Streamst Du schon oder bloggst Du noch?
11. August 2009 um 11:31 von Mario Grobholz
Die Art wie im Netz kommuniziert wird verändert sich stetig. Am Anfang der digitalen Kommunikation stand die E-Mail. Dann waren es die Instant Messenger die uns im WWW näher zusammenrücken liessen. Und jetzt erleben wir gerade den nächsten Wandel der gravierender nicht sein könnte: Unsere Kommunikation wandert in die Streams.
Dabei werden nicht nur die Kommunikationskanäle verlagert. Diskussionen zwischen zwei oder auch mehr Menschen werden zunehmend in Realtime, also in Echtzeit ausgetauscht. Die Technologie dahinter sind sogenannte Streaming Services. Die bekanntesten dieser Art sind sicherlich Twitter, Facebook und Friendfeed (Anm.: Friendfeed wurde gestern Abend von Facebook gekauft).
Die Möglichkeit dort Informationen in nahezu Echtzeit auzutauschen ist die eine Veränderung. Eine weitere ist die Möglichkeit des “Broadcasten”, also das Publizieren einer Nachricht an viele oder sogar alle Menschen gleichzeit (analog zum TV). Diese Möglichkeit hat u.a. Twitter seinen Erfolg beschert, da die Verbreitung von Nachrichten bis dato nie schneller und umfangreicher erfolgte.
Die AP (Associated Press) schreibt dazu in einem heute erschienen Beitrag:
“Inzwischen laute für viele die Frage schon: «Streamst Du schon oder bloggst Du noch?» Die Kommunikation verlagere sich an andere Orte, das Blog bleibe aber «wichtig als Content Repository, als ein Platz, an dem Inhalte, erstellt, gespeichert und gepflegt werden”.
Neue Technologien auf Basis von Streaming und vor allem eine veränderte Art mit Kommunikation im Web umzugehen führen dazu, dass sich die Kommunikationsströme zunehmen weiter in Richtung der Streams und damit weg von den “traditionellen” Kanälen E-Mail und auch Blogs bewegt. Tendenziell verlagert sich Kommunikation, also auch Kommentare in Blogs mehr und mehr in die Streams von Twitter und Facebook. Davon sind Blogs negativ betroffen, denn sie bieten zwar den Artikel und Information, werden jedoch zuküftig immer weniger Kommenatre und Diskussionen enthalten.
Wir haben bei myON-ID letzte Woche ein paar neue Funktionen gelauncht, in dessen Mittelpunkt der Content Stream steht, mit denen es sehr einfach und praktisch ist Inhalte zu erstellen und zu publizieren. Wir tragen damit der oben beschriebenen Entwicklung Rechnung. Kommunikation wandert also auch bei myON-ID in den Stream. Durch die Möglichkeit die bei myON-ID erstellte Nachricht oder den Artikel parallel bei Twitter zu veröffentlichen erfolgt eine Verbindung zu den bestehenden Kommunikationsprozessen und Seiten (bspw. dem eigenen myON-ID Profil). Twitter ist in Deutschland bei vielen großen Social Networks als Streaming Dienst bereits implementiert (bspw. Facebook, Xing, Lokalisten und StudiVZ).
In den USA scheint diese Veränderung in der Kommunikation in Richtung “Streaming” weiter fortgeschritten zu sein. Steve Rubel bezeichnete dort jüngst Blogs als alt und langweilig und sieht die Zulunft im “Flow” (Anm.: eine andere Bezeichnung für den “Stream”). Konsequenterweise legte er damit seinen Blog still und ersetzte diesen durch seinen “Lifestream”.Damit ist er nicht alleine. Auch Stowe Boyd sieht diese Entwicklung vorher:
“Basically, conversation is moving from a very static and slow form of conversation — the comments thread on blog posts — to a more dynamic and fast form of conversation: into the flow in Twitter, Friendfeed, and others. I think this directionality may be like a law of the universe: conversation moves to where is is most social.“
Wir sind gespannt auf Eure Meinung zu dieser Entwicklung und natürlich auch zu den neuen Möglichkeiten die myON-ID hierzu bietet.
Dieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
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Ja, sehe ich auch so. Da gibt es auch einen interessanten Beitrag von Stowe Boyd. Er spricht da vom “Web of Flow”: http://www.stoweboyd.com/message/2008/03/beyond-blogs-th.html









