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Online-Gesellschaft: Wir verlagern uns ins Netz!

6. Dezember 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

Es wird nun schon seit einiger Zeit in Print- und Online-Magazinen und in Blogs intensiv zu den Themen „Online-Identität/Reputation“, „Googlability“ etc. berichtet. Soviel, dass mancher sich fragt welche Relevanz das Ganze tatsächlich hat – und ob man nicht schon genug damit zu tun hat, sein Image im realen Leben zu pflegen. Das mag auf diejenigen unter uns, die sich noch an eine Welt ohne PCs und Internet erinnern können ,-) zutreffen. Und es mag heute, am 22. November 2007, noch zutreffen. Schon bald aber nicht mehr…

Das zeigt der Blick in die JIM-Studie 2007 (PDF-Download), die der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) durchgeführt und veröffentlicht hat. Das Ergebnis: Jeder vierte Jugendliche – genauer gesagt: jeder dritte Junge und jedes fünfte Mädchen – zwischen 12 und 19 Jahren stellen regelmäßig eigene Inhalte ins Web.

Nicht ab und zu – sondern mehrmals pro Woche. Und nicht nur Einträge in Gästebücher, sondern eigene Bilder, Videos, Musikdateien oder Kommentare. Warum? Weil den Jugendlichen ihr Image unter den Web-Usern wichtig ist und sie ihr Online-Image auf diese Weise bewusst und gezielt gestalten können. Was zu positiven und erfrischenden Ergebnissen führen kann – oder auch in furchtbare Richtungen laufen kann. Und jede dieser Hinterlassenschaften – Videos, Fotos, Blog- oder Forumeinträge – bleiben dank Google-Cache dauerhaft erhalten, und können wiederum in anderen Blogs und Websites kommentiert und referenziert werden. Auf diese Weise können dann auch Dritte, die einen anonym ins Web gestellten Beitrag einer bekannten Person zuordnen können, den Beitrag dauerhaft mit dem realen Namen des Verfassers verknüpfen. Die scheinbare Anonymität von Nicknames ist also trügerisch.

So oder so – Fakt ist, dass schon in wenigen Jahren jeder vierte Erwachsene über eine Online-Identität verfügen wird, deren Basis schon in seiner Jugend gelegt wurde, die an ihn geknüpft ist und einen wesentlichen Teil seiner Identität bildet. Reale Identität und virtuelle Identität, gesellschaftliches Ansehen und Online-Image – ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung wird seine Identität schon in Kürze über ein zweites Standbein im Web abstützen. Wir verlagern uns ins Netz!

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Digitale Identität II: Schubladendenken für die Marke

26. November 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

In einer Welt, in der wir alle und alles gleich ist, hätten wir einige Probleme, uns zurecht zu finden. Durch unsere Identität unterscheiden wir uns voneinander. Erst die Identität verhilft uns dazu, einen Menschen von einem anderen durch einzelne Merkmale zu unterscheiden.

Damit wir hierbei einigermaßen den Überblick behalten, neigen wir zu einem Schubladendenken. Es entstehen Bilder vor unseren Augen, die uns Orientierung im Leben vermitteln. Ansonsten wären wir im Alltag von der Aufgabe überfordert, andere richtig einzuschätzen. Aber wir kategorisieren nicht nur unsere Kontakte, sondern tendieren auch dazu, uns automatisch selbst in bestimmte Gruppen einzuordnen. Bei diesem Prozess der Konstruktion unserer Wirklichkeit haben wir keine Kontrolle.

Unternehmen profitieren von unserem Schubladendenken: Denn ein starkes Markenauftreten (Branding) verführt gezielt zur Kategorisierung. Darauf setzt nichtzuletzt der Ansatz des Neuromarketings. So spitzt die “Bild” die Aussage der Neurowissenschaftler schlagzeilenträchtig zu: “Starke Marken schalten den Verstand ab.” Erklärt wird dieses von Dr. Christian Scheier wie folgt:

“Man hat herausgefunden, dass bei einer starken Marke tatsächlich die Hirnareale, die zum Nachdenken dienen, abgeschaltet sind, während die Hirnareale, die für spontane Handlungen zuständig sind, aktiviert werden. Das heißt, starke Marken entlasten das Nachdenken.“ (Zitat aus Interview mit Dr. Christian Scheier – PDF, Autor des kürzlich erschienenen Buches “Wie Werbung wirkt”).

