Googlability vs. Spiderphobie
13. September 2007 um 16:40 von Mario Grobholz
Bravo, Facebook! Die Öffnung der Teilnehmer-Profile gegenüber Suchmaschinen war längst überfällig. Denn welches Potenzial verschenkt eine Community, in der Nicht-Mitgliedern die Suche nach Personen beispielsweise per Google verwehrt wird!
Der positive Schritt nützt aber nur dann, wenn auch viele Mitglieder von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Torsten beschrieb schon vor einiger Zeit in seinem Blog die beispielsweise bei Xing anzutreffenden Abschottungstendenzen, begründet mit einer diffusen „Angst vor Google” und anderen Suchmaschinen-Spidern.
Dabei sollte es doch – insbesondere, wenn man seine Community auch für das Knüpfen professioneller Kontakte nutzen möchte – genau umgekehrt sein: Personalverantwortliche und Headhunter runden ihre Personalsuche heute immer auch durch Internet-Recherche ab. Und wer es ihnen besonders einfach machen möchte, sorgt dafür, dass möglichst viel Gutes zur eigenen Person auch gefunden wird – die weniger guten Inhalte kommen wie bei Xing oder myON-ID auch bei Facebook in den geschlossenen Bereich.
Der Begriff für dieses „Im-Internet-gefunden-werden” ist auch bereits geprägt: Googlability bezeichnet die “digitale Reputation” einer Person, ablesbar an den Fundstellen im Netz, die Google prominent verlinkt. Ich denke, als Buzzword der Personaler und Headhunter wird „positive Googlability” der „sozialen Intelligenz” sehr bald den Rang als innovative „Job Skill” ablaufen.
Ganz aktuell beschreibt das Focus Campus Magazin diese Situation in Ihrem heute erschienenen Artikel “Nackt zur Bewerbung”. Hier wird beschrieben vor welcher Herausforderung sowohl Personaler, als auch Bewerber durch die zunehmende Transparenz gestellt werden. Nachzulesen hier.
Dieser Artikel wurde von Mario Grobholz geschrieben.Mario Grobholz ist Gründer und Ideengeber der myON-ID Media GmbH. Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur entwickelte in den letzten 10 Jahren für führende Internet, Telekommunikations- und Medienunternehmen Internetstrategien und -konzepte. Seit 1999 plant und betreibt er erfolgreich Consumer-Portale und Social Networks u.a. bei WEB.DE, o2 und Eurosport.
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