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Jon Christoph Berndt®: Ganz schön früh profiliert und markenstark, Tavi Gevinson!

9. September 2010 um 8:58 von Jon Christoph Berndt

Darf auch ein Kind eine profilierte Markenpersönlichkeit sein? Darf eine 14Jährige nicht nur vorgeben, sich gern zu exponieren und wahnsinnig gern den Mund aufzumachen, sondern tatsächlich auch so drauf sein? Ein Lieblingsthema haben, das „Stil“ heißt und darüber die neue „Stil-Ikone“ werden? Und mit dem Blog Style Rookie Riesenerfolg haben? Der ist einer der einflussreichsten in der Modebranche und hat 4 Millionen Follower. (Interessant und markenbildend: Tavi ist nicht bei Facebook, das muss man sich als Bloggerin erstmal erlauben wollen und ganz besonders auch können.)

Ja, all das darf sein, wenn man es so macht wie Tavi Gevinson in New York. Sie sagt klar, dass es nicht ihr Ziel ist, um jeden Preis Erfolg zu haben. „Viele Leute haben keinen Blick dafür, worum es mir bei meinem Blog überhaupt geht – um Spaß.“ Dieser Spaß an der Mode hat das Unikat auf das Cover des US-Magazins „Pop“, in die Zeitschrift „Harper’s Bazaar“ und in die Shows von Marc Jacobs und Alexander Wang gebracht. Wie hat sie das geschafft? Mit Spaß an der Freude und Freude am Spaß. Wir finden das irgendwie cute und sympathisch und überhaupt nicht aufgesetzt.

Sie sieht nicht aus wie eine 14Jährige. Sie wirkt wie eine 28Jährige, die weiß, was sie will. Und, das Schönste: Sie hat sich ihren Front Row-Seat auf den Schauen der New York Fashion Week erschrieben, hat ihn nicht geerbt. Schön, wenn es so natürlich und spaßverliebt weiter geht mit Tavi. Dann bleibt sie Markenvorbild.

Human Branding Lesson Learned #11

Wenn Du tust, was Du magst, wirst Du auch lernen, wie es geht. Und wenn Du immer dabei bleibst und Dein ganz persönliches Bambuspflänzchen jeden Tag ein bisschen wässerst, wird es eines Tages einen Riesensatz machen und eine ausgewiesene stramme Pflanze werden. Dann tust Du nicht nur, was Du magst, und Du hast verdammt viel Spaß dabei – Du bist auch erfolgreich. Dazu gehören Leidenschaft, Konsequenz und Geduld. Das sind die Zutaten für die profilierte Persönlichkeit nach innen (was die Zufriedenheit angeht) genauso wie nach außen (was die Bergehrlichkeit angeht).

Stay tuned!


Mehr von Jon Christoph Berndt® und Human Branding gibt’s hier:

  • So sind nicht viele – starke Marken bekennen sich immer, Christoph Schlingensief!
  • Kleine bis mittelgroße Sünden bestraft der Markengott sofort, Michelle Obama!
  • Auch Allmächt kann da nix mehr ausrichten, Eva Herman!
  • Wer so trifft, darf auch so heißen, Thomas Müller!
  • Fröhlich weiter auf der schiefen Bahn zum Markenglück, Menowin Fröhlich!
  • Zeit zum Köhlern, maue Marke Tony Hayward!
  • Lena’s Erfolgsgeheimnis – natürlich unperfekt
  • Papa Papandreou – Markenfels in der Markenbrandung
  • Human Brand, schrottreif: Schlappes Märkchen Walter Mixa
  • Arthur Rimbaud – 140 Jahre Mysterium mit Pull-Effekt par excellence
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Jon Christoph Berndt®: So sind nicht viele – starke Marken bekennen sich immer, Christoph Schlingensief!

26. August 2010 um 9:03 von Jon Christoph Berndt

Kunst ist „Tötet Helmut Kohl“, Kunst ist, Konzentrationslager „von Nord nach Süd“ ordnen zu lassen (lesenswerter Rückblick im Stern) und Christoph Schlingensief ist auch große Kunst. Seit Samstag ist er nicht mehr da, aber vieles bleibt. Er war jemand, der immer bezahlt hat für die Party, die er schmiss. Mit seinem guten Namen, seiner Reputation manchmal, zum Schluss vielleicht sogar mit dem Leben. Immer geradlinig, eckig und kantig; zu stark, um schwach zu sein. Eine echte Marken-Persönlichkeit.

Dagegen der Marken-Pöbel: macht auch den Mund auf, hat aber nichts zu sagen. Versteckt sich in der Anonymität und sondert Scheißhausparolen ab, da ist die große Marke Schlingensief noch nicht mal kalt. „De mortuis nil nisi bene“ zählt schon im echten Leben nichts und im Internet gar nichts:

  • „Kein Verlust für die Kunstwelt das war eh nur ein armer Spinner!“
  • „Schlingensief lebt weiter – als Lady Gaga“ (ebenfalls gelöscht)
  • usw., usw., tausendfach

Das sind die schlappen Märkchen, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben. So weit reicht die Demokratie im Netz, dass sich Schandmäulern und verbalen Leichenfledderern ebenfalls ein Forum auftut. Human Branding-Regel: Verstecke Dich niemals hinter den dicken Mauern im Netz, verwende niemals einen Nickname oder ein Pseudonym. Weise Mitmenschen die das klassenlose Medium Internet zur Befriedigung ihres niederen Triebs missbrauchen.

