Employer Branding und Recruiting im Zeichen des Social Webs – Artikel mit Whitepaper zum Download
6. September 2011 um 8:09 von Philipp Strobel
Etablierte Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, Linkedin, Xing und Co. werden im Employer Branding und Recruiting immer mehr zum Standard und die neuen Trends liegen in Technologien wie Location-based Services und Mobile Recruiting. Dieser Meinung waren die Personalexperten in unserer Interviewserie „Social Media im Einsatz für das Employer Branding und Recruiting: Personalexperten im Gespräch“. Wir wollten von unseren Gesprächspartnern wissen, wie sie Social Media nutzen, um ihre Arbeitgebermarke im Internet zu präsentieren und die Personalbeschaffung zu fördern. Im Gespräch über aktuelle Aktivitäten, Erfahrungen, potenzielle Trends und die zukünftigen Aufgaben in diesen Bereichen haben wir auch gehört, dass die Experten planen, die einzelnen Social-Media-Kanäle in Zukunft stärker untereinander und mit der Website zu verknüpfen. Mithilfe welcher Strategien dies am besten möglich ist, zeigen wir in unserem White Paper, das am Ende des Artikels zum Download bereit steht.
Im Interview bei uns waren Dominik A. Hahn und Ralf Hilscher, Referenten Personalmarketing bei der Allianz, Yasmine Limberger, Group Manager Personalmarketing bei der Avanade GmbH, Dr. Nico Rose, Director Corporate Management Development bei der Bertelsmann AG, Carolin Kowalzik, Referentin strategisches Personalmarketing bei der Deutschen Bahn und Eva Zils, Bloggerin für online-recruiting.net sowie socialmedia-recruiting.com und HR Advertising Administrator & Social Media Expertin bei der Jobticket GmbH.
Employer Branding auf Facebook, Twitter & Youtube – Recruiting via Xing
Verstärkt nutzen die Personalexperten das Social Web zur Unterstützung des Employer Brandings. Dominik A. Hahn und Yasmine Limberger erklärten uns, dass sie damit einen persönlichen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens ermöglichen möchten. Beim unmittelbaren Recruiting kommt häufig Xing zum Einsatz. Carolin Kowalzik sagte dazu: „Wichtig ist uns der Respekt vor der Privatsphäre von Bewerbern. So nutzen wir zur aktiven Ansprache Netzwerke wie Xing.“
Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Experten ist es, sowohl mit Bewerbern als auch mit anderen interessierten Kontakten dialogorientiert zu kommunizieren. Laut Eva Zils kommt es aber noch viel zu häufig vor, dass Unternehmen im Web 2.0 lediglich ihre Stellenanzeigen veröffentlichen. Aus diesem Grund und, da viele Accounts nicht regelmäßig gepflegt werden, schöpfen Unternehmen häufig die Möglichkeiten des Social Webs im Bezug auf Employer Branding nicht vollends aus. Daher empfiehlt die Expertin: „Unternehmen, die über nicht genügend Personal zur Pflege der verschiedenen Web-2.0-Auftritte verfügen, sollten von diesen Maßnahmen also zunächst Abstand nehmen.“ Auch Carolin Kowalzik gibt zu bedenken, dass viele Unternehmen den benötigten Zeit- und Personalaufwand unterschätzen, denn „Social Media ist kein reines Push-Medium, sondern verlangt Beobachtung und Dialog.“
Durch die verschiedenen Social-Media-Aktivitäten haben die Unternehmen interessante Ergebnisse erzielt. So konnte die Allianz bereits neue Arbeitnehmer einstellen und Nico Rose stellte bei Bertelsmann eine größere Recruiting-Effizienz fest, „das heißt wir erhalten bei konstanter Anzahl an Bewerbungen mehr zu uns passende Bewerber.“ Deutliche Vorteile sieht Carolin Kowalzik einerseits im direkten, schnellen und unkomplizierten Kontakt mit Bewerbern und andererseits im viralen Effekt, den das Social Web mit sich bringt. Für gewöhnungsbedürftig hingegen hält sie die Tatsache, dass Unternehmen in sozialen Netzwerken nicht alles unter Kontrolle haben: „Wir haben gelernt damit umzugehen. Viele Unternehmen können heute noch nicht akzeptieren, dass sie in der Welt der Social Networks lediglich Gast sind.“
Obwohl die Experten von positiven Ergebnissen und Erfolgen berichten, seien konkrete Erfolge im Recruiting-Bereich laut Eva Zils seltener als gedacht. „Viele Social Media Personalmarketingexperten müssen nach wie vor zugeben, dass sie zwar auf ihre Aktivitäten in Netz positive Rückmeldungen von Kandidaten erhalten, aber dass sie bisher damit nur wenige oder gar keine Einstellungen darauf zurückführen können.“
Als einen der Gründe hierfür sieht die Bloggerin unter anderem die Existenz von professionellen Karriere-Seiten in Netzwerken wie Facebook, die deren Mitglieder vorrangig privat nutzen. Ihrer Meinung nach ist vielen Facebook-Nutzern nicht bewusst, dass ein Unternehmen keinen Zugriff auf die eigenen Profildaten erhält, wenn eine Seite „geliked“ wird. „Eine Möglichkeit, diese ,Bewerberängste‘ zu umgehen, bieten Anbieter wie BranchOut, BraveNewTalent und auch die neue Monster Facebook App BeKnwon: Anhand dieser Applikationen werden ausschließlich karriererelevante Profildaten genutzt, die ein Recruiter einsehen kann.“
