Jon Christoph Berndt®: Auch Allmächt kann da nix mehr ausrichten, Eva Herman!
29. Juli 2010 um 9:01 von Jon Christoph Berndt
Sportlich, sportlich, wie der berühmte, alteingesessene und -ehrwürdigere Kopp-Verlag („Verlag und Fachbuchversand für Enthüllungsliteratur, Verschwörungen, unterdrückte Informationen und Erfindungen und Geheimgesellschaften“ – wow!) da jemandem eine Bühne gibt, von der man annehmen darf und neuerdings muss, sie hat zuviel am falschen Frosch geleckt.
Während der Schock über die Loveparade-Katastrophe tief sitzt und die Trauer groß ist, hat Eva Herman den Verantwortlichen für das Desaster ausgemacht: Der Schöpfer und seine irdischen Vollstrecker waren’s. Der Link zuerst in ihrem wirren Kopf und dann zum Blog-Beitrag bei Kopp ist für Frau Herman klar wie Kloßbrühe: „Wer sich die Bilder der Loveparade aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden.“ Aha, „Sodom und Gomorrha in Duisburg“. Jetzt ist raus, wer Schuld trägt
- am Sitten- und Moralverfall in Deutschland
- am Loveparade-Unglück
- an der Verrohung der Gesellschaft.
Der Mensch; wir alle! Und das wird gerächt, von ganz oben! Also bitte benehmen und in Zweierreihen aufstellen – hinter Eva Herman!
Da rubbelt eine an der Glaskugel, die
- entweder ernsthaft erkrankt ist (ist dann befundgerecht zu behandeln und vor allem immer entschuldbar)
- oder sich damit wehrt gegen die Selbstversenkung in der tiefen See der medialen Bedeutungslosigkeit wie das waidwunde Reh gegen die Erlösung durch den Jäger: jaulen, strampeln, hektisieren, Verstand und Sinne ausschalten.
Letzteres ist anzunehmen. In einer vertrackten Situation wie dieser (wurde ja alles nicht besser nach dem Nazi-Autobahnen-Äußerungen und dem so schön inszenierten Rauswurf bei Kerner) ist viel besser: innehalten, tief durchatmen und bewusst einen größeren Schritt zurückgehen. Wo stehe ich? Was hat mich dahin geführt? Wohin will ich wirklich, tief in meinem Herzen? Wie komme ich da tatsächlich hin? Dann ist der Weg zur letzten verpassten Weggabelung nicht allzu weit, und der richtige kann eingeschlagen werden. Und das bitte still und leise, ganz ohne Öffentlichkeit.
Wahre Profis machen das so, finden in ihrem Rückzugszeitraum ihre Substanz wieder; formulieren ihre wahre Botschaft, für die sie mit Haut und Haaren, Herz und Bauch und Seele stehen; treten dann erst ans Mikro. Für Eva Herman (ihr anderes schönes Hassthema ist, dass die EU „schon lange plant, Männer zunehmend in Kindererziehung und Haushalt abzuschieben, während die Frauen schick Karriere machen und die Quote auf 50 Prozent – auch in allen Männerberufen – erhöht werden soll.“) ist es dafür nun zu spät. Willkommen in der Versenkung!
Was macht Eva Herman falsch?
- Blöd: Sie fühlt sich angegriffen und versucht, mit immer noch mehr Kanonendonner Recht durch Lautstärke zu bekommen!
- Blöder: Sie erkennt nicht, dass die Zeit reif dafür ist, eine lange Weile konstruktiv den Mund zu halten!
- Saublöd: Sie begreift nicht, dass substanzloses Polarisieren und Stinkstiefeln schneller enttarnt wird als es vertwittert ist.
Human Branding Lesson Learned #8
Es ist alles andere als schlimm, wenn Du Dich verrannt hast, falsch abgebogen bist. Nur: Erkenne es klar und arbeite es kompromisslos auf (lass Dich durchaus professionell begleiten dabei). Sage öffentlich sowenig wie möglich, bis Du einen guten neuen Plan für Dein Profil und Dein Fortkommen hast. Nimm wieder Fahrt auf, wenn der Plan tragfähig und viel versprechend dafür ist, Deine klaren Ziele mit genauso klaren Maßnahmen tatsächlich zu erreichen. Sage uns dann, was Du tatsächlich zu sagen hast.
Stay tuned!
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Dieser Artikel wurde von Jon Christoph Berndt geschrieben.Der Markenexperte und Managementtrainer Jon Christoph Berndt, geb. 1969, ist Inhaber der brandamazing: Unternehmensberatung für Markenkommunikation in München. Der Erfinder von Human Branding schreibt die Kolumne "Mensch, Marke!" im Handelsblatt und ist Mitglied des Vorstands der German Speakers Association (GSA).
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“sage uns, was DU tatsächlich zu sagen hast.”
ich denke, die will DAS tatsächlich so sagen und glaubt deren inhalt innerlich auch voll und ganz. sie hat ja 2007 schon gesagt, die 68er seien an allem schuld.
habe eva auf jeden fall (solch bahnbrechende erkenntnisse muss man würdigen) in meinem blog gleich eine blogwoche gewidmet
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