Die Piraten sind im Vormarsch! Klarmachen zum Ändern: Sonntag ist Wahlkampftag!
24. September 2009 um 10:13 von Anya Rutsche
Um Wahlkampf 2.0 zu bieten, reicht es nicht aus, althergebrachte Instrumentarien auf Internet-Seiten zu verlegen und sich einen trendigen Twitter-Account einzurichten. Es ist ein kultureller Wandel notwendig, der Bürger und Wähler einbindet.
Aber in wie weit heben Blogs, Videobotschaften, Fragen in Online-Foren, Netzwerke wie Facebook, studiVZ und Twitter mit jeder Menge Kurzmitteilungen deutscher Politiker wirklich die Stimmung der Wähler im Internet?
Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) haben zehntausende Twitter-Mitteilungen per Computer durchforstet und nach Themen und Emotionen ausgewertet. Das Ergebnis: Spitzenpolitiker der kleinen Parteien emotionalisieren die Twitter-Nutzer stärker als die Kanzlerkandidaten. Auch das vorübergehende Umfrageplus nach dem Fernsehduell spiegelte sich in Twitter wieder, welches laut Twitter-Gemeinde definitiv von Frank-Walter Steinmeier “gewonnen” wurde. Welchen Effekt hatte dieser Sieg?

(Bild: Wenda/dpa/tmn)
Die Zahl der Mitteilungen mit Wörtern, die positive Emotionen transportieren, stieg deutlich an – um jedoch bereits wenige Tage später wieder auf das Niveau vor dem Duell zu sinken. Dies ergab eine Computerauswertung von Twitter-Mitteilungen des Lehrstuhls für Strategie und Organisation der TUM, die 130.000 Twitter-Botschaften zwischen dem 26. Juni und dem 16. September 2009 umfasst.
Muss Wahlkampf langweilig sein?
Der Wahlkampf ist deshalb so langweilig, weil er Jahr für Jahr eine Wiederholung des Partei-Marketings ist. Wie die zweite Wiederholung der dritten Staffel “Friends” quasi. Bemühte YouTube-Videos von Parteien und Abgeordneten reißen es auch nicht raus, weil auch diese lediglich eine Wiederholung sind. Also die zweite Wiederholung der dritten Staffel Friends, diesmal im Internet. Ein Wahlkampf 1.0 mittels Medien des Web 2.0, ohne Dialog und Kommentarfunktion, gewinnen zu wollen, sei aussichtslos, so Florian Semle, Politik- und Kommunikationsprofi, sowie Betreiber der freelations.de Webseite.
Nutzen denn unsere Politker neue Kommunikationswege wie Twitter, Facebook und Co. , weil sie “hip” sind, oder setzen sie diese sinnvoll ein?
Es gibt sicherlich Politiker, die die Plattformen sinnvoll einsetzen. Es hat aber den Anschein, der Großteil setze sie aber wohl eher ein, weil man sie einsetzen muss. Es ist eben “Trend”. Aber wo da der Mehrwert für den Wähler liegt, ist (und bleibt wohl auch) eine spannende Frage. Die “Twittergemeinde” jedenfalls klagt, dass es noch immer zu wenig Informationen seitens der Parteien mittels solcher Plattformen gäbe. Die Kommunikation mit dem Wähler bliebe also weiterhin aus.
Es gibt auch Lichtblicke
Laut Umfragen und Statistiken tendieren Erst- und internetaffine Wähler eher zu jungen Politikern, die meist auch den besseren Internetauftritt hinlegen. Liegt es am Alter? Nein, wohl eher an der Angst vor Neuem, Mutlosigkeit vs. Veränderung. Parteien wie die Piraten experimentieren hingegen, suchen den Dialog und nutzen die neuen Medien eben “richtig”. Es bleibt abzuwarten, ob politikfreie Tweets und lahme Videos tatsächlich überzeugen.
Umfangreichen Testergebnisse zum Wahlkampf 2.0 könnt ihr euch übrigens hier anschauen.
Sonntag ist Zahltag. Nein, Wahltag.
Dieser Artikel wurde von Anya Rutsche geschrieben.Anya ist eine passionierte Social Media Trend Verfolgerin und News Aufschnapperin. Nachdem Sie ein Jahr in Amerika ihr Wissen über die Online- und Mobilfunkwelt bei dem VoIP Anbieter JAJAH erweitert hat, gehört Sie nun seit Juli 2009 zum myON-ID Team und gibt als Marketing Managerin ihr Expertise an Eigenmarketing-Interessierte weiter.
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Solcher Splittergruppierungen zu wählen bringt garnichts, null. Zudem sind die “Piraten” sowieso nur Linksextremisten und gehören daher nach meiner Auffassung nach sowieso VERBOTEN. !







