Medienkompetenz: Schüler lernen Twittern, Bloggen und Podcasten und den Umgang mit der eigenen Online Identität
10. Juni 2009 um 16:15 von Mario Grobholz
Für Kinder und Jugendliche gehört der tägliche Umgang mit dem Internet mittlerweile zum Alltag. Sie chatten, schreiben, zwitschern, vernetzen sich und laden Daten ins Internet. Doch woher hat unser Nachwuchs das Know-how über diese vernetzte Welt in einer „Sharing-Economy”?
Eltern und das private Umfeld sind meist nicht in der Lage diese Kompetenz zu vermitteln – oft wird es im Elternhaus noch gar nicht thematisiert. So wird der Ruf lauter, Medienkompetenz an deutschen Schulen zu vermitteln. „Die Förderung von Informationskompetenz setzt vor allem entsprechende Kompetenzen bei den Lehrern voraus, und dafür wird in der Lehrerausbildung bis dato zu wenig gesorgt”, beschreibt es Frau Prof. Dr. Gabi Reinmann vom Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg.
Der PR Blogger, Klaus Eck verweist auf eine amerikanische Studie “Display of Health Risk Behaviors on MySpace by Adolescents”. Demnach ist es für die Jungend von heute selbstverständlich geworden ist, ihr Leben in der Öffentlichkeit der Online-Welt zu führen. Tabus scheint es dabei keine mehr zu geben. An anderer Stelle fordert die Initiative D21: „Junge Menschen müssen also in der Gestaltung ihrer Identität mehr denn je „Experten” sein …”. Auch der Karriereblogger Jochen Mai widmet sich seit Jahren dem Thema und unterstreicht die Bedeutung der digitalen Identität Internet gerade für junge Menschen.
Auch im Ausland, steht ein gravierender Wandel bevor, berichtet einer der bekanntesten deutschen Blogs „Spreeblick”. An britischen Schulen bspw. soll „Twittern, Bloggen und Podcasten” zum Unterrichtsfach werden.
„Größter Umbruch im britischen Schulwesen in mehr als einem Jahrzehnt:
Britische Schulkinder sollen in Zukunft den Umgang mit Twitter und Wikipedia lernen - dafür wird das Fachwissen über den Zweiten Weltkrieg aus dem Curriculum gekippt.“, schreibt die Basler Zeitung.
Bayerische Schulen machen in Deutschland nun den Anfang. Das gerade neu aufgelegte Schulbuch „Integriertes Sprach- und Lesebuch für den gymnasialen Deutschunterricht, Duo Deutsch 9a” enthält ein Kapitel „Identität und Rolle”. Dabei wird auch die Identität im Internet betrachtet.
Die Schüler der 9. Jahrgangsstufe sollen sich dabei mit der eigenen Präsenz im Internet auseinandersetzen. Das Lehrbuch fordert sie zur Reflektion und Diskussion auf: „Welche Spuren hinterlässt du im Internet?”
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach der eigenen Identität im Netz. Verschiedene Fragestellungen sind dabei von den Schülern zu beantworten:
- Welche Auswirkungen kann es haben, anderen ungehindert Zugriffe auf private Daten zu gewähren?
- An welchen Chats habe ich teilgenommen und welches Bild vermittle ich dort?
- Bin ich in einem Social Network eingetragen und was erfährt man dort über mich?
- Auf welchen Homepages steht etwas über mich?
- Auf welchen Seiten surfe ich regelmäßig – habe ich dort evtl. Informationen über mich angegeben?
Wir sind begeistert, dass unser Kernthema – Kontrolle, Ausbau und der bewusste Umgang mit der Marke-ICH, der persönlichen Online Reputation in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen wurde, zumindest für das Bundesland Bayern. Vor allem aber sind wir stolz: unser noch recht junges Unternehmen myON-ID (Meine Online Identität) dient dem Schulbuchverlag als Praxisbeispiel zu diesem Themenkomplex, das die Jugendlichen direkt ausprobieren können.
Was ist deine Meinung? Gerne würden wir mit euch zusammen diskutieren, wie wir unseren Kindern am besten Medienkompetenz vermitteln anstatt sie an Google, Facebook, Wikipedia und Co. abzugeben.
Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:
- Personal Branding als Erfolgsfaktor
- Markt für Eigenmarketing im Netz entsteht
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- Jeder ist im Netz ein Prominenter
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Dieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
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Vielen Dank für den Hinweis auf das neue Deutschbuch. Tatsächlich ist dieses Thema der Identität bereits seit längerem fester Bestandteil nahezu aller Länderlehrpläne. Neu ist aber in der Tat der wachsende Anteil des Internets und speziell des Web 2.0. Ich denke, dass ist mehr als berechtigt, da Schüler da oft sehr sorg- und arglos vorgehen. Sich hier eine eigene Identität “zuzulegen” ist eine große Herausforderung besonders für junge, pubertierende menschen, die bereits in der “realen” Welt damit Kämpfen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.
Die Initiative D21 unterstützt zwar solche pädagogischen und didaktischen Einbettungen in den jeweiligen Fachunterricht (gegenüber gesonderten “Medien-Fächern”), der Richtigkeit halber sei aber darauf Hingewiesen, dass es sich bei dem obigen Zitat nicht um eine wörtliche Forderung der Initiative D21 handelt, sondern es sich um ein Zitat aus der im Blogbeitrag vorgestellten und besprochenen Studie zum Nutzungsverhalten junger Menschen bzgl. des Web 2.0.
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Die lernen so viel. Die aktuelle Generation könnte aber auch mal lernen, wann man einen Bindestrich setzt und wann nicht. Nicht wahr?
[...] jeder Zweite. Es gibt wohl keine Patentlösung, aber wohl eine Richtung – und die heißt: Medienkompetenz. Auch myON-ID Media beteiligt sich aktiv an der Aufklärungsarbeit im Umgang mit sensiblen Daten im [...]













