Personen werden zur Marke
12. September 2007 um 8:05 von Mario Grobholz
In der ersten Phase des Web 1.0 war alles ganz einfach. Wir erstellten eine Homepage oder eine Website und stellten dort unsere privaten oder kommerziellen Interessen vor. Es gab zwar auch in den 90-iger Jahren schon Foren, Chats und Portale, in denen wir unsere digitalen Spuren hinterließen. Doch das schien damals niemanden wirklich zu interessieren. Niemand dachte an das Egosurfing und die Möglichkeit, dass Personaler sich für die jeweiligen Online-Aktivitäten interessieren könnten. Neben unsere privaten Homepage hatten wir vergleichsweise wenige Profile zu pflegen.
Das stellt sich inzwischen in der Web 2.0-Welt völlig anders dar. Inzwischen verteilen wir unsere Interessen oftmals auf zahlreiche Plattformen. Ich bin beispielsweise unter anderem Mitglied bei Xing, LinkedIn, Facebook, Flickr, Marketingbörse, Twitter, Amazon, Ebay, Dopplr, Upcoming, Qype, Skype, Mister Wong, Yigg, Bloglines , Technorati und blogge auf dem PR Blogger und bei myON-ID. Meine digitale Identität ist somit nicht an einer einzigen Plattform gebunden.
Wer einen Eindruck von einer Person gewinnen will, erhält die meisten Informationen nicht mehr unbedingt auf einer einzelnen Plattform, sondern sollte sich via Online-Recherche selbst ein Bild verschaffen. Erst durch die Eigen- und Fremdbeschreibung wird das Identitätsbild vollständig. Via Google kann jedermann erfahren, wer Klaus Eck (zumindest vermeindlich) ist, was er online und offline macht und mir anschließend eine bestimmte Reputation zuschreiben. Entscheidend ist hierbei nicht jedoch nicht so sehr, auf welcher Website ich meine Inhalte publiziere oder wo man etwas über meine Person lesen kann, sondern die Personenmarke, die daraus im Kontext entsteht.
Ganz richtig bloggte Thomas Frütel vor einigen Wochen:
“Mit einer guten persönlichen Marke wird es sekundär, für welche Plattform man sich entscheidet. Fehlt dagegen das persönliche Branding, die Identität, so wird man in der Masse untergehen. Da hilft auch keine eigene Domain mehr.”
Ein Blog oder einen anderen Account mit meinem Profil kann ich sofort aus dem Netz nehmen, nicht jedoch den Eindruck, den andere über mich online gewinnen innerhalb von kurzer Zeit verändern. Wer sich um aktives Reputation Management bemüht und hierbei nichts dem Zufall überlassen will, sollte alle eigenen Online-Maßnahmen strategisch anlegen und immer an seine persönlichen Beziehungen denken.
Online Relations und die eigene Glaubwürdigkeit stellen eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung eines guten digitalen Ruf dar. Wer mit seinem Personal Brand fahrlässig umgeht, darf sich nicht wundern, wenn andere negativ reagieren.
>> Sprechblase: Personal Brand und Identität im Web 2.5
>> Webmaster Blog: Identität und Branding im Web 2.5
Dieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
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Ich habe es neulich schon beim Werbeblogger als Kommentar geschrieben, aber weil es so gut zum Artikel passt, hier noch einmal:
Bei allem, was man selbst postet, hochlädt, kommentiert usw., kann man sich selbst eine ganz einfache Regel auferlegen: Alles wofür ich nicht guten Gewissens mit meinem Namen stehen kann (egal gegenüber wem), mache ich auch nicht im Netz öffentlich.
Funktioniert meiner Erfahrung nach gut, und ich muss mich nicht hinter irgendwelchen Nicknames und Pseudonymen verstecken. Die Zeiten, in denen man bedenkenlos die peinlichen Bilder des letzten Party-Exzesses auf seiner privaten Regenbogentrennlinien-verschönerten Homepage veröffentlichen konnte, sind nun einmal vorbei. Und wer trotzdem solche Fauxpas stolz in seinem Facebook- oder StudiVZ-Profil zur Schau stellt, darf sich nicht wundern, wenn seine Bewerbungen öfters als üblich abgelehnt werden.
Ach übrigens, mich würde das Thema auch sehr als Session beim BarCampMunich interessieren. Habe es auch bei den Themenvorschlägen (http://barcampmunich.mixxt.de/networks/wiki/index.Themenvorschlaege) einmal hineingeschrieben. Bisher gibt es allerdings noch keine weiteren Interessensbekundungen.
Fördert die Teilnahme bei verschiedensten Foren, wie Xing, Facebook, Twitter usw., tatsächlich die eigene Marke? Oder muss man sich nicht den Vorwurf gefallen lassen, als virtueller Exhibistionist herumzusurfen?!
Hallo Michael, danke für Deinen Kommentar. Ich habe hier das exakt gleiche Verständnis. Wir geben unseren Nutzern mit myON-ID ein Werkzeug an die Hand um mit einfachen Mitteln sein eigenes Profil mit Informationen anzureichern die er gerne der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen will.
Habe Deinen Eintrag auf dem Barcamp in München gesehen. Ich bin am Sonntag dort und würde gerne das Thema aufgreifen. Wir sehen uns dort!
Hallo Nadja, ich denke es wird beides passieren. Das eine passiert ungesteuert wohingegen der Aufbau einer Marke sehr gezielt von statten geht. Hier ist nur jeder für sich selbst verantwortlich. Wer sich also Gedanken um sich und seine Person macht sollte sich immer im Grunde so verhalten wie es Michael oben beschrieben hat.
[...] die über zahlreiche Netz verteilten Personendaten erschwert wird. Zu diesem Thema ist auch dieser Beitrag von Klaus Eck [...]
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Tracking down the best kostenlose homepage webpages is not always simple….
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