Im Interview: Jon Christoph Berndt, Partner von myON-ID Media
4. März 2010 um 10:41 von Martina Doherr
Es ist zwar nicht Montag – dennoch möchten wir euch heute Jon Christoph Berndt mit einem Kurzinterview vorstellen. Mit seinem umfassenden Know-how in Sachen Markenberatung im “offline” Bereich rundet er mit Human Branding das B2C Angebot unserer “Reputation Factory” konsequent ab. Ab nächster Woche wird es jeden Donnerstag einen spannenden Beitrag von ihm in unserem Blog zu lesen geben.
Wir freuen uns sehr, den erfahrenen Markenexperte, Management-Trainer und Keynote-Speaker Jon Christoph Berndt®, Inhaber der brandamazing: Unternehmensberatung für Markenkommunikation in München, als starken Partner gewonnen zu haben. Wenn er nicht gerade Menschen zu einem perfekten Profil und damit zu einer abgerundeten Markenpersönlichkeit verhilft, ist er auch noch Politikwissenschaftler, Kommunikationswissenschaftler, Absolvent der Deutschen Journalistenschule München, Dozent an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing (BAW) sowie Mitglied des Vorstands der GSA German Speakers Association. Er ist Markenexperte bei n-tv und RTL sowie bei Zeitungen und Zeitschriften. Außerdem ist er Kolumnist in der Frauenzeitschrift Emotion Women at Work sowie Moderator der TV-Gesprächssendung „Leben!“ auf ARD EinsPlus. Sein Ratgeber „Die stärkste Marke sind Sie selbst! Schärfen Sie Ihr Profil mit Human Branding“ ist jüngst im Kösel-Verlag erschienen.
Wir haben Jon Christoph Berndt ein paar Fragen zu seiner Person, Produkten und der Partnerschaft mit myON-ID Media GmbH gestellt – hier seine Antworten.
Jon, stellen Sie sich doch einfach mal kurz vor…
JCB: Mein Steckenpferd ist die „Marke“: Das ist im Grunde überhaupt kein Buch mit sieben Siegeln, wie man bei dem kryptischen Wort erst einmal annehmen könnte. Meine Kollegen bei der brandamazing: Markenberatung und ich glauben an die Kraft der Marke, wenn es darum geht, sich besser zu behaupten. Und das hat heutzutage jedes starke Unternehmen nötig, das morgen auch noch stark sein will. Dafür braucht es, neben der eigenen profilierten Markenpersönlichkeit, ebenso starke Produktmarken. Vor allen Dingen hat das der Mensch nötig, wenn er wirklich wissen will, wer er ist und wofür er steht; und wenn er erfolgreich und zufrieden sein will. Human Branding, wie der Mensch zur ebenso starken Marke wird, ist deshalb unsere Erfindung und unsere Spezialdisziplin. Näher steht das auch in meinem jüngst Ratgeber.
Damit man sofort sieht und spürt, wofür der Berndt steht, habe ich mir meinen Namen beim deutschen Patent- und Markenamt als Marke eintragen lassen. Zum Zeichen dafür trage ich das „®“, es ist das unmissverständliche Symbol von mir und von Human Branding.
Sie sind Partner von myON-ID Media. Was bedeutet “Human Branding” genau, und wie passt das zum neuen Claim “The Reputation Factory”?
JCB: Mit Human Branding findet der Mensch heraus, was er alles dafür tun sollte (und, viel besser, was er alles einfach weglassen kann), um mehr zu erreichen. Mehr, und das ist mir bei Human Branding ganz besonders wichtig, bedeutet nicht nur mehr im Geldbeutel, sondern vor allem mehr Zufriedenheit und, auch das gibt es, mehr echte Glücksmomente. Stichwort Glück: Mein neues Buch, an dem ich zurzeit mit der Autorin Christine Koller arbeite, wird „50 Wege zum kleinen Glück“ heißen. Es macht auf launige Art die Glücksdimensionen des Alltags fassbar, die man ergreifen kann, wenn man sie begreift, und wird im August bei Westend erscheinen.
Die Grundlage für eine gute Reputation des Menschen ist Human Branding, der Anfang von allem. Dann kommen auf dieser Basis im „Offline-Leben“ die ganzen Erfolgsdisziplinen von Human Branding, die man aus der Fort- und Weiterbildungswelt kennt. Aber eben nicht alle oder viele irgendwie, sondern genau die, die die Human Brand zum Erblühen bringen, sie für uns alle lebbar und erlebbar machen und uns deshalb den Menschen profiliert wahrnehmen lassen. Und im „Online-Leben“ kommt das ebenso zielgerichtete Reputationsmanagement als ganz besondere essentielle Erfolgsdisziplin. Deshalb passt das wirklich ganz besonders gut zusammen.
