Kommunikation heute: Wer kommt da noch hinterher?
23. November 2009 um 9:02 von Anya Rutsche
Ist euch eigentlich schon mal bewusst aufgefallen, dass unsere Kommunikation immer schneller wird? Ganz ehrlich, wie lange wartet ihr auf Antwort, bis ihr ganz ungeduldig werdet und zu zweifeln beginnt?
Die Strapazierfähigkeit der Geduld ist dabei von Mensch zu Mensch verschieden. Je nachdem in welchen Kreisen und Netzwerken man sich bewegt. Offliner sind wahrscheinlich geduldiger als Onliner und Power-Twitterer oder stark vernetzte Dauerstreamer wollen Antworten am liebsten ad hoc.
Hat man früher noch ein paar Tage auf Antwort via Post gewartet, darf es heute mit der Email schon kaum mehr länger als einen Tag dauern. Bei Twitter erwarte ich Antwort sogar in den nächsten paar Minuten… Wird der Drang nach schneller Antwort nun auch mit anderen Kommunikationskanälen vertieft werden? Immerhin liegt die Zukunft von Social Media in der mobilen Onlinewelt. Mobil und Online: das sind zwei Komponenten, die nach Geschwindigkeit schreien. Das heißt also erreichbar und auf dem Laufenden rund um die Uhr zu sein. Beängstigend?
Werden wir also irgendwann gezwungen sein, ständig online zu sein, um zum Beispiel optimalen Kundendienst bieten zu können? Es kommt heute schon vor, dass diejenigen bestraft werden, die nicht rechtzeitig auf Kritik reagieren. Kunden sind verärgert wenn sie nicht unverzüglich Nachricht auf Ihre Anfrage erhalten und die Konkurrenz schlägt zu, wenn bei öffentlichen Diskussionen nicht sofort mitgemischt wird.
Schnelligkeit allein siegt noch nicht
Die Frage ist nun, ob diese steigende Geschwindigkeit denn notwendig ist, um im Wettbewerb bestehen zu können. Muss ich denn zwangsweise immer der Erste sein, der reagiert? Werde ich gezwungen 365/24/7 erreichbar und verfügbar zu sein? Nein, denn alles kann, muss aber nicht! Das Thema Work-Life-Balance sollte hier auch nicht außer acht gelassen werden. Jeder muss natürlich selbst wissen, wie weit bzw. schnell er für Erfolg gehen möchte. Der Schnellere siegt zwar des Öfteren, warum sollte das beim beruflichen Wettkampf auch anders als beim Sport sein, das Gute hierbei ist aber die zusätzliche Punktevergabe für die Kür. Was lange währt, wird endlich gut – dieser Spruch benötigt sicherlich ein Upgrade aber Qualität ist immer noch das A und O für ein berufliches Weiterkommen.
In diesem Sinne, freue ich mich auf eure Meinungen zu diesem Thema (in den nächsten 10 Minuten aber hoffentlich).
Weitere Blogs, die sich mit diesem Thema beschäftigen
Springbook
Karriere.de
Dieser Artikel wurde von Anya Rutsche geschrieben.Anya ist eine passionierte Social Media Trend Verfolgerin und News Aufschnapperin. Nachdem Sie ein Jahr in Amerika ihr Wissen über die Online- und Mobilfunkwelt bei dem VoIP Anbieter JAJAH erweitert hat, gehört Sie nun seit Juli 2009 zum myON-ID Team und gibt als Marketing Managerin ihr Expertise an Eigenmarketing-Interessierte weiter.
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This post was mentioned on Twitter by Angel_ita: Zum nach- und mitdenken: Kommunikation heute: Wer kommt da noch hinterher? http://bit.ly/4WMq8V #socialmedia…
Alle Geräte haben einen Ein- und Ausschaltknopf. Und auch wir können und dürfen abschalten. So gesehen: Wir können uns wehren.
ich glaube es wird noch schlimmer werden, wenn jeder ein internetfähiges Handy hat. Dann muss man nicht nur für Telefonate, sondern auch für Twitter, Facebook etc. bereitstehen.
Ein bisschen Selbsterziehung und den Rat von Ralf beherzigen – ausschalten
Hallo ![]()
Aber warum sollte ich denn mein Handy ausschalten müssen und für andere nicht mehr erreichbar sein können? Normalerweise sollten wir uns angewöhnen, bei einem Kontakt, worüber auch immer, zu fragen, ob man stören darf und ob der Gegenüber gerade Zeit hat ![]()
Wenn wir immer davon ausgehen, dass der andere jederzeit verfügbar ist, finde ich das schon sehr dreist und egoistisch. Einfach mal drüber nachdenken, dass nicht immer und überall verfügbar sein will und schon gar nicht verfügbar sein muss!
[...] schwere Zeit für "Informations(ver)arbeiter" wie Journalisten und Anya Rutsche von myON-ID empfindet die heutige Kommunikation als zu [...]
“Was lange währt, wird endlich gut” spricht mir aus der Seele, auch wenn ich merke, dass auch ich immer wieder dieser Ungeduld verfalle und hin und wieder glaube, etwas zu verpassen. Glücklicherweise hält dieses Phänomen (noch) nicht an. Wir sollten also alle, trotz der zunehmenden Geschwindigkeit, lernen, uns zu entspannen – einfach mal tief durchatmen, wenn’s mal wieder zu schnell fließt.
Darüber wurde ja bei Xing ebenfalls diskutiert: https://www.xing.com/net/hotelsocialmedia/social-media-im-taglichen-einsatz-424990/die-zukunft-von-social-media-25719435/







