Deine Marke ist dein Kapital
2. September 2009 um 9:00 von Anya Rutsche
Schon einmal haben wir über die wachsende Bedeutung von “Social Capital” gesprochen. Das Web wird zur “Social Economy” und der Gewinn hierbei ist Anerkennung, Reputation und Branding.

Die Personal Branding Expertin Tara Hunt misst Reputation mit einem sogennanten Whuffie-Faktor. Wer negative Schlagzeilen macht, verliert demnach Whuffie-Punkte. Er verliert also Vertrauen und Respekt dem Kunden gegenüber. Wer sich jedoch mit seinen Kunden befasst und auch mit negativer Kritik geschickt umgeht, kann seine Whuffie-Kraft verstärken. Es entsteht ein ständiger Kreislauf aus Geben und Nehmen, wobei das Geben immer an erster Stelle stehen sollte und Nehmen nicht zwangsläufig genau danach kommt.
Kunden einbeziehen ist das A und O des Erfolgs
Wie das geht, zeigte der Computerriese Dell bereits. Nachdem Dell mit einem schlechten Ruf wegen unbefriedigendem Kundenservice zu kämpfen hatte, beschloss Michael Dell einen neuen Kundendialog zu starten und rief das Projekt Ideastorm ins Leben. Hier können User ihre Verbesserungsvorschläge öffentlich und für alle sichtbar einreichen, welche dann durch ein Rankingsystem bewertet werden dürfen. Die User fanden diese Idee gut und Dell gewann wieder wertvolle “Whuffie-Punkte”.
Auch Starbucks gelang ein ähnlicher Erfolg mit der im letzten Jahr gegründeten Plattform “MyStarbucksIdea.com“. Auch dort darf jeder Besucher seine Wünsche und Ideen an die “Coffee Company” äußern, welche dann wieder kommentiert werden können. Mitarbeiter nehmen zu diesen Wünschen Stellung und verweisen auf bereits gefundene Lösungen. Dadurch bekommt der Kunde das Gefühl, Einfluss im Prozessablauf zu haben, was sich positiv auf den Ruf des Kaffeeherstellers niederschlägt. Außerdem erhalten Starbucks-Entscheidungsträger einen tollen Einblick in die Vorstellungen der Kunden, was zur Produktverbesserung genutzt werden kann.
Auch hier passiert etwas
Der Social Media Experte Karsten Füllhaas hat kürzlich einen Blogbeitrag veröffentlicht, in dem er den Mobilfunkanbieter simyo lobt, die jetzt durch eine Bewertungsmöglichkeit auf der Facebook-Fanseite ihre Online-Reputation steigern möchten. Viele Firmen vermeiden allerdings solche Bewertungsmöglichkeiten aus Angst vor negativen Stimmen. Doch wer die Fähigkeit besitzt, mit Kritik umgehen zu können und auf diese angemessen reagiert, kann nur gewinnen.
Ebenso beginnen die Verleger der Zeitschrift “The Economist” mit Kundeneinbindung ihren Ruf und somit Leserschaft zu steigern. Sie lassen Facebook-Freunde in einer Cover-Preview entscheiden, ob das neue Titelblatt anspricht. Sehr effizient, denn jeder Abstimmer wird darauf gespannt sein, wie das Heft nächsten Monat tatsächlich aussehen wird.
Keine Angst vor Nachahmern
Der Grund, warum immer noch relativ wenig Firmen diesen Schritt der Offenbarung gehen, ist die Angst vor Konkurrenten, die eine Idee wegschnappen könnten oder mit der selben Idee zur gleichen Zeit auftrumpfen und dadurch Ruhm stehlen. Man sollte aber bedenken, dass diese “Nachmacher” dann nicht die Anerkennung, Reputation oder Whuffie von potenziellen Nutzern genießen und somit weniger Erfolg erleben, als diejenigen, die um Feedback und Mithilfe gebeten haben.
Dieser Artikel wurde von Anya Rutsche geschrieben.Anya ist eine passionierte Social Media Trend Verfolgerin und News Aufschnapperin. Nachdem Sie ein Jahr in Amerika ihr Wissen über die Online- und Mobilfunkwelt bei dem VoIP Anbieter JAJAH erweitert hat, gehört Sie nun seit Juli 2009 zum myON-ID Team und gibt als Marketing Managerin ihr Expertise an Eigenmarketing-Interessierte weiter.
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