Starke Marken führen dazu, dass die Konsumenten darauf vertrauen, dass sie ihr Markenversprechen erfüllen. Eine langfristige Investition in die eigene Reputation ist ein erfolgsversprechender Weg eine glaubhafte Markenpersönlichkeit aufzubauen. Denn ein positiver Ruf geht mit Vertrauenswürdigkeit, Glaubwürdigkeit, Berechenbarkeit und Verlässlichkeit einher. Mit kurzfristigen Effekten hat das nicht zu tun. Darauf sollte auch kein Reputationsmanagement setzen.

Während große Unternehmen über Jahre hinweg mit Hilfe von PR und Marketing an ihrer öffentlichen Wahrnehmung basteln und tüfteln, ist es in der digitalen Welt erheblich einfacher, die eigene Reputation zu beeinflussen und den Meinungsbildungsprozess zu beschleunigen. Das Internet als öffentliches Medium ermöglicht es mit immer neuen Anwendungen, dass jedermann die Chance hat, ein großes Publikum unmittelbar zu erreichen. Gerade die stark vernetzten Angebote der Web2.0-spezifischen Dienste bieten Ihnen die Chance, sich als Experte zu positionieren. Das Netz sorgt als Informationsmedium Nummer Eins für zunehmende Transparenz. Daher ist es nicht nur für Organisationen, sondern auch für Einzelpersonen notwendig, sich um die Außenwahrnehmung Gedanken zu machen und sich mit dem Thema Reputation verstärkt auseinanderzusetzen. Letztlich lässt sich mit dem Publizistikwissenschaftler Nikodemus Herger folgendes Fazit ziehen:

“Identität, Marke, Image, Reputation sind allesamt „Rezepte” bzw. Konstruktionen, die sich auf das Management des Vertrauens in Organisationen beziehen.”

>> Literaturtipp: Nikodemus Herger (2006): “Vertrauen und Organisationskommunikation: Identität – Marke – Image – Reputation”
>> myONID Blog: Angst vor der negativen Macht der Blogger
>> myONID Blog: Digitale Identität I: Ein neues Selbstverständnis

Klaus Eck, PR Blogger

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  • Allgemein, Reputationsmanagement

myON-ID goes Radio

23. November 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

BR

In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk konnte ich gestern myON-ID vorstellen. In seinem Jungendsender Bavarian Open Radio durfte dann heute Herr Strubel die Hosen runter lassen. Hören Sie selbst rein …

“Online-Identität: Wer eine Bewerbung abschickt muss damit rechnen, dass der Personalchef sich erstmal im Internet schlau macht.” Das war der einhellige Tenor der Gesprächsteilnehmer im Interview des Bayerischen Rundfunks. Das Reputationsmanagement auch für junge Menschen mittlerweile eine immer größere Rolle spielt, darüber sind sich Personalchefs und Personaldienstleister einig.

Im Gespräch mit der Jungendredaktion konnte ich dann vorstellen wie myON-ID auch jungen Menschen, die als Bewerber gerade vor dem wichtigen Schritt ins Berufsleben stehen helfen kann. Die Googleability wird immer wichtiger!