Human Branding Lesson Learned #10

Überlege Dir, ob Du etwas zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen möchtest. Falls ja, was kann das sein? Entwickele Deine in der Wolle gefärbte, zu Dir wie Dein Gesicht passende Haltung. Besetze die sich auftuende Nische konsequent. Habe Freude an dem, was Du sagst und auch tust; falls sie ausbleibt, lasse es bleiben. Verstecke Dich niemals hinter den dicken Mauern im Netz, verwende niemals einen Nickname oder ein Pseudonym. Weise Mitmenschen zurecht, die das tun und so das klassenlose Medium Internet für ihr ihre niederen Zwecke missbrauchen.

Stay tuned!


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Jon Christoph Berndt®: Kleine bis mittelgroße Sünden bestraft der Markengott sofort, Michelle Obama!

12. August 2010 um 9:10 von Jon Christoph Berndt

Je stärker der Mensch sich exponiert, desto mehr achten muss er darauf, was er so treibt in der Öffentlichkeit und im Privatleben. Gerade heute, wo wir eine Rückbewegung zu Ordnung, Sitte und Moral feststellen (langsam zwar, aber es tut sich was). Da hat das Ende des westlichen Neidgesellschafts-Triathlons – Schneller (fahren), Höher (bauen), Weiter (fliegen) – auch sein Gutes: Es ist nicht länger dort am Schönsten, wo’s am Wärmsten raus kommt.

Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd hat sich gern exponiert, und jetzt ist er weg. Der Unterschied zwischen geschäftlich und privat veranlassten Essen war ihm nicht ausreichend geläufig. Aber lieber nur den Job los und dafür den Vorwurf der sexuellen Belästigung am Abendarbeitsplatz gleich mit. Der ist in den USA ja ganz besonders ungemütlich.

Herr Hurd macht’s vor, und Frau Obama macht’s nach (ok, etwas anders): Spiel, Spaß, Spannung und Sport in der Villa Padierna*****, Marbella, Costa del Sol, Espana, € 5.000 (die Nacht). Sie zahlte zwar vieles selbst, aber nicht genug und schon gar nicht alles. Das sagen die Republikanische Stänker-Garde rund um America’s Hopefully Not Next President Sarah Palin und ihr Verlautbarungsorgan Fox News. Dazu kommen die Mietmäuler von der Blog-Front, die schaffen den Rest. In diesem Fall, goutiert das Volk über alle Parteigrenzen, stänkern sie zurecht: Der Betrieb der „Air Force 2“ kostet halt mehr als die erstatteten Flugkosten auf Basis von Erste-Klasse-Tickets, und was ist mit den circa 70 Sicherheitsbeamten, die mit kamen nach Marbella und ebenfalls in der Villa Padierna***** nicht nur sicherten, sondern auch schliefen, etc., etc. Insgesamt sind etwa 300.000 Dollar durchgerauscht durch den Schornstein der „modernen Marie Antoinette“. (“Wenn das Volk kein Brot hat, warum isst es dann keinen Kuchen?”) Das in Zeiten der gefühlt größten US-amerikanischen Wirtschaftskrise aller Zeiten. Die ganze Story gibt es zum Beispiel hier.

Unvergessen das meist verbeulte, so wahre Schild an den Wegesrändern beim Wandervogeln in den 80ern: „Ein Wald ist schnell zu Asche gemacht!“ Ja, so geht’s mit dem Image eben auch – mühsam gewachsen, schnell verraucht. Da hilft es dann nichts bis gar nichts, dass Michelle Obama mit ihrer Figur „wie geschaffen für edle Designer-Roben“ und „Mut zur Stangenware im Weißen Haus“ ihre Kleider auch günstig im Internet kauft. Und klein gespürt vom Volk wird ihr Engagement für Obdachlose, so herzig und herzlich es auch sein mag.

Das Volk kriegt mit, was es mit kriegen will. Und hängen bleiben derzeit nur fünf Dinge: Die Sterne der Villa Padierna. Das ist so unnötig wie schwer wieder gut zu machen. Marie Antoinette wurde hingerichtet. Das moderne Schafott steht heute im Internet, geköpft wird medial. Das Messer ist auch ziemlich scharf, und es tut auch ziemlich weh. Wer Recht hat, darum geht es nicht. Es geht hierum: Wer sich exponiert, muss wissen, was er mit dem auslöst, was er tut und was er lässt. Vorher.

Was macht Michelle Obama falsch?