Sind Sie im Internet aktiv und wenn ja, wie, wo und warum? Sehen Sie einen persönlichen Vorteil im Web 2.0?
JCB: Ich bin sehr aktiv im Internet, vor allem ausgewählt und nicht überall irgendwie dabei. Das ist wichtig, damit auch meine Marke profilscharf ist und bleibt. Da gibt es, logisch, mein Profil bei Xing. Außerdem gibt es ausgewählte Plattformen, die das Angebot an Vorträgen, Seminaren und Coaching markenadäquat kommunizieren. Dazu gehören zum Beispiel die Profile bei Brainguide und SemiGator.
Ich weiß aber auch, dass ich noch Defizite habe bei der wirklich adäquaten Präsentation, Vernetzung und Reputation im Internet. Deshalb setzt myON-ID Media gerade unseren Newsroom um. Da werden dann alle unsere Online-Aktivitäten gebündelt und vernetzt und vor allem auch zentral gesteuert. Dann füllen wir den ebenfalls etwas kryptischen Ausdruck „Web 2.0“ mit dem Sinn und dem Gehalt, den wir brauchen. Und wir werden entscheidend aktiver sein im Netz als sowieso schon. Aber mit Herz und Hirn und Hand und eben nicht mit der Streubüchse. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wer beim Web 2.0 nicht dabei ist, ist halt nicht dabei. Und das rächt sich.
Was bedeutet für Sie umfassendes Reputationsmanagement, und warum braucht man so etwas?
JCB: Wer selbst Schlaues und Substanzielles sagt über sich, über den wird weniger gemutmaßt, orakelt und dummes Zeug erzählt. Mit Reputationsmanagement sitze ich im Driver Seat, wie man so schön sagt, vorn im Führerhaus, und steuere meine Marke aktiv. Ich muss also nicht passiv zuschauen, wie ich ein Image bekomme, das sich irgendwie zusammenbraut, und, wenn es erst mal da ist, immer schwieriger zu korrigieren ist.
Heutzutage braucht man Reputationsmanagement zum Teilnehmen an der Gesellschaft und zum Kommunizieren wir vor 40 Jahren das Telefon. Da gibt es kein Vertun. Und weil es so wichtig ist, sollte man es denen anvertrauen, die es wirklich können. Weil jeder das machen sollte, was er am besten kann, und sonst am besten nichts.
Wir bedanken uns für das Interview und freuen uns auf viele spannende und interessante Beiträge von und mit Jon Christoph Berndt, aber natürlich auch über euer Feedback und Kommentare, Fragen oder Anregungen. Merke: Donnerstag – Human Branding-Tag!
Die Evolution der Datensicherheit im Netz
4. Februar 2010 um 9:05 von Mario Grobholz
Der gute Ruf ist im freien Raum des Worldwide-Webs tagtäglich möglichen Angriffen ausgesetzt. Wer unkontrolliert sensible Daten ins Netz stellt, muss vom Identitätsklau, über Mobbing-Attacken bis hin zu langwierigen Rufschädigungen mit allem rechnen. Selbst die beste Reputationsstrategie wird scheitern, wenn nicht im Vorfeld ihre Notwendigkeit erkannt und die Sensibiliät gegenüber meist eigens ins Netz gestellten Daten geschärft wird.
Datensicherheit hat im Web 2.0 nichts mehr mit Firewalls zu tun. Mit den Sozialen Medien hat eine neue Ära der Kommunikation Einzug gehalten. Das heißt zwangsläufig, dass Privatleute wie Unternehmen lernen müssen, sensibler mit ihren Daten im Netz umzugehen. Wo vielleicht gestern der einfache Download eines Virenschutzprogrammes ausreichte, ist heute eine viel komplexere Herausforderung entstanden. Das Internet, und damit die gesamte Kommunikation, befindet sich mitten in einem Prozess der Veränderung. Vergleichbar mit einer neuen Stufe der Evolution.
Erst gab es dafür Sicherheits-Software – Virenscanner und Firewalls. So hat man Privates auf dem PC vor Hackern und Viren geschützt. Dann wurden Communities wie Facebook oder Xing interessant, also hat man dort seine Privatsphäre Einstellungen angepasst. Aber durch kapilare Verlinkungen, die eigene Unbedachtheit und auch den kriminellen Ideenreichtum Dritter können aktive Internet-Nutzer ohne entsprechendes Reputationsmanagement nicht mehr bestimmen, was mit ihren Daten im öffentlichen Raum des Internets geschieht.
