Jon Christoph Berndt®: Wer so trifft, darf auch so heißen, Thomas Müller!
15. Juli 2010 um 13:33 von Jon Christoph Berndt
Fußall-Schland hat einen neuen Marken-Helden! Während in Deutschland bereits wieder gearbeitet wird, wird in der Parallelwelt Schland noch gefeiert. Und da vor allen Dingen einer, der so „unverbogen, originell und nicht recht zu fassen“ ist, dass es nicht recht zu fassen ist: Thomas Müller, der mit dem Goldenen Schuh für den besten Torjäger, bester Nachwuchsspieler obendrein. In Pähl am Ammersee will man dem berühmtesten Bub des Kaffs sogar das Denkmal „Bester Jungprofi der WM“ setzen. Ein steinerner Fußball soll es sein; aha, wie nahe liegend, die ebenhölzerne Luftpumpe nun also doch nicht.
Bei der starken Marke ist eines ganz besonders ausschlaggebend, was der Müller ganz besonders prima ist: Wenn Du weißt, wer Du bist, wo Du herkommst, wo Du hin willst, was Du kannst und was nicht… Dann darfst Du davon profitieren, wovon der Müller ganz besonders prima profitiert: vom Sich-Entspannt-Zurücklehnen-Dürfen, vom Abwarten und Schauen, welche Haifische als nächstes zum bequemen Harpunieren vorbei dümpeln (Auslandsvereine, Sponsoren, Werbeverträge…). Und Lisa (Ehegattin) und Micky (Labrador) warten und schauen einfach mit. Ist das toll: In der Kraft liegt die Ruhe, und die Kraft kommt bei Thomas Müller wie aus einem nie versiegenden Loch im Golf von Mexiko; nur freudvoll.
Die FIFA hat erkannt (und die FIFA irrt nie): „herausragende Fähigkeiten“, „junge, erfrischende Spielweise“, „Beliebtheit bei den Fans aufgrund unterhaltsamer Auftritte“. Am meisten in Erinnerung bleiben wird der schon legendäre Auftritt nach dem Achtelfinale Schland vs. England, als der Herr Müller, Thomas, „meine beiden Omas und meinen Opa“ grüßt, denn „das ist schon lang mal überfällig“. Platz 1 nun auch in den Herzen, und da wird die wahre Kasse gemacht!
Erstaunlich 1: Der Typ fährt mit Lisa nach Österreich statt mit Doreen ins P1 (für die Landeier: Promi-Disco in München). Erstaunlich 2: Lisa hält ihn für den „perfekten Mann“, und das in diesen blutjungen Jahren. Was ist eigentlich, und das ist dann erstaunlich 3, wenn sie dauerhaft Recht behält?
Frage des Tages 1 bis 3: Wo kriegt man so ein schlagfertiges Mundwerk her, wenn nicht aus Pähl am Ammersee kommt: Abgang Thomas Müller bei der Pressekonferenz nach dem England-Knüller in Bloemfontein. “Jetzt können Sie in die Dusche gehen”, sagt der FIFA-Man. “Das Mikrofon verbiegt sich auch schon, weil ich so stinke“, sagt der Pähler. Was sagt der Typ vom Human Branding? Nichts mehr.
Was macht Thomas Müller richtig?
- Er bekennt sich zur Herkunft seines Bauchs, seines Herzens, seiner Seele (Pähl, Ammersee, Oberbayern)!
- Er verstellt sich nicht und bleibt, wie er ist!
- Er sagt, was er denkt, und tut, was er sagt!
Human Branding Lesson Learned #7
Plane gern Dein Fortkommen, Deine Karriere, Deinen Ruhm. Aber bedenke bitte, dass Thomas immer Thomas bleiben wird, Horst bleibt Horst und Paula bleibt Paula. Ist halt so; ist auch nicht schlimm. Nur wissen sollte man es. Da hilft dann auch kein Porsche, kein Poggenpohl, kein Prada. Zum Trost: Die eigene kleine Welt ist immer groß genug, um in ihr ein wahrer Star zu sein und sich daran wirklich zu erfreuen.
Stay tuned!
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Dieser Artikel wurde von Jon Christoph Berndt geschrieben.Der Markenexperte und Managementtrainer Jon Christoph Berndt, geb. 1969, ist Inhaber der brandamazing: Unternehmensberatung für Markenkommunikation in München. Der Erfinder von Human Branding schreibt die Kolumne "Mensch, Marke!" im Handelsblatt und ist Mitglied des Vorstands der German Speakers Association (GSA).
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