Das schreibt die Presse im Dezember über myON-ID
8. Januar 2010 um 9:05 von Martina Doherr
Auch im Dezember 2009 gab es wieder viel zu berichten: myON-ID und der smarte Monitoring-Dienst Ruflotse sorgten mit redaktionellen Beiträgen für interessanten Gesprächsstoff. Hier einige der Veröffentlichungen, über die wir uns sehr gefreut haben. An dieser Stelle auch nochmal ein Dankeschön an alle, die auch im neuen Jahr mit uns und über uns bloggen – und unsere Arbeit im Bereich der Reputation damit bestätigen.
myON-ID ist mit seinem Engagement, mehr Aufklärungsarbeit im Bereich Reputation zu leisten, in aller Munde, on- wie offline. On top durften wir uns über die Auszeichnung von netzwertig.com freuen, die uns zu einem der besten deutschen Startups im deutschsprachigen Raum 2009 gewählt haben. Gekürt wurden 10 Startups, die in 2009 hervorragende Arbeit geleistet und damit die Grundlage für zukünftige Erfolge gelegt haben.

“Im Februar brachte das Münchner Startup myON-ID die überarbeitete Version seines Tools für Reputationsmanagement online und hinterließ damit einen positiven Eindruck. myON-ID basiert auf einem Freemium-Modell und kombiniert Lifestreaming-Funktionen mit Social Networking und Mini-Blogging aka Posterous und Tumblr. Das Münchner Unternehmen hat in meinen Augen eine sehr lobenswerte Einstellung zu Innovationen und den Dienst dementsprechend kontinuierlich erweitert. Im November startete myOn-ID zudem einen kostenpflichtigen Monitoring-Dienst unter der eigenen Marke Ruflotse.”
Besten Dank an den Autor Martin Weigert.
Die Blogs ceterumcenseo.net und trendlupe.de schrieben im Dezember z. B. Folgendes zu den Themen Ego-SEO und Monitoring:
“…So kontrovers und kritisch man Anbieter wie beispielsweise myON-ID sehen kann, weil sie letztlich persönliche Daten noch einfach im Web zugänglich machen – sie haben auch einen großen Vorteil: Die Seiten dieser Anbieter sind hervorragend Suchmaschinen-optimiert und ranken bei der Suche nach Personennamen in der Regel sehr weit vorne. Ein kostenloser Eintrag bei diesen Diensten sicher also oft weitere Plätze unter den Top 10 der Suchergebnisse. Der Aufwand ist sehr gering, der Nutzen aber enorm!”
“…Fakt ist, dass das kostengünstige Angebot von Ruflotse im Zeitalter des Datenmissbrauchs mit Sicherheit sein Geld wert ist. Wem also der sichere Umgang mit seinem Namen im Internet wichtig ist registriert sich jetzt bei Ruflotse und wählt aus einer der drei kostengünstigen Produktvarianten seinen Favoriten aus. Egal ob als Privat- oder Geschäftskunde, der persönliche Suchagent wird das gesamte Internet rund um die Uhr durchleuchten und Auskunft über den aktuellen Ruf im Internet geben.”
Wir freuen uns natürlich auch auf viele weitere Gespräche und Berichte in den nächsten Tagen und Wochen, denn auch im neuen Jahr geht es mit großem Engagement (und einigen Überrschungen!) weiter! To be continued…
Das schrieb die Presse über myON-ID im November
Karriere Spezial – „Sich bewerben“ heißt vor allem: Mach Werbung in eigener Sache!
19. Oktober 2009 um 9:56 von Anya Rutsche
Zum Auftakt unseres Karrierespecials baten wir die Buchautorin und Verhaltensregel-Expertin Lydia Morawietz um einen Beitrag. Durch jahrelange Erfahrung als Seminarleiterin für Manager, Führungsteams aber auch Schüler und Studenten, weiß sie worauf es bei einer Bewerbung ankommt.
