Begriffsdefiniton: Image, Status, Ruf und Reputation
15. Januar 2008 um 8:00 von Mario Grobholz
In seinem Blog “Kulturmanagement” hat Christian Henner-Fehr das Thema “Reputation” aufgegriffen und u.a. den Begriff “Reputation” untersucht, was ich sehr interessant finde und es deshalb hier nochmal aufgreifen will.
In diesem Zusammenhang wird das Buch der Autorin und Beraterin Barbara Wieseneder “Reputationsmanagement. Erfolgreich, weil Ihr persönliches Image stimmt” interpretiert.
Nach Wieseneder baut der Begriff der Reputation auf dem Begriff der Ehre auf. Dieser ist aus dem heutigen Sprachgebrauch durch die gesellschaftliche Weiterentwicklung nahezu verschwunden. Die Unterschiede stellt Wieseneder aber wie folgt dar:
- Während die Ehre aufgrund der Herkunft verliehen wird, muss Reputation erarbeitet werden.
- Die Ehre basiert auf einem “kollektiven Konzept” (die Gruppe verteidigt die Ehre seiner Mitglieder), die Reputation eher einem individuellen.
- Während die Verletzung der Ehre “Zerstörung” bedeutet, kann eine beschädigte Reputation korrigiert werden.
- Die Ehre wird durch das Duell gerettet, die Reputation durch Kommunikation.
Christian Henner-Fehr kommt dann zu dem Schlus, dass die heutige Bedeutung der Reputation durch die fortschreitende Individualisierung unserer Gesellschaft geprägt wird.
Auch interessant ist Wieseneders Begriffsdefinition, wobei Sie darauf verweist, dass es im Alltag die Abgrenzung dieser Begriffe untereinader häufig schwer fällt :
- Image: “es bezeichnet die Vorstellung, die wir von einer Person, einem Unternehmen oder einem Produkt haben und kann sowohl auf Menschen bezogen werden als auch auf Dinge.” Wichtig: Image ist ein kurzfristiger Eindruck
- Status: er “bezeichnet im weiteren Sinn den Wert und die Bedeutung einer Person in der Öffentlichkeit (und) kann zugeschrieben (ererbt), übertragen (durch Heirat) oder erworben (durch Leistung) werden.”
- Ruf: er “hat drei Bedeutungen. Laute Töne von Mensch oder Tier, um ein Signal zu geben. Der Wunsch oder Drang, etwas zu tun, im Sinne von: der Ruf des Gewissens. Und Reputation – einen guten oder schlechten Ruf haben.”
- Reputation: Sie “bezieht sich ausschließlich auf Menschen oder Organisationen und zeigt deren öffentliches Ansehen, das sich aus verschiedenen Einzelimages zu einem langfristigen Gesamtbild zusammensetzt.”
Barbara Wieseneder war ja auch schon mal in einem dreiteiligen Interview hier bei myON-ID zu lesen.
- Digitale Fußspuren, Interview mit Barbara Wiesenender,Teil 1
- Die Brille des Personalchefs, Interview mit Barbara Wiesenender,Teil 2
- Geben und Nehmen, Interview mit Barbara Wiesenender,Teil 3
Dieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
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