Witzig aufgemacht und gut recherchiert präsentiert vom bayerischen Rundfunk. Hören Sie selbst rein in den Beitrag “Online Identität” …

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  • Karriere Online, Presse, Reputationsmanagement, Unternehmen

Privat ist myON-ID ein Stück weit eine Fundgrube

19. November 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

Interview mit Martin Assmann, aktiver Nutzer von myON-ID

Aus welchen Gründen nutzt du myON-ID?
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten sich im Internet zu präsentieren. Die eigene Website, Weblogs oder Social-Networking-Dienste à la XING (ehemals Open BC) sind nur einige davon. myON-ID stellt dabei für mich eine zentrale Anlaufstelle dar, die auf alle relevanten Netzfundstücke zur eigenen Person verweist. Für mich ist die Plattform also ein Werkzeug, durch dass ich gezielt auf Informationen aufmerksam machen und dadurch meine Reputation, meinen guten Ruf im Internet, beeinflussen kann.

Worin liegen die Vorteile für dich privat wie beruflich in der Nutzung von myON-ID?
Privat ist myOn-ID sicherlich ein Stück weit eine Fundgrube. Schaut man sich die Profile seiner Kontakte einmal an, entdeckt man möglicherweise so manches innovative Projekt, von dem von zuvor noch nicht wusste. Ich sehe die Vorteile von myON-ID aber vor allem im beruflichen Umfeld. Stichwort: Recruiting. Man kann davon ausgehen dass bei der Bewerbung in einem modernen Unternehmen, neben dem Blick auf Anschreiben und Lebenslauf, auch der eigene Name “gegoogelt” wird. Mit myON-ID habe ich dann die Möglichkeit ganz gezielt auf positive Einträge im Netz zu verweisen. Negative Äußerungen zur eigenen Person lassen sich durch die Bewertungs- und Kommentarfunktion von myON-ID möglicherweise relativieren. Was mit der Bewerbung beginnt endet im Berufsleben. Auch der Geschäftspartner nutzt vielleicht eine Suchmaschine, um sich zu seinem Gegenüber zu informieren. Gut, wenn dann die “richtigen” Ergebnisse erscheinen.

Was gefällt dir gut und was gefällt die weniger gut?
myON-ID ist eine Plattform die sicherlich noch nicht zu 100% ausgereift st. So gibt es hier und da noch so manchen kleinen Fehler und die ein oder andere Funktionalität lässt leider noch auf sich warten. Besonders gut finde ich den Ansatz von myON-ID. Es ist kein Portal, wie es sie schon zu Dutzenden gibt, in dem ich ein weiteres mal eine Unmenge on persönlichen Daten eingeben muss, um daraus einen wirklichen Nutzen ziehen zu können. Viel mehr kann ich die bestehenden Informationen bündeln. Besonders vorteilhaft ist dabei auch die hervorragende Positionierung der Benutzerprofile in Suchmaschinen.

Martin, vielen Dank für das Interview

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  • Allgemein, Unternehmen

Financial Times: “Heiraten Sie und wechseln Sie den Namen!”

14. November 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

Dienstag, 12. November 2007

FTD

So lautet ironischerweise das Schlusswort im einem aktuellen Artikel “Pimp Your E-mage” der Financial Times Deutschland vom Dienstag. Die FTD greift hiermit ebenfalls das Thema Reputationsmanegement auf und hat hierzu auch mit myON-ID gesprochen.

Dieses Statement stammt von Klaus Eck, der damit auf seine Internet Historie anspielt. Diese ist heiratsbedingt lediglich acht Jahre alt und weist dementsprechend keine Jugendsünden auf (wenn es die bei Dir überhaupt gab Klaus;-).

Anders sieht das natürlich bei vielen von uns auf die Ihren “Zähler” nicht auf “Null” zurücksetzen können. Von uns finden sich durch unsere tägliche Nutzung des Internets zahlreiche Informationen im Internet, die über Jahre hinweg von den diversen Diensten, Suchmaschinen, Blogs und Webseiten gesammelt wurden und zukünftiger noch intensiver gesammelt werden.