Ein Gastbeitrag von Lydia Morawietz, Beraterin für Stil und Etikette

Der wichtigste Punkt beim Verfassen einer Bewerbung ist die Authentizität. Die Bewerbung sollte sowohl zu deiner Person als auch zu dem Unternehmen passen, bei dem du dich bewirbst. So wird eine Mappe für eine Bank anders aussehen als eine Bewerbung bei einer Werbeagentur. Neben der Orientierung an den Standards ist immer auch deine Kreativität gefragt. Wichtig: Eine gute Bewerbung sollte nicht nur inhaltlich und gestalterisch gut aufbereitet, sondern auch sorgfältig vorbereitet sein. Ziellos Bewerbungen zu schreiben, um das Gewissen zu beruhigen, ist nicht nur Verschwendung von Material und Zeit, sondern wirkt sich auch negativ auf deine Motivation aus. Je zielgerichteter eine Bewerbung ist, desto erfolgreicher wird sie sein. Werde dir daher im Vorfeld darüber klar, welche Stellen – und auch welche Arbeitgeber – für dich interessant sind.
Versuche zunächst, dir selbst – oder einem Gesprächspartner – zunächst folgende Fragen zu beantworten:
‐ In welchen Branchen kann ich mir vorstellen, künftig zu arbeiten?
‐ Habe ich die nötige Qualifikation dafür?
‐ Entsprechen meine Fähigkeiten dem Anforderungsprofil?
‐ Welche Bereiche und Aufgabengebiete reizen mich?
‐ Wo liegen meine Interessen?
‐ Welche Aufgaben möchte ich übernehmen?
‐ Will ich Verantwortung übernehmen?
‐ Wie stelle ich mir meinen künftigen Arbeitgeber vor?
‐ Wie sollte mein Arbeitsplatz gestaltet sein?
‐ Wie viel Geld will ich verdienen?
Wenn du dir darüber klar geworden bist, hast du schon wertvolle Vorarbeit für deine Bewerbungen geleistet, denn du wirst dadurch viel einfacher die richtigen Stellenanzeigen und damit das für dich passende Unternehmen finden. Denn bedenke immer: Der Job muss zu DIR passen, zu deinen Qualifikationen und deinem Leistungsprofil, du solltest natürlich nicht unterfordert, aber auch nicht zu stark überfordert sein.
Versuche Klarheit zu gewinnen über deine Stärken und Schwächen, deine Fähigkeiten und Kenntnisse. Aber vermeide bitte eine Aufzählung deiner Soft Skills in den Bewerbungsunterlagen – mit stichhaltigen Argumenten wirst du jeden Personaler eher überzeugen!
Wenn du diese Punkte beachtest, wird es dir sicherlich gelingen, eine aussagekräftige Bewerbungsmappe ausarbeiten.
Und noch ein Tipp zum Schluss
Versuch dich durch eine „etwas andere Bewerbung“ von der Masse abzuheben – denn wie gesagt, eine Be-Werbung ist Werbung in eigener Sache!
myON-ID auf dem „Deutschen Trendtag 2008“
9. Mai 2008 um 5:07 von Mario Grobholz
Gestern ging der „Deutsche Trendtag“ in Hamburg zu Ende, der bereits seit 13 Jahren alljährlich den wichtigsten sozioökomischen Trend herausgreift und analysieren lässt. Das Trendthema des Jahres 2008 ist – angesichts der anhaltenden medialen Resonanz keine große Überraschung – das Thema „Identitäts-Management“.
Unter Moderation des Tagesschau-Chefsprechers Jan Hofer beleuchteten renommierte Experten und Wissenschaftler die analoge und digitale Identität von verschiedenen Blickwinkeln, darunter auch Prof. Richard Florida (Autor u.a. des Bestsellers „The rise of the Creative Class“, weitere Infos), der Medienphilosoph Norbert Bolz oder Prof. Peter Wippermann, seit 1993 Professor für Kommunikationsdesign an der Folkwang Hochschule Essen und Gründer/Gesellschafter des „Trendbüros“.
Prof. Peter Wippermann präsentiert myonid.de
Im Mittelpunkt stand die Neuausrichtung der Begriffe „Identität“ und „Status“, die im Zeitalter des Social Networking und Web 2.0 grundlegend umdefiniert werden. Die Frage „Wer bin ich?“ wird ersetzt durch „Wer will ich sein?“. Mein Haus, mein Pferd, mein Auto -– das war gestern. Statt erworbener Statussymbole zählen heute und in Zukunft der zugeschriebene Status, die Anerkennung und der Applaus. Networking-Profile ersetzen persönliche Erfahrung. Soziale Beziehungen werden Programm.
