Die Hintergründe Teil 2: Unser Open Web Ansatz
28. Januar 2009 um 11:07 von Mario Grobholz
Das sogenannte “Open Web” und offene Standards werden im neuen myON-ID eine wichtige Rolle spielen und einige Veränderungen mit sich bringen, von denen Sie als Anwender stark profitieren werden.
Hinter diesen Veränderungen steht letzten Endes eine Vision, die wir davon haben, welche Tools Anwender heutzutage benötigen, um Ihre Online Identität umfassend managen zu können. Im folgenden möchte ich Ihnen drei der wesentlichen Konzepte des neuen myON-ID vorstellen, Ihnen unsere Vision dahinter näher bringen und darauf eingehen, welche Rolle das Open Web in Zukunft spielen wird.
Zentralisieren Sie Ihre Online Identität
Je mehr Dienste man im Internet nutzt, um so mehr einzelne Identitäts-Fragmente entstehen überall im Web. Viele Dienste erfordern es heutzutage, ein (teil)öffentliches Profil von der eigenen Person zu erstellen, um auf diesem die Aktivitäten bei dem jeweiligen Dienst abbilden zu können.

So habe ich ein Profil bei FlickR für meine Fotos, ein Profil bei Qype für meine Rezensionen, ein Profil bei Vimeo für meine Videos, ein Profil bei Last.FM für die Musik, die ich höre, ein Profil bei del.icio.us für die Bookmarks, die ich erstelle, ein Profil bei Twitter für meine Tweets, ein Profil bei Slideshare für meine Präsentationen und so weiter und so fort.
Bei den meisten dieser Diensten erstelle ich dabei eigene Inhalte, die mich als Person beschreiben und meine Online Identität ausmachen. Mit dem neuen myON-ID werden Sie die Möglichkeit bekommen, diese Fragmente zu einem großen neuen Bild zusammenzuführen!

Das bedeutet nicht nur, dass Sie auf Ihrem myON-ID Profil darüber Auskunft geben können, wo Sie überall im Web zu finden sind, sondern wir wollen Ihnen auch ermöglichen, Ihre Aktivitäten und Inhalte bei diesen Diensten – in dem gewünschten Rahmen – auf Ihrem Profil darzustellen.
Damit ist es nicht mehr zwingend notwendig, dass Ihre Kontakte Sie bei den einzelnen Diensten wiederfinden, um Ihre Inhalte und Aktivitäten zu sehen, sondern Ihre Kontakte finden all Ihre Inhalte an einer zentralen Stelle im Netz – auf Ihrem eigenen Profil.
Aber wir möchten Ihnen nicht nur die Möglichkeit geben, Ihre Aktivitäten und Inhalte von anderen Diensten an einer zentralen Stelle zu aggregieren, sondern wollen Ihnen auch die Möglichkeit geben Ihre Kontakte, die Sie bei all diesen Diensten haben, an einer Stelle zentral zusammenzuführen und zu synchronisieren. Somit bekommen Sie bei uns ein Adressbuch, welches Ihren “Social-Graph” über mehrere Dienste hin weg verfügbar macht.
Das Open Web spielt hier insofern eine wichtige Rolle, als dass wir sowohl auf offene Standards und Schnittstellen bei all diesen Diensten angewiesen sind, um überhaupt in der Lage zu sein Inhalte erneut zu aggregieren und darzustellen. Auch wichtig ist es uns, selbst eine solche offene Schnittstelle zu haben.
Darüber hinaus spielt an dieser Stelle gerade auch das Konzept der “Delegated Authorization” eine wichtige Rolle, damit wir es so häufig, wie möglich, vermeiden können, Ihre Zugangsdaten zu anderen Diensten neu abfragen zu müssen.
Portable Identität und Data Portability
Wenn man die Möglichkeit hat, seine Online Identität an einer Stelle zu zentralisieren, liegt es natürlich nahe, dass man diese aggregierte Online Identität – und damit auch die Zeit und Arbeit, die man in die Pflege investiert – auch an anderen Stellen im Netz wiederverwenden kann.
So gehört es zu unserer Philosophie, offene Standards zu unterstützen, die den Austausch von Daten zwischen den unterschiedlichen Diensten, die Sie nutzen, ermöglichen . Mit Hilfe von OpenID wird es z.B. möglich sein, dass Sie sich bei anderen Diensten registrieren und/oder einloggen können ohne ein neues Passwort für diese zu erstellen, indem Sie einfach ihre myON-ID OpenID “vorzeigen” und sich darüber authentifizieren.
Im Rahmen dieses Prozesses können dann auch weitere Daten übergeben oder später sogar dauerhaft synchronisiert werden. Diese Daten können sich auf Ihre Person beziehen, z.B. Ihren Namen und Ihr Profilfoto beinhalten, können aber auch ihr soziales Netzwerk betreffen, so dass es einfach wird, bereits bestehende Kontakte bei anderen Diensten wiederzufinden.
Darüber hinaus werden wir in Zukunft natürlich auch unterschiedliche Schnittstellen bieten, um selbst Daten bei uns exportieren oder über Schnittstellen weiterverwenden zu können. Natürlich geht dabei immer die Maßgabe vorraus, dass Sie als Nutzer dies authorisieren.
