Archiv für April 2009

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Im Internet ist kein Platz für schlechte Nachrichten

7. April 2009 um 10:42 von Mario Grobholz

Das jedenfalls ist mein ganz persönlicher Eindruck nach der Welle, die über uns in den letzten Stunden hereingebrochen ist. Ohne genaue Fakten zu kennen, hat sich eine nur als reflexartig zu bezeichnende Empörung gegenüber myON-ID aufgebaut. In den Blogs und auf Twitter sind sich alle einig: Hier haut ein Unternehmen mit dem Holzklotz auf einen armen Mitarbeiter ein. “Öffentliche Demontage”. Oder auch “ein Lehrstück für unsouveräne PR”.

Und zugegeben, unsere kurze Meldung unterscheidet sich von den gängigen Personalien. Und es ist auch richtig, dass unsere sparsamen Fakten Spekulationen geradezu befördern.

Nur – ist deswegen unser Verhalten so schändlich, wie viele sofort urteilen? Weil sie die Gründe nicht verstehen und ihnen der Inhalt der Botschaft nicht passt?

Zuallererst: Wir sind selbst am allerunglücklichsten darüber, dass es überhaupt zur Trennung und zu dieser Form der Veröffentlichung kommen musste. Niemandem ist dieses einfach gefallen, keiner möchte so mit seinen Mitarbeitern umgehen. Leider aber gibt es Umstände, die uns zwingen, die sofortige Trennung von unserem ehemaligen Mitarbeiter so zu verkünden. Dieses Vorgehen dient dazu, Schaden von ihm und von uns abzuwenden. Und auch wenn es an dieser Stelle für alle Moralapostel und Gewohnheitsneugierige am Allerspannendsten wird: Die  Hintergründe, warum, wer, wann und wie: Das geht nur den Mitarbeiter und uns etwas an.

Deswegen haben wir den aus unserer Sicht geradesten aller Wege gewählt. Wir haben uns auf die Fakten konzentriert und eine schlichte Botschaft gesendet: myON-ID trennt sich von einem seiner Mitarbeiter.

Dies ist die Tatsache. Das, was passiert ist. Ohne Einbettung in einen Klangteppich verschleiernder Erklärungen. Dass das Fehlen jeder Empathie sehr destruktiv wirkt, ist sicher auch eine Wahrheit. Aber anstatt diese Information einfach zuerst einmal wahrzunehmen, sie anzunehmen, haben viele Leser die Tatsache selbst sofort interpretiert. Uns sofort verurteilt. Von Nachtreten war die Rede, unfairem Verhalten und Unprofessionalität. Keiner wußte mehr als das, was in unserer Meldung stand. Aber alle haben gewußt, dass das falsch ist, was dort steht.

Ein Beispiel findet sich hier.

Woher kommt diese Gewissheit? Niemand hat versucht, die Geschichte hinter der Geschichte zu ergründen. Niemand hat bei mir angerufen, nachgefragt, nach Erklärungen gesucht. Stattdessen habe ich die letzten Stunden damit zugebracht, einige der aktivsten Berichterstatter zu kontaktieren und ihnen die Umstände soweit es mir möglich war zu erklären. Und dabei Reaktionen erfahren, die im wesentlichen von Verständnis geprägt sind.

Einige Beispiele finden sich hier oder hier oder hier.

Ich habe heute gelernt, dass unbequeme Tatsachen keinen Platz haben im Web 2.0. Für die Kommunikation von Kündigungen scheint es noch kein Vorbild zu geben. Umso stärker ist die Abwehrreaktion. Lieber gibt man sich dem Wunschdenken hin: hier das böse Unternehmen, dort der gute Mitarbeiter, als der Tatsache ins Auge zu sehen, dass wir alle für unser Tun verantwortlich sind.

Gerlernt habe ich auch, dass Meldungen dieser Art nicht mehr kommentiert werden sollten. Auch sollte man nicht darüber twittern. Anmerken möchte ich, dass  in der Kürze einer Information seine Funktion liegen kann und nicht Zeichen mangelnder Reflektion sein muss.

So sehr ich bedaure, wie emotional die Reaktionen ausgefallen sind, so sehr hoffe ich auch, dass wir verstehen lernen, dass Aufregen nicht immer die sinnvollste aller Reaktionen auf schlechte Nachrichten ist.

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Twitter – Just awesome

2. April 2009 um 11:24 von Mario Grobholz

Heute mal nur eine kleines Video, dass uns beim surfen so in die “Hände gefallen ist”. Bei uns im myON-ID Office hat das für sehr viel Spass gesorgt, deswegen wollen wir es mit Euch teilen.

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Jeder ist im Netz ein Prominenter

1. April 2009 um 9:04 von Mario Grobholz

Während in den klassischen Massenmedien immer eine kleine, redaktionelle Minderheit als Gatekeeper entscheidet, was die Mehrheit sehen darf, kann im Internet jeder mit guten Inhalten über Nacht zum Star werden. Bis vor einigen Jahren mussten Normalbürger, die nicht über großartige Talente verfügten, sich mit einer Kandidatur bei der TV-Sendung „Wetten das” oder „Big Brother” behelfen, um berühmt zu werden.

Nicht immer haben die Menschen dabei ihren Web-Ruhm selbst gewählt. Heutzutage muss jeder damit rechnen, in der Öffentlichkeit selbst in unpassenden Momenten fotografiert oder auf Video gebannt zu werden. Doch selbst wer sich über seine unschönen Fotos oder Videos im Netz ärgert, weil diese von vermeintlichen Freunden online gestellt worden sind, profitiert von der Aufmerksamkeit im Internet.

Wer künftig bei Bewerbungen erfolgreich sein, bei Kommilitonen in der Universität Anschluss finden oder als Selbstständiger Kunden von seinen Qualitäten überzeugen will, für denjenigen ist das Web ideal, um sich selbstbewusst in Szene zu setzen und den eigenen Personal Brand durch Online-Aktionen zu stärken.

companiesbrandsAufgrund der konkreten Bedürfnisse der Menschen, Anerkennung zu erzielen und sich selbst in unserer Gesellschaft aktiv zu vermarkten, ist in den vergangenen Jahren eine neue Branche rund um das Online-Reputation-Management entstanden.

Vor allem PR- und Marketingfachleute sowie Blogger beobachteten die Netzöffentlichkeit unter dem Blickwinkel der Online-Reputation und bewerten, wie erfolgreich jemand in der Aufmerksamkeitsökonomie ist. Gesucht wird dabei auch nach Methoden und Werkzeugen, mit denen Nicht-Prominente ihren digitalen Ruf optimal gestalten können.

Das Bedürfnis nach Anerkennung und das stetige Streben nach Aufmerksamkeit ist auch Teil des Erfolges von Twitter. Jeder bekommt hier die Bühne um mit 140 Zeichen für einen kurzen Moment zum “Star” zu werden. Die Bühne ist weltweit und für jeden zugänglich.

Daher ist es in unser Aufmerksamkeitsökonomie auch nicht verwunderlich, dass es bereits Ranglisten der erfolgreichsten Twitterer gibt. Ranglisten als “Ausdruck meiner digitalen Strahlkraft”. Viele der hier aufgeführten Personen sind Meister der digitalen Selbstinszenierung. Der Aufbau eines Personal Brands stellt für diese Personen ein wichtiges Asset für Ihren beruflichen wie privaten Erfolg dar. Die Mechanik um sich im Internet gezielt und erfolgreich in Szene zu setzen kann nahezu jeder lernen – nur die Erkenntnis dazu muss noch reifen.

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