Deswegen ist das Statement von Klaus Eck sicherlich nicht als Aufruf zum heiraten zu verstehen. Vielmehr gibt dieser Artikel Anlass dazu sich Gedanken über seinen Ruf im Internet zumachen. Und hierfür eignet sich natürlich ideal der kostenlose Service von myOn-ID, so schreibt es zumnidest die Financial Times – und die muss es ja wissen.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel

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Digitale Identität I: Ein neues Selbstverständnis

12. November 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

„Eine Persönlichkeit ist der Ausgangspunkt und Fluchtpunkt alles dessen, was gesagt wird, und dessen, wie es gesagt wird.“ (Robert Musil)

Die Jugend liest nicht länger Magazine oder gar Zeitungen. Sie surft ihre Social Networks ab und informiert und unterhält sich gegenseitig mit digitalen Fundstücken oder eigenen Ideen. Es wird nicht mehr stundenlang telefoniert, sondern stattdessen der Rechner stundenlang blockiert.

Wer hat heutzutage noch ein wirkliches Interesse an einem Telefonbuch oder nutzt die klassischen Stadtpläne, wenn in den Stadtportalen und in Google sofort fündig wird? Was im Kino oder TV geschaut wird, entscheidet sich immer öfter via digitaler Mundpropaganda statt mit Hilfe einer Programmzeitschrift.

Ob wir wollen oder nicht, wir bewegen uns mittlerweile genauso selbstverständlich in der virtuellen Welt wie im richtigen Leben. Besonders für die Jüngeren gehört das Web selbstverständlich dazu, aber auch immer mehr Silver Surfen entdecken das Web als sozialen Raum für sich. Das Internet ist als Informations- und Entertainmentmedium ein fester Bestandteil in unserem Alltag, mit dem wir immer größere Teile unseres Arbeitslebens und der Freizeit verbringen.

Mit dem Aufkommen von neuen Web 2.0-Angeboten im Netz veränderte sich die Kommunikationsstruktur. Der User vollzog einen Wechsel vom Empfänger zum Sender. Die früher vorherrschende Anonymität und Isolation des Einzelnen wurde durch die eigene Präsenz im Netz weitestgehend aufgehoben. Man kennt sich, man vernetzt sich. Die Scheu mit dem realen Namen im Netz zu erscheinen, nimmt immer weiter ab und schafft dadurch neue Probleme. Unsere Jugend macht’s vor und ist mit 45 Prozent auf Plattformen wie MySpace, StudiVZ, Facebook oder Xing präsent.

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann unser digitales Treiben ein signifikanter Ausdruck unserer Persönlichkeit wird und eben auch auf diese zurückwirkt. Um diese Thematik näher zu beleuchten, werde ich mich in einer Reihe von Blogbeiträgen intensiver mit dem Thema Digitale Identität beschäftigen.

Der Begriff „Identität“ zielt in erster Linie auf die Unterschiede zwischen Personen ab. Aber auch die Gemeinsamkeiten mit anderen werden berücksichtigt. In der Regel wird darunter die einzigartige Kombination von persönlichen und unverwechselbaren Eigenschaften des Individuums verstanden. Dazu gehören unter anderem der Name, das Geschlecht und der Beruf. Dadurch lassen sich Personen voneinander unterscheiden. Identität ist immer eng verknüpft mit Identifizierung, dem Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, Gruppenzugehörigkeiten und Selbstpräsentation. Wer weiß, wie stark sich in Zukunft unseres digitales Erscheinungbild, unsere Online-Reputation, auf unser Leben auswirkt und auch den herkömmlichen Identitätsbegriff obsolet macht bzw. ihn erweitert.

Klaus Eck, PR Blogger

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  • Reputationsmanagement

Web-Kosmetik?

