ohnehin über alles und jeden im Netz. Dann ist es doch umso schöner, wenn man sich einmischen und mitsprechen kann.

Planen Sie kurz-, mittel- oder langfristig, Ihre Social Media-Aktivitäten auszubauen? Wenn ja, wie?

Auf jeden Fall. Die Optimierung unseres Konzepts ist ein laufender Prozess und wir investieren viel Herzblut, Zeit und Engagement in Verbesserungen. Dieses Jahr werden wir unsere Präsenz im Web 2.0 erweitern. So wollen wir u.a. noch in dem Finanzforum finanzfrage.net (www.finanzfrage.net) aktiv werden. Auch ein Ausbau unseres Twitter-Accounts ist geplant. Begleiten wird uns die ständige Recherche nach neuen Trends, wobei hier auch nicht alles Neue funktioniert. Vor einigen Jahren haben wir beispielsweise einen Chat auf unserer Webseite angeboten, den fast niemand nutzte. Manchmal müssen sich Trends erstmal durchsetzen, bevor sie zu früh implementiert werden.

Herzlichen Dank, Herr Bewersdorf, für Ihre Meinung.

Carlo Bewersdorf ist Geschäftsführer Marketing der Asstel Prokunde Versicherungskonzepte GmbH. In dieser Aufgabe verantwortet er Markenführung und -kommunikation, Online-Direktvertrieb sowie Unternehmenskommunikation. Bewersdorf war bis Oktober 2009 als Senior Vice President Handelsmarketing und Shop Design bei der Deutschen Telekom für die Bereiche PoS-Marketing, Merchandising und Events sowie Shop Design zuständig. Bereits seit 2003 war der Diplom-Volkswirt bei der Telekom tätig, u.a. als Head of Marketing & Sales für das Produkt Triple Play. Zuvor war er beim Bertelsmann-Konzern Assistent des Vorstands.

„Social Media 2011“ – weitere Interviews:

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„Social Media 2011“ – Experten geben einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.

19. Januar 2011 um 8:15 von Mario Grobholz

2011 bedeutet für deutsche Unternehmen professionalisierter und strategischer in Sachen Social Media zu werden. Wurde vergangenes Jahr noch häufig die Frage nach der Relevanz von Social Media gestellt, tritt nun die Frage der Effizienz und nach der zielgruppengerechten Ausgestaltung von Social Media in den Vordergrund, so Tobias Hurrle im letzten Beitrag zur Serie „Social Media 2011“. Was sagt Johannes Marcus Schäfer von der nexum AG zur Entwicklung von Social Media in 2011?

Hallo Herr Schäfer, welche Erfahrungen machten Unternehmen in 2010 mit Social Media und wie wird sich Ihrer Meinung nach aufbauend darauf 2011 unterscheiden?

Das vergangene Jahr war davon geprägt, dass Unternehmen zunehmend dem Ruf von Social Media gefolgt sind. Hier konnte man vor allem eine Vielzahl neuer Facebook-Präsenzen und einige kreative Kampagnen beobachten. Viele Aktionen, für die soziale Netzwerke genutzt wurden, hatten dabei einen starken experimentellen Charakter.

2011 werden die Unternehmen einen Schritt weiter gehen und nach und nach ein besseres Verständnis für Social Media entwickeln. Vor allem im Hinblick auf den Paradigmenwechsel, der die Kommunikation im Social Web bestimmt: weg vom klassischen Werbedenken bzw. -handeln und hin zu einer authentischen und individuelleren Kommunikation mit seinen Zielgruppen. Dennoch müssen Unternehmen auch im Hinblick auf den „handwerklichen“ Teil ihre Hausaufgaben machen – fundiertes Knowhow über die Möglichkeiten ist häufig noch nicht vorhanden. Stichworte sind hier beispielsweise Social Media Applikationen, die Integration verschiedener Unternehmensbereiche in die Online-Kommunikation oder der Bereich Social Commerce.

Das heißt, vor welchen großen Herausforderungen im Umgang mit Social Media stehen Unternehmen für das gerade begonnene Jahr?