Hendrik Speck, Professor für Digitale Medien an der FH Kaiserslautern, geht mit seiner Prognose sogar noch einen Schritt weiter. In einem aktuellen Beitrag der Basler Zeitung fordert der Wissenschaftler klare gesetzliche Rahmenbedingungen für Onlineplattformen, für deren Nutzung ein völlig neues Datenschutzmodell benötigt würde. Es sei hochnotwendig, über eine neue Konzeption des Datenschutzes nachzudenken. Skeptisch wird Speck allerdings bei der Frage, ob die dafür erforderliche Medienkompetenz bei politischen und juristischen Entscheidungsträgern ausreicht: «Es besteht die Gefahr, dass die Systemträgheit wesentlich grösser ist als die Zeit, die wir für Entscheidungen haben, um die gesellschaft-technische Entwicklung nach den Grundsätzen einer demokratischen Gesellschaft zu gestalten.»
Es bleibt abzuwarten, wohin sich dieser Trend fortsetzen wird, ob Konsequenzen im Handeln jedes einzelnen entstehen und welche neuen Perspektiven damit gleichzeitig geschaffen werden. In jedem Fall sind wir alle aufgefordert, Aufklärungsarbeit zu leisten und gerade die jüngere Generation verantwortungsvoll an das Medium Internet heranzuführen. Interessiert beobachten wir, welche Entwicklung das Thema “Internet” auf den Lehrplänen der Schulen zukünftig einnehmen wird. Die Bayerischen Gymnasien gehen dort in ihrem Deutschunterricht mit guten Beispiel voran.
Screencast zum Monitoring
24. Februar 2009 um 10:30 von Katrin Wellenberg
Letzte Woche haben wir in unserem Blog einen Screencast zu den Funktionen von myON-ID vorgestellt und dabei angedeutet, dass es noch weitere Screencasts zu den Bedienungsfunktionen gibt.
Heute präsentieren wir Ihnen einen solchen Screencast zum Bereich Monitoring, um Ihnen die Benutzung zu vereinfachen und schmackhaft zu machen. Sehen Sie im Folgenden also ein Video zum Monitoringbereich auf myON-ID.
Dieser erste Schritt nach der Registrierung ist ausschlaggebend für das optimale Management ihrer Online Reputation. Das Monitoring ist die Grundlage, die den Ist Zustand anzeigt. Die wichtigen Treffer übernehmen Sie in ihr Profil und erschaffen damit den Soll Zustand Ihrer Online Reputation.
Das myON-ID Profil bildet das Zentrum ihrer Online Identität. Es ist also ratsam genau zu überlegen, welche Inhalte Sie hier präsentieren wollen.
Wenn Sie sich bei Treffern unschlüssig sind, lassen Sie diese lieber noch im Monitoring unberührt liegen. Sie können jederzeit zum Profil hinzugefügt werden. Inhalte, die sie aus dem Monitoring löschen, werden damit unwiderruflich entfernt.
Wir hoffen Ihnen mit unseren Screencast die ersten Schritte zu erleichtern und freuen uns über reichlich Feedback.
Social Networks- multimediale Kommunikation. Warum E-Mails allein längst nicht mehr ausreichen
11. Februar 2009 um 11:15 von Katrin Wellenberg
Soziale Netzwerke sind weltweit längst etabliert. Millionen von Nutzern sind auf den diversesten Communities registriert. Man kann sagen, es hat sich ein neuer Standard entwickelt. Wo es früher nur E-Mails gab, kommuniziert man heute über die umfangreichen Netzwerkfunktionen. Doch was macht den Reiz dieser Plattformen so groß?
Vermutlich ist es die multimediale Vernetzung mit der Außenwelt. Es wird nicht mehr nur über kurze E-Mail Zeilen kommuniziert, sondern über Bilder, Videos, Chats, Messages, Gruppenforen und Statusnotizen. Man kann sich erklären. Und ist das nicht ein Grundbedürfnis des Menschen? Gehört zu werden? Verstanden zu werden? Wichtig zu sein?
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Social Networks ist die Schutzhülle, die der User trägt und die er im realen Leben nicht um sich hat. Soziale Netzwerke haben etwas positives. Sie stärken die Kommunikation und die Interaktion. Nicht nur sind Menschen global vernetzt, sie sind dazu auch noch offener. Ihre Internet Identität gibt ihnen Freiheit und die Möglichkeit zur Selbstdefinition.
Viel einfacher ist es doch seine Meinung kundzutun, wenn man hinter seinem Bildschirm sitzt und mögliche Gegenmeinungen in Ruhe überdenken kann, bevor man zum gegebenen Zeitpunkt eine Antwort publiziert. Wir reden hier von einem Face-Saving Aspekt. Was in der direkten Sprache durch Höflichkeit erreicht wird, erreicht der Network-User durch Distanz. Die gegenseitige Achtung wird aufrecht erhalten.