22. Oktober 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

Können Sie sich eigentlich noch im Internet vor der Öffentlichkeit verstecken? Genügt es, sich eine Art digitale Schminke aufzutragen, damit wir uns hinter einer Maske besser fühlen? Zumindest suggeriert das der Spiegel Online-Artikel, in dem myON-ID ausführlich vorgestellt wird, ein wenig. So heißt es dort:

“Immer mehr Menschen verraten online zu viel über sich und merken das zu spät. Der “Reputationsdienst” myON-ID will dafür sorgen, dass recherchierende Arbeitgeber im Web nicht nur Saufbilder und abseitige MySpace-Seiten finden: Der Dienst will das Online-Image gezielt frisieren.” (Spiegel Online)

Aus der Welt schaffen wird myON-ID Ihre “Jugendsünden” nicht unbedingt, wenn Sie sich in diesem Portal anmelden, aber zumindest lenkt es die Aufmerksamkeit auf ausgewählte Informationen. Es dürfte schwerfallen, Ihren menschlichen Antrieb und Ihre Reputation einfach nur wie einen Motor zu “frisieren”. Eine Online-Reputation entsteht nicht von heute auf morgen. Sie beruht auf den Dingen, die wir on- wie offline täglich machen und setzt sich aus der eigenen und fremden Wahrnehmung zusammen. Um das digitale Erscheinungsbild zu überprüfen, ist es sinnvoll, regelmäßig die eigene Wirkung anhand eines Ego-Surfings (seinen Namen selbst googlen) zu überprüfen und sich zu fragen, wie stehe ich zurzeit mit meiner Online-Identität dar.

Wer freigiebig mit seinen eigenen Daten, Bildern und Videos ist, darf sich später nicht wundern, wenn diese ihre öffentliche (negative) Wirkung entfalten. Schließlich haben Sie nicht die absolute Interpretationshoheit über Ihre Informationen. Noch schwerer ist es, auf etwaige andere Datenflüsse anderer zu reagieren, die sie nicht zu verantworten haben.

Beim Reputationsmanagement geht es nicht allein darum, die oberflächliche Wahrnehmung zu verbessern und andere mit ausgewählten Bilderwelten zu täuschen, sondern den Weg zu den für sie wichtigeren Informationen zu ebnen. Das wird auch im Artikel vom Peter Zschunke deutlich. Mit reiner Kosmetik hat das Reputation Management jedoch wenig gemein.

>> Spiegel: Kosmetik für das eigene Web-Image

Klaus Eck, PR Blogger

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  • Presse, Reputationsmanagement

Jobverlust durch Blogging

19. Oktober 2007 um 9:00 von Mario Grobholz

Wer sich in die Öffentlichkeit begibt, sollte sie also solche verstehen. Deshalb wird jede digitalisierte Information von und über Sie gefunden. Private Nachrichten gibt es in digitaler Form nicht wirklich. Schließlich findet so manche privat verfasste ihren Weg in die Netzöffentlichkeit und hat ungeahnte Folgen.

Jochen Mai stellt in seinem Karriereblog ein aktuelles Beispiel für den Jobverlust durchs Bloggen vor. Jessica Zenner alias Jessica Carr, eine 23-jährige Nintendo-Mitarbeiterin, nahm beim privaten Bloggen zuwenig Rücksichten auf ihre Kollegen und beleidigte diese anonym durch einzelne Beiträge. Auch wenn sie diese und ihr Unternehmen Nintendo nicht namentlich genannt hatte, ging die Kritik und Verleumdung den Verantwortlichen anscheinend zu weit. Der Personalchef Nintendos wurde auf ihr Blog Inexcusable Behavior aufmerksam und zog deshalb am 31. August 2007 die Konsequenzen, indem er der Bloggerin ihre Entlassung mitteilte. Darauf war Zenner nicht gefasst. Sie hatte in aller Naivität angenommen, dass niemand ihr Blog wahrnimmt bzw. dass es keinerlei Relevanz für Nintendo habe.