Die größten Herausforderungen liegen nicht in der Technologie sondern in den Köpfen der Kommunikatoren. Um im Social Web erfolgreich zu sein, zählen Ausdauer, ein langfristiges Vertrauen sowie neue Ideen, die überraschen und begeistern. Das Versprechen nach Authentizität sollten Unternehmen, die Social Media nutzen, auch einlösen. Zudem beinhaltet der angesprochene Paradigmenwechsel neben einem offenen und authentischen Umgang mit seinen Zielgruppen auch eine langfristige Denke. Nicht die einzelne Kampagne sollte im Fokus stehen sondern der Wandel in der Kommunikationsstrategie. Denn eines muss Unternehmen klar werden: Lassen sie sich auf Social Media ein, ist eine Transparenz automatisch gegeben – Nutzer erkennen schnell, ob Aussagen ernst gemeint sind oder nur ein Lippenbekenntnis, das konträr zum Handeln des entsprechenden Unternehmens steht.

Insgesamt wird der Wettbewerbsdruck auch im Social Web weiter stark ansteigen, was ebenfalls zu einer Herausforderung für Unternehmen wird. In vielen Fällen wird das Engagement im Social Web zu einer Art Hygienefaktor – zur Notwendigkeit, um im steigenden Angebot an Inhalten überhaupt wahrgenommen zu werden. So wird schnell klar, dass Social Media-Aktivitäten das gesamte Unternehmen betreffen. Es hilft also wenig, einen Social Media-Beauftragten zu etablieren. Vielmehr müssen Unternehmen intern die richtigen Strukturen schaffen, die eine erfolgreiche Social Media-Nutzung überhaupt erst ermöglichen.

Wie werden Unternehmen in Deutschland nun dieses Jahr in Sachen Social Media vorgehen?

Ein zentraler Punkt wird die Messbarkeit aller Kommunikationsaktivitäten im Social Web sein. Dazu gehört die Definition von KPIs, die jedoch ein besseres Verständnis über die Mechanismen erfordert, welche im direkten Dialog über unterschiedliche Social Media-Kanäle zum Tragen kommen. In diesem Zusammenhang wird Social Media Monitoring für Unternehmen zunehmend an Relevanz gewinnen.

Die Experimentierphase, die sich im Hinblick auf die Etablierung von Social Media-Aktivitäten bereits in der jüngeren Vergangenheit beobachten ließ, wird 2011 auf weitere Bereiche ausgedehnt. Die Voraussetzungen seitens der Betreiber sind mittlerweile genauso gegeben wie die Akzeptanz auf Seiten der Nutzer. Ein Beispiel sind Location Based Services, etwa über Facebook Places – ob auf Facebook Deals oder anderen Diensten aufbauend. In Verbindung mit der steigenden Nutzung von Smartphones wird die kontextbezogene Ansprache der Nutzer unterwegs allmählich massenrelevant und dadurch sehr interessant für eine Vielzahl von Unternehmen. Ein anderes Beispiel ist das Thema Employer Branding – die hohe Verfügbarkeit und Reichweite von Social Media-Diensten birgt ideale Möglichkeiten, Unternehmenswerte zu transportieren und potenzielle Bewerber besser anzusprechen, als über die klassischen Medien.

Auch im B2B-Bereich wird Social Media nochmals einen deutlichen Sprung machen. Das liegt zum einen an den vielfältigen Möglichkeiten, auf die Unternehmen zur Ansprache von Business-Kunden zurückgreifen können, zum anderen an der Entwicklung der Menschen selbst: Social Media ist keine reine B2C-„Plattform“. Auch die Entscheider in Unternehmen nutzen heute selbstverständlich Social Media-Netzwerke für ganz unterschiedliche Zwecke. Die Schere zwischen privat und geschäftlich wird dabei in den meisten Fällen kleiner, da das „9 to 5 und danach bleibt es privat“-Prinzip bereits heute stark aufgeweicht ist und diese Entwicklung noch weiter voranschreiten wird.

Herzlichen Dank, Herr Schäfer, für Ihre Meinung.