  • Sie erkennt nicht, dass sie extrem beäugt wird. Das ist der Preis der Öffentlichkeit.
  • Sie doktert an irgendwelchen Kosten herum und muss wissen, was was wirklich kostet (faktisch wie ideell). Dafür haben ihre Eltern sie nach Harvard geschickt.
  • Sie zeigt wenig Gespür dafür, was gerade geht. Urlaub in New Mexico, wo das Öl noch steht, muss nicht sein, um ein Zeichen zu setzen… Michelle, dann nimm halt Idaho!

Human Branding Lesson Learned #9

Es ist unerheblich, ob Du in die Öffentlichkeit willst oder musst: Ist es erst einmal geschehen, sieh Dich vor und lasse Dich 1a beraten. Das gilt auch für kleinere Dimensionen; in der Firma, im Sportverein, in der Lokalpolitik wird es auch ganz schnell sehr öffentlich. Denke immer an den Unterschied zwischen beruflich und privat veranlassten Abendessen und daran, was Dein ganz persönlicher Ferienflug mit Deiner „Air Force 2“ tatsächlich kostet. Dann lässt Du vielen Blödsinn bleiben, bevor er entsteht. (Und denke an das zerbeulte Schild im Wald.)

Stay tuned!

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Jon Christoph Berndt®: Auch Allmächt kann da nix mehr ausrichten, Eva Herman!

29. Juli 2010 um 9:01 von Jon Christoph Berndt

Sportlich, sportlich, wie der berühmte, alteingesessene und -ehrwürdigere Kopp-Verlag („Verlag und Fachbuchversand für Enthüllungsliteratur, Verschwörungen, unterdrückte Informationen und Erfindungen und Geheimgesellschaften“ – wow!) da jemandem eine Bühne gibt, von der man annehmen darf und neuerdings muss, sie hat zuviel am falschen Frosch geleckt.

Während der Schock über die Loveparade-Katastrophe tief sitzt und die Trauer groß ist, hat Eva Herman den Verantwortlichen für das Desaster ausgemacht: Der Schöpfer und seine irdischen Vollstrecker waren’s. Der Link zuerst in ihrem wirren Kopf und dann zum Blog-Beitrag bei Kopp ist für Frau Herman klar wie Kloßbrühe: „Wer sich die Bilder der Loveparade aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden.“ Aha, „Sodom und Gomorrha in Duisburg“. Jetzt ist raus, wer Schuld trägt

  1. am Sitten- und Moralverfall in Deutschland
  2. am Loveparade-Unglück
  3. an der Verrohung der Gesellschaft.

Der Mensch; wir alle! Und das wird gerächt, von ganz oben! Also bitte benehmen und in Zweierreihen aufstellen – hinter Eva Herman!

Da rubbelt eine an der Glaskugel, die

  • entweder ernsthaft erkrankt ist (ist dann befundgerecht zu behandeln und vor allem immer entschuldbar)
  • oder sich damit wehrt gegen die Selbstversenkung in der tiefen See der medialen Bedeutungslosigkeit wie das waidwunde Reh gegen die Erlösung durch den Jäger: jaulen, strampeln, hektisieren, Verstand und Sinne ausschalten.

Letzteres ist anzunehmen. In einer vertrackten Situation wie dieser (wurde ja alles nicht besser nach dem Nazi-Autobahnen-Äußerungen und dem so schön inszenierten Rauswurf bei Kerner) ist viel besser: innehalten, tief durchatmen und bewusst einen größeren Schritt zurückgehen. Wo stehe ich? Was hat mich dahin geführt? Wohin will ich wirklich, tief in meinem Herzen? Wie komme ich da tatsächlich hin? Dann ist der Weg zur letzten verpassten Weggabelung nicht allzu weit, und der richtige kann eingeschlagen werden. Und das bitte still und leise, ganz ohne Öffentlichkeit.

Wahre Profis machen das so, finden in ihrem Rückzugszeitraum ihre Substanz wieder; formulieren ihre wahre Botschaft, für die sie mit Haut und Haaren, Herz und Bauch und Seele stehen; treten dann erst ans Mikro. Für Eva Herman (ihr anderes schönes Hassthema ist, dass die EU „schon lange plant, Männer zunehmend in Kindererziehung und Haushalt abzuschieben, während die Frauen schick Karriere machen und die Quote auf 50 Prozent – auch in allen Männerberufen – erhöht werden soll.“) ist es dafür nun zu spät. Willkommen in der Versenkung!

Was macht Eva Herman falsch?

  • Blöd: Sie fühlt sich angegriffen und versucht, mit immer noch mehr Kanonendonner Recht durch Lautstärke zu bekommen!
  • Blöder: Sie erkennt nicht, dass die Zeit reif dafür ist, eine lange Weile konstruktiv den Mund zu halten!
  • Saublöd: Sie begreift nicht, dass substanzloses Polarisieren und Stinkstiefeln schneller enttarnt wird als es vertwittert ist.