Schon im Falle von Ellen Simonetti, der “Königin der Lüfte“, zeigte sich, wie wenig Anonymität vor dem Jobverlust hilft. Die Delta-Airlines-Stewardess berichtete bis 2004 anonym aus ihrem Leben und schmückte ihre Beiträge gerne mit Fotos von ihrem Arbeitsplatz bei Delta Airlines. Einmal ließ sie sich in ihrer Stewardessen-Uniform etwas freizügiger auf einer Sitzreihe thronend ablichten, was jedoch ihrem Arbeitgeber gar nicht gefiel. Denn anhand ihrer Uniform war eindeutig zu erkennen, für wen sie in Wirklichkeit arbeitete. Und so erhielt Simonetti kurz nach der Blog-Veröffentlichung der Fotos die fristlose Kündigung von Delta Airlines. Es genügte den Managern der Fluggesellschaft nicht, dass das “Tagebuch einer Stewardess” einen fiktionalen Charakter hatte und alle Orts- und Firmenangaben frei erfunden waren. Ihnen gingen die detailreichen Beschreibungen des Arbeitsalltags einer Stewardess schlicht zu weit.Doch die Flugangestellte war sich keiner Schuld bewusst. Es gab zu diesem Zeitpunkt keine Firmenrichtlinie oder Blog Policy, die das Führen eines solchen Blogs untersagt hätte, und sie erhielt deswegen auch nie eine Abmahnung. Deshalb fühlte sie sich ungerecht behandelt: “Wenn ich gewusst hätte, dass mich das meinen Job kostet, hätte ich es nicht gemacht. Und wenn sie mich gebeten hätten, das Blog abzuschalten, wäre ich dem natürlich nachgekommen. Aber diese Möglichkeit hat man mir nie gegeben. Es ist unfair, wegen einer nicht existierenden Blog-Policy gefeuert zu werden.”

Wenn Sie selbst anonym bloggen, sollten Sie deshalb ganz genau darüber nachdenken, welche Konsequenz das für ihre Karriere im Berufsleben haben könnte. Auch in diesem Falle zeigt sich deutlich, dass viele Mitarbeiter gar nicht ahnen, welche beruflichen Konsequenzen ihr digitales Dasein haben kann.

Kennen Sie vielleicht einige deutsche Beispiele für den Jobverlust durch das Bloggen?

>> The Stranger: Nintendo Contractor Fired for Blog
>> Fired Nintendo Blogger Speaks Her Mind – An Interview with Jessica Zenner
>> PR Blogger: Dell’s Online Communication Policy
>> Die Karriere-Bibel: Game over – Blogs als Karrierekiller

Klaus Eck

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  • Karriere Online, Reputationsmanagement, Tipps und Tricks

nexum AG beteiligt sich an myON-ID

15. Oktober 2007 um 9:00 von Mario Grobholz

myON-ID Pressemitteilung, Köln, 15. Oktober 2007

Nexum AG steigt bei myON-ID ein

myON-ID baut mit Investor nexum AG seine Reputations-Plattform zur ersten deutschen Personensuchmaschine aus. Durch den Einstieg wird der Ausbau von myON-ID noch zügiger und umfangreicher vorangetrieben. Die Personensuchmaschine ergänzt das Reputationsmodell ideal und gibt myON-ID die Möglichkeit noch schneller zu wachsen.

Bereits Anfang des Jahres haben wir das erstemal mit der nexum AG gesprochen. Schon damals war das Interesse an einer vertikalen Suchmaschine für Personen groß und und die Idee und das Potential hinter myON-ID wurde von den nexum Verantwortlichen sofort erkannt. In den Gesprächen die wir bis heute mit dem Management geführt haben zeigte sich, dass nexum mit seinem know-how und dem Team für myON-ID eine ideale Ergänzung darstellt. Im Gegenzug kann nexum mit myON-ID seine Web 2.0 Expertise ausbauen und seine Erfahrung aus zahlreichen Internetprojekten einbringen. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass sich unsere Vision von einer Reputationsplattform mit der Expertise von nexum ideal ergänzen.

Mit der Unterstützung unseres Investors werden wir myON-ID für unsere Nutzer noch attraktiver machen und damit eine neue Personensuchmaschine in Deutschland einführen!