Diese Nachricht zerstört sich in 1 Minute selbst: Ablaufdatum für Internetseiten
17. Dezember 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

Sie war schon ein echter Hingucker, diese Meldung: “Ablaufdatum für Internetseiten gefordert”, die vor einigen Tagen durch den deutschen Blätterwald rauschte (beispielsweise hier oder hier oder hier), unter anderem befeuert von einer Meldung des Nachrichtendienstes epd.
Mit diesem Ablaufdatum sollten Bürger vor negativen Folgen geschützt werden, wenn sie im Internet private Daten preisgeben, die noch nach vielen Jahren auf sie zurückfallen könnten. Das Internet vergesse nichts – zitiert epd den Medienrechtler Viktor Mayer-Schönberger, Professor an der US-amerikanischen Harvard-Universität.
Dass die epd-Meldung eine gewisse Aufmerksamkeit erreichte, hat vermutlich mit der schon seit Monaten anhaltenden Berichterstattung rund um das Thema “persönliche Daten im Netz” zu tun. Dass sie zum echten Hingucker “mit Schmunzelfaktor” wurde, liegt jedoch sicherlich an dem Vorschlag eines Ablaufdatums für jede Internetseite… So plausibel der Vorschlag klingt, wirft er doch mehr Fragen auf, als er Probleme löst. Bedeutet dies, dass Internetseiten künftig grundsätzlich mit einem Standard-Haltbarkeitsdatum versehen werden? Wie wird das integriert? Mayer-Schönberger wird dazu im Mai in der Süddeutschen Zeitung zitiert:
“Alle Geräte und Programme”, “die Hersteller” – es geht Mayer-Schönfelder um nicht mehr und nicht weniger, als “dem Internet” eine zusätzliche Dimension zu verleihen, ihm das “Vergessen” beizubringen. Ein Projekt mit gigantischen Dimensionen. Manch einer (zum Beispiel Hans) fragt sich da, ob das technisch umgesetzt werden kann.
Nehmen wir aber nun mal an, das klappt technisch alles reibungslos. Dann müsste man doch befürchten, dass unzählige wertvolle Informationen einfach aus dem Netz verschwinden, nur weil die User vergessen haben, sie zu verlängern. Die einzige Möglichkeit dies zu verhindern, wäre, dass alle Verfasser der Milliarden Google-Seiten zuvor gefragt werden, ob sie verlängern wollen. Gefragt von – ja von wem eigentlich? Aber angenommen, auch dies funktioniert und jede der Milliarden Webseiten weltweit würde ihren Verfasser künftig regelmäßig ansprechen und um Aktualisierung bitten… Stellen Sie sich einfach vor, jedes von Ihnen produzierte File auf Ihrem Desktop-Rechner würde nach jeweils definierten Zeiträumen um Verlängerung bitten. Man käme aus dem Klicken nicht mehr heraus…
Auch Mayer-Schönberger ist von seiner ursprünglichen Einschätzung („…Technisch wäre das kein Problem. In alle modernen Betriebssysteme lassen sich heute Metainformationen einspeisen.“) mittlerweile abgerückt und betrachtet die Idee inzwischen auf der philosophischen Ebene:
Was aus meiner Sicht wieder zu kurz greift. Denn das „Ins-Bewusstsein-Rufen“ allein reicht nicht aus – der Verbraucher muss doch auch wissen, was er gegen unliebsame Hinterlassenschaften im Web tun kann. In dem Zusammenhang auch an dieser Stelle noch einmal der Verweis auf die von Jochen Mai und seinem Kollegen Sebastian Matthes veröffentlichte wohl umfassendste Zusammenstellung von Reputations-Management-Angeboten, darunter auch das Angebot von myON-ID.
Von Nord nach Süd und von Ost nach West: myON-ID in aller Munde
16. November 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

In zahlreichen Artikeln wurde über unser noch junges Start-Up in den regionalen Zeitungsausgaben in den letzten Tagen berichtet. Zusammengenommen waren alleine das knapp 1,6 Millionen Leser!
„Die Abstände, in denen ich mich wundern und zwicken muss, werden immer kürzer!“ Mario Grobholz bringt es auf den Punkt: Die zahlreichen Veröffentlichungen zu myON-ID in den großen Magazinen und Zeitungen und sogar im Fernsehen haben alle unsere Erwartungen übertroffen! Umso mehr freut uns, dass wir über eine Vielzahl von kleineren Tageszeitungen auch in den Regionen Deutschlands bekannt geworden sind!
