Social Media im Finanzsektor – Banken fassen Fuß, Versicherungen ziehen nach
28. Februar 2011 um 12:04 von Philipp Strobel
Was Social Media angeht, so wird die Finanzbranche langsam aber sicher aktiv: Für viele Finanzdienstleister wird das Thema Social Media zunehmend wichtiger. In erster Linie nutzen Unternehmen Facebook, Twitter & Co., um Meinungen und Diskussionen über die eigene Organisation zu beobachten oder User und Fans in puncto Unternehmenszahlen auf dem Laufenden zu halten.
Die Banken haben angekündigt, ihr Social Media-Engagement bis 2013 zu intensivieren – vor allem um nach der Finanzkrise die Kundenbeziehungen wieder zu festigen und neues Vertrauen zu schaffen. Mehr und mehr Banken stellen fest, dass an Social Media nun bald kein Weg mehr vorbeiführt: Laut einer Studie, die die Online Marketing Agentur Zieltraffic in Auftrag gegeben hat, finden 70 Prozent der Berichterstattung und Diskussionen über Banken sowie deren Produkte und Dienstleistungen im Social Web statt. Die Deutsche Bank, die Sparkasse und die Commerzbank beispielsweise sind schon sehr nachahmenswert „zwonullig“ unterwegs – vor allem auf Twitter. „Voraussetzungen hierfür auf Bankenseite sind Kritikfähigkeit, der Wille zu Wahrheit und Offenheit sowie die Fähigkeit zu zeitnaher Reaktion“, sagt Johannes Korten, Leiter Vertriebsmanagement der GLS-Bank Bochum in einem Interview über seine Branche.
Er meint: „Für Banken, die Transparenz und Kundendialog ernst nehmen, wird daher die Nutzung sozialer Medien ein integraler Bestandteil von Kommunikation und Geschäftsstrategie sein müssen.“
Lässt man den Blick aktuell weiter in die Versicherungsbranche schweifen, stellt man fest, dass die deutschen Versicherer noch etwas schneller aufholen müssten, um in Bezug auf Social Media nicht zurückzufallen: Nach einer Studie der Attensity Europe GmbH kann die deutsche Versicherungswirtschaft, was die Social Media-Entwicklung angeht, nicht so recht Schritt halten. In dieser Studie wurde untersucht, welche Social Media-Kanäle die deutschen Versicherungsunternehmen bedienen und außerdem, wie aktiv sie dort mit welcher Wirksamkeit sind. Das Ergebnis: Die Chancen von Social Media wurden von den Versicherern bislang noch nicht hundertprozentig erkannt. „Unter den deutschen Versicherungs-Unternehmen haben lediglich die Allianz, die R+V Versicherung und die ERGO Versicherungsgruppe mehr als 1.000 Zustimmungen erhalten“, ist im Blog Versicherung2.0 über die Facebook-Fanpages der Versicherer zu lesen.
Sind aber die Vorteile des Social Webs nicht gerade für den Finanzsektor, insbesondere die Versicherungsbranche, von eminenter Bedeutung, um Wettbewerbsvorteile nicht einfach so zu verschenken? Neben dem Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen und der Intensivierung des Kundendialogs können endlich auch die „versicherungsträgen“ Jugendlichen und jungen Erwachsenen angesprochen werden. „Ein kurzer Tweet im Schadenfall, ein Hinweis auf online verfügbare Dokumente, notwendige Schritte oder zuständige Sachbearbeiter – all dies kann die Kundenloyalität und Markenwahrnehmung bei vernachlässigbaren Kosten nachhaltig verbessern“, macht Martina Tomaschewski, Marketingchefin von Attensity, deutlich.
Das heißen wir gut und empfehlen: Im Social Web ist aktives Zuhören und zeitnahe Reaktion gefragt, um den Bedürfnissen und Fragen der User und Interessenten des Unternehmens serviceorientiert gerecht zu werden. Unterstützend wirken sich hierbei Internet-Anwendungen aus, die das Social Web strukturieren, transparent machen und Inhalte an einer zentralen Stelle bündeln – wie beispielsweise Social Media Newsrooms oder Social Media Portale.
Dieser Artikel wurde von Philipp Strobel geschrieben.Philipp Strobel ist Business Development Manager bei der myON-ID Media GmbH. Hier ist er verantwortlich für den strategischen Vertrieb der iMedia Lounge und berät Unternehmen bei der Integration und Umsetzung professioneller Social Media-Lösungen. Zuvor war der Betriebswirt als Product Sales Manager bei Apple tätig. Er kann zudem auf eine fast zehnjährige Erfahrung als selbständiger IT-Berater für Apple Business-Lösungen zurückblicken.
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