Seit April 2010 ist Johannes Marcus Schäfer als Marketing Manager für die Vermarktungsaktivitäten der nexum AG verantwortlich. Darüber hinaus berät er Kunden unterschiedlicher Branchen in Strategiefragen. Dies umfasst vor allem die Bereiche Online-Marketing und Social Media. Zuvor war er Projektmanager in der Abteilung „Neue Geschäftsfelder und zentrale Koordination“ der WDR mediagroup. Seine Aufgaben umfassten u. a. die Optimierung der Online-Marketingaktivitäten sowie die Entwicklung und Umsetzung der strategischen Online-Vermarktung. Während seines Diplomstudiums der Wirtschaftswissenschaften war Johannes M. Schäfer zweieinhalb Jahre als Werkstudent im Bereich Handelsmarketing für das internationale Technologieunternehmen Dyson tätig.

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„Social Media 2011“ – Experten geben einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.

4. Januar 2011 um 8:25 von Mario Grobholz

2011 findet Social Media seinen fixen Platz in der gesamten Kommunikation von Unternehmen und wird dort in seinen vielen Facetten vielschichtig angewendet werden. Dabei erfährt Social Media auch bei Krisenkommunikation eine zentrale Rolle – dies erwartete Jan Manz im vorangegangenen Beitrag. Heute gibt Tobias Hurrle von Lingner Consulting New Media einen Ausblick auf „Social Media 2011“.

Guten Tag Herr Hurrle, wenn Sie die Aktivitäten von Unternehmen in 2010 in Sachen Social Media beurteilen – welche Erfahrungen wurden hier gemacht und welche Unterschiede wird es in 2011 geben?

Ich berate vorwiegend Unternehmen im B2B Bereich, daher will ich mir auch nur für diesen Bereich eine Aussage gestatten. Die deutsche B2B Branche hat erst im Laufe dieses Jahres vorsichtige Schritte ins Social Web gewagt. Dabei ist zu erkennen, dass die Motivation Social Media als Kommunikationsweg zu nutzen, meist/verstärkt aus dem Bereich Personal entsteht. B2B Arbeitgeber sehen sich mit prestigeträchtigen B2C Firmen in einem „War for Talents“ und Social Media Kommunikation ist en vogue um diese Talente bereits frühzeitig an das Unternehmen zu binden. Unsere Kunden entdecken aber zunehmend, dass Social Media auch für das Kerngeschäft eine Rolle spielt. Im Zuge ihrer Aktivitäten stellen sie fest, dass es z.B. durchaus relevantes Zielgruppenpotential für den Maschinenbau im Social Web gibt und Youtube ein idealer Präsentationskanal für komplexe Produkte ist.

Welchen großen Herausforderungen im Umgang mit Social Media werden sich Unternehmen in 2011 gegenübersehen?

Ich glaube, dass 2011 ein sehr spannendes Jahr für den Bereich B2B in Social Media wird. So steht z.B. der endgültige Beweis, dass Social Media auch im Vertrieb eine tragende Rolle spielen kann meines Erachtens noch aus. Die Herausforderungen dabei sind vielfältig und nehmen noch weiter zu je mehr Bereiche eines Unternehmens sich diesen stellen.

Unternehmen versuchen diesen Herausforderungen zumeist mit Regeln – „Social Media Guidelines“ – und mit einem strategischeren Ansatz zu begegnen. Wie reagiert man, wenn auf Facebook z.B. die Anfrage nach der „Glue Consumption“ einer bestimmten Maschine gestellt wird? Wer im Konzern hat die Information? Darf sie öffentlich gemacht werden? Dies stellt meist einen schwierigen Balanceakt dar, zwischen dem im jungen Social Media Bereich oftmals erfolgsversprechenden eher experimentellen Ansatz und dem Bedürfnis eines großen Unternehmens nach klar kontrollierbaren Prozessen.

„Social Media 2011“ – wie werden Unternehmen in Deutschland damit umgehen?

Umfragen zeigen, dass Social Media in vielen Unternehmen noch nicht strategisch fundiert ist. Mit dem von mir prognostizierten zunehmenden internen und externen Ressourcenaufwand wird die Frage nach Kennzahlen und Erfolgskriterien von Social Media lauter werden. Die Herangehensweise an Social Media wird sich demnach professionalisieren und strategischer werden müssen. Während 2009/2010 noch häufig die Frage nach der Relevanz von Social Media gestellt wurde, tritt nun die Frage der Effizienz und nach der zielgruppengerechten Ausgestaltung von Social Media in den Vordergrund.

Herzlichen Dank für Ihren Ausblick, Herr Hurrle.

