Jeder ist im Netz ein Prominenter
1. April 2009 um 9:04 von Mario Grobholz
Während in den klassischen Massenmedien immer eine kleine, redaktionelle Minderheit als Gatekeeper entscheidet, was die Mehrheit sehen darf, kann im Internet jeder mit guten Inhalten über Nacht zum Star werden. Bis vor einigen Jahren mussten Normalbürger, die nicht über großartige Talente verfügten, sich mit einer Kandidatur bei der TV-Sendung „Wetten das” oder „Big Brother” behelfen, um berühmt zu werden.
Nicht immer haben die Menschen dabei ihren Web-Ruhm selbst gewählt. Heutzutage muss jeder damit rechnen, in der Öffentlichkeit selbst in unpassenden Momenten fotografiert oder auf Video gebannt zu werden. Doch selbst wer sich über seine unschönen Fotos oder Videos im Netz ärgert, weil diese von vermeintlichen Freunden online gestellt worden sind, profitiert von der Aufmerksamkeit im Internet.
Wer künftig bei Bewerbungen erfolgreich sein, bei Kommilitonen in der Universität Anschluss finden oder als Selbstständiger Kunden von seinen Qualitäten überzeugen will, für denjenigen ist das Web ideal, um sich selbstbewusst in Szene zu setzen und den eigenen Personal Brand durch Online-Aktionen zu stärken.
Aufgrund der konkreten Bedürfnisse der Menschen, Anerkennung zu erzielen und sich selbst in unserer Gesellschaft aktiv zu vermarkten, ist in den vergangenen Jahren eine neue Branche rund um das Online-Reputation-Management entstanden.
Vor allem PR- und Marketingfachleute sowie Blogger beobachteten die Netzöffentlichkeit unter dem Blickwinkel der Online-Reputation und bewerten, wie erfolgreich jemand in der Aufmerksamkeitsökonomie ist. Gesucht wird dabei auch nach Methoden und Werkzeugen, mit denen Nicht-Prominente ihren digitalen Ruf optimal gestalten können.
Das Bedürfnis nach Anerkennung und das stetige Streben nach Aufmerksamkeit ist auch Teil des Erfolges von Twitter. Jeder bekommt hier die Bühne um mit 140 Zeichen für einen kurzen Moment zum “Star” zu werden. Die Bühne ist weltweit und für jeden zugänglich.
Daher ist es in unser Aufmerksamkeitsökonomie auch nicht verwunderlich, dass es bereits Ranglisten der erfolgreichsten Twitterer gibt. Ranglisten als “Ausdruck meiner digitalen Strahlkraft”. Viele der hier aufgeführten Personen sind Meister der digitalen Selbstinszenierung. Der Aufbau eines Personal Brands stellt für diese Personen ein wichtiges Asset für Ihren beruflichen wie privaten Erfolg dar. Die Mechanik um sich im Internet gezielt und erfolgreich in Szene zu setzen kann nahezu jeder lernen – nur die Erkenntnis dazu muss noch reifen.
Dieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
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[...] genügte, um seinen Ruhm verwehen zu lassen und seine Reputation zumindest anzukratzen. Inzwischen können wir alle Michael Phelps sein, selbst wenn wir es im Gegensatz zu diesem Prominenten in der Regel nicht [...]
[...] Jeder ist im Netz ein Prominenter [...]
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