Human Branding Lesson Learned #8

Es ist alles andere als schlimm, wenn Du Dich verrannt hast, falsch abgebogen bist. Nur: Erkenne es klar und arbeite es kompromisslos auf (lass Dich durchaus professionell begleiten dabei). Sage öffentlich sowenig wie möglich, bis Du einen guten neuen Plan für Dein Profil und Dein Fortkommen hast. Nimm wieder Fahrt auf, wenn der Plan tragfähig und viel versprechend dafür ist, Deine klaren Ziele mit genauso klaren Maßnahmen tatsächlich zu erreichen. Sage uns dann, was Du tatsächlich zu sagen hast.

Stay tuned!

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Jon Christoph Berndt®: Wer so trifft, darf auch so heißen, Thomas Müller!

15. Juli 2010 um 1:33 von Jon Christoph Berndt

Fußall-Schland hat einen neuen Marken-Helden! Während in Deutschland bereits wieder gearbeitet wird, wird in der Parallelwelt Schland noch gefeiert. Und da vor allen Dingen einer, der so „unverbogen, originell und nicht recht zu fassen“ ist, dass es nicht recht zu fassen ist: Thomas Müller, der mit dem Goldenen Schuh für den besten Torjäger, bester Nachwuchsspieler obendrein. In Pähl am Ammersee will man dem berühmtesten Bub des Kaffs sogar das Denkmal „Bester Jungprofi der WM“ setzen. Ein steinerner Fußball soll es sein; aha, wie nahe liegend, die ebenhölzerne Luftpumpe nun also doch nicht.

Bei der starken Marke ist eines ganz besonders ausschlaggebend, was der Müller ganz besonders prima ist: Wenn Du weißt, wer Du bist, wo Du herkommst, wo Du hin willst, was Du kannst und was nicht… Dann darfst Du davon profitieren, wovon der Müller ganz besonders prima profitiert: vom Sich-Entspannt-Zurücklehnen-Dürfen, vom Abwarten und Schauen, welche Haifische als nächstes zum bequemen Harpunieren vorbei dümpeln (Auslandsvereine, Sponsoren, Werbeverträge…). Und Lisa (Ehegattin) und Micky (Labrador) warten und schauen einfach mit. Ist das toll: In der Kraft liegt die Ruhe, und die Kraft kommt bei Thomas Müller wie aus einem nie versiegenden Loch im Golf von Mexiko; nur freudvoll.

Die FIFA hat erkannt (und die FIFA irrt nie): „herausragende Fähigkeiten“, „junge, erfrischende Spielweise“, „Beliebtheit bei den Fans aufgrund unterhaltsamer Auftritte“. Am meisten in Erinnerung bleiben wird der schon legendäre Auftritt nach dem Achtelfinale Schland vs. England, als der Herr Müller, Thomas, „meine beiden Omas und meinen Opa“ grüßt, denn „das ist schon lang mal überfällig“. Platz 1 nun auch in den Herzen, und da wird die wahre Kasse gemacht!

Erstaunlich 1: Der Typ fährt mit Lisa nach Österreich statt mit Doreen ins P1 (für die Landeier: Promi-Disco in München). Erstaunlich 2: Lisa hält ihn für den „perfekten Mann“, und das in diesen blutjungen Jahren. Was ist eigentlich, und das ist dann erstaunlich 3, wenn sie dauerhaft Recht behält?

Frage des Tages 1 bis 3: Wo kriegt man so ein schlagfertiges Mundwerk her, wenn nicht aus Pähl am Ammersee kommt: Abgang Thomas Müller bei der Pressekonferenz nach dem England-Knüller in Bloemfontein. “Jetzt können Sie in die Dusche gehen”, sagt der FIFA-Man. “Das Mikrofon verbiegt sich auch schon, weil ich so stinke“, sagt der Pähler. Was sagt der Typ vom Human Branding? Nichts mehr.

Was macht Thomas Müller richtig?

  • Er bekennt sich zur Herkunft seines Bauchs, seines Herzens, seiner Seele (Pähl, Ammersee, Oberbayern)!
  • Er verstellt sich nicht und bleibt, wie er ist!
  • Er sagt, was er denkt, und tut, was er sagt!

Human Branding Lesson Learned #7

Plane gern Dein Fortkommen, Deine Karriere, Deinen Ruhm. Aber bedenke bitte, dass Thomas immer Thomas bleiben wird, Horst bleibt Horst und Paula bleibt Paula. Ist halt so; ist auch nicht schlimm. Nur wissen sollte man es. Da hilft dann auch kein Porsche, kein Poggenpohl, kein Prada. Zum Trost: Die eigene kleine Welt ist immer groß genug, um in ihr ein wahrer Star zu sein und sich daran wirklich zu erfreuen.

Stay tuned!

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Jon Christoph Berndt®: Fröhlich weiter auf der schiefen Bahn zum Markenglück, Menowin Fröhlich!