Aktuell arbeiten die Teams aus Konzeption, Design, Entwicklung und Projektmanagement mit Hochdruck am Ausbau von myON-ID. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit dem Team von nexum und sehen den nächsten Wochen mit großer Spannung entgegen. myON-ID wird seinen Nutzern mit seinem Service helfen noch mehr und besser persönliche Inhalte im Internet zu finden. Das ist unser Anspruch an eine Personensuchmaschine die sich gegen die Angebote von Spock.com und Wink aus den USA behaupten will. Das ist die ideale Grundlage für das anschliessende Management der eigenen Ideantität und Reputation.

„In den USA erzielen Personensuchmaschinen bereits sehr große Reichweiten. Wir gehen davon aus, dass Deutschland ab 2008 nachziehen wird“, bewertet Dr. Michael Klinkers, Vorstand der nexum AG, das große Potenzial von myonid.de

„Mit der nexum AG haben wir einen strategischen Investor gewonnen, der uns die erforderliche Sicherheit gibt, das Konzept weiter und schneller voranzutreiben“, erläutert Mario Grobholz, Gründer von myON-ID und fügt an: „Wir sind sehr froh, bereits in dieser frühen Unternehmensphase einen so erfahrenen Partner an unserer Seite zu haben.“

Auszug aus der Pressemitteilung vom 15. Oktober 2007

[...] Der Interaktiv-Dienstleister nexum AG hat 25,1 Prozent der Unternehmensanteile der myON-ID Media GmbH übernommen. Das Investment der nexum AG will die myON-ID Media GmbH nutzen, um das Reputationsmanagement-Portal myonid.de weiter auszubauen. Derzeit arbeiten beide Partner mit Hochdruck an der Ausweitung der Suchfunktionalität: Noch in diesem Jahr wird myonid.de eine umfangreiche Personensuche ermöglichen, welche die Ergebnisse aller führenden Suchmaschinen integrieren und auch die Suche nach Bildern und Blog-Einträgen erlauben wird. [...]

Lesen Sie hier die ganze Mitteilung [als PDF]: nexum AG beteiligt sich an myON-ID

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  • Presse, Unternehmen

10 Tipps für das digitale Reputationsmanagement

10. Oktober 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

Wer seinen eigenen Namen bei Google zum ersten Mal eingibt, ist manchmal überrascht über die Ergebnisse. Nicht jeder der gelisteten Links trifft hierbei auf die eigene Zustimmung. Anders als bei myONID können wir die Reihenfolge des Google Rankings nur bedingt beeinflussen.

Das kann fatale Folgen für die eigene Karriere oder für das Image eines Unternehmens haben. Wer erst einmal am Online-Pranger steht, tut sich manchmal schwer mit der öffentlichen Kritik. Jede einzelne Reaktion wird beäugt und findet erneut ihren Widerhall im Netz.

Aus diesem Grunde empfehle ich immer, nichts dem Zufall zu überlassen. Seien Sie sich Ihrer digitalen Spuren bewusst, die Sie selbst hinterlassen und versuchen Sie für Ihr Anliegen online Fürsprecher zu finden, damit Ihr digitales Erscheinungsbild wirklich auch Ihren Vorstellungen entspricht. Marcel Weiss hat mich mit seinen 5 Tipps für eine bessere Online-Reputation inspiriert.

1. Bewußtsein: Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass wir inzwischen alle in der Öffentlichkeit leben. Wenn wir auf eine Veranstaltung gehen, werden dort Fotos, Videos und Blogbeiträge erstellt, von denen wir vorab nichts ahnen. Wir haben hierbei oftmals keinen ersichtlichen Ansprechpartner, weil wir ahnungslos Gespräche führen, die digitalisiert werden. Das Ethos eines Journalisten gilt den Bloggern erst einmal nichts. Erst wenn die Berichte online stehen, können wir darauf reagieren. Aus diesem Grunde sollte jeder regelmäßig seinen Namen googlen (“Ego-Surfing”) und die eigene digitale Identität überprüfen. Wie werde ich wahrgenommen? Wer schreibt etwas über mich? Welche Hintergründe hat das?