Ob Badisches Tagblatt, Lausitzer Rundschau oder Hessische Allgemeine, ob Mannheimer Morgen oder Nürnberger Zeitung, vom Darmstädter Echo über die Rhein-Zeitung und Mainpost bis zur Neuen Osnabrücker Zeitung: 17 kleinere und größere regionale Tageszeitungen haben in den vergangenen Wochen über die „Heimliche Lust des Ausgoogelns“, „Sich selbst ins rechte Licht rücken“ oder „Web-Identität optimieren“ berichtet und dabei immer auf myonid.de hingewiesen.
Wir bedanken uns bei den Redaktionen für die spannende Berichterstattung – und wünschen den zusammengenommen knapp 1,6 Millionen Lesern der Artikel viel Erfolg und natürlich auch viel Spaß bei der Pflege ihres Online-Images auf www.myonid.de.





Jobverlust durch Blogging
19. Oktober 2007 um 9:00 von Mario Grobholz
Wer sich in die Öffentlichkeit begibt, sollte sie also solche verstehen. Deshalb wird jede digitalisierte Information von und über Sie gefunden. Private Nachrichten gibt es in digitaler Form nicht wirklich. Schließlich findet so manche privat verfasste ihren Weg in die Netzöffentlichkeit und hat ungeahnte Folgen.
Jochen Mai stellt in seinem Karriereblog ein aktuelles Beispiel für den Jobverlust durchs Bloggen vor. Jessica Zenner alias Jessica Carr, eine 23-jährige Nintendo-Mitarbeiterin, nahm beim privaten Bloggen zuwenig Rücksichten auf ihre Kollegen und beleidigte diese anonym durch einzelne Beiträge. Auch wenn sie diese und ihr Unternehmen Nintendo nicht namentlich genannt hatte, ging die Kritik und Verleumdung den Verantwortlichen anscheinend zu weit. Der Personalchef Nintendos wurde auf ihr Blog Inexcusable Behavior aufmerksam und zog deshalb am 31. August 2007 die Konsequenzen, indem er der Bloggerin ihre Entlassung mitteilte. Darauf war Zenner nicht gefasst. Sie hatte in aller Naivität angenommen, dass niemand ihr Blog wahrnimmt bzw. dass es keinerlei Relevanz für Nintendo habe.
Schon im Falle von Ellen Simonetti, der “Königin der Lüfte“, zeigte sich, wie wenig Anonymität vor dem Jobverlust hilft. Die Delta-Airlines-Stewardess berichtete bis 2004 anonym aus ihrem Leben und schmückte ihre Beiträge gerne mit Fotos von ihrem Arbeitsplatz bei Delta Airlines. Einmal ließ sie sich in ihrer Stewardessen-Uniform etwas freizügiger auf einer Sitzreihe thronend ablichten, was jedoch ihrem Arbeitgeber gar nicht gefiel. Denn anhand ihrer Uniform war eindeutig zu erkennen, für wen sie in Wirklichkeit arbeitete. Und so erhielt Simonetti kurz nach der Blog-Veröffentlichung der Fotos die fristlose Kündigung von Delta Airlines. Es genügte den Managern der Fluggesellschaft nicht, dass das “Tagebuch einer Stewardess” einen fiktionalen Charakter hatte und alle Orts- und Firmenangaben frei erfunden waren. Ihnen gingen die detailreichen Beschreibungen des Arbeitsalltags einer Stewardess schlicht zu weit.Doch die Flugangestellte war sich keiner Schuld bewusst. Es gab zu diesem Zeitpunkt keine Firmenrichtlinie oder Blog Policy, die das Führen eines solchen Blogs untersagt hätte, und sie erhielt deswegen auch nie eine Abmahnung. Deshalb fühlte sie sich ungerecht behandelt: “Wenn ich gewusst hätte, dass mich das meinen Job kostet, hätte ich es nicht gemacht. Und wenn sie mich gebeten hätten, das Blog abzuschalten, wäre ich dem natürlich nachgekommen. Aber diese Möglichkeit hat man mir nie gegeben. Es ist unfair, wegen einer nicht existierenden Blog-Policy gefeuert zu werden.”