1. Juli 2010 um 8:57 von Jon Christoph Berndt

Nach keiner DSDS-Ausgabe hat ein Zweitplatzierter so viel Medien- und Fanecho ausgelöst wie er. Die Farbe Rot, die Menowins Fans zum Zeichen ihrer Solidarität auf dem Weg bis fast an die Spitze trugen, ist inzwischen Kult. Der Typ hat mehr Aufmerksamkeit als der große Gewinner Mehrzad Marashi. Der ist halt so einer von der glatten Sorte; glücklich verlobt, mit Kind und so, und das nicht mal von der Cousine, keine Drogen, kein Knast. Da kann sich keiner dran stoßen, keiner dran reiben, keiner sich so schön aufregen. Und das braucht es halt bei einer starken Human Brand – feste Borke zum Schubbern wie bei Balu im Dschungelbuch. Dann kratzt es, und das tut uns gut. Sich aufregen macht Laune, und Laune macht Fans.

Menowin Fröhlich ist der Prolet von nebenan, nahbar für alle. In ihm steckt das, von dem viele gern eine Prise abhätten: Ein bisschen Revoluzzer, etwas Rempler, eine Messerspitze Rauf- und Sauf-Rowdy. Der Auflehner gegen die spießige Krisen-Langeweile 2010ff. Sicher ist er zu proletig, zu laut, zu scheinwerfergeil. Dazu die immer ein bisschen zu bunten Klamotten, der immer ein bisschen zu große falsche Diamantohrstecker, die immer ein bisschen zu dekorierte Frisur. Alles falsch, furchtbar, eklig – furchtbar geil und endeklig! Endlich haben Janine und Jerome (beide zwischen 17 und 29) einen Vorangeher und Erlaubnisgeber dafür, auch mal so elegant auf die Straße rotzen zu dürfen.

Die Fanliebe in Rot geht sogar bis zu deutschlandweiten Demos:

Der zweite Platz für Merowin ist zuwenig! Wer tut das schon für die wahre, konstruktiv starke Marke Joachim Gauck, weil der nur Zweiter wurde? Kein Mensch, in welcher Farbe auch immer. Es sieht so aus, als kann Menowin Fröhlich tatsächlich ohne eigene Single und ohne eigene CD mehr Zuschauer bei seinen Konzerten versammeln als DSDS-Gewinner und Chartstürmer Mehrzad Marashi.

Wie wird das bloß weiter gehen? Es geht so weiter, dass diejenigen mit den ganz klaren, einfachen Botschaften die großen Gewinner sind. Die gegen den Strich Gebürschtelten, die kleinen schmutzigen gesellschaftlichen Geisterfahrer. Die werden es weiter reißen in einer Zeit, in der Tugenden und Werte nur von wenigen geschätzt, gelebt und verteidigt werden. Also entweder laute Marke sein und mit pöbeln (das ist gut fürs Ego und kurzfristig gut für die Kasse) oder leise Marke sein und in sich hinein murmeln (das ist gut fürs Ego und langfristig gut fürs Gemüt).

Was macht Menowin Fröhlich richtig?

  • Er denkt nicht viel nach, macht einfach; in der Wolle gefärbt echt, wie er tatsächlich ist!
  • Er schert sich einen kühlen Dreck darum, was andere sagen!
  • Er bleibt konsequent bei seiner Markenstrategie, die einfach so gewachsen ist!

Human Branding Lesson Learned #6

Nimm das Leben nicht so schwer. Versende lieber einfache knackige Botschaften, die so sind wie Du. Das ist besser als lang geplante und dann doch irgendwie schlappe Profilierungsversuche im Grau der Masse. Dann wirst Du wahrgenommen, polarisierst ordentlich und hast beides – Freunde und Feinde. Aber: Do it your way!

Stay tuned!

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Jon Christoph Berndt®: Zeit zum Köhlern, maue Marke Tony Hayward!

17. Juni 2010 um 10:02 von Jon Christoph Berndt

Da ist ja nun wirklich ein bisschen was los im Golf von Mexiko, kann man nicht anders sagen. Tony Hayward, der BP-Chef, sieht das bestimmt genauso, an seinem Schreibtisch im britischen BP-Headquarter wie vor Ort am Strand von Louisiana im Vollkontakt-Anzug. Letzteres wenn er vielleicht doch mal ein bisschen mit anpackt beim Krabbensäubern anstatt herumzugreinen wie unser Nachbarsjunge, wenn man ihm in der Sandkiste das Förmchen wegnimmt.

Die gestandene Human Brand Tony Hayward macht dergestalt alles falsch, dass man annehmen darf, dahinter stecke Methode. Es gibt ein Gesellschaftsspiel, da muss man so schnell es geht alles verzocken und vertun, was man hat. Dieser Mann tut das jetzt im wahren Leben, sagt laut Donnerquelle BILD so Sachen wie „Der Golf von Mexiko ist ein sehr großer Ozean. Die Menge an Öl und Dispersionsmitteln, die wir dort hineinschütten, ist winzig im Vergleich zur gesamten Wassermenge.“ oder „Ich will mein altes Leben zurück.“ So geht das munter weiter, einmal quer und einmal hochkant durch die Medien.

