Jon Christoph Berndt®: Fröhlich weiter auf der schiefen Bahn zum Markenglück, Menowin Fröhlich!
1. Juli 2010 um 8:57 von Jon Christoph Berndt
Nach keiner DSDS-Ausgabe hat ein Zweitplatzierter so viel Medien- und Fanecho ausgelöst wie er. Die Farbe Rot, die Menowins Fans zum Zeichen ihrer Solidarität auf dem Weg bis fast an die Spitze trugen, ist inzwischen Kult. Der Typ hat mehr Aufmerksamkeit als der große Gewinner Mehrzad Marashi. Der ist halt so einer von der glatten Sorte; glücklich verlobt, mit Kind und so, und das nicht mal von der Cousine, keine Drogen, kein Knast. Da kann sich keiner dran stoßen, keiner dran reiben, keiner sich so schön aufregen. Und das braucht es halt bei einer starken Human Brand – feste Borke zum Schubbern wie bei Balu im Dschungelbuch. Dann kratzt es, und das tut uns gut. Sich aufregen macht Laune, und Laune macht Fans.
Menowin Fröhlich ist der Prolet von nebenan, nahbar für alle. In ihm steckt das, von dem viele gern eine Prise abhätten: Ein bisschen Revoluzzer, etwas Rempler, eine Messerspitze Rauf- und Sauf-Rowdy. Der Auflehner gegen die spießige Krisen-Langeweile 2010ff. Sicher ist er zu proletig, zu laut, zu scheinwerfergeil. Dazu die immer ein bisschen zu bunten Klamotten, der immer ein bisschen zu große falsche Diamantohrstecker, die immer ein bisschen zu dekorierte Frisur. Alles falsch, furchtbar, eklig – furchtbar geil und endeklig! Endlich haben Janine und Jerome (beide zwischen 17 und 29) einen Vorangeher und Erlaubnisgeber dafür, auch mal so elegant auf die Straße rotzen zu dürfen.
Die Fanliebe in Rot geht sogar bis zu deutschlandweiten Demos:
Der zweite Platz für Merowin ist zuwenig! Wer tut das schon für die wahre, konstruktiv starke Marke Joachim Gauck, weil der nur Zweiter wurde? Kein Mensch, in welcher Farbe auch immer. Es sieht so aus, als kann Menowin Fröhlich tatsächlich ohne eigene Single und ohne eigene CD mehr Zuschauer bei seinen Konzerten versammeln als DSDS-Gewinner und Chartstürmer Mehrzad Marashi.
Wie wird das bloß weiter gehen? Es geht so weiter, dass diejenigen mit den ganz klaren, einfachen Botschaften die großen Gewinner sind. Die gegen den Strich Gebürschtelten, die kleinen schmutzigen gesellschaftlichen Geisterfahrer. Die werden es weiter reißen in einer Zeit, in der Tugenden und Werte nur von wenigen geschätzt, gelebt und verteidigt werden. Also entweder laute Marke sein und mit pöbeln (das ist gut fürs Ego und kurzfristig gut für die Kasse) oder leise Marke sein und in sich hinein murmeln (das ist gut fürs Ego und langfristig gut fürs Gemüt).
Was macht Menowin Fröhlich richtig?
- Er denkt nicht viel nach, macht einfach; in der Wolle gefärbt echt, wie er tatsächlich ist!
- Er schert sich einen kühlen Dreck darum, was andere sagen!
- Er bleibt konsequent bei seiner Markenstrategie, die einfach so gewachsen ist!
Human Branding Lesson Learned #6
Nimm das Leben nicht so schwer. Versende lieber einfache knackige Botschaften, die so sind wie Du. Das ist besser als lang geplante und dann doch irgendwie schlappe Profilierungsversuche im Grau der Masse. Dann wirst Du wahrgenommen, polarisierst ordentlich und hast beides – Freunde und Feinde. Aber: Do it your way!
Stay tuned!
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Dieser Artikel wurde von Jon Christoph Berndt geschrieben.Der Markenexperte und Managementtrainer Jon Christoph Berndt, geb. 1969, ist Inhaber der brandamazing: Unternehmensberatung für Markenkommunikation in München. Der Erfinder von Human Branding schreibt die Kolumne "Mensch, Marke!" im Handelsblatt und ist Mitglied des Vorstands der German Speakers Association (GSA).
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Ich möchte auf ihre Bericht nur mit einem Zitat antworten
Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist.
Niccolò Machiavelli
Ja in der Tat – mit Ecken und Kanten kommt man heute wohl weiter als wenn man “aalglatt” und “everybody’s darling” ist. Denn lasst uns mal ehrlich sein – wer von uns ist schon perfekt? Übrigens – der bisher geglaubte “Saubermann” Herr Marashi ist wohl auch nicht so ganz das, was er vorzugeben scheint – nachgesagte Affäre, gefakter Heiratsantrag im TV, Widersprüche dbzgl. in Interviews, Video auf dem man ihm beim Hasch Konsum sieht… Was ist also der Unterschied zu Herrn Fröhlich? Nun, dieser hat wenigstens von Anfang an mit offeneren Karten gespielt und zugegeben, daß er “Dreck am Stecken” hat/te. So etwas nennt man authentisch. Herr Marashi dagegen wurde als “Saubermann” dargestellt, der er de fakto nunmal nicht ist. So etwas nennt man heuchlersich und verlogen. Was sind wohl die “ehrenhafteren Tugenden”?
[...] Fröhlich weiter auf der schiefen Bahn zum Markenglück, Menowin Fröhlich! [...]
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