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Digitale Fußspuren: Interview mit Reputationsforscherin Susanna Wieseneder (Teil 1)

17. September 2007 um 7:00 von Mario Grobholz

Als Reputationsforscherin der ersten Stunde wies Susanna Wieseneder schon vor Jahren auf die wachsende Bedeutung des guten Rufs für die berufliche Weiterentwicklung hin. Im vergangenen Herbst ist ihr erstes Buch dazu erschienen, das vor allem in Wirtschaftskreisen reüssiert hat. Ich habe Susanna Wieseneder gefragt, welche Bedeutung sie den „Fußspuren“ beimisst, die wir kontinuierlich im Internet hinterlassen.

Wir freuen uns sehr, dass wir vor kurzem die Möglichkeit hatten mit Frau Susanna Wieseneder dieses Interview zum Thema Reputationsmanagement zu führen. Wir von myON-ID werden auch zukünftig das Thema fachlich begleiten, um weitere Aufklärungsarbeit zu leisten und hierzu in unserem Blog weitere Experten zu Wort kommen lassen.

Mario Grobholz: Wird das Online-Reputationsmanagement zunehmend wichtiger?

Susanna Wieseneder: Das Thema ist im Kommen, ohne jeden Zweifel. Allerdings erst in der jüngsten Zeit. Bis vor wenigen Jahren galt der gute oder schlechte Ruf fast schon als Natur gegeben. Lediglich im Geschäftsleben machten sich mehr und mehr Unternehmen daran, die Bestimmungsfaktoren ihrer Reputation zu ergründen und dann in ihrem Sinn zu steuern. Sie tun dies in dem Bewusstsein, dass es gerade die weichen Faktoren sind, die den Ausschlag dafür geben, ob Kontakte zustande kommen oder nicht. Diese Erkenntnis setzt sich nun auch bei Einzelpersonen immer stärker durch.

Mario Grobholz: Beschleunigt das Internet diese Entwicklung?

Susanna Wieseneder: Im Internet sehe ich einen wesentlichen Katalysator. Denn je virtueller sich Kontakte anbahnen, desto größer wird bei den meisten Menschen der Wunsch, bereits im Vorfeld etwas über ihr Gegenüber herauszufinden. Kaum jemand will es noch dem Zufall überlassen, mit wem er sich trifft oder mit wem er es zu tun hat. Um ungewünschte Überraschungen zu vermeiden, will man im Vorfeld soweit wie möglich prüfen, ob ein potenzieller Kontakt passt. Das gilt für alle Marktplätze gleichermaßen, also für den Arbeits-, Personal-, Meinungs-, und Persönlichkeitsmarkt genauso wie nicht zuletzt auch für den Partnermarkt.

Mario Grobholz: Die Nachfrage nach Informationen zur Reputation wächst somit rasch. Auch und gerade durch das Internet. Sehen Sie beim Angebot eine vergleichbare Entwicklung?

Susanna Wieseneder: Extrovertierten Menschen eröffnet das Internet beinahe täglich neue Möglichkeiten, um digitale Fußspuren zu hinterlassen. Mitunter ist es schon erstaunlich, mit welcher Bedenkenlosigkeit viele User die Angebote nutzen und selbst persönlichste Informationen preisgeben. Wer recherchieren will, erhält auf diese Weise einen immer reichhaltigeren Fundus an prall gefüllten Quellen.

Mario Grobholz: Wie verbreitet sind persönliche Recherchen in der Wirtschaftswelt?

Susanna Wieseneder: Wir können sicherlich von einer erheblichen Verbreitung ausgehen. Allerdings sind belastbare Zahlen derzeit noch Mangelware. Immerhin liegt eine sehr interessante Studie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater vor. Ende 2006 fragte der BDU über 300 Personalberater danach, ob bereits Informationen aus Blogs oder Netzwerken in die Beurteilung von Bewerbern eingeflossen seien. 28 Prozent der Befragten gaben dabei an, das Internet systematisch zu nutzen, um Lebensläufe zu recherchieren. Gut jeder vierte Befragte bestätigte, ausgewählte Bewerbungen aufgrund der dabei gefundenen Informationen nicht mehr weiter berücksichtigt zu haben.