Tobias Hurrle studierte Medienmanagement an der Hochschule Heilbronn und ist seit rund zwei Jahren im Bereich Beratung und Konzeption für Lingner Consulting New Media tätig. 
Dort berät er überwiegend B2B Unternehmen mit Fokus auf den Bereich Social Media und Digital Storytelling.

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„Social Media 2011“ – Experten geben einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.

20. Dezember 2010 um 8:11 von Mario Grobholz

Der Social Media Newsroom wird in 2011 zur Standardplattform für professionelle Web-2.0-Aktivitäten avancieren – so Veit Mathauers Meinung im letzten Beitrag zur Serie „Social Media 2011“. Was sagt Jan Manz, Mitglied der Geschäftsführung bei wbpr – Gesellschaft für Public Relations und Marketing mbH, zu Entwicklungen im Bereich Social Media für das kommende Jahr?

Hallo Jan, wenn du nun auf 2010 zurückblickst, was kannst du über die von den Unternehmen gemachten Erfahrungen mit Social Media berichten und wie wird sich – aufbauend darauf – das Jahr 2011 unterscheiden?

Für 2010 ist festzustellen: Social Media ist in der Breite bei den Unternehmen angekommen. Mehr jedoch noch nicht. Angekommen heißt: Viele Unternehmen haben sich dem Thema zugewendet bzw. sogar ganz oben auf die Agenda gesetzt, intern Workshops aufgesetzt, erste Erfahrungen gesammelt und teilweise auch schon die Zuständigkeiten im Konzern/ Unternehmen diskutiert und definiert. Durch unsere Mandate wissen wir, dass aktuell einige größere Mittelständler sehr spannende Konzepte erarbeitet haben oder gerade finalisieren. Da wird 2011 einiges passieren.

Das Jahr 2011 wird im Hinblick auf Social Media das Jahr des breiten „Roll Outs“ – und ein buntes Jahr. Denn Social Media hat viele Facetten, und wird entsprechend vielschichtig zur Anwendung kommen. Als Bestandteil der Unternehmenskommunikation genauso wie im Marketing, im Bereich HR/ Employer Branding ebenso wie als Vertriebs-Tool und v.a. auch im internen Bereich.

Zudem wird sich der Hype etwas legen. Nicht weil Social Media weniger wichtig wäre als angenommen, sondern vielmehr weil es schlicht seinen fixen Platz im Rahmen der gesamten Kommunikation der Unternehmen finden wird. Wie sehr der damit einhergehende Wandel die Kommunikationskultur der Unternehmen insgesamt verändert wird kann und muss, wird von Fall zu Fall unterschiedlich sein.

Inhaltlich erwarte ich, dass Mobile das zentrale Thema wird. Die in der Branche aktuell vieldiskutierten Themen wie Augmented Reality werden wichtiger, kommen in der Breite aber noch nicht an.

Spannend wird das Thema location based services – hier sehe ich großes Potenzial in Verbindung mit (mobile) couponing oder grouponing. Wenngleich dies dann v.a. Marketing- und Vertriebsthemen sind, und weniger die Unternehmenskommunikation und damit die Dialog-Seite von Social Media betreffen wird.

Du bist bei wbpr für die Social Media Mandate zuständig – was sind die großen Herausforderungen im Umgang mit Social Media vor denen Unternehmen für 2011 stehen?

Auf der einen Seite kommen Herausforderungen auf Unternehmen zu, die bereits eine übergreifende Strategie entwickelt haben. Hier wird es darum gehen, mit der damit korrespondierenden neuen Offenheit und Ansprechbarkeit umzugehen, diese zu organisieren und nachzuhalten. Also die Versprechen einzulösen, die mit Social Media einhergehen: Bspw. ständige Erreichbarkeit und Ansprechbarkeit umzusetzen oder auch bei rechtlich sensiblen Fragestellungen verständlich und nachvollziehbar, jedoch eben auch schnell und verbindlich zu antworten.

Zudem ist es eine große Herausforderung, das Potenzial von Social Media möglichst breit zu heben. Denn, siehe oben: Social Media verzahnt und verbindet die verschiedenen Unternehmensdisziplinen. Ein Disziplin-übergreifendes Zusammenarbeiten erfordert jedoch eine offene Kultur und entsprechende Organisationsformen – beides muss sicherlich bei vielen Unternehmen erst (weiter)entwickelt werden.

Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, deren Engagement in Social Media bisher überschaubar war. Hier liegt die Herausforderung schlicht darin, den Vorsprung der bereits aktiven Unternehmen nicht zu groß werden zu lassen. Denn das Spannende ist ja: Der Druck auf Unternehmen, Social Media Angebote zu offerieren, kommt von den Kunden – und von den Mitarbeitern von morgen, die Facebook & Co als festen Bestandteil ihres Lebens bzw. ihrer Kommunikationsverhalten kennen und begreifen.

Wie werden Unternehmen in Deutschland in 2011 mit Social Media umgehen?

In einem Wort: Unterschiedlich. In jedem Fall ist davon auszugehen, dass Social Media – egal ob nun als Teil der Dialog/ PR, Marketing, Vertrieb oder in der internen Kommunikation – einen deutlichen Schub in Richtung Professionalisierung erfahren wird.

Dies gilt m.E. auch für die Krisenkommunikation – ich erwarte, dass vermehrt Social Media eine zentrale Rolle für die Kommunikation von Krisen erfahren wird.

Und viele der so genannten Social Media Experten werden wiederum viel Zeit damit verbringen, Ansätze und Ideen zunächst pauschal und vor allem vorschnell zu zerreißen und laut „Fail“ zu brüllen, twittern oder bloggen – und sollte es dann doch klappen, als „Best Practise“ auf einem Vortrag präsentieren :) .

Jan, herzlichen Dank für deine Meinung. Im kommenden Beitrag spricht Tobias Hurrle von Lingner Consulting New Media über „Social Media 2011“.

Jan Manz ist Mitglied der Geschäftsführung bei wbpr in München und leitet dort u.a. die Social Media Mandate. Der gebürtige Münchner, 31, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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„Social Media 2011“ – Experten geben einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.

17. Dezember 2010 um 8:22 von Mario Grobholz

Nestlé, BP oder die Deutsche Bahn – diese Unternehmen haben 2010 durchaus negative Erfahrungen mit Social Media gesammelt. Johannes Lenz wies im letzten Beitrag auf die Bedeutung von Leidenschaft und Kreativität innerhalb einer Social Media Strategie hin und forderte von den Unternehmen für 2011 in Sachen Social Media „Mut, sich zu öffnen“. Wie sieht Veit Mathauer, Geschäftsführer der Agentur für Öffentlichkeitsarbeit Sympra, die anstehenden Entwicklungen?

Guten Tag Herr Mathauer, welche Kenntnisse haben Unternehmen bereits 2010 mit Social Media gewonnen?

2010 – das Jahr, in dem Social Media „gegroundet“ wurde, in dem was für Geeks begann, bei der Allgemeinheit angekommen ist. Selbst Maschinenbauer, Vereine und Gemeinden haben erkannt, dass es da draußen im Internet etwas gibt, auf was immer mehr Menschen abfahren. Und sie fragen sich nun: Muss ich da mitmachen? Wenn ja: wie? Oder die anderen, die sagen: „Unser Unternehmen kommt nicht auf Facebook, denn da können womöglich unzufriedene Kunden kommentieren und posten.“ Also: Social Media ist kurz davor, Mainstream zu werden. Die Unternehmen sehen dies auch so, haben aber oft ein enormes Informationsdefizit und – noch wichtiger, da nachhaltiger – nicht die passende Unternehmenskultur für Web 2.0.

Mit welchen großen Herausforderungen müssen demnach Unternehmen im Umgang mit Social Media für 2011 rechnen?

Die große Herausforderung für Dienstleister, wie wir es bei Sympra sind, ist es, Unternehmen die Bedeutung von Social Media für die Kommunikation mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern klarzumachen, ihnen auch aufzuzeigen, dass Social Media nicht der Ersatz für, sondern eine Ergänzung zu den klassischen Kommunikationstools und -plattformen ist. Vor allem aber müssen sich die Unternehmen – gern mit unserer Unterstützung – verändern: Social Media heißt Dialog, auch über Hierarchieebenen hinweg, Wissen teilen, geben und nehmen, mitmachen. Viele Unternehmen bzw. ihre Mitarbeiter sind vom Enterprise 2.0 noch meilenweit entfernt – und zwar nicht technisch, sondern mental. Da hilft es auch nichts, wenn die Mitarbeiter im Privaten ganz eifrig im Web 2.0 unterwegs sind. Privates und Geschäftliches bleiben noch eine ganze Weile getrennt.

