Klimawandel: Anerkennung als Motivation
4. Januar 2008 um 8:00 von Mario Grobholz

Eine befriedigende Lösung für das globale Klima zu finden, fällt der Menschheit schwer, obwohl sie eigentlich doch auf der Hand liegt. Jedem Einzelnen ist klar, dass der Klimaschutz sehr wichtig ist und dass etwas getan werden muss. Dennoch fallen die Spendenbeträge eher mager aus.
Warum engagieren sich trotzdem so wenige für den Klimaschutz? Übernimmt der Bürger tatsächlich so wenig Verantwortung für seine Umwelt, wie es die Zahlen nahe legen? Vielleicht liegt es an der Anonymität der Spender? Schließlich fragt sich jeder Einzelne, was bringt das Spenden für meine persönliche Reputation.
Unser Klima ist ein öffentliches Gut. Und damit beginnt auch schon unser Dilemma. Meier als Menschlein, welches ein soziales Wesen ist, schaut gern über den Nachbarszaun und zieht seine persönliche Bilanz. Denn wenn Schmidt sich in diesen Zeiten einen Zweitwagen anschafft, warum soll Meier dann sich einschränken und eine beschwerliche Radfahrt auf sich nehmen.
Wie bekommen wir Meier und Schmidt aus diesem Automatismus heraus? Das Max-Planck-Institut ging dieser Frage nach und ließ seine Probanden spielen. Kooperatives Verhalten wird vor allem im Rahmen der Spieltheorie erforscht, in dem Spieler unter verschiedenen Bedingungen vor Entscheidungen gestellt werden.
In einem klassischen Untersuchungsdesign erhalten die Teilnehmer ein Budget zur Verfügung gestellt, von welchem sie einen selbst gewählten Betrag in einen Gemeinschaftstopf einzahlen können, der dann vom Spielleiter verdoppelt und zu gleichen Teilen ausgezahlt wird. In dieser Version allerdings soll der Gewinn in eine Zeitungsannonce fließen, die über klimaschädliches Verhalten und Regeln zum Klimaschutz informiert. Die Forscher ließen ihre Versuchskaninchen unter verschiedenen Bedingungen spielen. Der Betrag wurde abwechseln anonym oder unter Angabe eines Pseudonyms gespendet. Die Runden wurden manchmal von einer Spielvariante unterbrochen, in der man von anderen Spielern eher Geld bekommt, wenn die eigene Reputation hoch bewertet wird. Die Wissenschaftler variierten nicht nur die Belohnungsbedingungen, sondern auch den Grad der Information der Spielergruppen über den Klimaschutz.
Motivationszauber Reputation
Grundsätzlich waren alle Teilnehmer bereit einen Beitrag für das Klima zu leisten. Die höchsten Beträge wurden erreicht, wenn beide Untersuchungsbedingungen zusammenkamen: Informiertheit über das Klima und Öffentlichkeit. Erwartungsgemäß wurden die Spieler in den Sonderrunden belohnt, welche vorher in den Gemeinschaftspool investierten. Die Bereitschaft zu geben, ging in der Anonymität unter. Denn Fairness ist eine sehr wünschenswerte Eigenschaft, die unter Umständen ein persönliches Verlustrisiko in sich bergen kann. Daher stellte sich heraus: Faires Verhalten steigert sich unter Beobachtung. Eine wichtige Komponente der Gerechtigkeit ist der Glaube, dass jeder seinen Beitrag leistet. Aus diesem Grunde stellt die Radikale Transparenz, der wir uns online inzwischen alle ausgesetzt sehen, durchaus förderlich für sozial erwünschtes Verhalten.
>> Scinexx – das Wissensmagazin, Klimaschutz: Guter Ruf als Köder
Klaus Eck, PR Blogger
Dieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
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Hallo Herr Eck, es gibt jetzt Kommunikatoren (www.greenbizblog.de), die Unternehmen hierbei unterstützen. Denn mit Ökotech wird inzwischen auch Geld verdient und die Branche erkennt, dass Öffentlichkeit gut für die Umwelt ist. Schönen Gruß, Thomas Sprenger