Wenn Sie selbst anonym bloggen, sollten Sie deshalb ganz genau darüber nachdenken, welche Konsequenz das für ihre Karriere im Berufsleben haben könnte. Auch in diesem Falle zeigt sich deutlich, dass viele Mitarbeiter gar nicht ahnen, welche beruflichen Konsequenzen ihr digitales Dasein haben kann.
Kennen Sie vielleicht einige deutsche Beispiele für den Jobverlust durch das Bloggen?
>> The Stranger: Nintendo Contractor Fired for Blog
>> Fired Nintendo Blogger Speaks Her Mind – An Interview with Jessica Zenner
>> PR Blogger: Dell’s Online Communication Policy
>> Die Karriere-Bibel: Game over – Blogs als Karrierekiller
Klaus Eck
Angst vor der negativen Macht der Blogger
27. September 2007 um 11:30 von Mario Grobholz
Als ich eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand ich mich in meinem Bett zu einem ungeheuren Troll verwandelt, heißt es beinahe sinngemäß bei Franz Kafka in der “Verwandlung” von 1915. Jedenfalls schlug man sich schon damals mit Ungeziefer und Wahrnehmungsproblemen herum. Die sozialen Mechanismen der zwischenmenschlichen Kommunikation machen vor dem digitalen Raum keinen Halt.
Es ist zutiefst menschlich in Kategorien zu denken und Vor-Urteile zu pflegen; denn jeder Mensch versucht Ordnung in sein persönliches Schubladensystem zu bringen, um ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität aufrecht zu erhalten. Stereotypisierungen sind in der Regel sozial unerwünscht, erleichtern aber die generelle Orientierung. Schon beim ersten Kontakt oder bei der ersten Lektüre eines Blogartikels suchen wir unbewusst die passende Schublade und tendieren dazu, unserem Gegenüber einige Eigenschaften zuzuschreiben. Das ist nicht unbedingt förderlich für die Reputation des Fremden.
Fremdwahrnehmung gescheitert
21. September 2007 um 10:16 von Mario Grobholz
„Fremde Fehler beurteilen wir als Staatsanwälte, die eigenen als Verteidiger.“ So lautet ein spanisches Sprichwort. Das bringt ein grundsätzliches Wahrnehmungsproblem auf den Punkt: Denn im Allgemeinen neigen wir dazu, andere Menschen für Fehler verantwortlich zu machen und den Einfluss einer Situation hierbei völlig zu unterschätzen.
Diese Form der Wahrnehmungsverzerrung begegnet uns in vielen zwischenmenschlichen Situationen. Und so auch immer wieder im digitalen Raum: Chats, Foren und andere Kommunikationskanäle dienen in erster Linie dem Austausch zwischen Menschen. Dabei neigen die Leser dazu, die Textbeiträge immer auf die Persönlichkeit zurückzuführen, statt die jeweilige Situation, in der ein Artikel entsteht, zu berücksichtigen. Dieser Eindruck wird noch durch die Personalisierung in Blogs verschärft. Das Abbild der Person weist schließlich sehr deutlich daraufhin, wer die Verantwortung für einen Text trägt.
Durch eine Vielzahl von Blog-Veröffentlichungen entsteht ein Bild von einer Person, das eigentlich wenig mit der Wirklichkeit gemein hat und nur wenig über die Identität eines Menschen aussagt. Es zeigt nur Facetten einer Persönlichkeit und ist immer der konkreten Situation geschuldet. Es wird bei der Lektüre dennoch völlig vernachlässigt, dass jemand morgens bei schlechter Laune einen anderen Text verfasst als nachmittags nach einem erfolgreichen Geschäftsabschluss oder abends nach einem Glas Rotwein. Die (emotionalen) Umstände sind immer entscheidend. Aus diesem Grunde sollte jeder Blogger seine Texte mehrmals durchlesen, bevor er sie aus einer (schlechten) Laune heraus einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Selbiges gilt für Blogkommentare.
Es lässt sich hierbei einfach nicht vermeiden, dass ein anonymer Leser von einem wütend anmutenden Kommentar auf eine irritierende Persönlichkeit des Autors schließt und dessen Reputation in Frage stellt. Aber kann man nach der Lektüre einer Medienkritik, einem Artikel über das geekige Iphone oder einer unangenehmen Bahnfahrt überhaupt auf den Verfasser schließen? Oder sollten wir nicht lieber mit unseren Vorverurteilungen warten und dem Autor lieber mildernde Umstände gewähren, bis wir ihn wirklich näher kennen?
