Soziale Netzwerke im Internet – Karrierefalle oder Karrieresprungbrett
17. August 2009 um 8:45 von Anya Rutsche
Bis in die 90er Jahre galt der Name des MI6-Chefs als Staatsgeheimnis und wurde nur mit dem Codenamen “C” tituliert. Wenn man jetzt allerdings im Internet danach sucht, bekommt man nicht nur den Namen des designierten Chefs des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6, sondern sogar nette Fotos in Badehose, die bei der Internetplattform Facebook von seiner Frau ins Netz gestellt wurden. Ausser dem britischen Außenminister sieht Großbritannien Sir John Sawers Karriere durch diesen Datengau in Gefahr.
Ein weiteres Beispiel für fatales Selbstmarketing beschenkte uns Anfang des Jahres ein Mann aus Kalifornien, der damals über den Microblogging Service Twitter seinen neuen Job etwas unklug ankündigte. Nachdem er eine Stelle bei Cisco angeboten bekam, “twitterte” er darüber etwas weniger enthusiastisch, was sofort mit einer Kündigung von Cisco beantwortet wurde.


Es gibt allerdings auch sehr positive Beispiele von Menschen, die ohne das Internet und die zahlreichen sozialen Netzwerke nicht an den Karrierepunkt angelangt wären, wo sie jetzt stehen. Claudia Sommer beispielsweise ist eigentlich Webmanagerin bei Greenpeace. Bekannt wurde sie aber durch Twitter und ihren Weblog. Mittlerweile ist sie die meistgelesene Umweltaktivistin im deutschsprachigen Internet. Ihr Trick war, anderen zuzuhören und auf interessante Menschen und Beiträge hinzuweisen. So wurde sie zur wichtigsten Schnittstelle für Umweltthemen. Heute profitiert sie von ihrem Image als vernetzte Umweltexpertin. “Ich habe auf Menschen hingewiesen, die ähnlich denken, wie ich und dadurch meine Überzeugung gezeigt. Beide Seiten – diejenigen, die ich ins Gespräch gebracht habe und diejenigen, die sich für diese Tipps interessieren – bilden heute die Basis meiner Sichtbarkeit.”
Robert Basic zeigt wie es richtig geht

Auch Robert Basic ist durch das Internet berühmt geworden. Robert Basic ist nicht mehr nur Deutschlands bekanntester Blogger, sondern auch derjenige, der seinen Blog “Basic Thinking” auf eBay unter großer Anteilnahme für viel Geld versteigert hat. Diese Bekanntheit hat viel mit Glaubwürdigkeit zu tun: “Auf meinem Blog habe ich mein Know-how vermittelt und dadurch Anerkennung von meinem Netzwerk erhalten.” Heute ist er Gründer der Lokalplattform BUZZriders. Basic profitiert dabei von seinem Status als Trendscout: BUZZriders gilt bereits jetzt als hip obwohl es noch gar nicht gestartet ist.
Als Experte ist man nur so gut, wie sein Ruf im Netz. Wer zu seinen Themen bei Google und Co. nicht präsent ist, der existiert quasi nicht – das bestätigt Blogger und Buchautor Jeff Jarvis. Eine professionelle Darstellung im Netz ist deshalb nur wertvoll, wenn sie mit den Expertengebieten zusammen in den Suchtreffern gefunden wird. Damit erhält eine Person die notwendige Aufmerksamkeit, um sich durch ihr Know-how in ihrem wachsenden Netzwerk zu profilieren.
Wie man sieht kann das Internet sowohl Falle als auch ein großes Sprungbrett für die Karriere sein. Für Bewerber deshalb noch ein paar Tipps, wie sie bei einer Bewerbung mit Ihren Online-Profilen für sich werben können:
- Digitalen “Dreck” entfernen (Bilder, Kommentare und Links, die sich negativ auf die eigene Reputation auswirken könnten)
- Regelmäßige Profilupdates aller Profile
- Kommentare beobachten und evtl. negative aussortieren (teilweise ist die “Pinnwand” öffentlich einsehbar)
- Nur ausgewählten Gruppen beitreten (Gruppen wie “Wir trinken Bier nur an Tagen, die mit ‘g’ enden. Und Mittwochs.” sprechen nicht für den Bewerber)
- Privacy Einstellungen kontrollieren (wenn das Profil “privat” ist, können es meist nur Freunde einsehen)
Lesen Sie dazu auch folgende Artikel:
- Personal Branding im Web
- Jeder ist im Netz ein Prominenter
- Markt für Eigenmarketing im Netz entsteht
Dieser Artikel wurde von Anya Rutsche geschrieben.Anya ist eine passionierte Social Media Trend Verfolgerin und News Aufschnapperin. Nachdem Sie ein Jahr in Amerika ihr Wissen über die Online- und Mobilfunkwelt bei dem VoIP Anbieter JAJAH erweitert hat, gehört Sie nun seit Juli 2009 zum myON-ID Team und gibt als Marketing Managerin ihr Expertise an Eigenmarketing-Interessierte weiter.
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