Jon Christoph Berndt®: So sind nicht viele – starke Marken bekennen sich immer, Christoph Schlingensief!
26. August 2010 um 9:03 von Jon Christoph Berndt
Kunst ist „Tötet Helmut Kohl“, Kunst ist, Konzentrationslager „von Nord nach Süd“ ordnen zu lassen (lesenswerter Rückblick im Stern) und Christoph Schlingensief ist auch große Kunst. Seit Samstag ist er nicht mehr da, aber vieles bleibt. Er war jemand, der immer bezahlt hat für die Party, die er schmiss. Mit seinem guten Namen, seiner Reputation manchmal, zum Schluss vielleicht sogar mit dem Leben. Immer geradlinig, eckig und kantig; zu stark, um schwach zu sein. Eine echte Marken-Persönlichkeit.
Dagegen der Marken-Pöbel: macht auch den Mund auf, hat aber nichts zu sagen. Versteckt sich in der Anonymität und sondert Scheißhausparolen ab, da ist die große Marke Schlingensief noch nicht mal kalt. „De mortuis nil nisi bene“ zählt schon im echten Leben nichts und im Internet gar nichts:
- „Kein Verlust für die Kunstwelt das war eh nur ein armer Spinner!“
- „Schlingensief lebt weiter – als Lady Gaga“ (ebenfalls gelöscht)
- usw., usw., tausendfach
Das sind die schlappen Märkchen, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben. So weit reicht die Demokratie im Netz, dass sich Schandmäulern und verbalen Leichenfledderern ebenfalls ein Forum auftut. Human Branding-Regel: Verstecke Dich niemals hinter den dicken Mauern im Netz, verwende niemals einen Nickname oder ein Pseudonym. Weise Mitmenschen die das klassenlose Medium Internet zur Befriedigung ihres niederen Triebs missbrauchen.
Human Branding Lesson Learned #10
Überlege Dir, ob Du etwas zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen möchtest. Falls ja, was kann das sein? Entwickele Deine in der Wolle gefärbte, zu Dir wie Dein Gesicht passende Haltung. Besetze die sich auftuende Nische konsequent. Habe Freude an dem, was Du sagst und auch tust; falls sie ausbleibt, lasse es bleiben. Verstecke Dich niemals hinter den dicken Mauern im Netz, verwende niemals einen Nickname oder ein Pseudonym. Weise Mitmenschen zurecht, die das tun und so das klassenlose Medium Internet für ihr ihre niederen Zwecke missbrauchen.
Stay tuned!
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Dieser Artikel wurde von Jon Christoph Berndt geschrieben.Der Markenexperte und Managementtrainer Jon Christoph Berndt, geb. 1969, ist Inhaber der brandamazing: Unternehmensberatung für Markenkommunikation in München. Der Erfinder von Human Branding schreibt die Kolumne "Mensch, Marke!" im Handelsblatt und ist Mitglied des Vorstands der German Speakers Association (GSA).
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