Und wie werden Unternehmen in Deutschland Ihrer Meinung nach diese Herausforderungen im kommenden Jahr umsetzen?

2011 werden wir einige ganz tolle Kampagnen im Social Web sehen, wir werden neue Formate erleben, aufwändige und teure Web-2.0-Aktionen. Große Unternehmen werden das Social Web ausreizen, vielleicht nicht immer ganz erfolgreich. Investitionsgüterhersteller werden verstärkt Plattformen wie Blogs und Wikis für die B2B-Kommunikation nutzen. 2011 wird auch das Jahr sein, in dem der Social Media Newsroom zur Standardplattform für professionelle Web-2.0-Aktivitäten avanciert. Zahlreiche Unternehmen werden erkennen, wie wichtig Social Media für das Wissensmanagement und für die interne und externe Kommunikation ist und werden dem auch organisatorisch Rechnung tragen, indem sie einen Chief Social Media Officer (CSMO) installieren, der die 2.0-Aktivitäten koordiniert und dafür sorgt, dass die Mitarbeiter informiert und zum Mitmachen motiviert werden.

Herzlichen Dank, Herr Mathauer, für Ihre Einschätzung. Im kommenden Beitrag kommt Jan Manz, Leiter der Social Media Mandate bei wbpr – Gesellschaft für Public Relations und Marketing mbH, zum Ausblick „Social Media 2011“ zu Wort.

Veit Mathauer war bereits während des Studiums der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim (1983 bis 1989) freier Mitarbeiter in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit von Alcatel SEL in Stuttgart und bei der „Computer Zeitung” in Leinfelden-Echterdingen. Anschließend war er Leiter Marketing im Zentrum für internationale Wettbewerbsfähigkeit am Instituto Tecnológico in Monterrey, Mexiko. Wieder zurück in Deutschland, arbeitete Veit Mathauer als Redakteur in der Presseabteilung bei S&K Communications (1990 bis 1991). Seit 1992 ist er geschäftsführender Gesellschafter der Sympra GmbH. Er ist Teilnehmer am Executive MBA-Programm der Donau-Universität in Krems mit Abschluss „Master of Business Administration” sowie Mitglied im Board des internationalen Public Relations Networks (PRN) und Mitglied im Fachbeirat des Studiengangs Electronic Business der Hochschule Heilbronn.

“Social Media 2011″ – weitere Interviews:

  • Ulf Kossol, T-Systems MMS
  • Johannes Lenz, Grey Germany
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„Social Media 2011“ – Experten geben einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.

15. Dezember 2010 um 8:15 von Mario Grobholz

Die Experimentierphase der Unternehmen mit Social Media ist zu Ende, die „Schnellboote“ – Social-Media-Vorreiter der ersten Stunde – müssen wieder eingefangen werden und mit Respekt vor den Aufgaben muss nun der zweite Schritt nach dem ersten gemacht werden – dies stellte Ulf Kossol im letzten Beitrag zum Ausblick „Social Media 2011“ fest. Wie sieht Johannes Lenz, Digital Corporate Communications bei GREY Germany, Social Media heute und morgen?

Hallo Jo, was kannst du über die Erfahrungen von Unternehmen mit Social Media in 2010 erzählen?

Unternehmen haben auch dieses Jahr wieder unterschiedliche Erfahrungen gemacht… Erinnern wir uns an BP mit seinem fragwürdigen Verhalten während der Öl-Krise im Golf von Mexiko, Nestlé mit seiner fragwürdigen PR im Zuge der Greenpeace-Kampagne zum Schokoriegel Kit-Kat oder die Deutsche Bahn, die trotz vehementer Kritik mit ihrer Facebook Seite über 140.000 Tickets innerhalb kürzester Zeit verkaufte.

