Digitaler Karriere-Back Bone: „Bewerbungen high tech ohne high touch?“
24. November 2008 um 6:00 von Mario Grobholz
Vor ein paar Tagen konnten wir mit der bekannten Reputationsforscherin Susanna Wieseneder ein sehr interessantes Gespräch führen. Hierbei geht es um die Auswirkungen der Online Reputation und Identität auf das Karrieremanagement.
Den ersten Teil des Gesprächs haben wir vor ein paar Tagen veröffentlicht. Hier nun der zweite Teil, bei dem es um einen Ausblick und die Trends im Online-Karrieremanagement geht.
Wie wird sich die digitale Entwicklung auf den individuellen Karriereweg auswirken? Und wie wird die Online Reputation dazu beitragen können?
Meiner Ansicht nach wird das Bild, das wir 2020 über unser Karriereprofil zeigen, glasklar sein. Warum?
-
Wahrscheinlich besitzen wir bis dahin einen digitalen Pass, der sich einerseits auf eine User-ID-Nummer reduzieren lässt, und alle möglichen Daten über uns speichert. Selbst Dann-Daten können relevant sein.
-
Unsere Lebensläufe werden in diesem digitalen Passport mit den nötigen Kenn- und Stichworten der Persönlichkeit und Kompetenzen versehen sein, um die „Googleability“ , also das „gefunden werden“ sicher zustellen
-
Wir werden zusätzlich zu persönlichen Referenzen auch unsere anderen User-IDs bekannt geben, um das persönliche Bild im Netz abzurunden. Das Agieren in virtuellen Welten und die damit verbunden Kompetenzen werden auf eine andere Form als durch Persönlichkeitstests untermauert.
Referenzen werden über die nächste Generation von YouTube Auskunft über den Kandidaten geben.
Müssen Bewerber und Personaler sich schon darauf einstellen, dass das persönliche Gespräch und der persönliche Eindruck zukünftig keine Rolle mehr spielen wird?
Mit dieser simulierten Weiterentwicklung vermittelt die OnlineReputation mehr Sicherheit, sowie tiefes und vernetztes Wissen über einen Kandidaten. Aber die „letzte Meile“ der Bewerbung, das persönliche Gespräch, wird wohl nie ersetzt werden. Auch wenn Videokonferenzen bei Einstellungsgesprächen heute Usus sind. Die persönliche Passung, die Überprüfung der digitalen virtuellen Darstellung im Vergleich zur physischen realen Ausstrahlung des Bewerbers, wird nie online erfolgen, sondern wird stets eine Sache der persönlichen Begegnung bleiben.
Frau Wieseneder, haben Sie vielen Dank für dieses äußerst interessante und inspirierende Gespräch.
Dieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Dann abonnieren Sie den myON-ID Blog als RSS-Feed, um regelmäßig über neue Artikel informiert zu werden!1 Kommentar für “Digitaler Karriere-Back Bone: „Bewerbungen high tech ohne high touch?“”
[...] Digitaler Karriere Backbone [...]