2. Diziplin: Wer sich selbst unvorteilhaft in Szene setzt und dafür sorgt, dass es digital festgehalten wird, darf sich über die Wirkung nicht wundern. Jeder Twitter- oder Blog-Beitrag entfaltet seine Wirkung. Selbst Kommentare bleiben nicht unsichtbar. Deshalb sollten wir vor jedem Publizieren darüber nachdenken, was wir gerade veröffentlichen. Je emotionaler der eigene Beitrag ist, desto fragwürdiger – weil unvorteilhaft – könnte dieser sein. Denken Sie vorher nach und vermeiden Sie es aus der Wut oder Euphorie heraus, etwas zu veröffentlichen. Dementsprechend ist es kontraproduktiv unter Drogeneinfluss zu publizieren. Nicht wenige Angestellte durften aus diesen Gründen ihren Hut nehmen.

3. Suchen automatisieren: Mit Hilfe von GoogleAlerts kann man sehr schnell die Online-Informationen über die eigene Person verfolgen, ohne dass man einen großen Aufwand damit hat. Darüber hinaus ist es sinnvoll, auch Technorati zu nutzen. Dort kann man ebenfalls eine Watchlist zur eigenen Person oder zum Unternehmen einrichten.

4. Social Networks nutzen: Melden Sie sich beispielsweise bei Xing an und stellen Sie sich selbst im Profil vor. Dann werden Sie darüber sehr gut gefunden. Gerade Headhunter und Arbeitsgeber informieren sich inzwischen häufig via Xing. Je besser Sie dort ihr Profil ausfüllen, desto größer ist der Nutzen für Ihre digitale Reputation.

5. Bloggen: Wenn Sie unter Ihrem Namen ein Blog betreiben, spüren Sie unmittelbar die Suchmaschinenrelevanz. Allerdings sollten Sie relevante Artikel verfassen, die Ihre Leser zum Verlinken animieren.

6. Webadresse einrichten: Melden Sie möglichst unter Ihrem Namen eine Domain an. Das wirkt sich sofort auf die Suchmaschinenergebnisse aus, wenn Sie dort regelmäßig aktuelle Inhalte einstellen.

7. Social Media nutzen: Richten Sie weitere Webprofile im Social Media-Umfeld ein. Mit wenig Aufwand können Sie Ihr Profil bei Twitter (und vergleichbare Services), Technorati.com, Mister Wong, myONID etc. hinterlassen.

8. Aufmerksamkeit erzielen: Je mehr Sie selbst in der Öffentlichkeit aktiv sind, desto mehr Anreize bieten Sie, dass andere darüber berichten. Verlinken Sie diejenigen, die wohlwollend über Sie schreiben und verschaffen Sie ihnen dadurch ebenfalls Aufmerksamkeit.

9. Online-Relations ausbauen: Pflegen Sie Ihre Kontakte, in dem Sie in Blogs kommentieren, via Social Networks kommunizieren und sich generell (auch telefonisch und persönlich) austauschen. Verstecken Sie sich nicht, sondern nutzen Sie die Gelegenheit für das öffentliche Gespräch. Das unterstützt Ihre digitale Reputation am besten und verschafft Ihnen positive Aufmerksamkeit.

10. Online-PR/ Online-Marketing: Verschicken Sie Newsletter an Ihre wichtigsten journalistischen und Kundenkontakte; idealerweise bieten Sie zudem eigene RSS-Feeds an, so dass jeder Ihre Inhalte individuell nutzen kann. Darüber hinaus können Sie auch klassische PR-Portale wie OpenPR nutzen, um ihre Aktionen online anzukündigen. Auf diese Weise ist es möglich, negative Suchmaschinenergebnisse durch “relevante” Inhalte zu verdrängen. Löschen können sie Google-Ergebnisse nicht, aber dafür sorgen, dass gute Meldungen weiter oben platziert werden.

>> Karriere-Bibel: Reputation 2.0 –Dienste für einen besseren Ruf
>> Marcel Weiss: 5 Tipps für eine bessere Online-Reputation

Klaus Eck

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