Alle drei haben zu spüren bekommen, welche Kraft das Social Web entwickeln kann und wie selbstbewusst der Konsument inzwischen ist. Der selbstbewusste Umgang mit Unternehmen seitens der Verbraucher bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass Marken heute wie Menschen denken. Gerade das aber gibt die jüngste Studie „Homo Connectus“ in Kooperation mit Google Marken als Fazit mit auf den Weg gibt. Vorbilder dafür gibt es ja zuhauf… Coca Cola, Greenpeace oder die Rügenwalder Mühle Carl Müller GmbH & Co KG.

Du bist beruflich und natürlich auch privat mit Blogeinträgen und auf Twitter vertreten, und hast dir eine langjährige Social Media Kompetenz erworben. Was sind deiner Meinung nach die großen Herausforderungen im Umgang mit Social Media vor denen Unternehmen für 2011 stehen?

Die Herausforderungen liegen meines Erachtens nach wie vor in der Implementierung und Durchführung eines Social Web Engagements. Wenn sich eine Marke resp. ein Unternehmen dafür entscheidet, muss es sich darüber im Klaren sein, was es will. Einfach nur eine Facebook Page und nen Twitter-Account eröffnen, um dabei zu sein reicht nicht. Das Social Web entlarvt Oberflächlichkeit umgehend. Es braucht neben einer Strategie auch Personal und eine gute Portion Leidenschaft sowie Kreativität. Von großem Wert sind insbesondere auch Vorgesetzte, die selbst im Social Web aktiv sind und auf diese Weise Kollegen und Mitarbeiter inspirieren und motivieren. Die Mutter aller Fragen ist bei einem Ja zum Social Web Engagement: Whats the story behind me, myself and I? Oder: Wie schaffe ich es, mich als Marke/Unternehmen von mir selbst zu lösen und das Interesse der Community zu bedienen?

Und wie werden deutsche Unternehmen in 2011 Social Media anpacken?

Gute Frage. Wenn wir’s wüssten, bräuchte es entweder gar keine Agenturen und Berater oder noch viel mehr. Die Aufmerksamkeit ist da, die Akzeptanz in den Führungsetagen steigt nach und nach, jetzt fehlt lediglich die konsequente und nachhaltige Durchführung. Dazu gehört auch Mut, sich zu öffnen. Und das fällt nicht jedem leicht.

Jo, herzlichen Dank für deine Statements. Veit Mathauer, Geschäftsführer der Agentur für Öffentlichkeitsarbeit Sympra, erläutert im kommenden Beitrag seine Ansicht zu „Social Media 2011“.

Johannes Lenz ist Digital Consultant Corporate Communications bei GREY Germany in Düsseldorf. GREY Germany ist eine der größten Agenturen für Integrierte Kommunikation in Deutschland. Er versteht sich als Botschafter der Marke GREY im Social Web und betreut dort aktiv die Eigenkommunikation. Privat bloggt er auf johanneslenz.com rund um das Social Web. Auf Twitter findet man ihn unter @johanneslenz.

“Social Media 2011″ – weitere Interviews:

  • Ulf Kossol, T-Systems MMS
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„Social Media 2011“ – Experten geben einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.

13. Dezember 2010 um 8:25 von Mario Grobholz

70 % der Kommunikationsverantwortlichen in Deutschland nutzten Social Media bereits für ihr Unternehmen bzw. planen eine Nutzung. Um zu erfahren wie es in dem vor der Tür stehenden Jahr 2011 weitergeht baten wir einige Social Media Protagonisten um einen Ausblick. Wir selbst erwarten für 2011 eine sehr dynamische Entwicklung des Marktes. Speziell Unternehmen werden weiter in Social Media investieren und wir alle werden viele interessante Projekte sehen. Hiermit starten wir heute eine kleine Serie zur weiteren Entwicklung von Social Media im Unternehmensbereich in 2011.

Das Social Media Engagement deutscher Unternehmen war 2010 groß. Social Media Beobachter und -Nutzer konnten in diesem Jahr die Umsetzung vieler spannender und toller Social Media Projekte beobachten. Coca-Cola, BASF, die Deutsche Telekom AG, die T-Systems Multimedia Solutions und auch die Baden-Württembergische Landeshauptstadt Stuttgart – Social Media ist in den verschiedensten Branchen angekommen. Das macht natürlich neugierig, welche Entwicklungen für Social Media möglich sind und wie sie umgesetzt werden. Ulf-Jost Kossol, Senior Consultant bei der T-Systems Multimedia Solutions, macht heute den Start und gibt einen Ausblick auf 2011.

