Social Media Expeditionen: Erfolgsgeschichten aus der Tourismusbranche, Teil 2
28. April 2011 um 8:45 von Philipp Strobel
Im ersten Teil unserer Interview-Serie waren unsere Experten aus dem Tourismussektor letzte Woche einstimmig der Meinung, dass Social Media für die Tourismusbranche viel Potenzial hat und eine hohe Relevanz besitzt. Heute nehmen die befragten Branchen-Kenner im zweiten Teil der Interview-Serie zu den Chancen von Social Media im Tourismusbereich Stellung.
Wie der eigene Urlaub will die Social Media Expedition der Tourismusbranche schließlich gut geplant sein. Dementsprechend wichtig sind die Reisevorbereitungen: Erst wenn klar ist, welche Aktivitäten während der Social Media Expedition sinnvoll, effektiv und chancenreich sind, kann die Reise gebucht werden!
Um das Potenzial von Social Media für die Tourismusbranche einzuschätzen, haben sich folgende Tourismusexperten für uns auf die Reise gemacht: Nadja Waldraff von HolidayCheck.de, Karen Liller von STA Travel, Birgit Ströbel von Holidayinsider.com und Dr. Ingo Markgraf von REWE Touristik:
Frau Waldraff, Frau Liller, Frau Ströbel und Herr Dr. Markgraf, welche Potenziale und welchen Nutzen sehen Sie in Social Media insbesondere für die Tourismusbranche? In welchem/welchen Unternehmensbereich/en zahlt sich Social Media Ihrer Ansicht nach am besten aus?
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Nadja Waldraff, HolidayCheck.de: Das größte Potenzial für den Tourismus bieten sicher die Bewertungsportale. Der Trend hin zur offenen Kommunikation birgt eine große Chance für die Branche. Die Erfahrungsberichte von Gästen bieten Hotels ein kostenloses Marketingtool bzw. ein kostenloses Qualitätsmanagementtool, mit dem sie auf Missstände unverzüglich aufmerksam gemacht werden. | |
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Karen Liller, STA Travel: Viele Menschen durchforsten zu Beginn ihrer Urlaubsplanung erst mal das Internet. Sie suchen nach Inspiration und Information, nach coolen Reisezielen, nach Insidertipps und Erfahrungen von anderen Urlaubern und nach besonderen Touren oder Erlebnissen. Social Media hat in dieser ersten Phase der Urlaubsplanung meiner Meinung nach ein großes Potenzial. An dieser Stelle kann man als Reiseunternehmen z. B. in Foren helfend zur Seite stehen, kann durch authentische Videos und Fotos inspirieren, in Podcasts oder eigenen Erlebnisberichten seine Reiseexpertise beweisen, durch die Analysen von Suchanfragen Reisetrends herausfinden und vieles mehr.
Sehr wichtig ist meiner Meinung nach der Einsatz von Social Media im Bereich Recruiting. Schließlich sind Nachwuchskräfte und Young Professionals Digital Natives. Diesen ist es wichtig, wie sich ihr zukünftiger Arbeitgeber im Internet präsentiert und von der Online Community bewertet und wahrgenommen wird. Wir hören immer öfter von Bewerbern, dass sie sich eingehend in unserem Corporate Blog und auf unserer Facebook-Fanpage über STA Travel, unsere Unternehmenskultur, Aufstiegschancen und die Arbeit der Abteilungen informiert haben. Die Kategorie „Jobs & Karriere“ ist die meistgeklickte bei uns im Blog! Daher mein Tipp für andere Reiseunternehmen: Nutzt die Chance, durch eure Aktivitäten im Social Web Employer Branding zu betreiben – also aktiv mitzugestalten, wie eure Marke im Internet wahrgenommen wird. |
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Birgit Ströbel, Holidayinsider.com: Empfehlungen und authentische Meinungen haben im Bereich Tourismus einen sehr hohen Stellenwert. Hier liegt viel Potenzial in Social Media, der gegenseitige Erfahrungsaustausch, verbunden mit affinen, lokalen Tipps kann und wird sich weiter entwickeln und einen Mehrwert für Reisende bringen. Darüber hinaus lässt sich so die Reichweite eines akzeptierten Portals wie Holidayinsider.com spielerisch steigern.
Social Media steckt in vielen Bereichen noch in den Kinderschuhen: viele Urlaubsziele experimentieren hier mit teilweise ganz interessanten Erfolgen. Derzeit sehen wir dennoch keine Mainstream-Aktivitäten, sondern sehen Social Media vielmehr als einen möglichen Kanal zur Gewinnung von User-generated Content. |
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Dr. Ingo Markgraf, REWE Touristik: Eines der größten Potenziale für uns ist sicher, dass wir Kunden erreichen können, die wir über klassische Medien kaum oder nur sehr schwer erreichen. Damit meine ich vor allem junge Menschen, „Digital Natives“. Ein großer Vorteil für uns als Reiseveranstalter ist ja, dass das Thema Urlaub bei den Menschen extrem positiv besetzt ist. Wir verkaufen eben keinen Atomstrom, sondern die hoffentlich schönste Zeit im Jahr. Deshalb können wir die Menschen im Web sehr positiv, sehr direkt und emotional ansprechen. Weiterempfehlungen, Tipps und Hinweise von Freunden – die großen Assets des Social Web – sind für die Reisebranche von immens großer Bedeutung. |
Vielen Dank an unsere Gesprächspartner für das freundliche Interview und für diesen interessanten Ein- und Ausblick!
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass jeder der von uns befragten Tourismusexperten den Austausch von Empfehlungen, Meinungen und Erfahrungen von und für Reisende als große Chance für die Tourismusbranche sieht. Eine positive und transparente Kommunikation der Tourismusakteure sollte durch die Social Media Aktivitäten weiter gefördert werden, um einer im Tourismus besonders geforderten Service- und Kundenorientierung gerecht zu werden.
Zum anderen ist Social Media eine große Chance für die Tourismusakteure selbst: Der Einsatz von Social Media in den Bereichen Human Resources und Recruiting unterstützt die Unternehmen dabei, sich bei Bewerbern – unter denen sich zunehmend immer mehr sogenannte „Digital Natives“ befinden werden – als innovativer und attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.
In Kürze lesen Sie hier, wie unsere Tourismusexperten dies umsetzen und wie sie in ihren Unternehmen in Sachen Social Media aufgestellt sind – es bleibt also spannend!
Fortsetzung folgt…
Weitere Teile dieser Interview-Serie:
- Social Media Expeditionen: Erfolgsgeschichten aus der Tourismusbranche, Teil 1
- Social Media Expeditionen: Tourismusbranche noch nicht am Ziel angekommen
Weitere Branchen-Specials:
- Social Media in DAX-30-Unternehmen: Einige fest im Sattel, viele mit noch angezogenen Zügeln
- Social Media im Finanzsektor – Banken fassen Fuß, Versicherungen ziehen nach
Dieser Artikel wurde von Philipp Strobel geschrieben.Philipp Strobel ist Business Development Manager bei der myON-ID Media GmbH. Hier ist er verantwortlich für den strategischen Vertrieb der iMedia Lounge und berät Unternehmen bei der Integration und Umsetzung professioneller Social Media-Lösungen. Zuvor war der Betriebswirt als Product Sales Manager bei Apple tätig. Er kann zudem auf eine fast zehnjährige Erfahrung als selbständiger IT-Berater für Apple Business-Lösungen zurückblicken.
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