Lesen Sie übermorgen die Fortsetzung des Interviews, Thema „Die Brille des Personalchefs“.

Mag. Susanna Wieseneder

Nach dem Studium in Wien und New York war Susanna Wieseneder 18 Jahre in der PR-und Kommunikationsbranche tätig. Zuletzt leitete sie 5 Jahre die Corporate Communications der Österreichischen Post AG. Seit 4 Jahren berät und coacht sie mit Ihrem Unternehmen Personal Counseling UnternehmerInnen und ManagerInnen aus deutschsprachigen Führungsetagen.

office@wieseneder.at – http://www.wieseneder.at

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Presseclipping: Der gläserne Bewerber, Teil 1

15. September 2007 um 5:00 von Mario Grobholz

Focus Campus, 15. September 2007

Focus Campus

Nackt zur Bewerbung – Er durchschaut Dich

Wundere Dich nicht, wenn Dich der Personalchef merkwürdig anschaut: immer mehr junge Menschen machen sich freiwillig zum gläsernen Bewerber – aus Naivität oder aus Voyeurismus in Zeiten des Internets. Das Web vergisst nichts: Auch Jahre später liegt Deine elektronische Akte auf irgendeinem Rechner. [...]

Teil 1 von 2

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Focus Campus Artikel


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Googlability vs. Spiderphobie

13. September 2007 um 4:40 von Mario Grobholz

Bravo, Facebook! Die Öffnung der Teilnehmer-Profile gegenüber Suchmaschinen war längst überfällig. Denn welches Potenzial verschenkt eine Community, in der Nicht-Mitgliedern die Suche nach Personen beispielsweise per Google verwehrt wird!

Der positive Schritt nützt aber nur dann, wenn auch viele Mitglieder von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Torsten beschrieb schon vor einiger Zeit in seinem Blog die beispielsweise bei Xing anzutreffenden Abschottungstendenzen, begründet mit einer diffusen „Angst vor Google” und anderen Suchmaschinen-Spidern.

Dabei sollte es doch – insbesondere, wenn man seine Community auch für das Knüpfen professioneller Kontakte nutzen möchte – genau umgekehrt sein: Personalverantwortliche und Headhunter runden ihre Personalsuche heute immer auch durch Internet-Recherche ab. Und wer es ihnen besonders einfach machen möchte, sorgt dafür, dass möglichst viel Gutes zur eigenen Person auch gefunden wird – die weniger guten Inhalte kommen wie bei Xing oder myON-ID auch bei Facebook in den geschlossenen Bereich.

Der Begriff für dieses „Im-Internet-gefunden-werden” ist auch bereits geprägt: Googlability bezeichnet die “digitale Reputation” einer Person, ablesbar an den Fundstellen im Netz, die Google prominent verlinkt. Ich denke, als Buzzword der Personaler und Headhunter wird „positive Googlability” der „sozialen Intelligenz” sehr bald den Rang als innovative „Job Skill” ablaufen.

Ganz aktuell beschreibt das Focus Campus Magazin diese Situation in Ihrem heute erschienenen Artikel “Nackt zur Bewerbung”. Hier wird beschrieben vor welcher Herausforderung sowohl Personaler, als auch Bewerber durch die zunehmende Transparenz gestellt werden. Nachzulesen hier.

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Presseclipping: Vertrauen, Reputation und der gute Ruf werden Bestandteil der digitalen Wertschöpfung

7. September 2007 um 10:00 von Mario Grobholz

Focus Media Line, 7. September 2007

Die “Ökonomie der Aufmerksamkeit” ist ein Wirtschaftfaktor in unserer Gesellschaft. Das gilt für Themen (agenda-setting), ebenso wie für Unternehmen und Personen. Das Internet und die Optionen der Web.2.0-Technologie demokratisierten und stilisierten dieses menschliche Bedürfnis sich selbst zu inszinieren. Du kannst morgen berühmt sein. [...]

Lesen Sie hier den ganzen Artikel

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