Barack Obama dazu: „Wenn man mit jemandem wie einem BP-Chef spricht, bekommt man all die richtigen Worte zu hören. Es geht mir aber nicht um Worte, es geht um Taten.“ Soweit einverstanden, Herr Obama, nur: Wir hören – abseits dessen, dass wir auch mehr Taten wollen – überwiegend all die falschen Worte.

Wie man eine in Jahren mühsam aufgebaute Human Brand binnen Wochen zerstört, lesen Sie auch auf Twitter beim Fake-BP Account; kleine Auswahl:

  • „America is addicted to fossil fuels just like we’re addicted to money. Don’t poop in the punchbowl Obama.“
  • “We honestly didn’t think this was going to be a huge deal. No one cares when this happens in Nigeria.”
  • “We are not killing animals in the gulf, we are creating fossils in the gulf. Have a little perspective.”

Das führt dann mit dazu, dass der Aktienkurs von BP um die Hälfte sinkt. Und das führt dann mit dazu, dass die britischen Pensionsfonds, die zu einem großen Teil in BP investiert sind, in Gefahr geraten. Und das führt dann mit dazu, dass die arme alte Rose und der arme alte Ted in West Sussex es irgendwann in ihrem Geldbeutel ausbaden dürfen, dass Tony Hayward damals, es muss 2010 gewesen sein, erst so spät den Köhler gemacht hat. Herr Hayward: Wann ist Schluss mit mauer Marke?

Was macht Tony Hayward falsch?

  • Er zieht den Schwanz ein, wenn’s eng wird!
  • Er verkauft uns nicht für blöd, sondern für saublöd!
  • Sie steht nicht zu den Fehlern des Unternehmens, von dem seine monatlichen Schecks und der ganz dicke am Jahresende stammen!

Human Branding Lesson Learned #5

Überlege Dir genau, was Du tust und was Du vorgibst zu sein. Bedenke beim Tun und beim Sein immer, dass die Sonne auch mal untergeht. Stehe dann mit Haut und Haaren dazu, wenn es soweit ist. Und sage hinterher nicht, dass wenn Du das gewusst hättest Du ganz anders gedacht, getan, gesagt hättest.

Stay tuned!

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Jon Christoph Berndt®: Lena’s Erfolgsgeheimnis – natürlich unperfekt

4. Juni 2010 um 9:35 von Jon Christoph Berndt

Muss ja wohl sein – diese Woche etwas Kurzes, Knappes, Knackiges zu „unserer Oslo-Lena“ (wieso unserer? Meiner nicht): Also, die Menschen suchen derzeit nach Halt. Je unwägbarer die Zeiten, desto mehr sehnen wir uns nach Dingen, die einfach schön sind. Und die so genannte Krise bewirkt, dass wir einen Anker brauchen.

Diesen Haltegriff finden wir als Gemeinschaftsgefühl im Kollektiv, auf der Reeperbahn mit Hape Kerkeling genauso wie vorm Fernseher. (Ist mir am Samstag tatsächlich passiert: Jemand hatte mehrgängig schön gekocht, und alle wollten schnell essen und dann Lena kucken. Da saß dann der Gastgeber mit Themen, Torte, Tränen…)

Lena strahlt Frische aus, ist klar, ein bisschen naiv, und das wirkt positiv auf uns und lässt uns unsere Probleme ein Stückchen weit vergessen. Lena kann weder gut tanzen noch sonderlich singen oder sich ausdrücken, und trotzdem begeistert sie die Oma genauso wie die Kids. Wie schön ist das denn? Das ist sehr schön, denn viele unter uns haben sich bislang an den Supermodels orientiert; Frauen, die makellos, schlank und immer perfekt gestylt sind. Lena dagegen ist unperfekt, so unperfekt wie wir alle. Sie gibt uns die Erlaubnis, den Perfektionismus abzustreifen und menschlich, echt, eben ganz natürlich zu sein. Durch Lena darf man sogar falsch singen, mäßig geschminkt sein und Verrücktes von sich geben. Ist das nicht toll?

Lena hat Erfolg, weil sie in der Wolle gefärbt echt ist. Und weil sie den Verrückten Stefan Raab an ihrer Seite hat, den wir hier auch schon mal verhackstückt haben. Und der wird, ich wette eine Magnum Witwe Clicquot, in absehbarer Zeit Nachfolger von dem Moderatorenkollegen von Michelle Hunziker.

Was können wir von Lena für unser Business lernen? Lassen wir uns von niemandem einreden, dass wir ungenügend sind. Wichtig ist, dass wir unverfälscht auftreten, zu unseren Fehlern und Macken stehen und es nicht jedem Recht machen. Die hedonistischen Jahre sind vorbei, und die Zeit der Superlative wie schneller, höher, weiter gehört der Vergangenheit an. Heute geht es darum herauszufinden, wonach man strebt, was einem wichtig ist, worin der Sinn liegt, was einem Spaß macht. Und wir sollten uns erlauben, dass wir anders sind, uns unterscheiden, so sein, wie wir hinter der Business-Fassade eigentlich sind.