Zudem werden soziale Netzwerke immer multifunktionaler. Hat nicht eben erst Facebook angekündigt seine Open Status API anzubieten, welche eserlaubt Facebook Statusnachrichten von über 150 Mio. Menschen über eine Schnittstelle anderen Diensten zur Verfügung zu stellen. Diese Statusnachrichten funktionieren ähnlich wie Nachrichten bei Twitter. Und überhaupt entwickelt sich der Trend ganz deutlich in Richtung Offenheit. Siehe hierzu unsere Beiträge zum Thema Open Web.
Die Internet Identität nimmt damit gleichwohl an Bedeutung zu. Ihr Stellenwert wächst und mit ihrauch der Kontroll–Bedarf. „Das Internet vergisst nichts” heißt es und getreu dem Motto sollte man auch seine zahlreichen Online Profile nicht aus dem Sinn verlieren. Es ist wichtig seine Vielzahl an Profilen regelmäßig ins Visier zu nehmen- sie zu pflegen.
Das heißt Monitoring, Monitoring, Monitoring- und im nächsten Schritt natürlich aktives verwalten und gestalten. Nur wer seine Profile und Webeinträge kennt und diese geschickt managt, gibt am Ende ein rundes Bild von sich ab.
Und wer präsentiert sich selbst nicht gerne professionell?
Digitaler Karriere-Back Bone: „Wie sich das Internet für die Karriere nutzen lässt“
19. November 2008 um 6:00 von Mario Grobholz
Wir freuen uns sehr, dass wir vor kurzem zum wiederholten Mal die Möglichkeit hatten, mit Frau Susanna Wieseneder ein Interview zum Thema Karriere- und Reputations-Management zu führen. Als Reputationsforscherin der ersten Stunde wies Susanna Wieseneder schon vor Jahren auf die wachsende Bedeutung des guten Rufs für die berufliche Weiterentwicklung hin.
In einem sehr interessanten Gespräch mit der Reputationsexpertin und Managementberaterin Susanna Wieseneder konnten wir einige neue Aspekte für das Karrieremanagement herausfiltern. Dieses Gespräch wollen wir Euch nicht vorenthalten und veröffentlichen es hier in zwei Teilen unter „Digitaler Karriere-Back Bone“.
Dies ist ein weiterer Artikel aus der Karrierereihe im myON-ID Blog, mit der wir einerseits interessante Einblicke in das Online Karrieremanagement geben und andererseits hilfreiche Tipps von Karriere-Experten an Euch weitergeben.
Frau Wieseneder, wie schätzen Sie die Bedeutung der digitalen Identiät im Internet für die persönliche Karriere heute und in den nächsten Jahren ein?
Die erste Diskussionswelle über Online-Reputation ist abgehandelt: In vielen Foren, Blogs, Publikationen und Diskussionen wurde die Bedeutung der persönlichen Präsenz im Internet hervorgehoben sowie Möglichkeiten der Nutzung und Auswirkungen auf die Karriere besprochen. Mögliche Fallen und Gefahren sind nach heutigem Ermessen bekannt. Gegenmaßnahmen um ein digitales Schutzschild zu entwickeln und Dienste, die diese Hilfe anbieten, sind geschaffen.
Folgende Botschaften sind daraus hervorgegangen, die heute als hinlänglich bekannt gelten: „Nutze das Web 2.0 für Deine eigene Marke“, wie auch: „Überlege Dir gut, welche Bilder und Botschaften Du anbietest“. Nicht bekannt ist aber, wie die unterschiedliche Nutzung dieser Handlungsimperative nach demografischen Gesichtspunkten aussieht.
Welchen Einfluss hat Ihrer Meinung dabei das Internet auf die Karriere eines Berufseinsteigers im Generationenvergleich? Welches Verhalten ist für welche Altersgruppe immanent?
Wenn es um Online Reputation geht, sind viele Karriereratschläge auf die Generationen X und Y bezogen, also auf die heutigen Studenten, Lehrlinge und jungen Berufstätigen. Aus Studien ist bekannt, dass 60% der Hypervernetzten unter 35 Jahre sind (Manager Magazin). Das sind jene zwei Generationen, die vermutlich seit ihrer ersten Lebensminute im Web präsent sind. Sie haben bereits unzählige digitale Fußspuren hinterlassen, vom Babyfoto über den Sportpokal bis zur Sponsion an der Uni, und so geht es weiter. Mit Freude stellte und stellt man alles, was geht, ins Netz – genug Material für andere, um ein kompaktes Bild einer Person aus der Generation X oder Y zu erhalten. Als 2. Phase folgt die aktive Vernetzung auf sozialen Plattformen wie StudiVZ und Facebook, das Engagement in diversen Foren, das Wohnung suchen und finden – oder Jobs suchen und finden. Diese Generationen bewegen sich mit großer Selbstverständlichkeit in dieser Onlinewelt, daher geht es bei ihnen beim Thema Online Reputation eher um die „Bremse“: Was darf ich alles ins Netz stellen? Wenn man mit einer vermeintlich allgegenwärtigen Privatsphäre und mit multiplen Identitäten aufwächst, ist es schwer, Grenzen zu ziehen. So entstehen die Fotos vom „Vorglühen“ vor der Party, oder der lustigen freizügigen Maturareise in die Türkei.
