Open is the new Black – Wie Anwender von offenen Standards profitieren

19. Dezember 2008 um 10:13 von Mario Grobholz

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In den vergangenen Monaten konnte man in der Presse und Blogosphäre viel über offene Standards lesen. Es geht dabei häufig um den sogenannten OpenStack, in dem wiederum Standards wie z.B. OpenID und auch OpenSocial zusammengefasst werden.

Die Diskussion um offene Standards im Netz hat in den vergangenen 18 Monaten einiges an Fahrt aufgenommen und prominente Internet-Größen wie z.B. Google, Yahoo!, Microsoft und auch MySpace sind dabei, ihre Plattformen immer stärker zu öffnen, indem sie diese Standards integrieren.
 

Quelle: John McCrea, Plaxo

Offenheit scheint in Mode zu kommen und Marc Canter, Visionär und Überzeugungstäter der ersten Stunde, hat es auf den Punkt gebracht: “Open is the New Black“.

Doch was bringt all diese Offenheit dem Anwender? Was müssen Sie wirklich an Hintergrundwissen haben und wie wird sich das Internet dadurch für Sie verändern?

Was bedeutet es eigentlich, wenn ein Standard offen ist?

Bei dem Thema Offenheit geht es um verschiedene Aspekte. Erst einmal bedeutet Offenheit in diesem Zusammenhang, dass der Standard für jeden einsehbar ist, dass im Prinzip jeder zu seiner Entwicklung beitragen kann und das Programmierer ihn ohne weiteres nutzen und in ihre Applikation integrieren dürfen. Wir werden bei myON-ID innerhalb der nächsten Monate einige offene Standards einführen und müssen dafür weder um Erlaubnis fragen, noch irgendwelche Lizenzgebühren entrichten und können sogar aktiv an der Weiterentwicklung selbiger teilhaben.

Zu der Entwicklung von offenen Standards kommt es häufig genau in dem Moment, wo eine Gruppe an Parteien feststellt, dass sie gerade alle das gleiche technische Problem lösen müssen und es somit für alle Beteiligten eine Win-Win Situation darstellt, wenn man dieses Problem gemeinsam löst.

Mehr Köpfe tragen in diesem Fall klar zu einem besseren Ergebnis bei, da durch unterschiedliche Perspektiven und vor allem auch Anforderungen an Leistungsfähigkeit und Sicherheit ein Standard nicht mehr nur das spezifische Problem einer einzelnen Partei löst, sondern eine gewisse Reife bekommt und versucht einen universellen Lösungsansatz zu verfolgen, von dem letzten Endes auch wesentlich mehr Parteien profitieren können, als ursprünglich an seiner Erschaffung beteiligt gewesen sind.

In der Praxis bedeutet dies dann für die Programmierer eine echte Erleichterung, da sie nur noch lernen müssen, diesen einen gemeinsamen Standard zu implementieren und nicht viele unterschiedliche proprietäre Wege lernen müssen, die alle versuchen, das gleiche Problem zu lösen. Das spart nicht nur Zeit und Ressourcen, sondern macht Investitionen in den Kompetenzaufbau innerhalb eines Unternehmens auch wesentlich wertvoller, das sich das angeeignete Wissen ggf. wieder verwerten lässt.

Somit steigt die Akzeptanz und letzten Endes damit auch die Geschwindigkeit, mit der technische Neuerungen von möglichst vielen Parteien implementiert werden und somit letzten Endes auch bei Ihnen, den Nutzern ankommen!

Was bedeutet dies nur für den Anwender?

Um es wieder konkret auf den Anwendungsfall von myON-ID zurückzuführen, bedeutet die Tatsache, dass wir offene Standards unterstützen, für Sie vor allem Folgendes:

1. Investitionssicherheit – Ihre Daten gehören Ihnen!

Sie investieren Zeit in unseren Dienst und pflegen dort Ihre(!) Daten. Diese investierte Zeit für den Aufbau und die Pflege Ihres Profils, Ihrer Online Reputation und Ihres sozialen Netzwerkes soll auf keinen Fall verloren sein.

Auch wenn Sie sich entschließen sollten, eines Tages einen anderen Dienst zu nutzen. Auf Grund der Tatsache, dass wir offene Standards und damit diverse Schnittstellen bieten werden, werden sie vielfältige Möglichkeiten haben ihre Daten wieder zu exportieren und an anderer Stelle weiter zu pflegen. Und das selbstverständlich, ohne dass dafür Kosten entstehen!

2. Mehr Kontrolle und Sicherheit

Wir verfolgen das Ziel, Ihnen ein Maximum an Kontrolle über Ihre Daten zu geben und werden Ihnen sichere Wege bieten, Daten von anderen Diensten zusammenzuführen. So werden Sie bei uns keine Passwörter von anderen Diensten angeben müssen, damit wir Ihre Daten importieren können, sondern Sie erteilen uns Freigaben bei diesen Diensten und können diese uns auch jederzeit wieder entziehen, ohne dabei auf uns angewiesen zu sein. Sie behalten dadurch Ihre informationelle Selbstbestimmung!