Was macht Lena richtig?

  • Sie richtet sich nicht in erster Linie danach, was ihr abverlangt wird!
  • Sie nimmt sich nicht zu ernst und spielt einfach sich selbst!
  • Sie steht zu ihren Fehlern und münzt sie um in charmante Vorzüge!


Human Branding Lesson Learned #4

Mach’ Dich frei von den ganzen Du-musst-Ratschlägen Deiner Mitmenschen. Du musst nichts müssen, Du kannst bloß können wollen. Denke einfach an Lena und ihren staksigen Rohe-Eier-Tanz, wenn Dich wieder jemand so anschaut als seiest Du nicht ganz dicht.

Stay tuned!

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Jon Christoph Berndt®: Papa Papandreou – Markenfels in der Markenbrandung

20. Mai 2010 um 8:45 von Jon Christoph Berndt

Wenn mir mal ganz Griechenland gehört (ist ja sowieso nicht so hochpreisig): Den ganzen sinkenden Kahn vertraue ich Giorgos Papandreou an – der verlässt ihn garantiert zuletzt.

Der tragische Held der ganzen bescheidenen Situation bei den Euro-Freunden ist er, der Ministerpräsident in der 3. Generation. (Griechenland ist also so eine Art Familienunternehmen, und bei so etwas ist es ja zwischendrin immer mal wieder mau.) Erst 2009 übernahm er den Posten, und dann ging sie auch schon los, die Petersburger Schlittenfahrt; bloß ohne Schnee. Was tut der Mann? Steht aufrecht auf dem Schlittenbock und schwört sein Land auf die schwere Zeit ein. Besonders bemerkenswert daran vor allem ist, dass das Ferien- und das Ostergeld um 35% gekürzt werden. (Gut, dass die griechischen Ostern grade eben noch zu 100% gelaufen sind.) Respekt! Da wankt nichts, kein Stottern, kein Zittern. Ist halt bitter gerade, sagt der Markenfels in der Markenbrandung, da beißt die Maus keinen Faden ab. Spricht’s und tut, was getan werden muss.

All die derzeitigen mittelschweren und riesengroßen Katastrophen bewirken bei Papa Papandreou nicht, dass er kleiner und dünnhäutiger wird, gar umzufallen droht. Dafür hat er ein ganz smartes Gen mitbekommen, und das heißt „Echtheit mit Wollsiegel“ – keine Fassade, keine Schaumschlägerei, kein Schaf im Wolfspelz. Vielmehr ist Papandreou innen so wie außen und außen so wie innen. Und das ist die beste Glaubwürdigkeitsvoraussetzung; für den nächsten Gebrauchtwagenverkäufer, der Ihnen unterkommt, genauso wie für den Ministerpräsidenten auf dem schlingerstarken Schlittenbock. Selbst EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso betont, dass die vorgesehenen Sparmaßnahmen Papandreous „solide und glaubwürdig“ sind. Das ist schon mal gut, besonders auch für den Fall, dass Barrosos Portugiesen die Kreditoren-Meister sind.

Giorgos Papandreou bleibt auf Kurs und lässt sich durch keinen Brecher ins Wanken bringen. Er steht seinen Mann, auch wenn ein ganzes Land gegen ihn ist, und verliert sein Ziel nicht aus den Augen. Als echte Human Brand wird er aus der Krise gestärkt und profiliert hervorzugehen! Und alle seine Griechen mit.

Was macht Giorgos Papandreou richtig?

  • Er ist in der Wolle gefärbt echt: Vorne hui und hinten hui!
  • Er nennt die Dinge beim Namen: Wer Klartext redet, dem hört man gern zu!
  • Er vereinbart klare Ziele, auch mit sich selbst: Dadurch ist er glaubwürdig, weil er dann mit untergeht, wenn Griechenland untergeht.

Wir sehen: Fundierte Ausbildung und Lebenserfahrung und allerbeste Herkunft und Connections brauchen entwaffnende Echtheit als Geschmacksträger. Sonst ist alles nichts, und unsere Eltern haben und ganz umsonst fünf Jahre auf die Uni oder drei in die Lehre geschickt. Wer glaubt, es geht auch irgendwie mit Durchlavieren und „Komm’ ich heut’ nicht, komm’ ich morgen“, der klebe sich bitte nebenstehendes Foto wahlweise aufs Armaturenbrett oder auf den Bildschirm am Computer.

Human Branding Lesson Learned #3

Mach’ Dich hübsch wie ein Pfau, und zeige allen Deinen schönsten Radschlag, Deine schönste Verpackung. Und bestätige diesen ersten Eindruck unbedingt, wenn sie hinter Deine Fassade blicken!

Stay tuned!