Welche Strategie sollten wir uns dann zukünftig zu eigen machen, um trotz dieser neuen Herausforderungen bei der Karriereplanung erfolgreich zu sein?
Um das Internet erfolgreich für sich zu nutzen – im Sinne eines Karriere-BackBones – muss einem 4-teiligen Prinzip gefolgt werden: Positionieren, Monitoring, Aktualisieren und Korrigieren.
Das bedeutet: Zuerst muss eine stabile Positionierung aufgebaut werden, mit Hilfe der Homepage und durch Verlinkung mit diversen Foren und sozialen Plattformen. Das darauf aufbauende regelmäßige Monitoring geht weit über Ego-Googeln hinaus, es bezieht auch Dienste wie technorati, blogwatch etc. mit ein. Durch Aktualisierung, das ist zum Beispiel das Offenlegen hilfreicher Erkenntnisse oder das Publizieren neuer Inhalte, steigert man die eigene Attraktivität im Netz. Die Korrektur ist seit Gründung von myON-ID und einiger anderer Dienste ein „Must“ in der digitalen Krisenwelt.
Wer muss sich denn heute um seine digitale Reputation Gedanken machen, wenn es um den beruflichen Erfolg geht?
All jene, die Mitte der 50er bis Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts geboren wurden. Diese an Zahl so große Generation hat die digitale Entwicklung ins Rollen gebracht. Die Generation der Baby-Boomer ist heute zum Teil in der Mid-Career Phase bzw. im Senior Level angekommen, sie nutzt in Karrierefragen das Internet primär als Informationsquelle und platziert sich bewusster. Lange waren die Homepage, das Aufscheinen durch Mitgliedschaften in Verbänden oder durch Medien-Coverage die einzigen Spuren, die man fand. Bei Bewerbungen zählte vor allem der persönliche Eindruck, und die Referenzen wurden telefonisch eingeholt und überprüft.
Geht die Generation der Baby Boomer anders mit dem „digitalen Ich“, also Ihrer Online-Identität, um als die Generation X oder Y?
Dieser Generation kommt zu Gute, dass in den Business-Foren und sozialen Netzwerken zunehmend die wahre Identität gefordert wird. Anonyme Accounts werden in Netzwerken nicht mehr geduldet. Das Agieren mit unterschiedlichen Identitäten, eine Selbstverständlichkeit für die „native digitals“ der Y-Generation oder Millennials, ist den Baby Boomern nicht unbekannt, dennoch fehlt ihnen der spielerische Zugang zu diesem Medium.
Welche Schlüsse ziehen Sie daraus und was raten Sie dem Jungmanager und dem, der bereits mitten im Berufsleben steht und auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken kann?
Baby Boomer verfügen zumeist über eine etablierte Karriere, die auch stark mit Unternehmen und mit medialer Öffentlichkeit verbunden ist. Damit sind sie sowohl mit Eigenaktivitäten im Netz als auch mit der Corporate Reputation des Unternehmens verbunden.
Der Schluss liegt nahe, dass mit Voranschreiten ihrer Karriere:
-
der Anteil der eigeninitiierten Aktivität im Internet durch verschiedene Formate zunimmt, um das mittels Corporate Reputation entstandene Bild zu ergänzen oder abzufedern
-
der Zutritt in die Foren nicht mehr anonym erfolgt
-
Selektiver Zugang und selektive Vernetzung im Laufe der Karriere relevant werden.
Auch die Baby Boomer werden immer mehr dem 4-teiligen Prinzip Positionieren, Monitoring, Aktualisieren und Korrigieren folgen, allerdings nicht in dem Ausmaß, wie es die Generation X oder Y tut.
