Jon Christoph Berndt®: Lena’s Erfolgsgeheimnis – natürlich unperfekt
4. Juni 2010 um 9:35 von Jon Christoph Berndt
Muss ja wohl sein – diese Woche etwas Kurzes, Knappes, Knackiges zu „unserer Oslo-Lena“ (wieso unserer? Meiner nicht): Also, die Menschen suchen derzeit nach Halt. Je unwägbarer die Zeiten, desto mehr sehnen wir uns nach Dingen, die einfach schön sind. Und die so genannte Krise bewirkt, dass wir einen Anker brauchen.
Diesen Haltegriff finden wir als Gemeinschaftsgefühl im Kollektiv, auf der Reeperbahn mit Hape Kerkeling genauso wie vorm Fernseher. (Ist mir am Samstag tatsächlich passiert: Jemand hatte mehrgängig schön gekocht, und alle wollten schnell essen und dann Lena kucken. Da saß dann der Gastgeber mit Themen, Torte, Tränen…)
Lena strahlt Frische aus, ist klar, ein bisschen naiv, und das wirkt positiv auf uns und lässt uns unsere Probleme ein Stückchen weit vergessen. Lena kann weder gut tanzen noch sonderlich singen oder sich ausdrücken, und trotzdem begeistert sie die Oma genauso wie die Kids. Wie schön ist das denn? Das ist sehr schön, denn viele unter uns haben sich bislang an den Supermodels orientiert; Frauen, die makellos, schlank und immer perfekt gestylt sind. Lena dagegen ist unperfekt, so unperfekt wie wir alle. Sie gibt uns die Erlaubnis, den Perfektionismus abzustreifen und menschlich, echt, eben ganz natürlich zu sein. Durch Lena darf man sogar falsch singen, mäßig geschminkt sein und Verrücktes von sich geben. Ist das nicht toll?
Lena hat Erfolg, weil sie in der Wolle gefärbt echt ist. Und weil sie den Verrückten Stefan Raab an ihrer Seite hat, den wir hier auch schon mal verhackstückt haben. Und der wird, ich wette eine Magnum Witwe Clicquot, in absehbarer Zeit Nachfolger von dem Moderatorenkollegen von Michelle Hunziker.
Was können wir von Lena für unser Business lernen? Lassen wir uns von niemandem einreden, dass wir ungenügend sind. Wichtig ist, dass wir unverfälscht auftreten, zu unseren Fehlern und Macken stehen und es nicht jedem Recht machen. Die hedonistischen Jahre sind vorbei, und die Zeit der Superlative wie schneller, höher, weiter gehört der Vergangenheit an. Heute geht es darum herauszufinden, wonach man strebt, was einem wichtig ist, worin der Sinn liegt, was einem Spaß macht. Und wir sollten uns erlauben, dass wir anders sind, uns unterscheiden, so sein, wie wir hinter der Business-Fassade eigentlich sind.
Was macht Lena richtig?
- Sie richtet sich nicht in erster Linie danach, was ihr abverlangt wird!
- Sie nimmt sich nicht zu ernst und spielt einfach sich selbst!
- Sie steht zu ihren Fehlern und münzt sie um in charmante Vorzüge!
Human Branding Lesson Learned #4
Mach’ Dich frei von den ganzen Du-musst-Ratschlägen Deiner Mitmenschen. Du musst nichts müssen, Du kannst bloß können wollen. Denke einfach an Lena und ihren staksigen Rohe-Eier-Tanz, wenn Dich wieder jemand so anschaut als seiest Du nicht ganz dicht.
Stay tuned!
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Dieser Artikel wurde von Jon Christoph Berndt geschrieben.Der Markenexperte und Managementtrainer Jon Christoph Berndt, geb. 1969, ist Inhaber der brandamazing: Unternehmensberatung für Markenkommunikation in München. Der Erfinder von Human Branding schreibt die Kolumne "Mensch, Marke!" im Handelsblatt und ist Mitglied des Vorstands der German Speakers Association (GSA).
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