Verknüpfung der Social-Media-Kanäle als Herausforderung
Nach der Zukunft und Trends im Employer Branding und Recruiting im Social-Media-Bereich gefragt, zeigt sich, dass die Deutsche Bahn schon seit gut einem Jahr Location-based Services wie zum Beispiel Foursquare erprobt. In dieser Technologie sieht auch Ralf Hilscher einen potenziellen neuen Trend: „Job-Angebote oder generelle Karriere-Infos zu bekommen je nachdem, wo man sich befindet, ist eine reizvolle Vorstellung.“ Was die zukünftigen Pläne der Allianz angeht, ist eine Erweiterung der Social-Media-Aktivitäten zwar vorgesehen, allerdings nicht um jeden Preis: „Wir fragen uns: Was möchte der Kunde, sprich der potentielle Bewerber, und welchen Mehrwert können wir ihm durch Kanal A oder B bieten.“ Und während Bertelsmann „das Bestehende noch besser machen“ will, hat es sich Avanade vor allem zum Ziel gesetzt „mit Interessenten noch mehr in Kontakt zu kommen“. Daneben sieht Carolin Kowalzik auch Potenzial in Arbeitgeberportalen wie kununu. „Der Bewerber hat sehr gute Möglichkeiten sich über seinen zukünftigen Arbeitgeber zu informieren, so dass auch seitens des Unternehmens ein konsequenter Dialog mit den Bewerbern an Bedeutung gewinnt.“ Daneben ist aber auch beständiges Monitoring und die nachvollziehbare und vor allem messbare Bewertung von Erfolgen der Social-Media-Aktivitäten ausschlaggebend für die Zukunft der Human Ressources im Social Web.
Einigkeit herrschte vor allem in zwei Punkten: Darin, dass die Internet-Präsenz im Social Web immer mehr zum Standard werden und somit nicht mehr aus den Bereichen Employer Branding und Recruiting wegzudenken sein wird und, dass die Verknüpfung der einzelnen und im Moment zumeist noch parallel nebeneinander verlaufenden Social-Media-Kanäle in Zukunft die nächste große Herausforderung sein wird.
Denn obwohl im Social Web viel kommuniziert wird, bleibt oft die Website die erste Adresse für Bewerber. Eine logische Konsequenz ist es also, die verschiedenen Kanäle auf der Unternehmenswebsite zu bündeln und es somit sowohl Bewerbern als auch interessierten Kunden oder Kontakten zu ermöglichen, auf eine umkomplizierte und bequeme Art sämtliche Aktivitäten des Unternehmens zu überblicken.
Empfehlenswert ist es auch für Unternehmen, die eigenen Mitarbeiter als Fürsprecher der Marke einzubeziehen – so auch in einem Blogkommentar von einer Leserin gefordert. Mitarbeiter sind eine starke, glaubwürdige Referenz, denn sie sprechen aus Erfahrung und können somit als authentische Botschafter der Marke auftreten. Es lohnt sich daher für Unternehmen, zu prüfen, welche Mitarbeiter bereits im Social Web aktiv sind und eine natürliche Affinität dafür aufweisen. Mitarbeiter, die über unternehmensnahe Themen bloggen oder auf Twitter aktiv sind, kann angeboten werden, den Blog oder Twitter-Account in die Website des Unternehmens einzubinden. Ein gutes Beispiel hierfür ist beispielsweise der Social Media Newsroom von T-Systems Multimedia Solutions.
Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter in die Kommunikation einbinden können, ihr Employer Branding und ihr Recruiting via Social Media fördern können und wie eine Strategie zur Verknüpfung der Website mit dem Social Web aussehen kann, erklären wir in unserem White Paper „Social-Media-Strategien für das Employer Branding und Recruiting“, das hier zum Download bereit steht.
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Dieser Artikel wurde von Philipp Strobel geschrieben.Philipp Strobel ist Business Development Manager bei der myON-ID Media GmbH. Hier ist er verantwortlich für den strategischen Vertrieb der iMedia Lounge und berät Unternehmen bei der Integration und Umsetzung professioneller Social Media-Lösungen. Zuvor war der Betriebswirt als Product Sales Manager bei Apple tätig. Er kann zudem auf eine fast zehnjährige Erfahrung als selbständiger IT-Berater für Apple Business-Lösungen zurückblicken.
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Hallo,
ich habe mich auch mit Employer Branding beschäftigt. Hierbei habe ich mal die Follower (LinkedIn), Abonnenten (Xing) und Fans (Facebook) mal verglichen. Das Ergebnis war eher überraschend: Xing eher eine Randerscheinung, war LinkedIn stärker vertreten als Facebook. Ich hätte genau mit einer anderen Reihenfolge gerechnet.
http://linkedinsiders.wordpress.com/2011/09/27/employer-branding-linkedin/
Liebe Grüße
Stephan







