Social Media Expeditionen: Erfolgsgeschichten aus der Tourismusbranche, Teil 5
13. Mai 2011 um 8:14 von Philipp Strobel
Die befragten Experten aus der Tourismusbranche haben uns im letzten Teil dieser Interview-Serie verschiedene Wirkungsrichtungen ihrer Social-Media-Aktivitäten veranschaulicht. Eins haben die unterschiedlichen Ansätze gemeinsam: Individuelle Social-Media-Ideen schaffen eine glaubwürdige und authentische Wahrnehmung, bei der ein Wir-Gefühl entsteht. Eine gute Basis, um ein neues Level an Transparenz in der Kommunikation der Tourismusbranche zu erzeugen und die Interaktion mit den Zielgruppen zu steigern.
Auf der Basis der bisherigen Erfahrungen haben sich die Tourismusexperten Nadja Waldraff von HolidayCheck.de, Karen Liller von STA Travel, Birgit Ströbel von Holidayinsider.com und Dr. Ingo Markgraf von REWE Touristik Gedanken gemacht über die Trends, die sie in den kommenden fünf Jahren im Bereich Social Media erwarten.
Frau Waldraff, Frau Liller, Frau Ströbel und Herr Dr. Markgraf, welche Trends bzw. kommunikativen Herausforderungen sehen Sie in Bezug auf Social Media in den nächsten fünf Jahren auf die Tourismusbranche und speziell auf Ihr Unternehmen zukommen?
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Nadja Waldraff, HolidayCheck.de: Die größte kommunikative Herausforderung besteht mit Sicherheit darin, dass Unternehmen lernen müssen sich zu öffnen. Für uns heißt das ebenfalls, dass wir stärker mit unseren Kunden arbeiten als nur für sie. Die Tourismusbranche wird auch in den kommenden Jahren von Kundenmeinungen und Bewertungen dominiert werden, der Austausch unter Kunden und das Empfehlungsmarketing werden weiter an Bedeutung gewinnen. Hier ist die Herausforderung, das Gesprochene für sich zu nutzen und aktiv an Gesprächen teilzunehmen – immer unter den Regeln der sozialen Medien, also keine Werbebotschaften platzieren sondern sozial mit Kunden in Kontakt treten. | |
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Karen Liller, STA Travel: Ich glaube, der Trend „Social Shopping“ bzw. in unserer Branche eher „Social Booking“ – also die Verknüpfung von Social Media mit E-Commerce – wird unsere Branche in den kommenden fünf Jahren noch stärker beschäftigen. Genau wie die Möglichkeit, mit seinem Smartphone mal eben einen London-Flug, ein Hotel oder einen Mietwagen von unterwegs zu buchen. Das stellt STA Travel vor eine Herausforderung, da unsere Kernkompetenz im Verkauf von beratungsintensiven Reisen liegt, wie zum Beispiel individuelle Fernreisen, Weltreisen, Work&Travel oder Freiwilligenprojekte im Ausland. Solche und ähnliche Reisen lassen sich auch in Zukunft nicht mal eben schnell über Facebook oder eine iPhone App buchen, dafür werden STA Traveller weiterhin in unsere Reisebüros gehen und unsere Beratung schätzen. Trotzdem möchte STA Travel bei diesen Trends natürlich gerne mitmachen… | |
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Birgit Ströbel, Holidayinsider.com: Die Herausforderungen liegen darin, die existierende Kommunikation rund um Reisethemen aus dem Social Web für den eigenen Dienst zu nutzen und das Social Web intelligent mit dem Portal zu verknüpfen. | |
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Dr. Ingo Markgraf, REWE Touristik: Alle Beteiligten stehen im Umgang mit den sozialen Netzwerken noch am Anfang, auch wir lernen jeden Tag dazu. Eine Prognose für fünf Jahre wage ich nicht. Dieses Medium ist extrem dynamisch. Wir müssen uns in gleicher Geschwindigkeit mit entwickeln. Eine Herausforderung liegt im Erreichen der Zielgruppe bis 30. Diese Zielgruppe ist nur noch schwer über klassische Medien zu erreichen. Hier müssen wir Wege finden, das sich neu entwickelnde Bedürfnis nach Austausch und Information mit relevanten Informationen zu bedienen. |
Herzlichen Dank an unsere Tourismusexperten für den interessanten Ausblick auf kommende Social-Media-Entwicklungen!
Dinge, die heute schon gut funktionieren, sollten auch in den nächsten Jahren Bestand haben und sich weiter etablieren: So die Kommunikation unter Kunden sowie zwischen Kunden und Unternehmen. Auch Bewertungen und Empfehlungen sollten weiter essenziell sein. Der Austausch mit Social-Media-Fans und -Followern im Social Web ist schön und gut – in den kommenden Monaten und Jahren wird jedoch die Herausforderung darin liegen, einen Kreislauf zwischen dem Social Web und der Website herzustellen. Die Interaktion mit und unter Kunden und Interessenten sollte so kanalisiert werden, dass sie am Ende wieder in das E-Business-Konzept der Tourismusanbieter einzahlt – Stichwort Social Booking.
Trotz einer starken Kommunikation im Web gilt es weiterhin die Brücke zu schlagen zu realen Beratungsdienstleistungen, die insbesondere bei Individualreisen auch zukünftig noch offline im Reisebüro stattfinden könnten. Sicher wird es noch viele Trends geben, die sich durch die dynamische Entwicklung des Social Webs heute noch nicht absehen lassen. Hier müssen die Anbieter die Augen offen halten und durch fortlaufende Innovationen sicherstellen, bei der Zielgruppe der Digital Natives am Ball zu bleiben.
Wie die Tourismusexperten auf diese Herausforderungen eingehen werden bzw. welche Social-Media-Aktivitäten geplant sind, lesen Sie im nächsten Teil dieser Interview-Serie.
Fortsetzung folgt…
Social-Media-Branchen-Special – Tourismus:
Social Media Expeditionen: Erfolgsgeschichten aus der Tourismusbranche, Teil 4
Social Media Expeditionen: Erfolgsgeschichten aus der Tourismusbranche, Teil 3
Social Media Expeditionen: Erfolgsgeschichten aus der Tourismusbranche, Teil 2
Social Media Expeditionen: Erfolgsgeschichten aus der Tourismusbranche, Teil 1
Social Media Expeditionen: Tourismusbranche noch nicht am Ziel angekommen
Weitere Social-Media-Branchen-Specials:
Social Media in DAX-30-Unternehmen: Einige fest im Sattel, viele mit noch angezogenen Zügeln
Social Media im Finanzsektor – Banken fassen Fuß, Versicherungen ziehen nach
Dieser Artikel wurde von Philipp Strobel geschrieben.Philipp Strobel ist Business Development Manager bei der myON-ID Media GmbH. Hier ist er verantwortlich für den strategischen Vertrieb der iMedia Lounge und berät Unternehmen bei der Integration und Umsetzung professioneller Social Media-Lösungen. Zuvor war der Betriebswirt als Product Sales Manager bei Apple tätig. Er kann zudem auf eine fast zehnjährige Erfahrung als selbständiger IT-Berater für Apple Business-Lösungen zurückblicken.
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