Jon Christoph Berndt®: Zeit zum Köhlern, maue Marke Tony Hayward!
17. Juni 2010 um 10:02 von Jon Christoph Berndt
Da ist ja nun wirklich ein bisschen was los im Golf von Mexiko, kann man nicht anders sagen. Tony Hayward, der BP-Chef, sieht das bestimmt genauso, an seinem Schreibtisch im britischen BP-Headquarter wie vor Ort am Strand von Louisiana im Vollkontakt-Anzug. Letzteres wenn er vielleicht doch mal ein bisschen mit anpackt beim Krabbensäubern anstatt herumzugreinen wie unser Nachbarsjunge, wenn man ihm in der Sandkiste das Förmchen wegnimmt.
Die gestandene Human Brand Tony Hayward macht dergestalt alles falsch, dass man annehmen darf, dahinter stecke Methode. Es gibt ein Gesellschaftsspiel, da muss man so schnell es geht alles verzocken und vertun, was man hat. Dieser Mann tut das jetzt im wahren Leben, sagt laut Donnerquelle BILD so Sachen wie „Der Golf von Mexiko ist ein sehr großer Ozean. Die Menge an Öl und Dispersionsmitteln, die wir dort hineinschütten, ist winzig im Vergleich zur gesamten Wassermenge.“ oder „Ich will mein altes Leben zurück.“ So geht das munter weiter, einmal quer und einmal hochkant durch die Medien.
Barack Obama dazu: „Wenn man mit jemandem wie einem BP-Chef spricht, bekommt man all die richtigen Worte zu hören. Es geht mir aber nicht um Worte, es geht um Taten.“ Soweit einverstanden, Herr Obama, nur: Wir hören – abseits dessen, dass wir auch mehr Taten wollen – überwiegend all die falschen Worte.
Wie man eine in Jahren mühsam aufgebaute Human Brand binnen Wochen zerstört, lesen Sie auch auf Twitter beim Fake-BP Account; kleine Auswahl:
- „America is addicted to fossil fuels just like we’re addicted to money. Don’t poop in the punchbowl Obama.“
- “We honestly didn’t think this was going to be a huge deal. No one cares when this happens in Nigeria.”
- “We are not killing animals in the gulf, we are creating fossils in the gulf. Have a little perspective.”
Das führt dann mit dazu, dass der Aktienkurs von BP um die Hälfte sinkt. Und das führt dann mit dazu, dass die britischen Pensionsfonds, die zu einem großen Teil in BP investiert sind, in Gefahr geraten. Und das führt dann mit dazu, dass die arme alte Rose und der arme alte Ted in West Sussex es irgendwann in ihrem Geldbeutel ausbaden dürfen, dass Tony Hayward damals, es muss 2010 gewesen sein, erst so spät den Köhler gemacht hat. Herr Hayward: Wann ist Schluss mit mauer Marke?
Was macht Tony Hayward falsch?
- Er zieht den Schwanz ein, wenn’s eng wird!
- Er verkauft uns nicht für blöd, sondern für saublöd!
- Sie steht nicht zu den Fehlern des Unternehmens, von dem seine monatlichen Schecks und der ganz dicke am Jahresende stammen!
Human Branding Lesson Learned #5
Überlege Dir genau, was Du tust und was Du vorgibst zu sein. Bedenke beim Tun und beim Sein immer, dass die Sonne auch mal untergeht. Stehe dann mit Haut und Haaren dazu, wenn es soweit ist. Und sage hinterher nicht, dass wenn Du das gewusst hättest Du ganz anders gedacht, getan, gesagt hättest.
Stay tuned!
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Dieser Artikel wurde von Jon Christoph Berndt geschrieben.Der Markenexperte und Managementtrainer Jon Christoph Berndt, geb. 1969, ist Inhaber der brandamazing: Unternehmensberatung für Markenkommunikation in München. Der Erfinder von Human Branding schreibt die Kolumne "Mensch, Marke!" im Handelsblatt und ist Mitglied des Vorstands der German Speakers Association (GSA).
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