Dezentrales Social Networking
Hinter dem Begriff “Dezentrales Social Networking” verbirgt sich der Ansatz, dass im Grunde das gesamte Internet unser soziales Netzwerk abbilden kann und man nicht mehr zwingend auf einen einzelnen, zentralistischen Dienst angewiesen ist. (das folgende Video von mir beinhaltet eine kleine, weitergehende Einführung in das Thema auf Englisch)
Distributed Social Networking – An Introduction from pixelsebi on Vimeo.
Denkt man zurück an die Anfänge des Internets, als es uns noch nicht möglich gewesen ist, Emails zwischen verschiedenen Providern hin und her zu schicken, sondern man z.B. nur Emails innerhalb von AOL verschicken konnte, so spiegelt das recht gut den Status-Quo im Social Networking wieder. Heute können wir auch lediglich innerhalb geschlossener Dienste unser Social Network abbilden und dies noch nicht Plattform- übergreifend tun.
Die Zukunft liegt unserer Meinung nach aber ganz klar darin, dass Sie eines Tages in der Lage sein werden, Ihr soziales Netzwerk Plattform- übergreifend zu pflegen. Dazu gehört einerseits, dass Sie ihr eigenes Profil von uns unabhängiger machen können ( indem Sie z.B. bei uns eine eigene Top-Level Domain bekommen können, als auch das myON-ID Branding entfernen können) , andererseits natürlich auch die Möglichkeit Personen in das Social Network zu integrieren, die nicht zwingend Mitglied bei myON-ID sind.
Ist das alles nur Zukunftsmusik?
Zu einem gewissen Teil ist dies sicherlich noch Zukunftsmusik – insbesondere was das “Dezentrale Social Networking” angeht, aber für uns ist es wichtig, dass Sie sich darüber im Klaren sind, dass wir genau diesen Weg gehen wollen und werden. Für uns steht es an erster Stelle, Ihnen eine Plattform an die Hand zu geben, mit der Sie optimal das Monitoring, Marketing und Management Ihrer Online Identität betreiben können.
Dass dies natürlich auch bedeutet, dass Sie unabhängiger davon sein wollen, welche Dienste Ihre Kontakte nutzen, ist für uns selbstverständlich und daher auch nur ein nächster logischer Schritt. Wir sind der festen Überzeugung, dass das was mit Email in den frühen Zeiten des Internets passiert ist, sich auch bei dem Thema “Social Networking” letzten Endes wiederholen wird – wir hoffen dabei aktiv dazu beitragen zu können und engagieren uns hier dementsprechend.
Ich hoffe ich konnte Ihnen hiermit soweit einen ersten Überblick geben. Wir haben in diesem Bereich viel vor und werden nach und nach immer mehr von dieser Vision in das neue myON-ID einfliessen lassen. Wenn Sie noch Fragen haben oder mehr zu den technischen Hintergründen wissen wollen, zögern Sie nicht in dem Blog zu kommentieren oder schicken Sie uns eine Email an blogpost@onid.de!
Dieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Dann abonnieren Sie den myON-ID Blog als RSS-Feed, um regelmäßig über neue Artikel informiert zu werden!3 Kommentare für “Die Hintergründe Teil 2: Unser Open Web Ansatz”
hmm… das ganze klingt ja sehr nach noserub.com ![]()
von yasni auf zu noserub?
Was das Thema “Distributed Social Networking” angeht klingt das auf jedenfall sehr nach Noserub!
Absolut richtig!
Noserub schreibt auf seiner Webseite über sich selbst:
“Noserub wants to be an inspiration, protocol and implementation of a decentralized Social Network”
Inspiration ist dabei von Noserub definitiv ausgegangen! Letzten Endes kann man denke ich in diesem Bereich vor allem zwei Projekte herrausheben: diso-project.org und noserub.com
Beides sind Projekte die sowohl konzeptionell an der Problemstellung an sich als auch an unterschiedlichen Implementationen der gleichen Idee auf Basis der gleichen offenen Standards arbeiten.
Wir haben uns ebenfalls diesen offenen Standards und Konzepten grundsätzlich verschrieben, werden daher sicherlich ab einem gewissen Punkt (sprich: nicht sofort!) diese in einem gewissen Rahmen implementieren, so dass dann myON-ID Profile sowohl mit Noserub Implementationen als auch mit Blogs die das DiSo Plugin installiert haben werden, kompatibel werden.
Was man bei uns natürlich nie ausser acht lassen darf, ist auch der Anspruch ein Verständniss dafür bei dem normalen Anwender zu schaffen und ihm auch die Entscheidung überlassen zu wollen, ob er diese Offenheit ausserhalb der myON-ID Plattform wirklich möchte.
Da muss noch einiges an Ideen und Arbeit reinfliessen! Ich werde dazu auch sicherlich nochmal was in Zukunft auf Barcamps machen und ggf. hier oder auf pixelsebi.com publizieren.
[...] 7. Eigene OpenID myON-ID unterstützt offene Standards, die den Datenaustausch zwischen verschiedenen Diensten ermöglichen. Somit können Sie Ihre auf myON-ID aggregierte Identität auch anderen Websites zur Verfügung stellen. Ihre myON-ID Profil URL ist Ihre OpenID, mit der Sie sich bei anderen Diensten registrieren und einloggen können, ohne ein neues Passwort zu brauchen. myON-ID ist nun nicht nur Open-ID Provider, sondern auch Relying Party für andere ID´s. Sie erhalten damit mit Ihrem myON-ID Account Zutritt zu über 30.000 Webseiten. Hintergründe zu unserem Open Web Ansatz finden Sie ebenfalls hier im Blog. [...]