>> Psychologieblog: Wer hat Schuld
Klaus Eck, PR Blogger
Die Brille des Personalchefs: Interview mit Reputationsforscherin Susanna Wieseneder (Teil 2)
19. September 2007 um 7:00 von Mario Grobholz
Haben wir im ersten Teil des Interviews mit der bekannten Reputationsforscherin Susanna Wiesender noch erfahren, welche Bedeutung Reputationsmanagement in der Wirtschaft heute bereits einnimt und wie sich dieser Trend aktuell auf das Internet ausweitet, werden wir im zweiten Teil des Interviews erfahren wie sich die zunehmendes Transparenz auf den Bewerbungsprozess für Personaler und Bewerber auswirkt.
Mario Grobholz: Es besteht also Handlungsbedarf. Worauf achten Personaler?
Susanna Wieseneder: Ein gemeinsamer Nenner lässt sich kaum ausmachen. Zu unterschiedlich sind die Blickwinkel, aus denen heraus Spitzenmanager, mittlere Positionen oder Berufseinsteiger analysiert werden. Beispielsweise geht es beim Executive Search für Topleute darum, das veröffentlichte Bild eines Managers mit dem Bild abzugleichen, das dieser von sich selbst hat. Da Executives eine Vielzahl öffentlichkeitswirksamer Auftritte haben und da diese Auftritte in den verschiedensten Medien dargestellt und kommentiert werden, wird hier vonseiten der Personaler sehr tief gebohrt. Schließlich hegt kein Unternehmen ein Interesse daran, dass eine Leiche aus dem Keller ihres neuen Spitzenmanagers einen Schatten auf den neuen Arbeitgeber wirft.
Susanna Wieseneder: Beim mittleren Management ist der Zugang ein anderer. Während beim Executive jede Quelle mit Außenwirkung zählt, geht es bei den mittleren Positionen um solche Informationen, die etwas tatsächlich Zutreffendes über die beruflichen und sozialen Kompetenzen eines Aspiranten aussagen. Deshalb werden die Quellen sehr stark auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht.
Susanna Wieseneder: Sie werden zusehends wichtiger, insbesondere bei Berufsanfängern, die noch nicht so viele Arbeitsspuren im Netz hinterlassen haben. Hier interessieren sich Personaler für Fragen, wie: Wie groß ist der Drang zur Selbstdarstellung eines Kandidaten? Für welche Dinge engagiert er sich? Wie geschickt oder ungeschickt kommuniziert er dabei?
Susanna Wieseneder: Wenn sie Rückschlüsse auf die Person erlauben, dann interessieren selbstverständlich auch Jugendsünden. Nicht zuletzt deshalb sollte sich jeder bei seinen Aktionen im Web genau fragen: Wie viel Privatheit und Intimität will ich von mir selber preisgeben? Was nutzt mir ein Engagement, inwiefern könnte es mir schaden? Bei der Beurteilung einer Webveröffentlichung kann man sich dann durchaus die Frage stellen, ob man Derartiges über sich auch in der Frühstückszeitung lesen möchte.
Lesen Sie nächste Woche die Fortsetzung des Interviews, Thema „Geben und Nehmen“.
Mag. Susanna Wieseneder
Nach dem Studium in Wien und New York war Susanna Wieseneder 18 Jahre in der PR-und Kommunikationsbranche tätig. Zuletzt leitete sie 5 Jahre die Corporate Communications der Österreichischen Post AG. Seit 4 Jahren berät und coacht sie mit Ihrem Unternehmen Personal Counseling UnternehmerInnen und ManagerInnen aus deutschsprachigen Führungsetagen.
office@wieseneder.at – http://www.wieseneder.at
Digitale Fußspuren: Interview mit Reputationsforscherin Susanna Wieseneder (Teil 1)
17. September 2007 um 7:00 von Mario Grobholz
Als Reputationsforscherin der ersten Stunde wies Susanna Wieseneder schon vor Jahren auf die wachsende Bedeutung des guten Rufs für die berufliche Weiterentwicklung hin. Im vergangenen Herbst ist ihr erstes Buch dazu erschienen, das vor allem in Wirtschaftskreisen reüssiert hat. Ich habe Susanna Wieseneder gefragt, welche Bedeutung sie den „Fußspuren“ beimisst, die wir kontinuierlich im Internet hinterlassen.