Identitätsdiebstahl und Stalking 2.0
26. Juni 2008 um 6:00 von Mario Grobholz
Neben allen positiven Möglichkeiten, die das Web 2.0 und Social Media mit sich bringen, tun sich dadurch ebenso einige Schattenseiten auf. So fällt es Stalkern in Zeiten von allgegenwärtigen Personenprofilen wesentlich leichter, ihre Opfer online zu finden, sie auszuspionieren und zu belästigen. Wer viel bloggt, Status-updates auf Xing oder Twitter durchführt, auf Dopplr oder Qype seine Aufenthaltsorte mitteilt und sogar das Geo-Tagging liebt – so dass jeder weiß, wo Sie sich gerade aufhalten – sollte mit diesen unangenehmen Zeitgenossen rechnen.
Noch fieser wird es, wenn die Online-Kriminellen ihre Opfer nicht nur ausspähen, sogar ihrer digitalen Identität berauben. Unlängst ist ein solcher Fall von Identitätsdiebstahl auf StudiVz bekannt geworden. Der Täter legte ein gefälschtes Profil einer Magdeburger Studentin namens Melanie an und verbreitete in ihrem Namen Obszönitäten und gefälschte Nacktfotos. Nachdem die junge Frau von Freunden auf das Fakeprofil aufmerksam gemacht worden war, konnte sie dessen Löschung beim Social Network veranlassen, hatte aber nicht mit den negativen Stalker-Qualitäten des Täters gerechnet. Immer wieder stellte dieser seine Inhalte in ihrem Namen ins Netz. Die Daten stehen dem Kriminellen natürlich jederzeit zur Verfügung, weil diese auf seinem heimischen Computer liegen. “Melanie ist Opfer eines klassischen Stalkers geworden, der offensichtlich nicht nur einen Scherz machen, sondern ihr persönlich übel mitspielen will”, meint Rechtsanwalt Udo Vetter gegenüber n-tv.de.
Opfer des Online-Stalkings und Identitätsdiebstahls müssen mitunter große Reputationsschäden hinnehmen. Stoßen potentielle Arbeitgeber, Kunden oder Journalisten auf solche vermeindlich echten Profile, sind die Folgen immens. Im besten Falle werden Sie überhaup noch zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Es ist kein Geheimnis mehr, dass Personaler auf Grund von Network-Profilen Bewerber aussortieren. Besonders ärgerlich ist es jedoch, wenn sie nicht einmal etwas dafür können.
Übrigens zeigt ein aktueller Fall, dass selbst Unternehmen Opfer eines solchen Diebstahls werden können: Im Zuge interner Streitigkeiten zwischen der Belegschaft und der Unternehmensführung der Hamburger Morgenpost wurde ein Twitterchannel eröffnet, der scheinbar offiziellen MoPo-Charakter hatte. Nachdem genug Follower zu verzeichnen waren, wurde er dann jedoch dazu genutzt, um Aufmerksamkeit auf Artikel zu lenken, die kritisch über die Unternehmensleitung berichteten.
Wie also können Sie sich vor derartigem Missbrauch ihrer Identität schützen? Unternehmen werden deshalb nicht mhin kommen, Accounts auf Facebook, Twitter, Delicious, StudiVZ und weiteren Social-Web-Angeboten anzulegen.Wenngleich eine vollkommene Sicherheit niemals gewährleistet werden kann, gibt es doch einige hilfreiche Tipps, die vorbeugend helfen können oder im Fall eines Falles helfen, größeren Schaden zu vermeiden.
- Legen Sie für Ihre Marke ein eigenes Profil auf den wichtigsten Social Media-Diensten an und sammeln sie diese via MyonID. So stellen Sie sicher, dass sich zumindest alle ihre echten Daten von ihnen verifizieren und finden lassen. Sollte tatsächlich jemand auf den Gedanken kommen, ein zweites Profil von Ihnen anzulegen, so ist dieses zumindest nicht das Einzige, das von Suchenden gefunden werden kann. Außerdem fehlt ihm die offizielle Bestätigung.
- Bei einigen Diensten wie Twitter kann jeder Nutzername nur ein Mal verwendet werden. Sichern Sie sich also Ihren (Marken)Namen nicht nur als Domain-Adresse, sondern auch noch auf den Social-Media-Plattformen, bevor es jemand anderes tut. Selbst dann, wenn Sie nicht planen, den Dienst aktiv zu nutzen.
- Nutzen Sie die Datenfreigabeoptionen der Netzwerkdienste. Überlegen Sie stets, wer welche Ihrer Daten öffentlich einsehen darf und gehen Sie nicht zu freigiebig mit ihnen um. Damit erschweren Sie es potentiellen Stalkern, zu viel über Sie herauszufinden.
- Scannen Sie regelmäßig die wichtigsten Social Networks nach ihrem eigenen Namen. Besser Sie finden ein gefälschtes Profil, als Ihre Kontakte.
- Setzen Sie dazu ein einfaches Monitoring via Google Alert, Technorati und MyonID auf.