3. Ihre Daten gewinnen an Mehrwert

Durch unsere zukünftigen offene Schnittstellen und die steigende Verbreitung von offenen Standards gewinnen Ihre Daten insofern an Wert, als dass sie diese an mehreren Stellen im Internet wieder verwenden können. Daten über ihr Profil, Ihre Freunde und Aktivitäten lassen sich von Dienst zu Dienst mitnehmen und letzten Endes sogar eines Tages synchronisieren.

Damit müssen sie immer weniger die immer gleichen Daten bei anderen Diensten angeben, sondern können bequem die Daten verwenden, die Sie bei myON-ID schon längst angelegt haben.

4. Mehr Komfort und Einfachheit

Dadurch, dass wir die gleichen Schnittstellen und offenen Standards unterstützen wie eine wachsende Anzahl an anderen Diensten, können wir unsere Plattform immer intelligenter mit anderen Diensten verknüpfen und Ihnen damit eine immer lückenlosere User Experience bieten. Das Internet wird sich für Sie immer komfortabler anfühlen und langfristig an Einfachheit dazu gewinnen.

Offene Standards sind damit also in keinem Fall ein Thema, was nur für den Programmierer relevant ist, sondern haben ganz handfeste und offensichtliche Vorteile für Sie als Anwender. Wir bei myON-ID beobachten, begleiten und unterstützen daher Entwicklungen rund um das Thema “Open Web” und werden stets darum bemüht sein, Mehrwerte, die aus neuen Entwicklungen entstehen, an Sie als Anwender weiterzureichen, in dem wir sie auf myON-ID verfügbar machen.

Haben Sie Fragen oder wollen mehr zu den technischen Hintergründen wissen, zögern Sie nicht in dem Blog zu kommentieren oder schicken Sie uns eine Email an blogpost@onid.de!

Bildquellen:

  1. The New ‘Open Stack’ by John McCrea (Plaxo)
  2. OpenID UX Summit by John McCrea (Plaxo)
Mario GrobholzDieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.
Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
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5 Kommentare für “Open is the new Black – Wie Anwender von offenen Standards profitieren”

German blog posts about the Open Web at myON-ID
19. Dezember 2008 um 10:31

[...] the future topics I will cover there and published my first ‘real’ post today: “Open is the new Black – Wie Anwender von offenen Standards profitieren” (How users profit from open [...]

Tobias Jordans
19. Dezember 2008 um 12:49

“Investitionssicherheit – Ihre Daten gehören Ihnen!” — Wenn ich dich richtig verstehe, wird myON-ID damit zum Interface für die “Datenveredelung” und nicht mehr zum Käfig, in dem alleinig meine Daten verfügbar sind?
Das finde ich einen wichtigen Schritt. Es beantwortet mir aber noch nicht die Frage, in wie fern mir das bei meiner Netznutzung weiterhilft = Was habe ich davon, mein myON-ID-Profil zu pflegen?

– Gedankensprung –

Da du viel über das ‘offen’ in den ‘offenen Standards’ sprichst — ich habe kürzlich nochmal Donald Normans ‘Der Unsichtbare Computer’ gelesen. Darin beschreibt anhand von guten Beispielen, warum Standards an sich elementar sind für die Weiterentwicklung einer Industrie/Idee. — Vielleicht auch ein interessantes Thema, das man in diesem Zusammenhang mal beleuchten könnte.

Sebastian Küpers
19. Dezember 2008 um 13:23

Danke für deinen Kommentar Tobias! myON-ID wird definitiv in Zukunft kein Datenkäfig mehr sein! Wir kommen ja von einem Reputations-Management Hintergrund, bei dem es darum geht, Anwendern die Tools an die Hand zu geben, Dinge über sich selbst im Netz zu finden, zu aggregieren und über ein Profil wieder darzustellen.

Du fügst also deine ganzen Identitäts-Fragmente an einem Ort neu zusammen. Wichtig für uns ist dabei, dass wir Dir nicht nur die Möglichkeit geben alles zu aggregieren, sondern auch wieder erneut – auf mehr als nur einem Kanal – zu distribuieren, wenn Du das möchtest.

Für deine Netznutzung kann das in Zukunft heissen, dass Du bei Diensten – die ebenfalls offene Standards unterstützen – Dinge, die Du bei myON-ID mit viel Liebe pflegst, nicht nochmal erneut einstellen und erneut pflegen musst, sondern einfach verknüpfst. Das ist sozusagen Nutzen 3. und 4. aus dem Blog Artikel.

- Gedankensprung -

Kenne das Buch nicht – klingt aber sehr spannend und werde ich mir dann mal unter den Weihnachtsbaum legen lassen!

Warum offene Standards? | Medienblog München
19. Dezember 2008 um 19:04

[...] erstes will ich auf Sebastian Küpers alias Pixelsebi verweisen. Er hat in diesem Beitrag im myON-ID Blog die Vorteile von offenen Standards im Web à la OpenID, OpenSocial usw. lesenswert in vier [...]

Open Web #2: Single-Sign-On und Portable Identitäten im Web | myON-ID Blog
20. Februar 2009 um 10:48

[...] machbar, bereits mit dem offenen Standard OpenID standartisiert worden, (Lesen Sie dazu auch: Open is the New Black – Wie Anwender von offenen Standards profitieren) wird von einer ständig wachsenden Anzahl an Diensten unterstützt und wird dabei auch für Sie in [...]

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