Wir freuen uns sehr, dass wir vor kurzem die Möglichkeit hatten mit Frau Susanna Wieseneder dieses Interview zum Thema Reputationsmanagement zu führen. Wir von myON-ID werden auch zukünftig das Thema fachlich begleiten, um weitere Aufklärungsarbeit zu leisten und hierzu in unserem Blog weitere Experten zu Wort kommen lassen.
Mario Grobholz: Wird das Online-Reputationsmanagement zunehmend wichtiger?
Susanna Wieseneder: Das Thema ist im Kommen, ohne jeden Zweifel. Allerdings erst in der jüngsten Zeit. Bis vor wenigen Jahren galt der gute oder schlechte Ruf fast schon als Natur gegeben. Lediglich im Geschäftsleben machten sich mehr und mehr Unternehmen daran, die Bestimmungsfaktoren ihrer Reputation zu ergründen und dann in ihrem Sinn zu steuern. Sie tun dies in dem Bewusstsein, dass es gerade die weichen Faktoren sind, die den Ausschlag dafür geben, ob Kontakte zustande kommen oder nicht. Diese Erkenntnis setzt sich nun auch bei Einzelpersonen immer stärker durch.
Mario Grobholz: Beschleunigt das Internet diese Entwicklung?
Susanna Wieseneder: Im Internet sehe ich einen wesentlichen Katalysator. Denn je virtueller sich Kontakte anbahnen, desto größer wird bei den meisten Menschen der Wunsch, bereits im Vorfeld etwas über ihr Gegenüber herauszufinden. Kaum jemand will es noch dem Zufall überlassen, mit wem er sich trifft oder mit wem er es zu tun hat. Um ungewünschte Überraschungen zu vermeiden, will man im Vorfeld soweit wie möglich prüfen, ob ein potenzieller Kontakt passt. Das gilt für alle Marktplätze gleichermaßen, also für den Arbeits-, Personal-, Meinungs-, und Persönlichkeitsmarkt genauso wie nicht zuletzt auch für den Partnermarkt.
Mario Grobholz: Die Nachfrage nach Informationen zur Reputation wächst somit rasch. Auch und gerade durch das Internet. Sehen Sie beim Angebot eine vergleichbare Entwicklung?
Susanna Wieseneder: Extrovertierten Menschen eröffnet das Internet beinahe täglich neue Möglichkeiten, um digitale Fußspuren zu hinterlassen. Mitunter ist es schon erstaunlich, mit welcher Bedenkenlosigkeit viele User die Angebote nutzen und selbst persönlichste Informationen preisgeben. Wer recherchieren will, erhält auf diese Weise einen immer reichhaltigeren Fundus an prall gefüllten Quellen.
Mario Grobholz: Wie verbreitet sind persönliche Recherchen in der Wirtschaftswelt?
Susanna Wieseneder: Wir können sicherlich von einer erheblichen Verbreitung ausgehen. Allerdings sind belastbare Zahlen derzeit noch Mangelware. Immerhin liegt eine sehr interessante Studie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater vor. Ende 2006 fragte der BDU über 300 Personalberater danach, ob bereits Informationen aus Blogs oder Netzwerken in die Beurteilung von Bewerbern eingeflossen seien. 28 Prozent der Befragten gaben dabei an, das Internet systematisch zu nutzen, um Lebensläufe zu recherchieren. Gut jeder vierte Befragte bestätigte, ausgewählte Bewerbungen aufgrund der dabei gefundenen Informationen nicht mehr weiter berücksichtigt zu haben.
Lesen Sie übermorgen die Fortsetzung des Interviews, Thema „Die Brille des Personalchefs“.
Mag. Susanna Wieseneder
Nach dem Studium in Wien und New York war Susanna Wieseneder 18 Jahre in der PR-und Kommunikationsbranche tätig. Zuletzt leitete sie 5 Jahre die Corporate Communications der Österreichischen Post AG. Seit 4 Jahren berät und coacht sie mit Ihrem Unternehmen Personal Counseling UnternehmerInnen und ManagerInnen aus deutschsprachigen Führungsetagen.
office@wieseneder.at – http://www.wieseneder.at