Mehr von Jon Christoph Berndt® und Human Branding gibt’s hier:

  • Human Brand, schrottreif: Schlappes Märkchen Walter Mixa
  • Arthur Rimbaud – 140 Jahre Mysterium mit Pull-Effekt par excellence
  • Stefan Raab – Wie einer 2 Mio. Euro verliert und der große Gewinner ist
  • Helmut, hör auf mit dem Scheiß!
  • Weißer Rabe Grigory Perelman
  • FDP-”Quartalsspinner” Wolfgang Kubicki
  • Prof. Claudia Kemfert und ihre wehrhafte Marke
  • Norbert Leitholt und sein “Pornolotl”
  • Das Marken-Armageddon
  • Jon Christoph Berndt, Partner von myON-ID Media
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Jon Christoph Berndt®: Human Brand, schrottreif: Schlappes Märkchen Walter Mixa

6. Mai 2010 um 8:15 von Jon Christoph Berndt

Ach, Du Vaterland: Was war das für eine Hängepartie, zäh wie Kaugummi. Wochen und Monate hat es gedauert, bis Walter Mixa sein Erinnerungsvermögen soweit wiederhergestellt hatte, bis er sich entsinnen konnte und mochte an die eine oder andere ausgerutschte Hand in alten Tagen. Nun liegt seit dem 21. April das Rücktrittsangebot von den Ämtern des Diözesanbischofs von Augsburg und des Militärbischofs der Bundeswehr beim Papst.

Da liegt es im Posteingangskörbchen und harrt seiner Bearbeitung. Und jetzt? Wie sind denn so die Bearbeitungszeiten in der Abteilung Rücktrittsgesuchbearbeitung, und wie viel ist denn da gerade los? (Wie ich die katholische Kirche kenne und einschätze, wird das Körbchen auch in diesen Tagen nicht übervoll sein; ganz im Gegensatz zu internen Kursen in Verniedlichen, Abwinken und Wegschwätzen.)

Zuerst brauchte es zumindest eine Unterredung des Papstes mit drei Amtskollegen. Was gibt’s denn da noch zu unterreden, zu überlegen – der Mann muss weg, Herr Ratzinger! Alle Chancen zur einsichtsvollen, menschlichen Vorwärtsverteidigung sind mit der Zeit vertan, Walter Mixa hat die Aussichten auf Rehabilitation verwirkt. Wer allzeit fröhlich einschenkt – wie 2007 der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen, dass sie mit ihrer Familienpolitik die Frauen zu „Gebärmaschinen“ degradiere – und Verantwortung und Schuld innerhalb seiner Firma vergesellschaftet („Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran sicher nicht unschuldig, muss gerade dann unfehlbar sein, wenn es eng wird. Aber das hier überlebt keine Marke, Walter Mixas Marke ist bereits gestorben: kollateraler Markenschaden bei der katholischen Kirche. Sehr gern hätte ich anders berichtet – von etwas so Schönem zum Beispiel wie der Geschichte von Margot Käßmann, ihrer Trunkenheitsfahrt und dem Umgang damit.

Was hat Walter Mixa verkannt, ja falsch gemacht?

  • Er hat versucht, im Missbrauchs-Einerlei bei der Kirche mit zu schwimmen und nicht weiter aufzufallen: Heutzutage fällt jeder auf, nichts bleibt geheim!
  • Er dachte, als Augsburger Bischof und als Militärbischof ist er gottgleich unantastbar: Fehler werden nur verziehen, wenn der Verursacher gleich heraustritt!
  • Er hat Einflüsterern vertraut, die genauso weltfremd sind wie er: Das Verständnis, das sein mittlerweile abgelöster Öffentlichkeitsarbeiter Dirk Hermann Voß von „Öffentlichkeit“ und „Information“ hat, gereicht der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Ehre.

Wir sehen: Fundierte Ausbildung und Lebenserfahrung ersetzen nicht die wichtigste Zutat bei der Persönlichkeitsbildung und -wahrnehmung: emotionale Intelligenz. Mit seinen nebulösen Aussagen, dem vehementen Leugnen und dem schlussendlichen Umfaller schadet Walter Mixa nicht nur sich selbst (irreparabel), sondern als Markenbotschafter seiner Firma auch der katholischen Kirche (sehr schwer wieder gut zu machen). Hat die Kirche eigentlich Markenattribute wie nächstenlieb, verständnisvoll und geborgen, stehen nun Assoziationen wir weltfremd, verlogen und raffgierig ganz oben.

Human Branding Lesson Learned #2

Egal, was passiert: Konfrontiere Deine Umwelt immer mit der Wahrheit, ungebremst und geradeaus. Die starke Marke hält das aus und wird dadurch stärker als je zuvor.

Stay tuned!

Mehr von Jon Christoph Berndt® und Human Branding gibt’s hier:

  • Arthur Rimbaud – 140 Jahre Mysterium mit Pull-Effekt par excellence
  • Stefan Raab – Wie einer 2 Mio. Euro verliert und der große Gewinner ist
  • Helmut, hör auf mit dem Scheiß!
  • Weißer Rabe Grigory Perelman
  • FDP-”Quartalsspinner” Wolfgang Kubicki
  • Prof. Claudia Kemfert und ihre wehrhafte Marke
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