Kreuzfeuer
15. Mai 2008 um 6:00 von Mario Grobholz
Sind Sie aktiv in Social Networks wie Xing und Facebook und beteiligen sich dort an Fachdiskussionen? Dann sind Ihnen Angriffe auf ihre Ideen und ihre Person durch andere User sicherlich nicht fremd. Doch wie reagieren Sie richtig, wenn der Austausch die sachliche Ebene verlässt und Sie sich in der digitalen Öffentlichkeit plötzlich im Kreuzfeuer von Anfeindungen wiederfinden?
Von Ihrer Reaktion hängt es ab, ob Ihre Reputation wirklich Schaden nimmt, Sie schlimmstenfalls ihr Gesicht verlieren oder aber ob Sie gar von der Situation profitieren können.
“In der Ruhe liegt die Kraft”, besagt ein Sprichwort. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Sie zu allen Angriffen schweigen und den Agressoren damit das Feld einfach so überlassen sollten. Dies lässt Sie mitunter ebenso unprofessionell wirken, wie eine ungehaltene und zornige Antwort. Lassen Sie sich nicht in eine verbale Schlammschlacht ziehen, selbst wenn Ihnen im ersten Moment vielleicht danach zumute sein sollte. Stattdessen nutzen Sie, ähnlich der Aikido-Rhetorik, am besten die Verwundbarkeit, die sich durch das agressive Vorpreschen des Angreifers ergibt. Bleiben Sie sachlich und machen Sie auf diese Weise deutlich, dass Sie es nicht nötig haben, sich auf ein solch tiefes Niveau herabzulassen. Manchmal genügt ein kurzer Satz als Replik schon aus.
Einstiege wie diese können Sie beispielsweise verwenden:
- “Das ist Ihre Version. Tatsache aber ist, dass …“
- “Eine recht übliche Reaktion, allerdings …”
- “Diese Vorwürfe höre ich nicht zum ersten Mal, jedoch …”
- “Ich kann Ihre Position leider nicht nachvollziehen, weil ..”
In jedem Falle formulieren Sie ihre Argumente nüchtern und überzeugend und überlegen Sie zudem genau , auf welcher Plattform Sie antworten. Keinesfalls sollten Sie sich in den digitalen Dschungel begeben, indem die Verbalattacken nur noch zunehmen würden. Schauen Sie sich lieber nach einem geeigneteren Dialogort um, an dem Sie sich wohlfühlen und gleichzeitig deutlich machen, wie Sie den Fall einschätzen. Damit zeigen Sie der Community ihre Erfahrung im Umgang mit Vorwürfen, entziehen den Angriffen die Grundlage und können gleichzeitig Geduld und Abgeklärtheit unter Beweis stellen.
Klaus Eck, PR Blogger
Dieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
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Meine Erfahrung ist, dass es sehr oft dieselben Trolle sind, die aus einem nicht erkennbaren Grund sofort angreifen. In der Regel sind es auch dieselben paar, die letztlich untereinander streiten. Wenn man gar nicht oder sehr verbindlich reagiert, läuft es sich meistens sofort tot. Mein Rat an betroffene Gruppen/Foren: einfach ignorieren und dran vorbei weiter sachlich diskutieren. Das Schlimmste, was man tun kann, ist mit Sätzen antworten wie: “Wenn Sie hier weiter so angreifen, machen Sie das Forum kaputt.” Das ist genau die Aufmerksamkeit, die sich solche Teilnehmer wünschen. Und dann ist es wirklich irgendwann kaputt.
Ich habe einem “Troll” sogar mal einen eignen Eintrag gewidmet.
http://thorstenulmer.twoday.net/stories/4357033/







