Der digitale Schein im Arbeitsleben
1. November 2007 um 8:00 von Mario Grobholz
Schon bald werden wir beinahe alles voneinander wissen oder glauben dieses zumindest. Wer sich via Internet oder Telefon zu einem Geschäftsessen oder auf einer Konferenz verabredet, weiß erst einmal wenig von seinem Gegenüber, kann sich aber durchaus vor dem Termin via Social Networks wie Xing einen ersten Eindruck vom Anderen verschaffen. Bereits die Bilder in den Profilen geben dem Anrufer oder E-Mail-Schreiber eine Identität.
“In zehn Jahren wird es kaum noch einen Menschen geben, über den es nichts im Internet zu lesen gibt.”, sagt Lars Hinrichs, Gründer von Xing, einem der größten Business Netzwerke in der “Wirtschaftswoche” Nr. 44 vom 29.10.2007.
Falls sich der unbekannte Geschäftsfreund nicht mit einem persönlichen Profil online verewigt haben sollte, ist es immer noch möglich, sich über eine einfache Google-Recherche einen Eindruck von dessen digitalen Erscheinungsbild zu verschaffen. Der Schein bestimmt hierbei das Bewusstsein und die Wahrnehmung des Fremden. Mit der eigenen Wahrheit muss der erworbene digitale Ruf nicht unbedingt etwas zu tun haben.
“Unsere öffentliche Reputation ist längst ein entscheidender Teil unserer Persönlichkeit, kurz: Ich bin, wer ich in den Augen der anderen bin.” (Jochen Mail: “Wirtschaftswoche” Nr. 44 vom 29.10.2007)
Und das hat natürlich erhebliche Folgen auf unsere Außenwirkung. Laut Wirtschaftswoche kam bei einer Umfrage unter österreichischen und deutschen Managern heraus, dass der gute Ruf über Karrieren entscheidet. Er wirkt sich unmittelbar auf den Erfolg von Bewerbungen und Beförderungen aus, induziert mitunter Jobkrisen und den Verlust des Arbeitsplatzes.
Hierbei geht es immer weniger um objektive Entscheidungskriterieren. Wenn es im Arbeitsleben darum geht vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen, bleibt immer weniger Zeit diese wirklich kennenzulernen, weil wir immer häufiger in schnell wechselnden Projektteams miteinander arbeiten. Was liegt also näher, auf Überraschungen zu verzichten und sich via Internet einen ersten Eindruck von dem unbekannten Kollegen zu verschaffen?
Haben Sie sich bereits einmal über neue Kollegen oder Geschäftspartner online informiert? Inwieweit stimmte hierbei der digitale Schein mit dem Sein überein?
>> Karrierebibel: Schein wird sein – Ruf-Politur am Fakeman
Klaus Eck, PR Blogger
Dieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
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Ich bin gespannt wie sich die Wertigkeit der persönlichen Informationen online entwickelt. Lars Hinrichs sollte sich Gedanken machen, wie sich die Wahrhaftigkeit der Darstellung der Xing-Mitglieder erhöhen lässt, damit man tatsächlich in zehn Jahren sinnvoll auf Xing-Daten zugreifen lässt. Ich bemerke vor allem Quantität statt Qualität. Masse, statt Klasse.
Was nutzen inflationäre Datenmengen, die weder verifiziert noch verlässlich sind?
Reputationsmanagement on- wie offline hat mittel- und langfristig nur eine Berechtigung, wenn es Qualität und – wie heißt das schöne Wort aus den frühen Web-Zeiten? – Nutzen schafft.
Roland Keller
[...] ca. 130KB) >> Wiwo: Wie das Internet Ihr Image ruiniert – oder poliert >> MyOnID-Blog: Der digitale Schein im Arbeitsleben >> Karrierebibel: Der Ruf im Netz – Was Manager und Personaler dazu sagen Klaus Eck [...]
Hallo Klaus,
am Ende meines Interviews unter http://www.neukunden-magnet.de/integrierte-markenfuehrung-im-mitmachnetz/ sind auch einige interessante Links zum Thema Reputation / Issue Management bzw. Brand Monitoring.







