Jon Christoph Berndt®: Kleine bis mittelgroße Sünden bestraft der Markengott sofort, Michelle Obama!

12. August 2010 um 9:10 von Jon Christoph Berndt

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Je stärker der Mensch sich exponiert, desto mehr achten muss er darauf, was er so treibt in der Öffentlichkeit und im Privatleben. Gerade heute, wo wir eine Rückbewegung zu Ordnung, Sitte und Moral feststellen (langsam zwar, aber es tut sich was). Da hat das Ende des westlichen Neidgesellschafts-Triathlons – Schneller (fahren), Höher (bauen), Weiter (fliegen) – auch sein Gutes: Es ist nicht länger dort am Schönsten, wo’s am Wärmsten raus kommt.

Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd hat sich gern exponiert, und jetzt ist er weg. Der Unterschied zwischen geschäftlich und privat veranlassten Essen war ihm nicht ausreichend geläufig. Aber lieber nur den Job los und dafür den Vorwurf der sexuellen Belästigung am Abendarbeitsplatz gleich mit. Der ist in den USA ja ganz besonders ungemütlich.

Herr Hurd macht’s vor, und Frau Obama macht’s nach (ok, etwas anders): Spiel, Spaß, Spannung und Sport in der Villa Padierna*****, Marbella, Costa del Sol, Espana, € 5.000 (die Nacht). Sie zahlte zwar vieles selbst, aber nicht genug und schon gar nicht alles. Das sagen die Republikanische Stänker-Garde rund um America’s Hopefully Not Next President Sarah Palin und ihr Verlautbarungsorgan Fox News. Dazu kommen die Mietmäuler von der Blog-Front, die schaffen den Rest. In diesem Fall, goutiert das Volk über alle Parteigrenzen, stänkern sie zurecht: Der Betrieb der „Air Force 2“ kostet halt mehr als die erstatteten Flugkosten auf Basis von Erste-Klasse-Tickets, und was ist mit den circa 70 Sicherheitsbeamten, die mit kamen nach Marbella und ebenfalls in der Villa Padierna***** nicht nur sicherten, sondern auch schliefen, etc., etc. Insgesamt sind etwa 300.000 Dollar durchgerauscht durch den Schornstein der „modernen Marie Antoinette“. (“Wenn das Volk kein Brot hat, warum isst es dann keinen Kuchen?”) Das in Zeiten der gefühlt größten US-amerikanischen Wirtschaftskrise aller Zeiten. Die ganze Story gibt es zum Beispiel hier.

Unvergessen das meist verbeulte, so wahre Schild an den Wegesrändern beim Wandervogeln in den 80ern: „Ein Wald ist schnell zu Asche gemacht!“ Ja, so geht’s mit dem Image eben auch – mühsam gewachsen, schnell verraucht. Da hilft es dann nichts bis gar nichts, dass Michelle Obama mit ihrer Figur „wie geschaffen für edle Designer-Roben“ und „Mut zur Stangenware im Weißen Haus“ ihre Kleider auch günstig im Internet kauft. Und klein gespürt vom Volk wird ihr Engagement für Obdachlose, so herzig und herzlich es auch sein mag.

Das Volk kriegt mit, was es mit kriegen will. Und hängen bleiben derzeit nur fünf Dinge: Die Sterne der Villa Padierna. Das ist so unnötig wie schwer wieder gut zu machen. Marie Antoinette wurde hingerichtet. Das moderne Schafott steht heute im Internet, geköpft wird medial. Das Messer ist auch ziemlich scharf, und es tut auch ziemlich weh. Wer Recht hat, darum geht es nicht. Es geht hierum: Wer sich exponiert, muss wissen, was er mit dem auslöst, was er tut und was er lässt. Vorher.

Was macht Michelle Obama falsch?

  • Sie erkennt nicht, dass sie extrem beäugt wird. Das ist der Preis der Öffentlichkeit.
  • Sie doktert an irgendwelchen Kosten herum und muss wissen, was was wirklich kostet (faktisch wie ideell). Dafür haben ihre Eltern sie nach Harvard geschickt.
  • Sie zeigt wenig Gespür dafür, was gerade geht. Urlaub in New Mexico, wo das Öl noch steht, muss nicht sein, um ein Zeichen zu setzen… Michelle, dann nimm halt Idaho!

Human Branding Lesson Learned #9

Es ist unerheblich, ob Du in die Öffentlichkeit willst oder musst: Ist es erst einmal geschehen, sieh Dich vor und lasse Dich 1a beraten. Das gilt auch für kleinere Dimensionen; in der Firma, im Sportverein, in der Lokalpolitik wird es auch ganz schnell sehr öffentlich. Denke immer an den Unterschied zwischen beruflich und privat veranlassten Abendessen und daran, was Dein ganz persönlicher Ferienflug mit Deiner „Air Force 2“ tatsächlich kostet. Dann lässt Du vielen Blödsinn bleiben, bevor er entsteht. (Und denke an das zerbeulte Schild im Wald.)

Stay tuned!

Mehr von Jon Christoph Berndt® und Human Branding gibt’s hier:

  • Auch Allmächt kann da nix mehr ausrichten, Eva Herman!
  • Wer so trifft, darf auch so heißen, Thomas Müller!
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  • Zeit zum Köhlern, maue Marke Tony Hayward!
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Jon Christoph BerndtDieser Artikel wurde von Jon Christoph Berndt geschrieben.
Der Markenexperte und Managementtrainer Jon Christoph Berndt, geb. 1969, ist Inhaber der brandamazing: Unternehmensberatung für Markenkommunikation in München. Der Erfinder von Human Branding schreibt die Kolumne "Mensch, Marke!" im Handelsblatt und ist Mitglied des Vorstands der German Speakers Association (GSA).
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1 Kommentar für “Jon Christoph Berndt®: Kleine bis mittelgroße Sünden bestraft der Markengott sofort, Michelle Obama!”

Jon Christoph Berndt®: So sind nicht viele – starke Marken bekennen sich immer, Christoph Schlingensief! | myON-ID Blog
26. August 2010 um 09:05

[...] Kleine bis mittelgroße Sünden bestraft der Markengott sofort, Michelle Obama! [...]

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