Hallo Ulf, du arbeitest direkt mit den Social-Media-Verantwortlichen in den Unternehmen zusammen. Was kannst du über die Erfahrungen sagen, die 2010 dort mit Social Media gemacht wurden und wie wird sich aufbauend darauf das Jahr 2011 unterscheiden?

Man kann behaupten, dass Social Media im Unternehmenskontext die Experimentierphase verlassen hat und bei vielen Unternehmen nun auf der ToDo-Liste steht. Diese „Schnellboote“ haben enorm zur Lernkurve beigetragen, müssen nun aber schleunigst wieder eingefangen werden, um nicht als „verschollen“ gemeldet zu werden. Somit werden Einzelmaßnahmen immer weniger, vielmehr wird eine ganzheitliche Strategie nachgefragt. Zum Teil gibt es schon interne Projektteams und eigene Konzeptentwürfe, die ein wichtiger Schritt vor dem eigentlichen Start sind. Dieser steht bei vielen Unternehmen für 2011 sehr weit oben in der Priorität.

Was siehst du als die großen Herausforderungen im Umgang mit Social Media an, vor denen Unternehmen für 2011 stehen?

Nachdem man nun das Potential in Social Media verinnerlicht hat, geht es um die praktische Umsetzung. Unternehmen, die mit oben erwähnten „Schnellbooten“ schon mal getestet haben, haben eines ganz sicher festgestellt: Social Media ist nicht nur total cool, sondern auch total anstrengend und vor allem: nicht kostenlos. Man bekommt Respekt vor den Aufgaben und will jetzt nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen.

Das heißt: wie werden Unternehmen in Deutschland in 2011 mit Social Media umgehen?

Wenn sie gut beraten sind ( :) ), werden Sie zunächst eine detaillierte, interne Ist-Analyse der eigenen Strukturen, Prozesse und Rahmenbedingungen machen, um sich im nächsten Schritt bestmöglich vorzubereiten. Social Media wird bei diesen Unternehmen vollumfänglich integriert sein in die Unternehmenskommunikation und man wird auch die ersten Früchte seiner Anstrengungen ernten können.

Herzlichen Dank für deine Meinung, Ulf. Im kommenden Beitrag meldet sich Johannes Lenz, Digital Corporate Communications bei GREY Germany, zu Wort.

Ulf-Jost Kossol ist seit Oktober 2009 Senior Consultant bei der T-Systems Multimedia Solutions GmbH. Im Team „Social and Collaboration Solutions“ berät er Unternehmen beim Einsatz von Social Software für die interne Kommunikation und Kollaboration sowie auf der externen Seite im zielorientierten Umgang mit Social Media. Er zeichnet sich verantwortlich für das Beratungs- und Technologiepaket Social Media Evolution, dessen gleichnamigen Blog er zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen als Sprachrohr und Kommunikationsplattform rund um das Thema Social Media betreibt. Vor seiner Tätigkeit bei der MMS war Ulf Kossol Gründer eines web2.0-StartUps im Lead Marketing Sektor und Offizier der Bundeswehr.

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Das schreibt die Presse über myON-ID-Media im Juli

20. August 2010 um 10:34 von Mario Grobholz

Auch im Juli gab es wieder schöne Clippings über myON-ID, Ruflotse und die iMedia Lounge. Neben einigen Clippings aus dem Printbereich gab es auch das Interview mit Bernd Pitz von media-Treff welches bereits auf der Internet World 2010 in München aufgezeichnet wurde.

In einem “Rundumschlag” dürfte ich myON-ID Media vorstellen. Ein Schwerpunkt des Gesprächs mit Bernd vom media-Treff Team war, neben Reputation Management unser Content Management System für Social Media, die iMedia Lounge.

Bernd wollte es genau wissen und fragte nach … Wie weit sind Unternehmen heute offen für Social Media? Wie sehen die Lösungen aus die myON-ID Media Unternehmen in diesem Bereich bietet und was macht die iMedia Lounge als Social Media Newsroom so besonders?

Das Interview wollen wir Euch gerne hier vorstellen. Vielen Dank auch nochmals an Bernd und Christian vom media-Treff Team!

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