- Machen Sie sich stets bewusst, dass das Internet ein öffentlicher Raum ist. Seien Sie sich bewusst bei alledem, was Sie publizieren. Wirklich private Informationen machen Sie angreifbar. Deshalb sollten Sie diese besser für sich behalten.
Klaus Eck, PR Blogger
myON-ID auf dem „Deutschen Trendtag 2008“
9. Mai 2008 um 5:07 von Mario Grobholz
Gestern ging der „Deutsche Trendtag“ in Hamburg zu Ende, der bereits seit 13 Jahren alljährlich den wichtigsten sozioökomischen Trend herausgreift und analysieren lässt. Das Trendthema des Jahres 2008 ist – angesichts der anhaltenden medialen Resonanz keine große Überraschung – das Thema „Identitäts-Management“.
Unter Moderation des Tagesschau-Chefsprechers Jan Hofer beleuchteten renommierte Experten und Wissenschaftler die analoge und digitale Identität von verschiedenen Blickwinkeln, darunter auch Prof. Richard Florida (Autor u.a. des Bestsellers „The rise of the Creative Class“, weitere Infos), der Medienphilosoph Norbert Bolz oder Prof. Peter Wippermann, seit 1993 Professor für Kommunikationsdesign an der Folkwang Hochschule Essen und Gründer/Gesellschafter des „Trendbüros“.
Prof. Peter Wippermann präsentiert myonid.de
Im Mittelpunkt stand die Neuausrichtung der Begriffe „Identität“ und „Status“, die im Zeitalter des Social Networking und Web 2.0 grundlegend umdefiniert werden. Die Frage „Wer bin ich?“ wird ersetzt durch „Wer will ich sein?“. Mein Haus, mein Pferd, mein Auto -– das war gestern. Statt erworbener Statussymbole zählen heute und in Zukunft der zugeschriebene Status, die Anerkennung und der Applaus. Networking-Profile ersetzen persönliche Erfahrung. Soziale Beziehungen werden Programm.
Unser digitaler Schatten wird immer größer
30. April 2008 um 8:24 von Mario Grobholz
Mit jedem Mausklick, Einkauf und Anruf produzieren wir mehr oder weniger bewusst Datensätze, die Spuren hinterlassen. Allein diese (passiven) Nutzerdaten verbrauchen laut einer IDC-Studie doppelt so viel Speicherplatz wie Digitalfotos, E-Mails oder Texte, die wir jeden Tag auf unseren Festplatten hinterlegen.
Für Ihren persönlichen Bedarf an Speicher müssen Sie nicht selbst aktiv werden: Es reicht schon, dass Ihre Daten anfallen, wenn Sie eine Webseite besuchen, eine E-Mail abschicken, Ihr Handy oder Ihre Kreditkarte nutzen. All das hat digitale Folgen und muss irgendwo gespeichert werden.
Jeder Mensch hat laut dem IT-Unternehmen EMC allein im Jahr 2007 einen “digitalen Fußabdruck” von durchschnittlich 45 Gigabyte in der Infowelt hinterlassen. Mit einem solchen Datenvolumen dürften nur die wenigstens gerechnet haben. Selbst diejenigen, die sich vom Online-Leben fernhalten und darauf achten, dass es wenig bis gar nichts über sie im Netz gibt, hinterlassen passive Spuren im Informationsuniversum.
Wie groß ist eigentlich Ihr persönlicher digitaler Schatten? Wie viele Bytes an Daten erzeugen Sie eigentlich jeden Tag? Erste Antworten liefert EMC mit einem Digital Footprint Calculator, den jeder auf seinen Rechner laden kann: Übrigens produziere ich demnach jeden Tag einen Datendurchsatz von 3.860 Megabytes.
Klaus Eck, PR Blogger
Ihr Social Media Profile: Wer bin ich online?
14. März 2008 um 6:00 von Mario Grobholz
Der erste Eindruck zählt – auch online: Haben Sie sich schon einmal Gedanken über Ihre digitale Identität gemacht, vielleicht sich selbst via Ego-Googeln entdeckt? Geben Sie dazu einfach Ihren Namen in die Suchmaschine ein. Sie werden sich über das Elefantengedächtnis des Googleversums wundern.
Stellen Sie sich einfach einmal die Wirkung vor, wenn man diese digitalen Momentanaufnahmen von ihnen gleich direkt an Ihre Wohnungstür heften würde, so dass jeder sofort alles über Sie erfahren kann. In vielen Mietshäusern gibt es nicht einmal mehr Namensschilder an der Tür, so dass es schwer fällt, dem Briefträger den Weg zum Nachbarn zu weisen. Und jetzt das: eine digitale Transparenz, die alles offenbar werden lässt. Dem Zufall sollten sie so etwas wirklich nicht überlassen.
Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Diensten, Netzwerken, Communities und sonstigen Webseiten, bei denen Sie ein Profil von sich hinterlegen können. Vor lauter Anmeldungen und Registrierungsdaten ist es mittlerweile schwer, den Überblick zu behalten. Dennoch sollten Sie niemals vergessen: Alle Socia Media Profile sind letztlich “Satelliten” oder “Außenposten” Ihrer Identität im digitalen Raum und zahlen allesamt auf Ihre Reputation ein. Positiv wie negativ.
Nutzen Sie also die Möglichkeiten, die Ihnen Facebook, Flickr, Twitter, MyON-ID und andere Services bieten – aber tun Sie es bewusst. Wenn Sie sich erst einmal im Klaren darüber sind, wie sich das Bild, das andere von Ihnen haben dank Ihrer Profile zusammensetzt, können Sie gezielt Einfluss auf ihre Fremdwahrnehmung ausüben. MyON-ID bietet Ihnen hierzu beispielsweise die Möglichkeit Ihre sämtlichen existierenden Fundstellem im Netz zu sammeln und diese durch Ihre eigenen Kommentare zu personalisieren. Mit Ihren Kontakten bauen Sie sich bei myON-ID zudem Ihr eigenes Reputations-Netzwerk auf. Überlassen Sie es also nicht dem Zufall was über Sie gefunden wird und wie Ihr Online Image für Dritte aussieht.
Hinterlegen Sie überall die wichtigsten Informationen über sich oder Ihr Unternehmen, achten Sie dabei allerdings auf die Zielgruppe, die Sie bei dem jeweiligen Dienst erreichen können und wollen. Sorgen Sie außerdem für eine Vernetzung der Inhalte, wo sich dies anbietet. Warum nicht Ihren Blog in Ihr Facebook-Profil einbauen oder Ihre Twitter-Feeds auf Ihrem Blog und in dem Social Network Facebook anzeigen lassen? Denken Sie vernetzt und behalten Sie immer im Auge, wie Ihre Online-Aktivitäten von Außenstehenden wahrgenommen werden!
Wenn es Ihnen gelingt, die bestehenden Möglichkeiten effektiv zu nutzen, schärfen Sie automatisch Ihr Profil im Netz. Gebündelt stellen besagte Dienste damit eine ideale Möglichkeit dar, ihr Image zu steuern. Zudem werden Sie wesentlich zugänglicher und schaffen letztlich eines: Glaubwürdigkeit.
PR Magazin: Löschen ist keine Option
25. Februar 2008 um 6:00 von Mario Grobholz

Das PR Magazin steht seit über 30 Jahren für eine Berichterstattung, die unabhängig von Verbandsinteressen ist. In der aktuellen Ausgabe berichtet das PR Fachmagazin über myON-ID und Reputationsmangement im Internet und kommt zu dem Schluss: Löschen ist keine Option!
Dem können wir uns bei myON-ID nur anschliessen, denn letzendlich fehlt hierzu meist die rechtliche Grundlage und zum anderen würde man hier gegen Windmühlen kämpfen.
Sicherlich sind den meisten hier noch die gescheiterten “Reputationsversuche” der Siemens Kommunikationsabteilung in Erinnerung, als diese das Online-Image Ihres damaligen Chefs Kleinfeld Wikipedia pimpen wollte. Es hat nicht lange gedauert bis das aufflog und sich ins genaue Gegenteil umgeschlagen hat. Den “Kampf gegen Windmühlen” konnten die eifrigen Siemens Mitarbeiter nicht gewinnen. So oder so ähnlich wird sich die Öffentlichkeit auch bei andern Reputationsversuchen verhalten, wenn versicht wird Fakten zu verwischen, zu schönen oder gar verschwinden zu lassen.
Lesen Sie den ganzen Beitrag im PR Magazin.
Monatlich werden im PR Magazin auf ca. 70 Seiten Informationen und Relevantes aus Theorie und Praxis der Kommunikationsbranche präsentiert: Porträts von Kommunikationsabteilungen, PR-Agenturen und Redaktionen, Nachrichten und Hintergrundberichte aus Unternehmen und Agenturen, Informationen zur Finanzkommunikation, Neues aus der internationalen Szene und Forschungsergebnisse aus der Wissenschaft. Berichte zu Vereinen, Verbänden, Politik, Kultur, Sport, Gesellschaft und Medien sowie ein branchenspezifischer Stellenmarkt runden das Angebot ab. Ein Muss für jeden Kommunikationschef, PR- oder IR-Berater, Kommunikationswissenschaftler und Redakteur.









