Wie Personaler das Web nutzen

21. November 2007 um 8:00 von Mario Grobholz

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Wer als Führungskraft seine Bewerbungen heutzutage verschickt, sollte immer mit dem Internet rechnen. Im Bewerberblog berichtet die Junior-Recruiterin Nadia Kittel von einem Fall aus dem deutschsprachigen Raum, bei dem sich eine Reputationsüberprüfung absolut ausgezahlt hat.

Sie nennt den untersuchten Bewerber in ihrem Blog einfach anonymsierend “Dr. Give”. Dieser hatte sich bei ihr per E-Mail für eine Management-Position beworben. Dabei fielen der Bewerberbloggerin jedoch einige Unstimmigkeiten auf, die sie misstrauisch werden ließen und zur Online-Recherche ermunterten. Dr. Give listete zahlreiche Geschäftsführer- und Managementposten der obersten Liga auf und hatte gleichzeitig einen sehr langen Bildungsweg hinter sich. Zudem stellte sich heraus, dass er seine Bewerbung für eine Position im englischsprachigen Ausland mit einem automatischen Übersetzungstool ausgeführt hatte, was nicht unbedingt für seine Sprachkenntnisse sprach.

Durch ihre Google-Recherche fand Knittel zudem heraus, dass die vom Doktor angegebenen “Bildungsinstitute entweder gar nicht oder nur als spanische Finka eines dubiosen selbsternannten Professors existieren. Zu allem Übel war auch problemlos herauszufinden, dass der Doktorvater (den der Bewerber ungewöhnlicherweise in seiner Bewerbung extra angegeben hatte) diverse Klagen wegen Titelhandel laufen hat.”

Aufgrund der Datenlage stufte sie Dr. Give als Hochstabler ein, der sich bei seiner Täuschung allerdings nicht viel Mühe gegeben habe. Bei Personensuchmaschinen ist Knittel eher kritisch, weil sie befürchtet, dass gewiefte Bewerber dort ihr Image selbst aufhübschen und gemäß ihrer Bewerbung anpassen könnten.

Das sehe ich etwas anders. Ich glaube nicht, dass es jemanden nachhaltig gelingt, ein digitales Makeup aufzusetzen und darunter die Wahrheit zu verbergen. Online-Täuschungen haben kurze Beine. Denn es wird immer jemanden geben, der eine Täuschung aufdeckt und darüber online berichtet. Dadurch sind derlei Täuschungsversuche sogar langfristig via Google auffindbar und schaden bei künftigen Bewerbungsprozessen. Insofern sollte es sich jeder sehr gut überlegen, ob er “falsche” Spuren hinterlässt. Ganz abgesehen davon, könnte das vielleicht sogar juristische Folgen für den Bewerber nach sich ziehen.

>> Bewerberblog: Dr. Give und seine Reputation im Internet

Klaus Eck, PR Blogger

Mario GrobholzDieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.
Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
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1 Kommentar für “Wie Personaler das Web nutzen”

Local Professionals - Jobblog über neue Arbeitswelten » Netzbewerbungen
24. November 2007 um 23:35

[...] Klaus Eck] “…Nadia Kittel nennt den untersuchten Bewerber in ihrem Blog einfach anonymsierend “Dr. Give”. Dieser hatte [...]

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