Studie: Karrierechancen selbstbestimmen
3. November 2007 um 8:00 von Mario Grobholz
Wer nicht an seiner Web-Präsenz arbeitet und sich aktiv um sein digitales Erscheinungsbild kümmert, könnte schon bei seiner nächsten Bewerbungsrunde ein böses Erwachen erleben. Denn das Internet spielt eine immer größere Rolle beim beruflichen Erfolg.
Das zeigen die Ergebnisse zweier Befragungen, die der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) und die LAB Personalberatung in Düsseldorf exklusiv für die Wirtschaftswoche durchführten. Es handelt sich demnach bei der Online-Reputation längst nicht mehr um ein Berufseinsteigerthema.
64 Prozent der befragten Personalberater halten gerade für besser qualifizierten Bewerber Online-Informationen für sehr wichtig bis wichtig. Je höher die Managementposition desto wichtiger ist ein gutes digitales Profil. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Headhunter den Führungskräften zu 81 Prozent dazu raten, sich selbst aktiv um die digitale Reputation zu kümmern und ihre Online-Präsenz aktiv zu gestalten. Sehr gut eignet dafür seien laut Umfrage Fachpublikationen im Internet (81 Prozent) oder das Social Networking (drei Viertel). Auf Ablehnung stoßen jedoch eigene Manager-Blogs: 90 Prozent halten das nicht für die beste Darstellungsform. Hierbei wäre es interessant herauszufinden, ob die Befragten überhaupt das Corporate Blogging kennen oder eher an Online-Tagebücher denken…
Immerhin 76 der befragten Manager der ersten bis dritten Führungsebene ist laut LAB die persönliche Reputation im Netz wichtig oder sogar sehr wichtig. Und 59,2 Prozent nehmen an, dass die Bedeutung der digitalen Reputation noch weiter zulegt.
„Wir beobachten einen klaren Trend, der sich weiter verstärkt: Top-Manager werden zunehmend zur Marke. Daher wäre es grob fahrlässig, die Markenführung in eigener Sache zu vernachlässigen. Zur erfolgreichen Markenbildung gehört zunehmend eine Pflege der Online-Reputation.“ (Kommentar von Klaus Aden, Geschäftsführer LAB)
>> Download der LAB-Ergebnispräsentation (PDF-Datei, ca. 130KB)
>> Wiwo: Wie das Internet Ihr Image ruiniert – oder poliert
>> MyOnID-Blog: Der digitale Schein im Arbeitsleben
>> Karrierebibel: Der Ruf im Netz – Was Manager und Personaler dazu sagen
Klaus Eck
Dieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
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